#Sütterlinsonntag Lektion 5

Liebe Durchhaltende,

heute ist der Tag der Tage. Der Tag, an dem ihr den einen Buchstaben kennenlernt, der einen immer wieder aus der Bahn wirft, einen aber andererseits sofort erkennen lässt, dass man es hier mit deutscher Schrift zu tun hat. Die Rede ist vom kleinen e.

Lektion 5

In dieser Lektion lernst du das F und das E kennen. Gerade beim F gibt es mehrere Varianten. Ich habe die gewählt, die mir vom Kurrent am geläufigsten ist. Das echte Sütterlin kennt jedoch eine andere Variante mit Unterlänge. Zusätzlich gibt es das von mir dargestellte F auch noch mit Unterlänge. Meiner Meinung nach ist das lange F leichter zu erkennen, daher nerve ich dich lieber mit dem kurzen. Meistens ist es so, dass einem das Entziffern von geschwungeneren Buchstaben leichter fällt. Ganz unten zeige ich dir aber dann auch noch die echte Sütterlin-Variante vom großen F.

Sütterlin-f

Das kleine f kennst du wahrscheinlich noch aus der Schulzeit. Man kann den Strich auch ohne abzusetzen nach oben zurückführen. Im echten Sütterlin wird weniger häufig abgesetzt, was nicht zuletzt einfach daran liegt, dass es mit einem Füller geschrieben wurde und nicht mehr mit der Feder, mit der man ja ständig wieder ins Fass eintauchen muss. Das Häkchen vom großen F wird am Schluss angefügt. Du fängst also mit einem geraden Strich nach unten an. Der Folgebuchstabe schließt in beiden Fällen am Mittelstrich an.

Kommen wir zum E. Das große E ist oft seeeehr schmal geschrieben. Gerade in älteren Texten ist es gern besonders langgezogen, was ihm in unseren Augen nicht gerade das Aussehen eines E verleiht. Wenn man das weiß, ist man aber schon einen Schritt weiter. Und das kleine e … ist extrem gewöhnungsbedürftig. Beim Lesen wird es dich immer wieder ins Stocken bringen, das ist vollkommen normal. Unser Auge ist einfach nicht an diese Art von e gewöhnt.

Sütterlin-e

Beim kleinen e setzt du die Feder etwa im oberen Drittel des ersten Hakens neu an. Du kannst es auch mit zwei sehr engen Zacken schreiben ohne abzusetzen, ich rate dazu aber nicht, weil es sonst schnell zu breit wird (und dann wie ein n aussieht, aber das weißt du an dieser Stelle noch nicht). Beim großen E schließt der Folgebuchstabe am Mittelstrich an.

In mittelalterlichen Texten wurde Umlaute oft durch ein über das a, o oder u geschriebene e dargestellt. Angeblich sind aus dem übergestellten Kurrent-e (also diesem n-artigen Gebilde) die zwei Striche entstanden, die jetzt unsere Umlaut-„Tüdelchen“ sind. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber es klingt zumindest plausibel.

Zu guter Letzt noch die andere F-Variante und ein paar ausgeschriebene Übungswörter. Kannst du sie lesen? Wenn du sie selbst herausfinden möchtest, solltest du jetzt den Text unter dem Bild abdecken.

Sütterlin e und f

Übungswörter: Geige, liebe Fee, jede Hilfe, Fell, Ziel, doofe Delle, Eifel, Ziege, edle Zofe.

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