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	<title>gastkind Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>gastkind Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Danksagung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jul 2014 07:11:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
		<category><![CDATA[afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Oh, Ihr seid aber nett! Täglich klingelt der Postbote oder wir finden Pakete für Mustafa im Schuppen. Ich stapele die Sachen momentan in meinem Bettkasten, denn er bekommt sie erst ein paar Tage vor der Abfahrt, wenn wir zu packen beginnen. Nicht überrascht bin ich, dass die Bücher zuerst verschickt wurden. Eins ist mir noch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Oh, Ihr seid aber nett!</p>
<p>Täglich klingelt der Postbote oder wir finden Pakete für Mustafa im Schuppen. Ich stapele die Sachen momentan in meinem Bettkasten, denn er bekommt sie erst ein paar Tage vor der Abfahrt, wenn wir zu packen beginnen.</p>
<p>Nicht überrascht bin ich, dass die Bücher zuerst verschickt wurden. Eins ist mir noch eingefallen, das er besonders gern mag. Die Wunschliste für Mustafa habe ich entsprechend ergänzt. Meine Adresse findet Ihr im Impressum.</p>
<p>Morgen fahre ich mit Alma nach Lothringen, zur Taufe meines Patendrillings. Da Alma das Patenkind der Täuflingsmutter ist, begleitet sie mich. Zu fünft fahren wollten wir lieber nicht, zumal Mustafa doch am liebsten zu Hause ist. (Also bei uns! :))</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/1ad6b7c0ff1943608ce20919f4f6ba99" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Halbzeiturlaub</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2014 15:14:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
		<category><![CDATA[afghanistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie es der Zufall so will, sind wir genau zu dem Zeitpunkt an die Nordsee gefahren, als Mustafa &#8222;Bergfest&#8220; hatte. Wir verbrachten drei wunderbare Tage in Dagebüll und auf Amrum, wo die Gastgroßeltern im Urlaub weilten. Dort konnte Mustafa wieder mal mit seinem unglaublichen Orientierungssinn aufwarten, ich verbrachte Stunden mit den Jungs am Fähranleger (Alma [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie es der Zufall so will, sind wir genau zu dem Zeitpunkt an die Nordsee gefahren, als Mustafa &#8222;Bergfest&#8220; hatte. Wir verbrachten drei wunderbare Tage in Dagebüll und auf Amrum, wo die Gastgroßeltern im Urlaub weilten.<span id="more-1018"></span></p>
<div id="attachment_1019" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/P1090251.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1019" class="size-medium wp-image-1019 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/P1090251-300x200.jpg" alt="Mustafa weiß, wo es langgeht" width="300" height="200" /></a><p id="caption-attachment-1019" class="wp-caption-text">Mustafa weiß, wo es langgeht</p></div>
<p>Dort konnte Mustafa wieder mal mit seinem unglaublichen Orientierungssinn aufwarten, ich verbrachte Stunden mit den Jungs am Fähranleger (Alma war krank und blieb mit Papa in der Ferienwohnung) und wir genossen Watt, Sonne und Sand. Anton und Mustafa verbrachten den Tag auf Amrum primär rennend, wenn sie nicht gerade Muscheln sammelten oder Kuchen backten. Es ist schon sehr beeindruckend, wie fit Mustafa jetzt ist. Am Abend gehen die Kinder weiterhin früh ins Bett, weil sie einfach völlig fertig sind. Morgens spielen sie friedlich miteinander und ab und zu wird aufgeräumt, das kann Mustafa gigantisch gut.*</p>
<div id="attachment_1021" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/P1090268.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1021" class="size-medium wp-image-1021 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/P1090268-300x200.jpg" alt="Fähre gucken (von Fähre aus)" width="300" height="200" /></a><p id="caption-attachment-1021" class="wp-caption-text">Fähre gucken (von Fähre aus)</p></div>
<p>Mustafas Sprachkenntnisse haben einen weiteren großen Satz gemacht, er sagt jetzt Sachen wie &#8222;Anton hat gesagt, dass &#8230;&#8220;, zählt auf Deutsch bis fünf und hat gut zwei Kilo zugenommen, was fast wenig erscheint, bei den Unmengen, die er verdrückt. Er geht begeistert in den Kindergarten, wo er ein zweites Frühstück und ein erstes Mittagessen bekommt. Soll heißen: Gefrühstückt wird zu Hause, dann im Kindergarten noch einmal. Später gibt es dort Mittagessen, anschließend werden die Jungs abgeholt und zu Hause gibt es &#8230; Mittagessen.  Im Gegensatz zu Anton lässt sich Mustafa keine Mahlzeit entgehen.</p>
<p>Als er eben mit seinen Eltern telefonierte, hörte ich ihn &#8222;Shaun das Schaf&#8220;, &#8222;Grüffelo&#8220; und &#8222;Grüffelokind&#8220; sowie &#8222;essen&#8220; sagen. Sein Onkel erzählte mir danach, Mustafa habe gesagt, er könne schon richtig viel Deutsch. Was keine Übertreibung ist.</p>
<p>Vorhin war eine Redakteurin der Bergedorfer Zeitung hier, Mustafa machte ihr die Tür auf und stellte sich mit &#8222;Ich bin Mustafa&#8220; vor. Da hat sie ganz schön große Augen gemacht.</p>
<div id="attachment_1024" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/P1090296.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1024" class="size-medium wp-image-1024" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/P1090296-300x200.jpg" alt="Die Rennkinder und Opa auf Amrum" width="300" height="200" /></a><p id="caption-attachment-1024" class="wp-caption-text">Die Rennkinder und Opa auf Amrum</p></div>
<p>Mustafa und Anton sind unzertrennlich. Für Anton wird der Abschied sehr schmerzlich werden. Ich hatte  nicht damit gerechnet, dass so eine enge Beziehung entstehen würde. Warum eigentlich nicht? Ich neige dazu, mir im Vorfeld nicht die schönste Variante auszumalen, um nicht enttäuscht zu werden. Dass es so schön und unkompliziert mit einem Gastkind werden würde, hatte ich wirklich nicht erwartet.</p>
<p>Ein herzlicher Dank geht übrigens auch an Reitlehrerin Mella, die Mustafa kostenlos am Reitunterricht teilnehmen lässt. Reiten ist das Wochenhighlight von allen drei Kindern.</p>
<p>* Vielleicht sollte ich ihn vor seiner Abreise noch in mein Arbeitszimmer lassen.</p>
<hr />
<p>Eure Spenden sind willkommen, vor allem natürlich direkt bei der <a href="http://www.albertinen.de/ueber_uns/albertinen_stiftung/projekte2/herzbruecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herzbrücke</a>. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele herzkranke Kinder aus Afghanistan in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet wird, überweisen wir später an die Herzbrücke.<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/8ad7c28bfed548489d41b9a55b76581c" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/a53c9a78eb634fe48eadb02a2155e5ee" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Alltag mit Gastkind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 May 2014 09:12:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was soll ich sagen, es läuft super mit Mustafa. Manchmal ist man etwas irritiert, weil Dinge an andere Plätze geräumt wurden oder der DVD-Player läuft, aber insgesamt ist die Stimmung prima. Unsere Kinder spielen jetzt auch richtig gut mit ihm. Nach der traurigen ersten Nach-Krankenhaus-Nacht ist er eigentlich durchgehend gut gelaunt gewesen. Unsere Nachbarschaft ist [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll ich sagen, es läuft super mit Mustafa. Manchmal ist man etwas irritiert, weil Dinge an andere Plätze geräumt wurden oder der DVD-Player läuft, aber insgesamt ist die Stimmung prima. Unsere Kinder spielen jetzt auch richtig gut mit ihm. Nach der traurigen ersten Nach-Krankenhaus-Nacht ist er eigentlich durchgehend gut gelaunt gewesen.<span id="more-997"></span></p>
<p>Unsere Nachbarschaft ist bestens über Mustafa informiert (&#8222;Wie heißt er doch gleich? Mohammed, oder?&#8220;) und alle erkundigen sich nach seinem Gesundheitszustand. Spätestens seit der Konfirmationsfeier nebenan weiß jeder, wer der kleine dunkle Junge ist, der gern mit mir vor dem Haus auf der Bank sitzt, wenn die anderen Kinder morgens Richtung Kindergarten/Vorschule fahren.</p>
<p>Ich für meinen Teil hatte in letzter Zeit sehr viel zu tun und freue mich umso mehr, dass ich morgen für ein paar Tage wegfahre. Nach Paris. Mit meiner Nachbarin. Das stand schon fest, als uns Mustafa angekündigt wurde, sonst hätte ich die Reise wahrscheinlich nicht gebucht. Nun bin ich sehr froh, denn Andi wird ganz sicher gut zurechtkommen und ich kann mich ein bisschen entspannen. Hinzu kommt, dass ich viele Leute treffen werde, die ich sehr lange nicht gesehen habe. Die letzten Begegnungen liegen fünf Jahre zurück. Einen Freund werde ich treffen, den ich seit 18 (!!) Jahren nicht gesehen habe. Aber das ist ja das Schöne bei Freunden: Lange Wiedersehenspausen sind zwar doof, beeinträchtigen aber nicht die Freundschaft.</p>
<p>Vielleicht müssen wir Mustafa noch von einem Afghanen erklären lassen, dass ich nicht für immer wegfahre. Mal sehen, wie er auf meine Abreise reagiert. Insgesamt ist er sehr viel mehr auf seinen Gastpapa fixiert, ich werde ab und zu in meinem Arbeitszimmer besucht und beschmust, aber er weiß eben auch, dass ich nicht übermäßig viel Zeit für ihn habe. Das Memo-Spiel, das er geschenkt bekommen hat, spielt er sehr gern, ist aber nur widerwillig dazu zu bewegen, sich an die Spielregeln zu halten &#8211; obwohl er sie versteht. So langsam kristallisiert sich auch heraus, was er kann und was nicht. Malen zum Beispiel ist vom Ergebnis her nicht berauschend, alles Technische muss man aber eher in Sicherheit bringen. Um zu vermeiden, dass der DVD-Spieler ganztägig läuft, haben wir alle Stecker ausgesteckt. Hat zwei Tage was genützt. Er geht aber bisher nur dran, wenn vormittags unsere Kinder weg sind. Alleine spielen gefällt ihm nicht so, es sei denn, man stellt ihm ein Handy zur Verfügung.</p>
<p>Ich glaube, er wird sich überschlagen vor Freude, wenn er endlich mit zur Vorschule darf.</p>
<hr />
<p>Eure Spenden sind willkommen, vor allem natürlich direkt bei der <a href="http://www.albertinen.de/ueber_uns/albertinen_stiftung/projekte2/herzbruecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herzbrücke</a>. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele Kinder in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet wird, überweisen wir später an die Herzbrücke.<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/8ad7c28bfed548489d41b9a55b76581c" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/751d31e4360d40b7b27dcb3d955e4f23" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Neues aus der Klinik</title>
		<link>https://www.textfuss.de/neues-aus-der-klinik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2014 06:01:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Dienstag war die Operation. Jetzt ist Donnerstag, kurz vor 7 Uhr. Endlich Zeit, den Bericht nachzuliefern. Dienstag Statt um 9:15 Uhr kommen wir schon mindestens eine halbe Stunde früher im Krankenhaus an. Der Verkehr war einfach nicht zäh genug. Obwohl wir Mustafa am Montag noch nichts von der OP erzählt hatten, war er an [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag war die Operation. Jetzt ist Donnerstag, kurz vor 7 Uhr. Endlich Zeit, den Bericht nachzuliefern.<span id="more-976"></span></p>
<p><strong>Dienstag</strong></p>
<p>Statt um 9:15 Uhr kommen wir schon mindestens eine halbe Stunde früher im Krankenhaus an. Der Verkehr war einfach nicht zäh genug. Obwohl wir Mustafa am Montag noch nichts von der OP erzählt hatten, war er an dem Tag nervöser als sonst. Als wir ihn am Dienstag wecken und er die Ansage bekommt, nichts essen und trinken zu dürfen, ist ihm sofort klar, was ihm blüht.</p>
<div id="attachment_978" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-978" class="size-medium wp-image-978 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014-300x225.jpg" alt="Vorher" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014-450x338.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0014.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-978" class="wp-caption-text">Vorher</p></div>
<p>Er ist also angespannt, aber gefasst, als wir im Krankenhaus ankommen. Schwester Dana kümmert sich um uns. Wir spielen mit den aufgeblasenen und bemalten Gummihandschuhen, malen Tüten an, suchen Flugzeuge in Büchern und werfen mit einem Gummihandschuhknäuel nach aufgestapelten Pappbechern. Mustafa hat schon sein riesiges OP-Hemd an und den Beruhigungssaft intus, allerdings merkt man ihm das keineswegs an. Im Gegensatz zu Freitag, als er irgendwann umkippte, ist er auch motorisch noch voll funktionsfähig. Erst um 11:15 kommen die Pfleger das Kind holen. Mustafas Gesichtszüge frieren ein, die Augen werden groß.</p>
<p>Bis zur Schleuse darf ich mitkommen und muss dann mit ansehen, wie dieses unglaublich tapfere Kind weggeschoben wird.</p>
<p>Die OP soll etwa zwei Stunden dauern, ich gehe in die Cafeteria &#8211; nachdem die Stationsärztin mir noch persönlich den Weg zur Intensivstation gezeigt hat. Das Krankenhaus ist zwar klein, Leute wie ich verlaufen sich da aber trotzdem sehr leicht.</p>
<p>In der Cafete (sie hieß das an der Uni Tübingen, ich benutze das Wort nie, denke es aber immer) habe ich kurz Angst, dass es keine Cola gibt. Ausschließlich gesunder Kram im Krankenhaus? Ist das realistisch? Nein. Na, da ist sie ja.</p>
<p>Ich mache es mir auf einem mintgrünen Stuhl bequem und lege mein Sudoku-Heft vor mich hin. Viel mehr passiert erst einmal nicht. Ich schaffe gerade mal zwei Sudokus in zwei Stunden, den Negativrekord werde ich so schnell nicht brechen können. Bin halt etwas abgelenkt. Haben Krankenhausmitarbeiter früher nicht immer Latschen getragen? Hier tragen sie alle klobige Turnschuhe. Sehen die Stuhllehnen nicht aus wie Backenzähne mit extremem Zahnhalskaries? Hat die Bild selbst recherchiert, dass die Frauen neuerdings finden, Sex habe etwas Himmlisches? Oder waren das amerikanische Wissenschaftler? Kann man vor Nervosität selbst einen Herzfehler bekommen?</p>
<p>Der einzige Lichtblick ist der latzbehoste, grauschöpfige Hausmeister, der mir jedesmal zuzwinkert, wenn er vorbeikommt.</p>
<p>Nach 2,5 Stunden endlich der erlösende Anruf von Prof. Rieß: OP gut verlaufen.</p>
<div id="attachment_980" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-980" class="size-medium wp-image-980 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025-300x225.jpg" alt="Für meine Zwecke ausreichend: Grün in Schnelsen" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025-450x338.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0025.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-980" class="wp-caption-text">Für meine Zwecke ausreichend: Grün in Schnelsen</p></div>
<p>Dass es noch weitere vier Stunden dauern wird, bis ich zu Mustafa kann, ist mir nicht klar, irgendwann erfahre ich es doch. Ich richte mich auf dem einzigen Fleckchen Grün in der Nähe (direkt am Bahnhof) häuslich ein und starre in den Himmel.</p>
<div id="attachment_981" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-981" class="size-medium wp-image-981 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028-300x225.jpg" alt="Himmel über Schnelsen" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028-450x338.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0028.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-981" class="wp-caption-text">Himmel über Schnelsen</p></div>
<p>Um kurz vor 6 kommt der erlösende Anruf. Mustafa ist wach. Ich bin darauf vorbereitet, ein an viele Schläuche angeschlossenes Kind vorzufinden. Mit Mustafa im Raum liegt Hadi, der direkt vor ihm operiert wurde. Es werden immer zwei Kinder an einem Tag operiert, damit sie nicht so allein sind.</p>
<p>Ich bin also vorbereitet.  Und da liegt er nun. Das sind aber viele Schläuche. Und Kabel. Jetzt bloß nicht weinen, es ist doch alles gut. Ich bin froh, dass er die Augen zu hat, schaffe es irgendwie, meine großen Augen runterzuschlucken (so fühlt es sich an) und trete an sein Bett. Er ist noch benommen, macht ab und zu die Augen auf, merkt aber, dass ich da bin. &#8222;Banane&#8220; möchte er, Bananensaft, aber es ist nur Wasser in kleinen Schlucken erlaubt. &#8222;Aua&#8220; sagt er auch, ja, es sieht alles ziemlich nach aua aus. Die Schwester ist erstaunt, dass er schon gleich Deutsch spricht, obwohl er noch halb im Delirium ist.</p>
<div id="attachment_982" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-982" class="size-medium wp-image-982 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031-300x225.jpg" alt="14 Schläuche" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031-450x338.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/PICT0031.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-982" class="wp-caption-text">14 Schläuche</p></div>
<p>Ich bleibe zwei Stunden bei Mustafa und zähle immer wieder die Schläuche. 14. Vielleicht auch ein paar mehr oder weniger, es ist ein ziemliches Wirrwarr und bei der Menge ist es auch egal, wie viele es nun genau sind. Die diensthabende Schwester Ann-Kathrin ist diejenige, die mit in Afghanistan war, um die Kinder abzuholen. Sie erzählt mir von ihren Eindrücken. Der Anästhesist kommt vorbei, auch er überlegt, ob seine Familie nicht mal ein Gastkind aufnehmen sollte und fragt nach meinen Erfahrungen.</p>
<p>Um 20 Uhr fahre ich zu meinen Eltern. Sie wohnen näher am Krankenhaus, deshalb schlafe ich jetzt bei ihnen. Gegen 22 Uhr kommt noch eine SMS aus dem Hause Rieß, Mustafa würde friedlich schlafen.</p>
<p><strong>Mittwoch</strong></p>
<p>8 Uhr: Ich besorge Bananensaft und begebe mich zur Intensivstation. Einige Schläuche sind verschwunden, Mustafa ist nicht mehr fixiert. Er ist erschöpft, macht aber einen recht fitten Eindruck. Er trinkt Wasser in kleinen Schlucken, viel auf einmal ist noch nicht erlaubt, Bananensaft auch nicht. Joghurt geht, Pudding auch.</p>
<p>Ich hole die mitgebrachten Bücher von der Station. Schwester Dana lässt Mustafa Grüße ausrichten. Mustafa und ich gucken immer mal wieder ein Wimmelbuch oder den Grüffelo an, dann schläft er ein.</p>
<p>Der Anästhesist kommt wieder vorbei und sagt, ihn hätte das von mir Erzählte gestern noch sehr beschäftigt. Was ich wohl gesagt habe?</p>
<p>Ich unterhalte mich mit Pfleger Volker, der auch schon ein oder mehrere Gastkinder aufgenommen hatte. Er erklärt mir auch alle Schäuche und Kabel.</p>
<p>Mali, die Gastmutter von Hadi, ist selbst Afghanin. Hadi ist ihr sechstes Gastkind. Sie fragt mich, ob wir wieder eins nehmen würden. Ich sage spontan ja, obwohl ich darüber ja eigentlich erst am Ende von Mustafas Aufenthalt nachdenken wollte. Sie sagt: &#8222;Ja, das werdet ihr. Es ist wie eine Sucht.&#8220; Das ist es wohl wirklich. Kein schlechtes Hobby eigentlich.</p>
<p>Mali erzählt mir von Afghanistan. Sie hat das Land 1980 verlassen, um sich in Deutschland am Herzen operieren zu lassen. Dafür mussten ihre Eltern ihr Haus verkaufen. Das ist alles so furchtbar.</p>
<p>Noch etwas ist furchtbar und ich bin froh, dass ich es erst jetzt weiß: Mustafas Herzfehler war noch schlimmer als gedacht. Irgendwann in den nächsten Monaten wäre er an einem Infarkt gestorben. Ein weiteres  Gastmädchen, das nur zufällig mitgekommen ist, weil andere Eltern ihre Tochter doch nicht mitschicken wollten, steht herzbedingt kurz vor dem Leberversagen. Sie wird jetzt gerade operiert. Letzte Rettung.</p>
<p>Mir ist das gerade alles ein bisschen viel. Es ist so schrecklich und so schön und ich frage mich, warum das alles sein muss und sich die Leute ihr Leben gegenseitig so schwer machen müssen.</p>
<p><strong>Donnerstag</strong></p>
<p>Heute kommen die Drainagen raus, angeblich geht es den Kindern dann sofort viel besser. Heute kommen die beiden auf die normale Station, dort werde ich dann wohl auch übernachten.</p>
<p>Ich muss los.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/4eb7274afa4b4472b36e93b77c490b4c" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Vor-OP-Gefühle</title>
		<link>https://www.textfuss.de/vor-op-gefuhle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 May 2014 10:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
		<category><![CDATA[afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[gastkind]]></category>
		<category><![CDATA[herbrücke]]></category>
		<category><![CDATA[herz-op]]></category>
		<category><![CDATA[neue wörter]]></category>
		<category><![CDATA[operation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gelernte Wörter in order of appearance: Banane &#8211; Polizei &#8211; daistdiePolizei- Polizist &#8211; Pilot &#8211; tschüs &#8211; Kartoffel &#8211; gern &#8211; Flugzeug &#8211; Krankenwagen &#8211; lange Maschine &#8211; doch Gestern war Mustafa beim MRT, eine halbe Stunde musste er es in der lauten Röhre aushalten. Vorher hatte er Beruhigungsmittel bekommen, wovon nichts zu merken war, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gelernte Wörter in order of appearance:</p>
<p>Banane &#8211; Polizei &#8211; daistdiePolizei- Polizist &#8211; Pilot &#8211; tschüs &#8211; Kartoffel &#8211; gern &#8211; Flugzeug &#8211; Krankenwagen &#8211; lange Maschine &#8211; doch<span id="more-969"></span></p>
<p>Gestern war Mustafa beim MRT, eine halbe Stunde musste er es in der lauten Röhre aushalten. Vorher hatte er Beruhigungsmittel bekommen, wovon nichts zu merken war, bis er aufstand und umkippte. Am Abend kam dann der Anruf: Dienstagmorgen ist die OP. Nun muss ich noch schnell alles erledigen, was sich vorher erledigen lässt, denn tagsüber werde ich in der Klinik sein. Übernachten werde ich bei meinen Eltern, die näher an der Klinik wohnen. So kann ich mir die lange Fahrt sparen. Meine Kinder würde ich ohnehin nicht zu Gesicht bekommen. Wenn es gut läuft, sind wir am Wochenende wieder zu Hause.</p>
<p>Heute waren wir in der Bücherei und haben sie quasi leergeliehen. Mustafa war sehr begeistert von dem Konzept &#8211; etwa 20 Bücher und 30 DVDs habe ich dann aber doch wieder zurückgelegt.</p>
<p>Gestern Vormittag hat Mustafa mit seinen Eltern telefoniert. Er erzählte, dass er glücklich ist und bezeichnete Alma und Anton als seine Geschwister. Darüber freuten sich alle Seiten sehr. Erst ein paar Stunden später wurde mir klar, wie viel mir das bedeutet. Immerhin haben wir es geschafft, ein einsames Kind innerhalb von 10 Tagen glücklich zu machen. Gar keine schlechte Bilanz.</p>
<p>Minuten nach dem Telefonat rief der Onkel aus England an, den man offenbar umgehend informiert hatte. Auch er sprach noch einmal mit Mustafa und erzählte Andi dann hinterher, Mustafa hätte gern mehr Spielzeug. Andi teilte mit, Spielzeug sei in ausreichender Menge vorhanden, worauf der Onkel meinte, na, dann sei das wohl nur ein bisschen überschlagende Gier gewesen, er würde ihm das noch mal ausreden. Beim Einkaufen möchte Mustafa auch gern ganz viel haben, macht aber keine Szene, wenn wir ablehnen.</p>
<p>Die Nachricht, dass schon am Dienstag die OP ist, hat uns sehr gefreut. Die Operation an sich macht mir keine Angst, obwohl die Ansage, man würde das Loch im Herzen wohl ziemlich suchen müssen (das ist nicht der primäre Herzfehler), mir doch den Magen umdreht. Ärzte, die in einem Kinderherz rumwühlen. Bäh!</p>
<p>Viel schlimmer ist aber der Gedanke, sein Kind abgeben zu müssen. Da kann ich jetzt schon weinen.</p>
<hr />
<p>Eure Spenden sind willkommen, vor allem natürlich direkt bei der <a href="http://www.albertinen.de/ueber_uns/albertinen_stiftung/projekte2/herzbruecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herzbrücke</a>. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele Kinder in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet werden kann, überweisen wir später an die Herzbrücke.<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/8ad7c28bfed548489d41b9a55b76581c" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>&#8222;Tschüs!&#8220;</title>
		<link>https://www.textfuss.de/tschues/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2014 10:04:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
		<category><![CDATA[afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[albertinen]]></category>
		<category><![CDATA[chips]]></category>
		<category><![CDATA[gastkind]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einmal quer durch die Stadt zum Krankenhaus, Voruntersuchung. Kinderarzt, EKG, Echo. Jeweils mit Wartezeit. Wir waren als Letzte dran, vor uns alle anderen Gastkinder aus Afghanistan. Keins hat mit den anderen gesprochen. Aber ich konnte von den Gastmüttern erfahren, dass auch andere Gastkinder recht fordernd sind. Mustafa war aufgeregt, aber gefasst. Ich konnte ihm ja [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Einmal quer durch die Stadt zum Krankenhaus, Voruntersuchung. Kinderarzt, EKG, Echo. Jeweils mit Wartezeit. Wir waren als Letzte dran, vor uns alle anderen Gastkinder aus Afghanistan. Keins hat mit den anderen gesprochen. Aber ich konnte von den Gastmüttern erfahren, dass auch andere Gastkinder recht fordernd sind.<span id="more-966"></span></p>
<p>Mustafa war aufgeregt, aber gefasst. Ich konnte ihm ja nicht richtig erklären, dass nur Untersuchungen anstehen, keine OP. Beim Kinderarzt war auch der afghanische Kollege anwesend, der Mustafa alles erklärt hat. Mustafa sollte auch mal was sagen, beschränkte sich aber auf das absolut Nötigste. Der Kinderarzt Dr. von Bredow bemühte sich redlich, Mustafa zum Sprechen zu bewegen &#8211; und war nach einiger Zeit tatsächlich erfolgreich. Blutabnahme ging ohne einen Mucks vonstatten, das Entfernen des Pflasters hingegen entlockte ihm (= Mustafa) einen kleinen Pieps.</p>
<p>Beim Warten auf das Echo blätterten wir herumliegende ADAC-Zeitschriften durch, verglichen die Länge abgebildeter Kreuzfahrtschiffe (sind ADAC-Mitglieder typische Flusskreuzfahrtkunden?) und Mustafa lernte den Unterschied zwischen <em>Polizei</em> und <em>Polizist</em>. Ja, er sprach! Das Wort <em>Pilot</em>, das am Vorabend beim Gutenachtgeschichtelesen gefallen war, ordnete er richtig dem Flugzeug zu.</p>
<p>Und heute Morgen? Da sagte Mustafa &#8222;tschüs&#8220; zu meinen Kindern.</p>
<hr />
<p>Eure Spenden sind weiterhin willkommen, vor allem natürlich direkt bei der <a href="http://www.albertinen.de/ueber_uns/albertinen_stiftung/projekte2/herzbruecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herzbrücke</a>. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele Kinder in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet werden kann, überweisen wir später an die Herzbrücke.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/214211e89ebd4c758e82e175e07fa951" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Ey! Fsst!</title>
		<link>https://www.textfuss.de/ey-fsst/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 May 2014 09:41:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
		<category><![CDATA[afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[gastkind]]></category>
		<category><![CDATA[herzbrücke]]></category>
		<category><![CDATA[probleme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war von Anfang an klar, dass es mit einem fremden Kind nicht immer einfach wird. Mustafa ist nach wie vor sehr umgänglich, lernwillig und freundlich. Dass er einen starken Willen hat, ist uns schon aufgefallen, aber wir konnten ihn nun doch davon überzeugen, seine Unterhosen anzuziehen. Auch unseren Kindern gegenüber ist er sehr dominant, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war von Anfang an klar, dass es mit einem fremden Kind nicht immer einfach wird. Mustafa ist nach wie vor sehr umgänglich, lernwillig und freundlich. Dass er einen starken Willen hat, ist uns schon aufgefallen, aber wir konnten ihn nun doch davon überzeugen, seine Unterhosen anzuziehen.<span id="more-960"></span></p>
<p>Auch unseren Kindern gegenüber ist er sehr dominant, was dazu führt, dass sie momentan kaum mit ihm spielen. Gestern waren wir aber beim Reiten und da hat er sich &#8211; wenn man ein bisschen nachhalf &#8211; bereitwillig mit Anton am Go-kart abgewechselt.</p>
<p>Was uns allerdings enorm nervt, ist das &#8222;Ey! Fssst!&#8220;, mit dem er uns darauf aufmerksam macht, dass er etwas möchte. Er hört sich an, wie wir genannt werden wollen, es nützt aber überhaupt nichts. Jetzt reagieren wir nicht mehr drauf. Ich hoffe, das hilft. Denn es gibt kaum etwas, das mich aggressiver macht, als wie ein Dienstbote behandelt zu werden.</p>
<p>Aber sonst &#8211; alles prima. Morgen ist die Voruntersuchung im Krankenhaus und dann wird auch der OP-Termin festgelegt.</p>
<hr />
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<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/6466b9daeb734e0386e1d27a06939448" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Er spricht!</title>
		<link>https://www.textfuss.de/er-spricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 May 2014 08:16:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
		<category><![CDATA[afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[albertinenstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch sprechen]]></category>
		<category><![CDATA[gastkind]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute nur ganz kurz für alle Neugierigen: Gestern früh kamen unsere Kinder zu uns ins Bett, um zu kuscheln. Kurze Zeit später tauchte auch Mustafa auf und kuschelte sich dazu. Anton holte ein Wimmelbuch und das sahen wir dann gemeinsam an. Am wichtigsten ist es irgendwie immer, den Dieb und die Polizei auf den Bildern [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nur ganz kurz für alle Neugierigen:</p>
<p>Gestern früh kamen unsere Kinder zu uns ins Bett, um zu kuscheln. Kurze Zeit später tauchte auch Mustafa auf und kuschelte sich dazu. Anton holte ein Wimmelbuch und das sahen wir dann gemeinsam an. Am wichtigsten ist es irgendwie immer, den Dieb und die Polizei auf den Bildern zu finden. Das fand auch Mustafa, und zeigte begeistert: &#8222;Polizei!&#8220; und dann sogar noch: &#8222;Da ist die Polizei!&#8220;<span id="more-955"></span></p>
<p>Weitere Wörter waren Ball und kuscheln (oh ja, ab und zu möchte er das durchaus). Er lacht viel und war nur am Sonntag kurz traurig, da war er aber auch schon ziemlich müde.</p>
<p>Mittags waren wir bei meinen Eltern, er aß einen großen Teller Nudeln, die er dann aber beiseite schob, als er die Kartoffeln entdeckte. Davon aß er dann fünf. Am Abend bei Nachbars Konfirmationsfest verdrückte er dann noch zwei Teller Nudeln. Dort waren auch ein paar größere Jungs unterwegs, auf deren Handys er spielen durfte. Man merkte, dass er das tatsächlich sehr gut kann.</p>
<p>Vorhin ist er Fahrrad gefahren, 16er, das bekommen wir nun also aus der Nachbarschaft. Almas 18er fand er anscheinend zu groß. Die Schwierigkeit ist, ihn dazu zu bringen, am Rand der Straße zu fahren.</p>
<p>Nachtrag: Annette Rieß, die die Gasteltern betreut, erzählte uns, dass die Kinder am Ende ihres Aufenthalts immer richtig gut in die Gastfamilien passen. Unsere Kinder werden ja häufig erstaunt angesehen, wenn sie um halb sieben darauf bestehen, ins Bett zu wollen. Und was macht Mustafa vorgestern, fünf vor halb sieben? Er tickt Andi an und macht das Hände-an-der-Backe-Kopf-schief-Zeichen für schlafen.</p>
<p>Ich glaube, es war Sonntagmorgen, als Andi sagte: &#8222;Jetzt glaube ich auch, dass der Abschied richtig schlimm wird.&#8220; Oh ja.</p>
<hr />
<p>Eure Spenden sind weiterhin willkommen, vor allem natürlich direkt bei der <a href="http://www.albertinen.de/ueber_uns/albertinen_stiftung/projekte2/herzbruecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herzbrücke</a>. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele Kinder in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet werden kann, überweisen wir später an die Herzbrücke.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/4e0183168a2744ebb6513a77d14bf4b9" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Einleben</title>
		<link>https://www.textfuss.de/einleben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 May 2014 10:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
		<category><![CDATA[afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[eingewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[gastkind]]></category>
		<category><![CDATA[herzbrücke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einiges hat sich getan in den letzten Tagen. So viel vorweg: Mustafa hat sich schon ziemlich gut eingelebt. Am Donnerstagvormittag war Mustafa mit Andi einkaufen, denn wir brauchten noch Unterhosen für ihn. Außerdem mussten neue Turnschuhe für Alma gekauft werden – ihre Schulturnschuhe sind auf mysteriöse Weise in den Ferien in unserem Haus verschwunden. Ganz [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einiges hat sich getan in den letzten Tagen. So viel vorweg: Mustafa hat sich schon ziemlich gut eingelebt.<span id="more-946"></span></p>
<p>Am Donnerstagvormittag war Mustafa mit Andi einkaufen, denn wir brauchten noch Unterhosen für ihn. Außerdem mussten neue Turnschuhe für Alma gekauft werden – ihre Schulturnschuhe sind auf mysteriöse Weise in den Ferien in unserem Haus verschwunden. Ganz toll!</p>
<p>Andi setzte Mustafa also ins Auto und fuhr los. Unterwegs zeigte er ihm Kühe, Bäume usw. – und dann fing auch Mustafa an zu erzählen. Unterhosen zu kaufen, fand er vollkommen überflüssig, er schüttelte den Kopf, schnalzte unterstützend mit der Zunge und ließ offenbar eine Protesttirade los, als Andi mit den Unterhosen zur Kasse ging. Aber jetzt zieht er sie durchaus an.</p>
<p>Beim Schuhekauf für Alma war er mit den Modellen, die Andi vorschlug, nicht einverstanden und zeigte auf andere (mit Spikes). Im Endeffekt konnten sie sich dann aber einigen.</p>
<p>Am Nachmittag war er wieder traurig, ließ sich jedoch bereitwillig von mir trösten und in den Arm nehmen. Heimlich versuchte er, den DVD-Spieler zum Laufen zu kriegen. Auch an der herumliegenden Schokolade bediente er sich freimütig – zum Entsetzen unserer Kinder.</p>
<p>Wenn ihm unsere Nähe zu viel wird, geht er weg und sieht sich die Wimmelbücher an. So saß er auch allein auf unserem Bett, als unser Besuch kam – eine Freundin aus dem <a href="http://texttreff.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Texttreff</a> mit Mann und Kind (16 Monate). Der Trubel machte ihn offenbar neugierig und einige Minuten später gesellte er sich zu uns.</p>
<p>Er probierte dieses und jenes beim Essen, so richtig konnte er sich aber für nichts erwärmen, obwohl er sich beim Türken Oliven und Ayran ausgesucht hatte. Auch Kürbiskerne hatte Andi gekauft, die Mustafa mit Schale kaut und den so entstehenden Brei irgendwo hinspuckt. Die Idee, die Pampe in eine Schüssel zu spucken, akzeptierte er wohlwollend. Nach dem abendlichen Zähneputzen wollte er gern fernsehen; Buch angucken war dann aber auch in Ordnung.</p>
<p>Freitag war der große Tag des Telefonats mit Afghanistan. Nachdem unsere Kinder in der Vorschule und im Kindergarten waren, rief ich mit Vorvorwahl an. Handynummer. Erst war die Nummer nicht vergeben, dann besetzt – aber dann klingelte es. Es klang ziemlich weit weg, als sich eine Männerstimme meldete, und ich reichte den Hörer direkt Mustafa, der gerade wieder traurig vor der Weltkarte in Almas Zimmer saß. Der brach am Telefon zunächst vollkommen zusammen, wurde aber wieder munterer, während sein Vater in einer atemberaubenden Geschwindigkeit auf ihn einredete. Als seine Mutter ans Telefon kam, weinte er wieder los, dann übernahm seine offenbar jüngere Schwester das Handy und schließlich meldete sich der Onkel. Der kann gut Englisch und teilte Andi dann auch mit, dass Mustafa gern Reis und Linsen isst und unbedingt Computerspiele spielen will. Außerdem teilten sie uns mit, ihre Verwandten in England und Deutschland würden sich mal melden und uns besuchen. Nicht, dass ich etwas gegen afghanischen Besuch hätte, aber uns war vorher gesagt worden, dass Besuche von Verwandten nicht gern gesehen sind, da sie einerseits das Heimweh der Kinder verschlimmern und außerdem die Gefahr bestünde, dass das Kind „verschleppt“ wird, um im Westen bleiben zu können. Ich kann mir das kaum vorstellen, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, unter den Bedingungen, die in Afghanistan herrschen, leben zu müssen. Der Paschto-kundige Arzt der Herzbrücke wird mit Mustafas Eltern sprechen.</p>
<p>Nach dem Telefonat war Mustafa einigermaßen geknickt, ich hätte es mir aber schlimmer vorgestellt. Ich musste kurz darauf mit meinem Vater aufbrechen. Wir wollten – kleiner Exkurs – die Halbschwestern von Papas Cousin treffen, dem Einzigen Verwandten, der das Blog verfolgt und mir immer gern Hinweise zu den Briefen gibt. Er wohnte mit seinen Schwestern auf dem Gut und hat die Flucht ebenfalls mitgemacht, ein paar Tage noch als meine Großmutter. Seine Schwestern waren damals 10 und 14, konnten sich also noch an Details erinnern. Ich traf sie zum ersten Mal, mein Vater kannte sie flüchtig. Ein sehr spannender Vormittag, an dem viele offene Fragen ihre Antworten fanden. Exkurs Ende.</p>
<p>Als ich fort war, spielte Mustafa zunächst friedlich mit seinem Gastpapa und umarmte ihn, als der Linsen kochte. Essen wollte er sie dann aber doch nicht. Plötzlich wurde er aggressiv und stellte offenbar das halbe Haus auf den Kopf, sprang auf dem Esstisch herum und spuckte seine Kürbiskerne durch die Gegend. Andi musste sehr vehement einschreiten und Mustafa hat sich dann auch wieder gefangen.</p>
<p>Ich habe das Gefühl, dass es Mustafa sehr verunsichert, wenn einer von uns fortgeht. Wir können ihm ja nicht sagen, wie lange wir wegbleiben. Aber natürlich muss er lernen, dass für ihn die gleichen Regeln gelten wie für unsere Kinder.</p>
<div id="attachment_947" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-947" class="size-medium wp-image-947 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008-300x225.jpg" alt="Mustafas Schlafecke" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008-450x338.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/pict0008.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-947" class="wp-caption-text">Mustafas Schlafecke</p></div>
<p>Inzwischen sind Mustafas Klamotten in einem gebrauchten Malm untergebracht, an dem das Foto von ihm und seinem Vater klebt. Nun hat er seine eigene Ecke in Antons Zimmer. Wenn er sich abends auszieht, stopft er seine Kleidung gewissenhaft in die oberste Schublade. Ist er traurig, verzieht er sich auf sein Bett und betrachtet von dort das Foto. Mit Büchern kann man ihn eine gewisse Zeit ablenken, dann macht er einem deutlich, dass es reicht und er lieber allein sein möchte. Laut weinen tut er aber gar nicht mehr.</p>
<p>Als ich mit meinem Vater wiederkam, setzte sich Mustafa gemeinsam mit Alma auf seinen Schoss. Huch! Ich konnte gar nicht glauben, wie er sich in meiner Abwesenheit benommen hatte, denn er war die Ruhe selbst.</p>
<p>Das Ins-Bett-Gehen war vollkommen komplikationslos. Mustafa schläft quasi in dem Augenblick ein, in dem sein Kopf das Kissen berührt.</p>
<div id="attachment_950" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-950" class="size-medium wp-image-950 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154-300x225.jpg" alt="Unterwegs zum Deich" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/05/P1090154-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-950" class="wp-caption-text">Unterwegs zum Deich</p></div>
<p>Der heutige Tag bescherte uns endlich Sonnenschein, sodass wir einen Spaziergang an die Elbe machten und die Kinder durch Pfützen und Schlamm waten konnten.</p>
<p>Mustafas Appetit hält sich noch in Grenzen, nimmt aber zu. Eine der wenigen Auflagen, die uns die Herzbrücke gemacht hat, ist natürlich, den Kindern kein Schweinefleisch zu geben. So haben wir jetzt Geflügelwurst im Haus. Unsere oben erwähnten Freunde haben Andi jedoch aus dem Schwarzwald ein schönes Stück Schinken mitgebracht, von dem Andi zum Abendbrot ein paar Stückchen abschnitt und vollkommen vergaß, welches Tier dafür hergehalten hatte. Und zack! kam Mustafa und steckte sich ein Stück in den Mund. Na gut, passiert. Blöd. Noch blöder war allerdings, dass ihm dieses Stück Schinken unglaublich gut geschmeckt hat und wir ihm nun klarmachen mussten, dass das kein Essen für ihn ist. Ich grunzte und schüttelte den Kopf, er sah mich böse an. Ich nehme an, dass man in Afghanistan gar keine aus Schwein zubereiteten Lebensmittel bekommt. Kennt er Schweine dann überhaupt? Hält man sich Schweine, wenn man sie nicht essen will?</p>
<p>Die als Alternative Gemüsemortadella schmeckte ihm aber auch gut und nunmehro isst er am liebsten Reis mit Wurststückchen drin.</p>
<hr />
<p>Ich bin schon mehrfach gefragt worden, wie sich so ein Gastkind mit unserer Arbeit verträgt. Ich bin Freiberuflerin und arbeite zu Hause, vormittags gewissenhaft, nachmittags auf Sparflamme. Manchmal klappt es mit den Kindern, manchmal wollen sie alle fünf Minuten etwas von mir. Mein Mann arbeitet nachmittags an der Musikschule oder zu Hause. Es ist also immer jemand da, der sich um Mustafa kümmern kann.</p>
<p>Eure Spenden sind weiterhin willkommen, vor allem natürlich direkt bei der <a href="http://www.albertinen.de/ueber_uns/albertinen_stiftung/projekte2/herzbruecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herzbrücke</a>. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele Kinder in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet werden kann, überweisen wir später an die Herzbrücke.</p>
<p><em> </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/2151c0bbd9b64c6ea05f67baa0f3d7cd" alt="" width="1" height="1" /></p>
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