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Halbzeiturlaub

20. Juni 2014/1 Kommentar/in Mustafa

Wie es der Zufall so will, sind wir genau zu dem Zeitpunkt an die Nordsee gefahren, als Mustafa „Bergfest“ hatte. Wir verbrachten drei wunderbare Tage in Dagebüll und auf Amrum, wo die Gastgroßeltern im Urlaub weilten.

Mustafa weiß, wo es langgeht

Mustafa weiß, wo es langgeht

Dort konnte Mustafa wieder mal mit seinem unglaublichen Orientierungssinn aufwarten, ich verbrachte Stunden mit den Jungs am Fähranleger (Alma war krank und blieb mit Papa in der Ferienwohnung) und wir genossen Watt, Sonne und Sand. Anton und Mustafa verbrachten den Tag auf Amrum primär rennend, wenn sie nicht gerade Muscheln sammelten oder Kuchen backten. Es ist schon sehr beeindruckend, wie fit Mustafa jetzt ist. Am Abend gehen die Kinder weiterhin früh ins Bett, weil sie einfach völlig fertig sind. Morgens spielen sie friedlich miteinander und ab und zu wird aufgeräumt, das kann Mustafa gigantisch gut.*

Fähre gucken (von Fähre aus)

Fähre gucken (von Fähre aus)

Mustafas Sprachkenntnisse haben einen weiteren großen Satz gemacht, er sagt jetzt Sachen wie „Anton hat gesagt, dass …“, zählt auf Deutsch bis fünf und hat gut zwei Kilo zugenommen, was fast wenig erscheint, bei den Unmengen, die er verdrückt. Er geht begeistert in den Kindergarten, wo er ein zweites Frühstück und ein erstes Mittagessen bekommt. Soll heißen: Gefrühstückt wird zu Hause, dann im Kindergarten noch einmal. Später gibt es dort Mittagessen, anschließend werden die Jungs abgeholt und zu Hause gibt es … Mittagessen.  Im Gegensatz zu Anton lässt sich Mustafa keine Mahlzeit entgehen.

Als er eben mit seinen Eltern telefonierte, hörte ich ihn „Shaun das Schaf“, „Grüffelo“ und „Grüffelokind“ sowie „essen“ sagen. Sein Onkel erzählte mir danach, Mustafa habe gesagt, er könne schon richtig viel Deutsch. Was keine Übertreibung ist.

Vorhin war eine Redakteurin der Bergedorfer Zeitung hier, Mustafa machte ihr die Tür auf und stellte sich mit „Ich bin Mustafa“ vor. Da hat sie ganz schön große Augen gemacht.

Die Rennkinder und Opa auf Amrum

Die Rennkinder und Opa auf Amrum

Mustafa und Anton sind unzertrennlich. Für Anton wird der Abschied sehr schmerzlich werden. Ich hatte  nicht damit gerechnet, dass so eine enge Beziehung entstehen würde. Warum eigentlich nicht? Ich neige dazu, mir im Vorfeld nicht die schönste Variante auszumalen, um nicht enttäuscht zu werden. Dass es so schön und unkompliziert mit einem Gastkind werden würde, hatte ich wirklich nicht erwartet.

Ein herzlicher Dank geht übrigens auch an Reitlehrerin Mella, die Mustafa kostenlos am Reitunterricht teilnehmen lässt. Reiten ist das Wochenhighlight von allen drei Kindern.

* Vielleicht sollte ich ihn vor seiner Abreise noch in mein Arbeitszimmer lassen.


Eure Spenden sind willkommen, vor allem natürlich direkt bei der Herzbrücke. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele herzkranke Kinder aus Afghanistan in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet wird, überweisen wir später an die Herzbrücke.

Schlagworte: afghanistan, amrum, gastkind, halbzeit, herzbrücke, nordsee, sand
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1 Kommentar
  1. Ellie sagte:
    25. Juni 2014 um 18:56

    Das liest sich so wunderschön! Alles Gute weiterhin!

Kommentare sind deaktiviert.

GESA FÜẞLE

übersetzt, lektoriert, entziffert.

Nachdem Ihr Text bei mir auf dem Schreibtisch lag, ist er verständlicher. Weil Sie ihn in der deutschen Übersetzung besser verstehen. Weil nach dem Lektorat komplizierte Zusammenhänge verständlich geworden sind. Weil Sie endlich wissen, was das Sütterlin-Gekrakel in dem alten Dokument bedeutet.

Telefon: +49 40 73509964
E-Mail: gf@textfuss.de

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