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12.07.1934: Über meine Erlebnisse kann ich wenig schreiben, da es keine gibt. (Rudu)

19. August 2013/in Briefe

Ein wirklich netter Brief an die liebe Muschi *räusper*. Jaja, damals war noch einiges anders.


Eastbourne 12. Juli 1934

Liebe Leni –
gestern kam die Karte, den ersten Regentag hier will ich gleich benutzen um Dir zu schreiben. Ich hatte heute so scheußlich viel noch zu schreiben, Dankesworte zu stammeln und leider ist noch kein Ende.
Hier bin ich vorzüglich aufgehoben. Alles ist so, wie man es sich nicht besser wünschen kann. Leider ist die Zeit nur etwas kurz. Ich hoffte, Du würdest mir noch die Adressen schicken. Nächstens will ich nach London und dann möchte ich auf alle Fälle Gordons besuchen. Ich habe nur seine Geschäftsadresse. Bis dahin war das Wetter zu schön und wenn ich nicht schrieb oder Vokabeln lernte oder auch Herrn Pledge vorlas, war ich immer unten am Strand. Da ist man ja leider immer allein und ich mußte manchmal denken, ob nicht unter all den Menschen evtl. Deine Bekannte ist.
Von Ingrid hatte ich bis dahin stets gute Nachrichten, leider scheint sie momentan nicht so auf dem Damm zu sein. Trotzdem sie keinen Blinddarm mehr hat, schmerzt ihr Blinddarm oder die Gegend, wo er gesessen hat. Schade! In Kürze ist sie wieder in R.
Von Mama hörte ich aus Karlsbad. Vernünftig, daß sie dorthin gegangen sind.
Zu Deiner Tour alles Gute! Hoffentlich fällt alles so aus, wie Du es Dir wünschst.
Bald müssen Ingrid und ich an die Einladungen denken. Ich bin mir noch völlig im unklaren, wen ich nenne. Die Hochzeit selbst wird ja ganz klein und friedlich, vom Polterabend aber sollen die Nachkommen noch reden.
In Hamburg ist immer noch der junge E., der eingeladen werden soll. Momentan bist Du ja allein, aber wenn Mama zurück ist, müssen wir daran denken. Ich selbst werde ja sehr wenig in N. sein können.
Eben habe ich an Lolo S. geschrieben, sie hat sich mit einem Dr. V. verlobt.
Über meine Erlebnisse hier kann ich wenig schreiben, da es keine gibt. Der Tag ist ausgefüllt mit sehr interessanten Unterhaltungen und davon kann man ja leider wenig weitergeben.
Hab eine nette Zeit, liebe Muschi, sieh Dich ordentlich in Deutschland um. Grüß P.s. Einen lieben Bubben
von Deinem
Rudu

Grüß Albrecht herzlich und Dr. V.


Nun ist es raus: Rudu heiratet Ingrid. Und das, obwohl sie an Blinddarm-Phantomschmerzen leidet. Bei dem Polterabend (von dem ich als Nachkommin bisher nicht habe reden hören) hat sie die Schmerzen hoffentlich vergessen können.

Dass Leni auch mal in Eastbourne war, hatte ich beim vorigen Brief erwähnt. Offenbar war sie zu diesem Zeitpunkt bereits dort gewesen, da Rudu ihre Bekannte erwähnt.

Schlagworte: 30er, blinddarm, briefe, eastbourne, gordon, hochzeit, karlsbad, pledge
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GESA FÜẞLE

übersetzt, lektoriert, entziffert.

Nachdem Ihr Text bei mir auf dem Schreibtisch lag, ist er verständlicher. Weil Sie ihn in der deutschen Übersetzung besser verstehen. Weil nach dem Lektorat komplizierte Zusammenhänge verständlich geworden sind. Weil Sie endlich wissen, was das Sütterlin-Gekrakel in dem alten Dokument bedeutet.

Telefon: +49 40 73509964
E-Mail: gf@textfuss.de

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