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02.07.1946: … vielleicht hätte sie mich geheiratet (Kurt)

30. Januar 2014/in Briefe

Ich möchte Euch nicht langweilen – und es ist bei der Menge der Briefe absehbar, dass ich nicht alle werde abschreiben können. Ab und zu fällt mir jedoch einer in die Hände, den ich Euch nicht vorenthalten kann. Dies ist so ein Fall. Er stammt von Kurt, dem Bruder von Friedrich. Er schreibt auf Kriegsgefangenenpapier und befindet sich in Italien, wo es ihm offenbar recht gut geht. Er erwähnt immer wieder, dass er nach Hause kommen könnte, es ihm hier aber besser geht. Sonderlich gefangen scheint er also nicht zu sein. Eine Gefangenennummer hat er aber.


Lieber Friedrich.

Diesen Brief will ich damit beginnen, womit mein letzter aufhören sollte, nämlich alle Mollis und die kleine Retz [also Friedrichs Kinder] herzlichst zu grüßen. Ich hoffe, es geht Euch allen gut. Wenn ich landwirtschaftliche Talente hätte, so würde ich nach Hause zu kommen trachten, so hat das kaum Zweck.

Schreibt mir mal alle wichtigen Geburtstage, Leni, Klaus und so weiter. Habe alle ein wenig vergessen. Mein Notizbuch mit allen Daten und Adressen, unter anderem der einer sehr fähigen und netten Schwester, die ich in Warschau kennen lernte, liess ich im zerschossenen Wagen in Italien und nahm nur noch schnell den Inhalt meiner auf dem Kutschbock stehenden Wein-Korbflasche zu mir, von der der Hals abgeschossen war. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie das Mädchen heißt und wo sie wohnt, vielleicht hätte sie mich geheiratet, denn sie war nicht mehr jung. Wunderbare Bewahrung! Ku. (San. O. Gefr.)

 

Schlagworte: 1946, 40er, briefe, italien, kriegsgefangenschaft
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GESA FÜẞLE

übersetzt, lektoriert, entziffert.

Nachdem Ihr Text bei mir auf dem Schreibtisch lag, ist er verständlicher. Weil Sie ihn in der deutschen Übersetzung besser verstehen. Weil nach dem Lektorat komplizierte Zusammenhänge verständlich geworden sind. Weil Sie endlich wissen, was das Sütterlin-Gekrakel in dem alten Dokument bedeutet.

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