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30.07.1930: Mit den Damen wird es überhaupt hapern. (Rudu)

11. Juni 2013/7 Kommentare/in Briefe

Leni und Rudu planen eine gemeinsame Feier. Für Herren und Musik ist gesorgt, allein, es fehlt noch an Damen.


Leipzig, den 30. Juli [1930]

Liebe Leni,

eben laufen Deine Zeilen ein. Die Idee einer kleinen Gesellschaft ist natürlich sehr edel.
Natürlich kann ich nur Herren einladen, die bei uns übernachten. Denn selbst Wolf kann doch abends nicht nach G. zurück, es sei denn daß wir ihn hinbringen. Ob Dr. P. noch in G. ist, weiß ich nicht, ich werde anfragen. Bestimmt kann Günter M., wahrscheinlich auch Klaus. Ulle ist noch unbestimmt, da er in der nächsten Woche nach Köln fährt und er noch nicht weiß, wie lange er dort bleibt. Evt. wären es von mir aus 5 Herren: Wolf, Günter, Klaus, Ulle?, Dr. P.?. An Damen wären außer der B., der S. (L.s sind ja nicht da) nett, Wolfs Schwester zu erwägen. Aus Hbg: Babara, Renate evtl. Lotti N., evtl. auch aus G. die kleine Freundin von Wolf, Valeska L.
Mit den Damen wird es überhaupt hapern.* Zu dumm ist es, daß Du Sonnabend nicht in N. bist! Mir fällt eben auch eine Berlinerin ein, Dodo L., Tochter eines Obersten, tüchtige kleine Reiterin. Schwierig ist die Schlafangelegenheit, doch die ließe sich wohl machen, ca 10-15 können wir ja unterbringen. Möglichkeiten habe ich Dir gesagt, Du mußt mir nur in N. Nachricht hinterlassen, was geschehen soll. – Wie verträgt sich das überhaupt mit Papas und meiner Tour nach Schlesien?
Ulles Platten werde ich mitbringen, außerdem 2 oder 3 zukaufen. Ich tendiere plädiere dafür, daß die Angelegenheit in S. vor sich geht! Mir scheint also kurz gesagt, daß Du besonders für Damen zu sorgen hast!
Grüß alle! In Eile + Liebe
Dein Rudu. [verbessert aus Rudolf]

Ich bin Sonnabend, den 2. Aug. 1/12 in K.

*und auf die kommt es ja letzten Endes gerade an.


Wer sagt mir, was 1/12 bedeutet? Könnte das die Uhrzeit sein (Zwischen 12 und 1)? Schön ist es auch, ein Haus zu haben, in dem man 10-15 Gäste unterbringen kann. Da es sich um ein recht herrschaftliches Gutshaus handelt, ist das aber nicht verwunderlich.

Schlagworte: briefe, damen, edel, feier, gesellschaft, platten, schalfagenlegenheit, schlesien
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7 Kommentare
  1. Mariella (@bridgekeeptrav) sagte:
    12. Juni 2013 um 10:32

    Mensch, die Damen wieder… dass es mit denen auch immer hapern muss…

  2. Wortakzente/Kinderohren sagte:
    14. Juni 2013 um 20:07

    Vielleicht 1/2 12, also 11.30 Uhr, bei dem eine 2 abhanden gekommen ist?

    • Gesa sagte:
      16. Juni 2013 um 13:50

      Könnte theoretisch sein, allerdings macht er eigentlich keine Schreibfehler. Die 1 ist größer, die 12 insgesamt kleiner, es sieht nicht aus, als ob da etwas fehlt. Aber danke fürs Mitdenken!

  3. BFreith sagte:
    18. Juni 2013 um 15:17

    Mir kommt hier die 12-Stunden-Uhrzählung in den Sinn. Vielleicht sowas wie 12 am, also das erste Mal die 12 durch. Aber das ist nur eine Idee.

    • Gesa sagte:
      19. Juni 2013 um 9:02

      Das wäre dann 12 Uhr? Google spuckt mir dazu nichts aus. Mir fällt gerade ein, ob es statt einer hochgestellten 12 quasi eine tiefgestellte ist, dann wäre es 1:12 Uhr. Das scheint mir plausibel, weil die 12 auch kleiner ist.

      • BFreith sagte:
        19. Juni 2013 um 9:17

        Ich habe „1/12 Uhr“ gegoogelt, da kommen solche Ergebnisse – jedoch nicht wirklich valide. Deine Erklärung scheint mir plausibler.

Kommentare sind deaktiviert.

GESA FÜẞLE

übersetzt, lektoriert, entziffert.

Nachdem Ihr Text bei mir auf dem Schreibtisch lag, ist er verständlicher. Weil Sie ihn in der deutschen Übersetzung besser verstehen. Weil nach dem Lektorat komplizierte Zusammenhänge verständlich geworden sind. Weil Sie endlich wissen, was das Sütterlin-Gekrakel in dem alten Dokument bedeutet.

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