• Link zu Facebook
  • Link zu X
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Xing
040 73509964 | gf@textfuss.de
Textfuss - Gesa Füßle
  • Übersetzung
  • Lektorat
  • Sütterlin-Workshop
  • Transkription
  • Gesa Füßle
  • Gesakram
  • Menü Menü
Startseite1 / Gesakram2 / Briefe3 / 07.12.1932: Wirklich wahnsinnig wirkende Mittel (Rudu)

07.12.1932: Wirklich wahnsinnig wirkende Mittel (Rudu)

6. Juli 2013/7 Kommentare/in Briefe

Rudu ist nach Amerika geflogen, wohl um die Ländereien von Papa und Guatemala im Allgemeinen zu besichtigen. Stattdessen wird er erstmal krank.


El B., 7. Dez. 32.

Liebe Leni –

hoffentlich nicht zu spät sende ich Dir meine herzlichsten Weihnachtsgrüße mit dem Wunsch, daß Du die Tage so vergnügt und munter, wie irgend möglich verbringst. Du bist ja Dein eigener Herr, man kann sich die Tage dann schon sehr nett gestalten.

Ich wollte Dir schon eher schreiben, aber mir ging es schon lange nicht gut. Am 22. kamen wir hier auf der Finca an. Am 23. war Papas Geburtstag und am 24. ging ritt ich mit ihm nach San M. und seit unserer Rückkehr am 26. fühlte ich mich nicht auf dem Damm. Man vermutet ja gleich den Magen und still für mich nahm ich gut wirkende Mittel. Endlich hatte ich solch Fieber, daß ich im Bett bleiben mußte, worauf Papa die Sache in die Hand nahm und mir Ricinus gab. Als auch das nichts nützte – ich hatte über 39° – kam Dr. A., der es auch noch mit einem wirklich wahnsinnig wirkenden Mittel versuchte. Nachdem ich so fast eine ganze Woche Abführmittel bekommen hatte – bis fast nichts mehr von mir übrig blieb – wurde dann festgestellt, daß es wohl Malaria ist, ich bekam 2 Einspritzungen und die Sache ist gut. Ich bin jetzt wieder auf, nur noch ein bischen matt. Dr. A. war wirklich sehr nett und scheint sehr tüchtig zu sein. Morgen geht es nach U., wo Papa schon seit Tagen ist und traurig ist, daß ich nicht mitkonnte, und übermorgen geht es nach Tapachula.

In Guatemala City waren wir ein paar Tage und besuchten auch Dr. G. Der erzählte ulkige Dinge von Dir und wir schrieben Dir eine Karte. Sehr nett war auch der Tag in Antigua.

Hier gab es natürlich zuerst unglaublich viel zu sehen und durch meine Krankheit bin ich natürlich nicht genügend hinausgekommen. Ich werde es nachholen, wenn wir hier in den nächsten Monaten noch einmal herkommen werden. Von La V. aus werde ich Dir näheres berichten.

Wie Du wohl bei B. Dich fühlst?? Wie es wohl in R. mit Oma[,] Maria, Werner + dem Kuh Elend gehen mag?? Wir sind sehr gespannt von Dir zu hören.

Von Herzen wünsche ich Dir nochmals, liebe Leni, eine recht vorzügliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue-Jahr.

Grüß alle, besonders Klaus, Günter, Ingrid wenn Du sie siehst.

Einen lieben O

von Deinem

Rudu.


Der Arme! Eine Woche unbehandelte Malaria und dann auch noch Abführmittel, das klingt nicht nach Spaß!

Schlagworte: 30er, abführmittel, antigua, briefe, guatemala, malaria, neujahr, tapachula, weihnachten
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Auf WhatsApp teilen
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Per E-Mail teilen
https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Textfuss_2019-300x151.png 0 0 leitzordner https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Textfuss_2019-300x151.png leitzordner2013-07-06 12:51:592019-05-28 09:24:0907.12.1932: Wirklich wahnsinnig wirkende Mittel (Rudu)
Das könnte Sie auch interessieren
05.05.1928: Ich bin in dieser Beziehung auf schwachen Füßen. (Rudu)
22.06.1929: Ich hielt Dich bis dahin für ganz geschäftstüchtig! (Rudu)
02.07.1946 II: Stellte sich die Staaten wohl als Handelsdampfer vor. (Kurt)
11.05.1946: Euer Schicksal ist uns nicht bekannt. (Rudu)
14.04.1930: Ein Osterkuß von der guten alten Sorte (Rudu)
26.12.1932: Du scheinst Dich in Hamburg zu einem richtigen Sumpfhuhn auszubilden (Rudu)
7 Kommentare
  1. Wortakzente/Kinderohren sagte:
    6. Juli 2013 um 14:08

    Ja, und schade, dass er nichts von den wirklich spannenden Dingen berichtet. Der Tag in Antigua war „nett“. Was hat er gemacht, wie schaut es dort aus – das hätte Leni bestimmt interessiert. Und mich auch.

    • Gesa sagte:
      6. Juli 2013 um 14:11

      Da stimme ich Dir vollkommen zu! Leni war vielleicht vorher schon da bzw. kannte Fotos, aber man kann ja auch mal an die Nachwelt denken.

      • Wortakzente/Kinderohren sagte:
        6. Juli 2013 um 16:17

        :-) Genau!
        Für die Familie war das normal? Hast du eigentlich irgendwo mal den Hintergrund erklärt? Das scheint ja eine recht reiche Familie gewesen zu sein: Landbesitz in Südamerika ist ja doch ungewöhnlich.

        • Gesa sagte:
          6. Juli 2013 um 16:26

          Unter „Über die Briefe“ http://gesakram.wordpress.com/uber-die-briefe/ findest Du ganz unten u.a. ihre Besitztümer aufgelistet. Ja, sie hatten ordentlich Geld, mehr kann ich aber nicht dazu sagen. Nur so viel: Ich habe keine Finca. Und ich war auch noch nie dort.

  2. Mariella (@bridgekeeptrav) sagte:
    19. Juli 2013 um 10:54

    Was darf ich mir denn unter dem Kuh Elend vorstellen?

    • Gesa sagte:
      19. Juli 2013 um 11:00

      Tja, wenn ich das wüsste! Lass Deiner Fantasie einfach freien Lauf :)

  3. JP sagte:
    1. Mai 2015 um 15:47

    Vielleicht ist die Kuh eine Woche lang in den Genuß einer ähnlichen Behandlung wie Rudu gekommen…

Kommentare sind deaktiviert.

GESA FÜẞLE

übersetzt, lektoriert, entziffert.

Nachdem Ihr Text bei mir auf dem Schreibtisch lag, ist er verständlicher. Weil Sie ihn in der deutschen Übersetzung besser verstehen. Weil nach dem Lektorat komplizierte Zusammenhänge verständlich geworden sind. Weil Sie endlich wissen, was das Sütterlin-Gekrakel in dem alten Dokument bedeutet.

Telefon: +49 40 73509964
E-Mail: gf@textfuss.de

Search Search

Kategorien

  • #Sütterlinsonntag
  • Alben
  • Bettgeschichten: Nostalgiebetten
  • Briefe
  • Bücher
  • Handkram
  • Hauskram
  • Interviews
  • Krimskrams
  • Mustafa
  • Vor 70 Jahren

Archive

© Copyright - Textfuss - Gesa Füßle
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
Link to: 20.06.1932: Erdbeeren haben wir ordentlich gefuttert. (Rudu) Link to: 20.06.1932: Erdbeeren haben wir ordentlich gefuttert. (Rudu) 20.06.1932: Erdbeeren haben wir ordentlich gefuttert. (Rudu)Link to: 26.12.1932: Du scheinst Dich in Hamburg zu einem richtigen Sumpfhuhn auszubilden (Rudu) Link to: 26.12.1932: Du scheinst Dich in Hamburg zu einem richtigen Sumpfhuhn auszubilden (Rudu) 26.12.1932: Du scheinst Dich in Hamburg zu einem richtigen Sumpfhuhn auszubilden...
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen