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Wieder zu Hause!

26. Mai 2014/3 Kommentare/in Mustafa

Als ich am Samstag um halb neun das Krankenzimmer betrat, blickten mir zwei sehr fitte Kinder entgegen. Der Erholungsgrad der letzten 12 Stunden war immens. Wir spazierten über den Gang (was immer zu Spalierbildung beim Personal führt, alle kommen zum Anfeuern auf den Flur), observierten die Eingangshalle und saßen im Sonnenschein auf dem Balkon. Wir bestellten Prof. Rieß zu uns, er möge uns doch bittebitte entlassen. Und in der Tat – nach dem Echo durften wir unsere Sachen packen.

Ich bestellte meinen Papa zum Abholen, damit wir nicht so lange würden warten müssen. Die kurze Restwartezeit verbrachten Mustafa und ich mit Eisessen.

Nach einem schönen Nachmittag an der Alster kamen wir schließlich wieder an der Elbe an. Mustafa telefonierte mit seinen Eltern und war danach so untröstlich, dass er bei uns im Bett schlafen musste. Doch am Sonntag war die Laune wieder brillant. Schmerzen hat er keine, es sei denn, man haut ihm auf die Brust, aber das macht ja niemand. Er spricht jetzt sehr viel, kuschelt gern und hilft, wo er kann.

Als er gestern ungewöhnlich viel Zeit im Bad verbrachte, überprüfte ich, was er da wohl so tat. Auf dem Badeteppich lagen diverse Klopapierblätter verteilt. Ich sagte, er solle sie aufheben, er deutete auf seine nackten Füße. Ich verstand das so, dass er sich die Füße mit dem Klopapier geputzt habe und sagte wieder, er solle das Papier aufheben. Als ich demonstrativ ein Stück hochhob, verstand ich das Problem – er hatte damit die Sandberge abgedeckt, die er mit der umgekrempelten Hose und den Füßen ins Bad geschleppt hatte.

Die letzte Nacht war friedlich, er war zwar mehrfach wach und unterwegs, aber nicht traurig.

Meine Kollegin Andrea Görsch hat die familieninterne Schimpfwortkasse der Herzbrücke gespendet und sich über die Reaktion der Stiftung gefreut. Bitte schimpft ordentlich weiter!


Eure Spenden sind willkommen, vor allem natürlich direkt bei der Herzbrücke. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele Kinder in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet werden kann, überweisen wir später an die Herzbrücke.

Schlagworte: afghanistan, herz-op
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3 Kommentare
  1. Jutta sagte:
    26. Mai 2014 um 11:56

    Hach, wie wunderbar! Klingt ganz so, als hätte sich der kleine Mann schnell erholt und schon hervorragend eingelebt. Bin sicher, er wird den Aufenthalt bei euch (und euch!!!) nie vergessen.

    • Gesa sagte:
      26. Mai 2014 um 12:04

      Nein, vergessen werden wir das nicht und er auch nicht. Das wäre ja schlimm!

  2. Paula sagte:
    26. Mai 2014 um 19:29

    Wie toll ist das denn, eine solch schwere Operation, die gelungen ist und so schnell erholt. Das freut mich fürt den kleinen Racker! Seine Eltern können sich glücklich schätzen. Und bewundernswet, wie Du Dein „drittes Kind“ unterstützt, besser geht es wirklich nicht.

Kommentare sind deaktiviert.

GESA FÜẞLE

übersetzt, lektoriert, entziffert.

Nachdem Ihr Text bei mir auf dem Schreibtisch lag, ist er verständlicher. Weil Sie ihn in der deutschen Übersetzung besser verstehen. Weil nach dem Lektorat komplizierte Zusammenhänge verständlich geworden sind. Weil Sie endlich wissen, was das Sütterlin-Gekrakel in dem alten Dokument bedeutet.

Telefon: +49 40 73509964
E-Mail: gf@textfuss.de

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