Gesakram: Warum ich blogge

Als ich mit dem Bloggen anfing, ging es mir nur darum, die alten Briefe meiner Verwandten ins Netz zu stellen. Sehr schnell merkte ich aber, dass auch das Verbloggen von anderen Erlebnissen und Ideen viel Spaß macht. Mein Blog hat weder einen literarischen Anspruch, noch einen Business-Mehrwert. Prokrastination steht für mich – und euch – hier an erster Stelle.

Abwarten und Tee trinken

Vielleicht kann man besser warten, wenn man Tee trinkt. Ich habe es nicht ausprobiert, denn ich halte Tee für eine grobe Fehlinterpretation von gutem Geschmack. Gewartet habe ich aber. Sicher hätte ich die Zeit anders nutzen können. Ich habe mich zurückgezogen und Dinge liegen lassen. Ich hätte weiter renovieren können. Aber ohne Deadline-Stress („Noch eine Stunde, dann kommen die Kinder!“) macht mir das meiste keinen rechten Spaß.

Es ist mir schwer gefallen, Dinge unkommentiert zu lassen (wer mich kennt, kann sich das wohl ungefähr vorstellen). Wie es zur Wendung kam, wissen wir nun alle nicht so recht. Tatsache ist, dass nach einem langen Jahr des Ausharrens meine Kinder wieder bei mir schlafen. Das ist so unfassbar toll, dass ich immer nur noch grinsen könnte. Somit habe ich dann auch umgehend die Renovierungsarbeiten wieder aufgenommen. Ich suhle mich in abblätternder und frischer Farbe sowie in großzügigen Staubmengen.

Das Wichtige ist, sich nicht benagen zu lassen

Im Hinterkopf nagt noch das Gifttier kleine Zweifel ins Gebälk. Doch das ist stabil, wenn es die vorhergehenden Axthiebe auch ausgehalten hat. Obwohl zugegebenermaßen ja auch immer wieder Kitt im Spiel war.

Leinölfarbe macht übrigens eine irre Sauerei

Aber genug der Gleichnisse und bunten Bilder. Apropos bunte Bilder: Alle sagen, man müsse „Orange is the new Black“ gucken. Ich glaube, ich habe fünf Folgen durchgehalten. Dann haben mich die Geschehnisse so runtergezogen, dass ich dieser Serie mich fortan verweigere. An dem Vorwurf, ich sei zu sensibel, ist vielleicht doch was dran. Nur, dass ich das nicht mehr als Vorwurf auffasse. Wenn ich in den letzten Jahren eins gelernt habe, dann ja wohl, dass sich niemand für seine Gefühle rechtfertigen muss, kann oder sollte. Zumal es ohnehin nichts bringt. Für meinen Geschmack rechtfertige ich mich ja auch nicht. Ich mag keinen Tee. Gar keinen. Ich kann auch mit Cola warten.

Man nennt das „radikale Akzeptanz“ – Dinge hinnehmen, die man nicht ändern kann. Klappt erstaunlich gut. Es ist ohnehin völlig sinnlos, sich ständig über irgendwas aufzuregen. Vor allem ist es völlig sinnlos, seine Lebenszeit mit Negativem zu verplempern. Damit verbaut man sich den Blick fürs Schöne und vergrätzt womöglich noch all die netten Menschen, mit denen man so viel Spaß haben könnte.

Ist nicht immer einfach, aber auf jeden Fall mit und ohne Tee gleich gut möglich.

Unordnung ist gefährlich

Eine Überschrift, die aus meiner Feder eher unglaubwürdig klingt. Wer mich kennt, weiß, dass Unordnung nur ein von der Gesellschaft aufgezwungenes Konzept ist, Weiterlesen

Oben

Ich bin von Christa zum Thema Authentizität befragt worden. Das wollte ich hier noch gern unterbringen. Darum geht es aber gar nicht. Sondern um Steffens Oben. Weiterlesen

Nostalgiebetten – Bett 10

Das erste Bett mit Küchenzeile Wenn ich nicht einschlafen kann, stelle ich mir vor, in einem Bett meiner Vergangenheit zu liegen. Dann kommen sofort alle Erinnerungen an damals hoch: Was konnte ich sehen, wie fühlte es sich an, wie fühlte ich mich?

In der Versenkung

Ein Rückblick

Manchmal sind die Dinge nicht so, wie sie einem gefallen. Eine Weile kann man das ignorieren. Aber irgendwann dann nicht mehr. Dann kann es passieren, dass man in ein Loch Weiterlesen

„Sonntags fehlst du am meisten“: Interview mit Christine Drews

„Eine bemerkenswerte Sprachlosigkeit“

Christine Drews hat einen Roman geschrieben, der mir sehr gut gefallen hat. Weiterlesen

Holzarbeiten Teil II: Fensterlos durch den Tag

Freitag

„Es könnte sein, dass wir heute schon dein Küchenfenster ausbauen“, ruft es mir am Morgen fröhlich entgegen. Zehn Minuten später Weiterlesen

Holzarbeiten Teil I

„Das gammelt wie verrückt!“

Eigentlich sollte die Renovierung schon vor Jahren passieren. EU-Gelder waren genehmigt, alles war prima. Passiert sind dann diverse andere (nicht so primae) Dinge, da musste das Haus warten. Die EU-Gelder gibt es nicht mehr. Weiterlesen

Nostalgiebetten – Bett 8a und 9a

Die zahlreichen Betten meiner Vergangenheit

Erinnerungen haben eine große Macht in mir. Und ich merke, dass es mich befreit, wenn ich sie niederschreibe, dann ist mein Kopf damit nicht mehr so blockiert und ich kann ihn mit neuem Kram vollstopfen. Weiterlesen

„Das Buch der Wunder“: Interview mit Stefan Beuse

„Nutzt du den Schmerz?“

Einen Roman „Das Buch der Wunder“ zu nennen, birgt einen gewissen Anspruch in sich. Ich zumindest erwarte dann etwas Ungewöhnliches, etwas, das mich zum Nachdenken bringt, aber bitte auf eine schöne Art, denn sonst müsste es „Das Buch der unschönen Erkenntnisse“ heißen und wer möchte das schon lesen. Weiterlesen