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	<title>liebesbrief Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>liebesbrief Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>31.10.1939: Mein geliebtes Menschlein! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/311039/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Mar 2014 13:42:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1939]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leni ist noch immer schwanger und wünscht sich das Ende des Krieges herbei. N. den 31.10.39 Mein geliebtes Menschlein! Du bist wieder ein ausgezeichneter Erlediger von allen Dingen und ein sehr guter Schreiber, hab sehr vielen Dank, mein Blättchen, für Deinen lieben Brief mit dem Kamm und Fahrplaneinlagen. Wie gräßlich benimmt sich die Krakower Bahn, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Leni ist noch immer schwanger und wünscht sich das Ende des Krieges herbei.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N. den 31.10.39</p>
<p>Mein geliebtes Menschlein!</p>
<p>Du bist wieder ein ausgezeichneter Erlediger von allen Dingen und ein sehr guter Schreiber, hab sehr vielen Dank, mein Blättchen, <span id="more-681"></span>für Deinen lieben Brief mit dem Kamm und Fahrplaneinlagen. Wie gräßlich benimmt sich die Krakower Bahn, konntest Du am Fahrkartenschalter keinen Krach machen? Die Mecklenburger sind eine besondere Sorte Menschen. –</p>
<p>An Herta habe ich einen langen Brief geschrieben und sie gebeten, wieder zu kommen, wenn sie nicht zu Hause bleiben muß, nehme ich fast an, daß sie zu uns kommen wird. Die Kisten kannst Du gern am Montag kommen lassen.</p>
<p>Ich werde wohl Freitag kommen. Edith ist heute wieder aus, es ist schon das 3. Mal seit ich hier bin, aber ich muß es so machen, da nachher nicht viel daraus wird. So bin ich noch nicht dazu gekommen, an Mutter einige Zeilen zu schreiben. Den ganzen Vormittag bin ich mit den Kindern draußen und wir (Dicki und ich) haben die beiden letzten Tage im Garten gearbeitet, in dem wir die Wurzeln mit ausgebuddelt haben. Gleich kommt der Gärtner, ich muß eilen. –</p>
<p>Es ist sehr süß, daß Du bei Helene warst, aber ich konnte mir ihre Antwort schon denken und glaube nur ja nicht, wenn andere Ärzte hinzugezogen werden, daß die meine Sache schlimm finden. Die denken nicht daran, etwas zu tun. Mein Menschlein, im Grunde ist es ja auch eine große Freude, nur hatten wir es uns etwas anders gedacht und wird die nächste Zeit und die ersten Jahre nicht ganz leicht sein. Hoffentlich geht der Krieg nur bald zu Ende. Weißt Du schon etwas wegen der Autobenutzung? Deine Reifen haben wir wieder. Der Gärtner ist da.</p>
<p>1000 Liebes mein Blättchen, auch an Mutter Deine Tiris.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/560ca3e50ec747d683630c434987d3ab" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>27.10.1939: Mein geliebtes Blättchen (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/271039-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2014 13:12:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leni war einen Monat mit Dicki (der zweijährigen Tochter) in Hamburg und hat Baby (ein Jahr alt) so lange auf dem Gut in Mecklenburg zurückgelassen. In der Zwischenzeit hat Baby oben vier neue Zähne bekommen und der Verwalter hat die Reservereifen der Autos verkauft. Nun wartet Leni auf Friedrich. den 27.10.39 Mein geliebtes Blättchen! Morgen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/271039-2/">27.10.1939: Mein geliebtes Blättchen (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Leni war einen Monat mit Dicki (der zweijährigen Tochter) in Hamburg und hat Baby (ein Jahr alt) so lange auf dem Gut in Mecklenburg zurückgelassen. In der Zwischenzeit hat Baby oben vier neue Zähne bekommen und der Verwalter hat die Reservereifen der Autos verkauft. Nun wartet Leni auf Friedrich.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">den 27.10.39</p>
<p>Mein geliebtes Blättchen!</p>
<p>Morgen werde ich Dich <span id="more-677"></span>ja einmal hier haben und 2. wohl auch noch Deine genaue Ankunft schriftlich hören. Ich freue mich schon sehr mein Blättchen, vor allem, daß Du auch Baby siehst. Ich habe noch einen Wunsch für ihn und bitte Dich, wenn irgendmöglich es zu besorgen, da es mir sehr fehlt. Es ist eine Gummihose Größe 3 für Baby. Man kann nämlich nicht gegen die nassen Betten an, sie trocknen jetzt so schlecht und mein Zimmer ist den ganzen Tag mit Matratzen, Bettüchern und sonstigen Kindersachen geschmückt. Also wenn irgendmöglich bring sie bitte mit, Möhring auf dem neuen Wall hat sie noch. Ferner wär es sehr schön, wenn Du die Illustrierten mitbringst und wichtig sind Zigaretten, da es hier keine gibt. –<br />
Ich habe heiß gebadet, sogar sehr heiß und auch die Pillen genommen, die scheußlich schmecken, aber es hat bis jetzt nichts genützt. Wir müssen nun erstmal abwarten. –</p>
<p>Edith ist heute aus, sie ist vollkommen unbrauchbar, ich muß mich nachher in Hamburg gleich bemühen, jemand zu bekommen. Es ist natürlich sehr mühsam mit den Kindern, aber es geht beinahe besser, wenn sie aus ist. –</p>
<p>Mit W. hatte ich heute Krach wegen der fortgegebenen Reifen, wir haben uns in großem Ärger getrennt. Mama läßt Dich sehr grüßen, sie beschäftigt Dicki zur Zeit. Ich muß schließen, mein Mollchen, bis morgen. An Mutter habe ich noch nicht geschrieben, aber der Tag ist hin wie nichts. 1000 Bubben Deine Tiris</p>
<hr />
<p>Das <a title="Möhring" href="http://www.waeschehaus-moehring.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wäschehaus Möhring</a> gibt es übrigens noch immer.</p>
<p>Nach eigenen Angaben wurde Leni sehr schnell schwanger – offenbar trug auch dieser Ausflug zu ihrem Mann in der Hinsicht Früchte. Da am 30.6.1940 Christian geboren wurde, haben die Pillen und das heiße Baden nichts Gegenteiliges bewirkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/a10406dd74354025bdb383f00a300c9d" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>23.09.1939: Mein geliebtes Molltier! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/230939/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Mar 2014 10:17:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1939]]></category>
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		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[hamburg]]></category>
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		<category><![CDATA[liebesbrief]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen ist der zweite Weltkrieg ausgebrochen. Leni hat offenbar beschlossen, die Zeit lieber auf dem Gut zu verbringen. Was genau Friedrich in Hamburg macht, weiß ich nicht. N. den 23.9.39 Mein geliebtes Molltier! Wenn ich schon nicht selbst komme, so sollst Du wenigstens zu morgen einen sehr innigen Brief haben, mein Blättchen. All [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/230939/">23.09.1939: Mein geliebtes Molltier! (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen ist der zweite Weltkrieg ausgebrochen. Leni hat offenbar beschlossen, die Zeit lieber auf dem Gut zu verbringen. Was genau Friedrich in Hamburg macht, weiß ich nicht.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: 13px;">N. den 23.9.39</span></p>
<p>Mein geliebtes Molltier!</p>
<p>Wenn ich schon nicht selbst komme, so sollst Du wenigstens zu morgen <span id="more-670"></span>einen sehr innigen Brief haben, mein Blättchen. All meine Gedanken sind bei Dir und ich bin recht traurig, daß wir nicht zusammen sind. Ich habe heute den ganzen Vormittag versucht, mich mit Karow zu verständigen, der Mann wußte nicht mal wann Züge von Karow nach Ludwigslust fahren, geschweige denn von dort nach Hamburg. Schließlich hatte ich ihn überredet, doch mal nachzusehen, da ich doch unmöglich ins Blaue mit Dicki fahren kann und dann kam der Mann einfach nicht wieder ans Telefon. Ich versuchte es noch verschiedentlich, aber dieser Mensch muß vergessen haben, den Hörer wieder aufzulegen, denn es meldete sich keine Seele. Ich habe mich nun fest entschlossen, Donnerstag zu fahren und wenn das Wetter anhängig ist, Dicki mit zu bringen. Wir können dann unseren 3 jährigen Hochzeitstag und Babys Geburtstag zusammen verleben. Findest Du das nicht auch ganz gut? Sollten wir zu Heidis Hochzeit geladen sein, bin ich dann auch gleich in R. – Für Deinen lieben Brief, mein Moll, danke ich Dir sehr herzlich, Du hast wieder alles sehr gut erledigt, Du lieber Mensch.</p>
<p>Für uns hier fallen Milch und Brotkarten fort, da wir Selbstversorger in diesen Dingen sind. Wenn wir hier bleiben müssen wir uns wohl wirklich in Hamburg abmelden. Hast Du übrigens mal bei K.s angefragt wegen umziehen? Dieser Mensch geht ja stark auf die Neige wegen Kündigung. Hast Du B. auch mal über die Heim Sache gefragt, Achim wollte die Kündigung ja rückgängig machen. Die Geburtsscheine des Kindes brauche ich für die <span style="text-decoration: underline;">extra</span> Seife, die wir für Baby bekommen, ich muß dann einen Antrag in Güstrow schriftlich stellen, worauf wir sie erst bekommen. –</p>
<p>Wie mag es bei Euch im Geschäft sein, ob Ihr noch was zu tun habt?</p>
<p>Die Tiris sind schietig, Baby bekommt einen mächtigen Dickkopf, es läuft krebsrot an, wenn man ihm was wegnehmen will oder es sonst nicht nach seinem Kram geht. Es stößt dann mächtige Schreie aus.</p>
<p>Dicki ist auch stückig, sehr komisch ist, wenn sie bei ihrem Mittagsschlaf 2 Töpfe benötigt. Erst wird das eine für die eine Sache gebraucht und nach getaner Arbeit ins Bett gestellt, dann kommt ein neuer Topf an die Reihe. Die beiden können auch schon ganz nett miteinander spielen, Dicki bemuttert ihn mächtig. Die Erkältungen sind besser.</p>
<p>Mama und Tante Olga lassen grüßen.</p>
<p>Grüße Du Mutter und Kurt sehr herzlich und frage, ob es recht ist, wenn ich mit Dicki komme. Mutter hat doch sicher Freude an dem kleinen Tier. Es umarmt und bubbt Dich 1000 mal in Liebe Deine Leni.</p>
<p>Edith bringt dies extra hin, hoffentlich hast Du es morgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_671" style="width: 220px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-671" class=" wp-image-671 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16.jpg?w=300" alt="Dicki schreibt auch was" width="210" height="158" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16.jpg 2048w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/liebesbrief-16-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /></a><p id="caption-attachment-671" class="wp-caption-text">Dicki schreibt auch was</p></div>
<p>[Gekrickel] O Kuß v. Dicki.</p>
<hr />
<p>Mit dem &#8222;kleinen Tier&#8220; ist natürlich Dicki gemeint &#8211; das wiederum ist Helene, Lenis und Friedrichs Erstgeborene.</p>
<p><em> </em></p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/30c726e7279b4fb39669c25f32b872d6" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>21.08.1936: Mein Liebes! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/210836/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 11:29:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist so weit: Das Aufgebot wird bestellt, die Möbel für die gemeinsame Wohnung ausgesucht/bestellt/geändert/renoviert. N., den 21.8.36 Mein Liebes! Gleich, nachdem ich heute Deinen Einschreibebrief erhielt, begab ich mich zum Standesamt und habe dort alles erforderliche erledigt. Das Aufgebot geht nun nach Hamburg und R., hier in N. braucht es nicht [handschriftlich: doch] zu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/210836/">21.08.1936: Mein Liebes! (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist so weit: Das Aufgebot wird bestellt, die Möbel für die gemeinsame Wohnung ausgesucht/bestellt/geändert/renoviert.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 21.8.36</p>
<p>Mein Liebes!</p>
<p>Gleich, nachdem ich heute Deinen Einschreibebrief erhielt, begab ich mich zum Standesamt und habe dort alles erforderliche erledigt. Das Aufgebot geht nun nach <span id="more-625"></span>Hamburg und R., hier in N. braucht es <span style="text-decoration: line-through;">nicht</span> [handschriftlich: doch] zu hängen, da ich noch in Hamburg angemeldet bin. Die standesamtliche Trauung werden wir in Hamburg vornehmen, weil dann für Dich kein ganzer Tag verloren geht, denn hier müsste es bis ein Uhr gemacht sein und dass ich für Dich ja garnicht zu machen, wenn wir nicht einen Tag von unserer Hochzeitsreise ? einbüssen wollen. Bist Du damit einverstanden?</p>
<p>Während ich beim Standesamt war, wurde von Hamburg telefoniert, dass der Dampfer [mit Achim an Bord] erst Sonntag um 12 in Bremerhaven ist, womit unsere gleich nach Tisch geplante Abfahrt hinfällig war. Ich fahre nun morgen gleich nach dem Kaffee, um um 2 Uhr bei Dir zu sein, an der Kirche mein Lieb, Mama fährt vielleicht erst nach Tisch und wir könnten den Nachmittag gut zusammen sein, falls wir uns nicht um die Tapeten und die Wohnung bekümmern müssen. Hier ist das schönste Wetter und Lieb, sei nicht bös, aber ich bin aus 2 Gründen sehr froh, dass wir erst morgen fahren, denn ich fühl mich wieder garnicht gut und krieche nur so durch die Gegend, weil die Dinge hier ja auch keinen Aufschub erleiden dürfen, wenn ich heute nicht auf dem Amt gewesen wäre, könnten wir sicher nicht am 3. heiraten. Liebes, es sind keine 6 Wochen mehr, bist Du auch so glücklich?</p>
<p>Was unsere Einrichtung betrifft, bin ich selig, was wir hier jetzt beschlossen haben und schon in Arbeit ist und ich weiss genau, dass es Deinen vollen Beifall findet, weil es ganz Dein Geschmack ist. Unser Tischler hier hat Entwürfe gemacht, die ich Dir mitbringe, und fertigt die fehlenden Gegenstände fürs Schlafzimmer an. Die Betten werden poliert, sind in Arbeit. Die Nachttische sind entworfen und werden ähnlich wie die in meinem Zimmer jetzt ganz schlicht mahagoni mit kleinem Rand nach aussen wie die Betten und Einlege Arbeiten schlicht und fein. Ebenso der Toilettentisch mit Spiegel wird eingelegt, mahagoni mit 2 Schubladen an jeder Seite, Spiegel in der Mitte, Glasplatte auf den Schubladen, modern und doch zusammenpassend. Der Schrank steht ja leider in Hamburg und muss auch in der Art geändert werden, nur wird es sicher viel teurer, und ich weiss nicht, ob so gut.</p>
<p>Das Sofa von Deiner Mutter würde genau zu allem passen und sieht sicher gut auf der langen Wand aus im Schlafzimmer, die Kommode für Deine Hemden u.s.w. steht in Hamburg, es ist eine sehr kleine und hübsche, wie wir sie hier nicht haben, jedenfalls nicht so klein. Ob wir den kleine runden Tisch zu dem Sofa von Deiner Mutter fürs Schlafzimmer bekommen können?</p>
<p>Der Esszimmer Tisch bekommt andere Beine, so wie das Büffet und die bis dahin ausgesuchten Stühle, die Platte des Tisches ist genau so wie das Büffet von vorn, Wurzelholz und dann ist er sehr gross zu machen, er bleibt zwar eckig, denn er hat Schnitzarbeit am Rand, ich möchte sagen, genau wie das Büffet, ist das nicht ulkig? Was wollen wir mehr, somit wird es alles ziemlich einheitlich und vor allem schön. Ich bin sehr dafür, mein Lieb, dass wir Eure Stühle nehmen, vielleicht kann man ja andere Vorderbeine darunter machen, wie wir es hier mit dem Tisch auch machen, denn die gedrehten sind wirklich nicht so schön, unserer hatte sie auch und dann sind es solche Staubfänger, sie brauchen ja nur leicht geschweift zu sein und keine Kralle, wie die anderen Sachen, das müssen wir nochmal besprechen, die Form finde ich ja als ganzes viel schöner als die gekauften, und die hat jeder, aber wieviele habt Ihr denn?</p>
<p>Wir nehmen dann bei Bornhold etwas anderes dafür. Am liebsten möchte ich ja, dass unser Tischler auch die Wohnzimmer Sessel macht, aber ich glaube er hat nicht die Zeit oder wir müssten darauf warten und uns erstmal mit anderen helfen, aber darüber wollen wir uns mündlich unterhalten, nur gefiel mir keiner recht von denen bei Bornhold.</p>
<p>Eben rief das Standesamt an, ich muss mich doch ummelden. Liebes, ich muss jetzt schliessen, da ich Frau H. besuchen will, gestern war ich so elend, deshalb hab ich Dir auch nicht geschrieben, aber dies schicke ich ins Kontor. Ich freu <span style="text-decoration: underline;">[ab jetzt in handschriftlicher Sauklaue]</span> mich <span style="text-decoration: underline;">so</span> auf morgen, mein Lieb, auf Dich um 2 Uhr an der Kirche, sollte ich nicht da sein ruf bitte bei Alice an. Grüße Deine Mutter <span style="text-decoration: underline;">sehr</span>, was macht ihr Arm? Du musst bald herkommen wegen der Möbel, damit Du sie siehst, Liebes. Ich umarm Dich sehr und bin in Gedanken immer bei Dir, Deine Lini.</p>
<p>Mama hat gesagt, daß man Dich heute vom Kontor aus anruft und Bescheid sagt, daß wir nicht kommen</p>
<hr />
<p>Spannend sind die vielen Möbel ja eher nicht, interessant finde ich aber die Menge. Ein Sofa im Schlafzimmer zum Beispiel ist natürlich eine große Notwendigkeit (wo soll man sonst sitzen?). Anscheinend hatten sie ja ein gemeinsames Schlafzimmer. Die Betten kann man nicht bequem nebeneinander stellen, ein wenig Trennung wird also vorhanden gewesen sein. Gut gefällt mir &#8222;Einlege Arbeiten schlicht und fein&#8220; &#8211; das wird der Mühsal nicht ganz gerecht. Wundern tue ich mich über das Fragezeichen nach der Hochzeitsreise. Ist mutmaßlich eine geplant und Leni kennt die Details nicht? Oder steht noch aus, ob sie stattfindet?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/c136a2bb1b7642b0ab5828b8addd5eed" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>11.08.1936: Mein Geliebtes! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/110836/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2014 11:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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		<category><![CDATA[30er]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
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		<category><![CDATA[uhrzeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein wenig Überschwang zwei Wochen vor der Hochzeit :) Erinnert Ihr Euch an die Diskussion über die Uhrzeitangabe 1/12? Ich dachte damals schon, dass es wie 1 1/2 aussah, wollte es aber nicht glauben. Hier haben wir nun den leserlichen Beweis. Aber ob das nun halb eins oder halb zwei bedeutet? Ich würde jetzt mal [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/110836/">11.08.1936: Mein Geliebtes! (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein wenig Überschwang zwei Wochen vor der Hochzeit :) Erinnert Ihr Euch an die <a href="https://www.textfuss.de/300730/">Diskussion über die Uhrzeitangabe 1/12</a>? Ich dachte damals schon, dass es wie 1 1/2 aussah, wollte es aber nicht glauben. Hier haben wir nun den leserlichen Beweis. Aber ob das nun halb eins oder halb zwei bedeutet? Ich würde jetzt mal halb eins tippen, weil ich das bei Friedrichs Mittagspause für realistischer halte.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 11. Aug. 36</p>
<p>Mein Geliebtes!</p>
<p>So wie über Deinen heutigen Brief mein Lieb, habe ich mich wohl noch nie gefreut, Du hast so wonnig geschrieben, mein Puck, dass ich Dir in Gedanken 1000 K. gebe. Wie werden wir erst glücklich sein, wenn wir uns in 2 Monaten nicht mehr zu trennen brauchen, immer beieinander sind, der Eine für den anderen sorgend und in der eigenen kleinen wonnigen Wohnung. Mein Lieb, ich kann Dir nicht sagen, wie unsagbar glücklich ich bin, und wie dankbar, dass ich solchen wonnigen Mann wie Du es bist, bekomme. Deine Mutter hat mir ja oft genug erzählt, wie wonnig Du als Kind gewesen bist, aber ich glaube, jetzt bist Du noch viel lieber. –</p>
<p>Am Donnerstag nach dem Kaffe wollen Mama und ich hier fortfahren, und ich möchte Dich dann um 1 ½ im Paulaner Bräu treffen, hoffentlich klappt es und sind wir nicht zu spät durch Panne oder irgend etwas, eventuell bringe ich Mama mit, weil ich sie doch schlecht allein essen lassen kann.</p>
<p>Sonst bin ich um 5 ½ an der Kirche und warte dort auf Dich.</p>
<p>Achim und Hertha haben ein sehr nettes Telegramm gesandt „Mit innigen Wünschen für Euer Glück, Achim Hertha Jungens, Tante Mia“. Von Rudu haben wir noch nichts gehört. Achim ist am 23. August hier, das wäre übernächsten Sonntag, wir werden ihn dann abholen, also sind wir dann in Hamburg. Nächsten Sonntag, mein Lieb, kommst Du doch mit uns hier her und wenn Mutter mag kommt sie doch sicher mit, frage doch auch O’s, ich fände es so nett, wenn dann die ganze Familie hier zusammen wäre. Denn folgender Sonntag würde ja ausfallen und wie dann die kommende Zeit aussieht, kann man so schlecht sagen, ich denke mir, wir müssen viel unterwegs sein, ferner können Deine Verwandten später ja immer noch mal kommen.</p>
<p>Puck, der Tisch von Babbe macht auf der Zeichnung ja einen niedlichen Eindruck, ist er rund? Wenn nicht, hat es keinen Zweck, weil wir eckige hier ja masslos viel in Mahagoni haben. Eben bin ich mit Frieda <em>[eine Hausangestellte]</em> durch sämtliche Räume gegangen, sie äusserte ihre Ideen und war dafür, vieles zu verwenden. Ich nehme noch Masse von den Sachen, die ernstlich für uns in Frage kommen, das übrige müssen wir Donnerstag besprechen. Hast Du schon Tapeten ausgesucht? Und wie fand Mutter die Wohnung? Sicherlich geliebt, jetzt sind die Leute auch schon wieder weiter.</p>
<p>Liebes, der Gärtner geht gleich und ich muss wieder schliessen, möchte Dir aber noch soviel erzählen. Ich sitze hier herrlich in der Sonne, überhaupt ist hier das schönste Wetter, und wenn ich nicht soviel schreiben müsste, wäre ich mehr unterwegs. Ich habe gar keine Nägel mehr vom vielen Tippen. Puck, ich freu mich so auf übermorgen, wir sind nur noch wenige Stunden getrennt, viel werden wir in den 2 Tagen ja nicht gerade ausrichten können.</p>
<p>Deine Zeichnung habe ich nicht verstanden. Es liebt Dich sehr Deine</p>
<p>Lini</p>
<p>Der Gärtner wartet, sehr eilig!</p>
<hr />
<p>Bei den O&#8217;s handelt es sich um Friedrichs Verwandtschaft, die in der gleichen Straße wie er wohnen (da, wo Leni vorher auch gewohnt hat). Dass man die sich nicht im primären Gebrauch befindenden Möbel der Eltern beim Auszug als praktischen IKEA-Ersatz nutzt, kenne ich auch so. (Danke, liebe Eltern!)</p>
<p>Um noch einmal auf den oben erwähnten Brief zurückzukommen: Hier wird erwähnt, dass man 10-15 Gäste im Gutshaus unterbringen kann. Aus heutiger Sicht muss ich darüber doch sehr lachen, denn inzwischen weiß ich ja, wie groß das Haus genau ist. Trotzdem war es offiziell ein EINfamilienhaus (kein Wunder, wenn alle Räume im Erdgeschoss Wohnzimmervarianten sind) und es stand noch ein Gästehaus zur Verfügung. Nun denn. Ich werde noch genauer von meiner Fahrt berichten, einstweilen möchte ich Euch ein bisschen an der Schönheit des Gutes teilhaben lassen.</p>
<div id="attachment_623" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-623" class="size-medium wp-image-623" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972.jpg?w=300" alt="Blick vom Gutshaus" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972.jpg 3072w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/p1080972-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-623" class="wp-caption-text">Blick vom Gutshaus</p></div>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/852013a9ba8344cc9f0f9462ebad22d5" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>09.08.1936: Mein Lieb! (Leni)</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jan 2014 13:16:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Leni verschickt Hochzeitsanzeigen. N., den 9. Aug. 36 Mein Lieb! Es ist hier so bezaubernd schön, dass ich sehr traurig bin, dass Du nicht hier bist. Lieb, wie würden wir es geniessen, denn seit Wochen haben wir nicht mehr einen solchen Tag gehabt und dann die Ruhe, es fällt selbst mir auf nach alle dem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Leni verschickt Hochzeitsanzeigen.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 9. Aug. 36</p>
<p>Mein Lieb!</p>
<p>Es ist hier so bezaubernd schön, dass ich sehr<span id="more-602"></span> traurig bin, dass Du nicht hier bist. Lieb, wie würden wir es geniessen, denn seit Wochen haben wir nicht mehr einen solchen Tag gehabt und dann die Ruhe, es fällt selbst mir auf nach alle dem Trubel in der Stadt.</p>
<p>Puck, ich war heute sehr fleissig und haben soeben 25 Anzeigen fertig gemacht, im ganzen mussten wir von uns aus doch 60 verschicken, es sind doch immer mehr Menschen, als man denkt. Jetzt habe ich keine mehr und möchte Dich bitten an Ilse L. und W. C. eine zu senden, denn ich kann es nicht mehr. Wenn Ihr noch einige Umschläge über habt, kann ich sie gut gebrauchen, vielleicht 4, sonst kann ich ja auch andere nehmen. Bis jetzt habe ich über 40 Gratulationen bekommen, abgesehen von Mamas Sachen natürlich und auf die jetzt verschickten Anzeigen werden noch ca. 60 einlaufen, die ich unmöglich alle mit der Hand beantworten kann. Ich bin sehr dafür, dass wir uns einige Karten drucken lassen, Mama meint es auch , eventuell nur mit unseren Namen oben, so macht man es sehr oft, oder mit Text, dann müssen die ausführlichen Schreiben natürlich mit der Hand beantwortet werden. Was meinst Du dazu? Ich könnte es am Donnerstag in Hamburg gleich aufgeben und zwar bei unserem Geschäftsdrucker, der nicht so teuer wie Kimmelstiel ist.</p>
<p>Meine Herfahrt gestern hat mir viel Spaß gemacht, weil das Wetter schon so gut war. 3 Stunden und 5 Minuten habe ich gebraucht und eigentlich alles aus dem Wagen rausgeholt, die Strassen über Ludwigslust-Plau sind so ausgezeichnet, dass ich zu meinem Kummer festgestellt habe, dass der Wagen für sie nicht schnell genug läuft, er liegt so gut auf der Strasse, dass er leicht 10-20 km. schneller sein könnte.</p>
<p>Eine komische kleine Begegnung, die ich hatte, muss ich Dir mündlich erzählen.</p>
<p>Wir geniessen die Ruhe heute unglaublich, ich bin wirklich froh, dass wir keine Gäste haben, ausser Dir mein Lieb natürlich, aber Du bist ja kein Gast mehr, sondern mein Mann. Seit heute morgen sitzen Mama und ich auf der Terrasse in der Sonne, ich bin schon ordentlich wieder gebräunt, jeder am Tisch für sich, da ich dauernd tippe. Morgen kommt Frieda S. und ich denke ich fahre erst Donnerstag früh, eventuell mit Mama. Mein Lieblingspuck, Du bist nicht bös, wenn ich jetzt schliesse, ich kann Dir doch nicht sagen, wie oft am Tag ich an Dich denke, Dich herbeisehen und rasend glücklich bin. Aber ich möchte noch kurz an Rudolf und Hertha schreiben, wenn ich es heute nicht tue, wird es wieder für Wochen nichts, ich bin dazu gezwungen, denn Rudu hat Geburtstag und Hertha wegen der Sachen.</p>
<p>Ich habe eine Liste gemacht, genau so wie Du es wünschtest, Gratulationsschreiben und Geschenke angeführt und fernen eine mit Namen, die Anzeigen erhalten haben und werden. Ist es so recht? Hoffentlich bin ich später immer so ordentlich. Oma meinte, wir müssten doch sicher ein Mädchen haben, ich hatte Mühe, ihr klar zu machen, wie unnütz das wäre. Von Mama soll ich sehr vielmals grüssen, besonders Deine Mutter, Du möchtest Mutter sehr vielmal für ihren lieben Brief danken, Mama hat sich sehr gefreut.</p>
<p>Puck, Liebes, ich umarm Dich sehr herzlich und freu mich sooo, dass wir uns bald wieder sehen. Deine Rosen sind wonnig, sie stehen in meinem Zimmer und ich freu mich darüber. –</p>
<p>Ich werde jetzt auch eine Liste machen an Sachen, die wir notwendig für die Wohnung brauchen, damit wir nicht die Hälfte vergessen und es so tropfenweise nachher geht. Es liebt Dich mehr denn je Deine</p>
<p>Lini.</p>
<hr />
<p>Die oben erwähnte Ilse L. ist die Mutter meines Patenonkels &#8211; nach ihrer Abstammung eine Jüdin. Wie es ihr damals gegangen sein mag?</p>
<p>Besonders interessant finde ich die Reiseroute zum Gut über Ludwigslust. Habe soeben beschlossen, morgen die gleiche zu nehmen.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/380e6b494b0f47048237ed15f4ffaf8f" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>23.07.1936: Mein lieber Puck! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/230736/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2014 11:33:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem ich im November das Gut besucht habe, lässt es mir keine Ruhe. Am liebsten würde ich mich für einige Wochen mit dem Computer und den ganzen Ordnern dort verkriechen, um Ordnung in den ganzen Klumpatsch zu bringen. Die Idee ist momentan aber nicht praktikabel &#8211; ich suche noch nach einer Lösung. Einstweilen flüchte ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich im November das Gut besucht habe, lässt es mir keine Ruhe. Am liebsten würde ich mich für einige Wochen mit dem Computer und den ganzen Ordnern dort verkriechen, um Ordnung in den ganzen <span id="more-599"></span>Klumpatsch zu bringen. Die Idee ist momentan aber nicht praktikabel &#8211; ich suche noch nach einer Lösung. Einstweilen flüchte ich dieses Wochenende gemeinsam mit meinen Kindern aus unserem Haus, in dem dann endlich die Treppe gestrichen wird. Großartigerweise können wir auf dem Gut unterkommen und dort auch bei schlechtem Wetter ganz bestimmt ein schönes Wochenende verleben. Floßfahren wird wohl nicht drin sein, auch ein Ausflug zum besagten See ist wohl utopisch. Ganz sicher werden wir aber zu Papas (hinten betont, nicht vergessen!) Grab gehen und den Wald unsicher machen &#8211; in der mulmigen Gewissheit, dass dort einst kurzzeitig ein KZ stand.</p>
<p>Ich mache es also wie Leni seinerzeit und verkünde: &#8222;Das Wochenende verbringen wir auf dem Gut.&#8220; :)</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 23. Juli 36</p>
<p>Mein lieber Puck!</p>
<p>Ich hoffte heute bestimmt einige Zeilen von Dir zu bekommen, aber leider ist daraus nichts geworden. Gleich fährt Albrecht nach Teutendorf und nimmt Götze bis Güstrow mit, der dies wieder mit nach Hamburg nimmt, sie sind schon vorgefahren. Heute morgen haben wir einen sehr grossen Spaziergang gemacht, zum See X <span style="text-decoration: underline;">[ca. 3 km Luftlinie entfernt]</span> unter anderem, bis eben wurde dann auschliesslich gebadet und gesonnt, zum Fischer hin und zurück geschwommen, die Kinder wurden vom Floss aus ins Wasser gehalten, einmal drohte es fast umzusinken, als Hermann und alle auf einer Seite standen, das Geschrei war natürlich gross.</p>
<p>Mein Lieb, ich freu mich so auf den Moment, wenn Du erst hier bist, und wieder möchte ich Dich sehr bitten, nicht so spät zu kommen, denn zu um 7 ½ mussten wir die Nachbarschaft am Sonnabend einladen, Frau H. hätte sich sonst selbst mit ihrem Besuch eingeladen, was sowieso schon ziemlich der Fall ist, es war leider nicht zu umgehen. Hoffentlich ist es für Dich nicht solche Hätze, mein Puck.</p>
<p>Für heute genug. Albrecht will jetzt starten. Sonntag kommt er eventuell wieder. Was meinst Du, wenn ich Montag mit Dir nach Hamburg fahre? Puck ich hoffe bestimmt morgen von Dir zu hören, sonst bin ich wirklich sehr traurig.</p>
<p>Es liebt Dich sehr Deine</p>
<p>Leni.</p>
<hr />
<p>Wer Hermann ist, weiß ich gerade noch nicht. Mein Informand wird sich hoffentlich bald melden.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/a2214b7c2a9e46e09e5c9dcc0b58127b" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>22.07.1936: Mein lieber guter Puck! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/220736/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jan 2014 10:49:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wer ist eigentlich diese Maria? Es muss eine Freundin von Albrecht sein, jedenfalls ist es nicht Lenis Schwester. Bei dem &#8222;Adler&#8220; handelt es sich um ein Auto &#8211; leider weiß ich nicht, welches Modell. N., den 22. Juli 36 Mein lieber guter Puck! Dein lieber Sonntagsgruss hat mich sehr erfreut und gern hätte ich Dir [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer ist eigentlich diese Maria? Es muss eine Freundin von Albrecht sein, jedenfalls ist es nicht Lenis Schwester. Bei dem &#8222;Adler&#8220; handelt es sich um ein Auto &#8211; leider weiß ich nicht, welches Modell.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 22. Juli 36</p>
<p>Mein lieber guter Puck!</p>
<p>Dein lieber Sonntagsgruss hat mich sehr erfreut und gern hätte ich <span id="more-589"></span>Dir schon gestern geantwortet, aber augenblicklich ist hier dauernd ein grosser Trubel und man muss seine eignen Wünsche zurückstellen, da die Unternehmungen gemeinsam vor sich gehen. Sehr enttäuscht war ich über Albrecht, ich hatte ihn gebeten, Dich in Hamburg anzurufen oder auch gehofft, dass Ihr Euch sehen würdet. <span style="text-decoration: line-through;">Montag</span>Sonntagnacht fuhren er und Götze von hier, sie gingen nämlich garnicht erst zu Bett, und haben den Weg anscheinend ohne Einschlafen bewältigen können. Am Abend rief er an, dass sie am Montag noch um 10 Uhr wieder abfahren würden und des Nachts hier eintreffen. Da Albrecht mit Maria von 7-9 im Kino war, hat er wohl keine Zeit gehabt, Dich anzurufen. Puck, zum Glück sehen wir uns ja schon bald, ich freue mich unbändig, und hoffe, dass Du am Sonnabend nicht so spät kommst, kannst Du das machen, mein Lieb? Eine Einladung bei H’s liegt diesmal nicht vor, da wir am <span style="text-decoration: line-through;">Freitag</span> Donnerstag dort schon eingeladen sind. Freitag fährt Lotty mit den Kindern wieder fort, ich kann nicht sagen, dass ich traurig darüber bin, denn jetzt ist es abscheulich bunt, so niedlich die Kinder sind, kann man das dauernde Getobe und Getose nicht ertragen, da wir letzten Endes immer was neues angeben müssen, um für Unterhaltung zu sorgen. Hermann ist eben mit vollbeladenem Adler in den nächsten Ort gefahren, was ich sehr ungern sehe, zumal er den Wagen eben erst Probe gefahren hat, aber um mal eine Sekunde zum Schreiben zu haben, liess ich sie lieber ziehen.</p>
<p>Mein Puck, was meinst Du, soll ich am Montag mit Dir nach Hamburg fahren? Die Entscheidungen in vielen Dingen rücken jetzt so nah, dass es mir, so glücklich und selig ich bin, doch ganz komisch vorkommt, Dir auch mein Lieb? Schreib bitte mal darüber und vor allem vergiss nicht die Lösung aus Deinem vorletzten Brief mitzuschreiben!</p>
<p>Hoffentlich sagen sich Petersens und Otto nicht zu diesem Sonntag an, wir wären dann wieder so viele, durch die beiden Brautpaare von letztem Sonntag hat man eigentlich noch genug, wenn es alles auch äusserst nett war, und schliesslich angebracht, dass man die Frauen von unseren Verwaltern drüben mal kennen lernt, die eine wird sich sicherlich gut für drüben eignen, die andere macht mehr einen Stadt Eindruck.</p>
<p>Puck, sei nicht bös, dass dies ein so schlechter Brief geworden ist, und so kurz, aber der Gärtner kommt gleich, um dies mitzunehmen.</p>
<p>Wie nett sind übrigens die Bilder von Maria geworden, findest Du nicht auch, ich habe ihr schon durch Albrecht gedankt. Puck, ich freu mich <span style="text-decoration: underline;">so</span> auf Sonnabend und hole dann alles an Liebe zu Dir nach, was in meinem Briefen so dürftig ausfällt. Jeden Tag denke ich unzählige Male an Dich und wünsche Dich herbei um alles mit Dir zu geniessen, gestern erst habe ich einen Platz ausgesucht, wo wir später mal ein Haus<span style="text-decoration: line-through;">XXXX </span>hinbauen müssten, er ist ideal schön.</p>
<p>In Gedanken gebe ich Dir 1000 K. und bin Deine</p>
<p>Lini.</p>
<p>[handschriftl.] Entschuldige das Briefpapier, es liegt so angenehm im Schreibtisch immer zur Hand. [gemeint ist das Geschäftspapier von Papa]</p>
<hr />
<p>Die näherrückenden Entscheidungen beziehen sich auf die Hochzeit von Leni und Friedrich am 3.10.36. Dass aus dem Plan, ein Haus in die Nähe des Herrenhauses zu bauen, nichts wurde, ist aus heutiger Sicht nicht überraschend. Mich überrascht vielmehr, dass Leni offenbar nicht vorhatte, das Herrenhaus, das mehr als reichlich Platz bietet, zu bewohnen &#8211; und sei es nur am Wochenende.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/dc6645f63a8a4466a15adc190cf34fa9" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>14.07.1936: Liebster Puck! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/140736/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jan 2014 11:47:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Friedrich zu Besuch auf dem Gut ist, bleibt er immer bis Montagfrüh und fährt dann direkt nach Hamburg zur Arbeit. Leni nutzt den langen Tag dann für allerhand Spaßiges. N., den 14. Juli 36 Liebster Puck! Wie wohl Eure Fahrt war? Ich denke, dass Ihr recht zeitig in Hamburg wart. Jedenfalls war es kein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/140736/">14.07.1936: Liebster Puck! (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Friedrich zu Besuch auf dem Gut ist, bleibt er immer bis Montagfrüh und fährt dann direkt nach Hamburg zur Arbeit. Leni nutzt den langen Tag dann für allerhand Spaßiges.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 14. Juli 36</p>
<p>Liebster Puck!</p>
<p>Wie wohl Eure Fahrt war? Ich denke, dass Ihr recht zeitig in Hamburg wart. Jedenfalls war es kein <span id="more-587"></span>schöner Tag für Dich, hoffentlich hast Du wenigstens die englisch Stunde abgesagt. Albrecht und ich blieben neulich auf und gingen auf den See und haben den wunderschönen Morgen dort genossen. Anschliessend stieg er aufs Pferd und ich aufs Rad und wir spielten begegnen im Wald. Solch früh aufstehen muss man schon ausnutzen, weil man es so selten tut. Am Nachmittag konnten wir uns ja auch hinlegen, hoffentlich hast Du es abends durchs frühes zu Bett gehen nachgeholt.</p>
<p>Heute ist Sigried hier, schon zum Essen kam sie und wir haben den Nachmittag toll veralbert, sodass wir schliesslich mit dem Kanu denn auch umgekippt sind. Wir waren kaum auf dem See, als es rasend an zu giessen fing, ich konnte noch ein wenig unter die Decke kriechen, aber bald war sie so nass, dass sie sich wie Blei anfühlte und von unten schwamm ich, da es so hinein geregnet hatte. Nachdem wir halb tot gefroren waren, kamen wir auf der Liegewiese an, wo es dann wieder regnete. Wir versuchten uns eifrig warm zu laufen, aber der Erfolg war mässig. Plötzlich kamen wir auf die Idee, Albrecht fortzufahren und als wir schon sehr eifrig dabei waren, und Albrecht aus der Ferne zuwinkten, kippten wir um, worauf wir erst recht keinen trockenen Faden mehr an uns hatten, Uhr und Öl mussten daran glauben, letzteres fanden wir nicht wieder. Reuemütig kamen wir ans Land zurück und Albrecht war natürlich obenauf. Wie doll haben wir Mädchen auf dem Rückweg gepaddelt, um warm zu werden, vor allen Dingen wollte ich nicht wieder einen Hexenschuss haben. Nach einem warmen Bad haben wir uns jetzt leidlich erholt, Albrecht ist mit Sigried auf die Kanzel gegangen, sodass ich etwas Zeit habe, Dir zu schreiben, doch ich muss gleich schliessen, da wir essen und ich dies noch vorher fortbringen muss.</p>
<p>Lieb, hast Du den Tag hier etwas genossen? Ich freu mich schon so, dass Du bald wieder kommst. Nächsten Sonntag sollten Petersens kommen mit Otto, doch ist Frau Petersen noch verreist, es hätte so nett gepasst, da Albrecht noch hier ist, und am 26. kommst Du ja wieder, dann passt es nicht so gut, findest Du nicht auch?</p>
<p>Mein Puck, schreib mir bald, wie Eure Fahrt war, und was Du so treibst, hat Maria Dich durch ihr Plappern wach gehalten?</p>
<p>Grüsse bitte Deine Mutter sehr, ich habe ihr damals, als ich nach N. fuhr, den letzten Abend bei Euch garnicht aufwiedersehen gesagt.</p>
<p>Es liebt Dich sehr und immer Deine<br />
Lini.</p>
<hr />
<p>Interessant finde ich, dass Leni offenbar selbst nicht reitet &#8211; obwohl das wirklich naheliegend wäre. Stattdessen fährt sie ständig mit dem Rad. Ob ihr das Reiten Rückenschmerzen bereitete? Ich kannte sie nur als recht unbewegliche Frau, die in ihrer Unbeweglichkeit eine erstaunliche Agilität an den Tag legte. Für Fahrrad oder Pferd reichte das allerdings bei weitem nicht.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/e477514635b3408fa17bd58a35a43a3f" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/140736/">14.07.1936: Liebster Puck! (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>08.07.1936: Mein geliebter Puck! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/080736/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Dec 2013 09:13:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1936]]></category>
		<category><![CDATA[30er]]></category>
		<category><![CDATA[bohnen]]></category>
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		<category><![CDATA[liebesbrief]]></category>
		<category><![CDATA[offenes verdeck]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ironbuchblogger erinnern mich daran, dass ich diese Woche noch nichts geschrieben habe. Das entspricht den Tatsachen, denn es war auch hier Weihnachten. Außerdem war der Sohn krank. Dieser Brief ist all denjenigen Optimisten gewidmet, die bei Regenwetter mit offenem Verdeck fahren &#8211; von denen es zu dieser Jahreszeit nicht allzu viele geben dürfte. Wieder [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/080736/">08.07.1936: Mein geliebter Puck! (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="Ironbuchblogger" href="http://ironbuchblogger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ironbuchblogger </a>erinnern mich daran, dass ich diese Woche noch nichts geschrieben habe. Das entspricht den Tatsachen, denn es war auch hier Weihnachten. Außerdem war der Sohn krank. Dieser Brief ist all denjenigen Optimisten gewidmet, die bei Regenwetter mit offenem Verdeck fahren &#8211; von denen es zu dieser Jahreszeit nicht allzu viele geben dürfte. Wieder ein besonders schöner Brief, der viel über Lenis Charakter verrät.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 8. Juli 36</p>
<p>Mein geliebter Puck!<span id="more-585"></span></p>
<p>Mein Gewissen ist ausserordentlich schlecht, mein Lieb, dass ich jetzt erst schreibe, doch hat es garnichts zu sagen, es mangelte nur sehr an der Zeit. Unserer Fahrt hierher verlief gut, bis auf einige Regenschauer, die uns leicht durchnässten, da ich so wenig Lust hatte, geschlossen zu fahren, aber eine dicke schwarze Wolke verfolgte uns mit konstanter Bosheit, alle 5 Minuten hielten wir wieder unter einem anderen Baum und warteten, bis wir schliesslich so im Wagen schwammen, dass wir ihn doch zu machen mussten. Es tat mir so leid, dass wir uns so wenig nett verabschieden konnten, aber wenn andere Menschen dabei sind, fällt es ja oft so aus wie man nicht möchte. Ich machte mir schon Gedanken, dass ich Dich ins Vegetarische bestellt hatte, noch dazu, wo wir sozusagen mit dem Essen fertig waren, und ich nicht wusste, dass Du auch noch Essen wolltest. Aber bald, mein Lieb, brauchen wir uns ja nicht mehr zu verabschieden und dann haben diese Augenblicke ein Ende.<br />
Sonntag habe ich nun endlich einen sehr langen Brief an Hertha abgeschickt, wodurch ich nicht mehr dazu kam, Dir zu schreiben, oder vielmehr auch keine rechte Lust hatte, und wollte es am Montag tun. Zu meinem grössten Ärger sassen wir jedoch den ganzen Tag und mussten Bohnen pahlen, ich war auf Tourenzahl, aber diese Erzeugnisse aus dem Garten können ja nicht liegen bleiben und so geht es nun dauernd weiter. Ich verpasste also den Postschluss und wollte nun gestern ganz bestimmt schreiben. Doch da wir den ganzen Tag in Rostock zubrachten, glückte auch dies nicht, selbst dort war keine Zeit, da ich nicht allein war, und hier angekommen war der Zug wieder über die Berge. Das war der schnelle Verlauf der Tage. Nicht mal zum baden war Zeit, und dabei ist es so wundervoll warm.<br />
Eben sind nun Vera S. und Kurt N. mit ihrem neuen Wagen hier angekommen, solange sie ihre Sachen auspacken, kann ich Dir noch ein wenig erzählen. Sie haben einen sehr schönen neu hellgrauen Ford, den grossen, können aber nur langsam fahren, da er erst 1000 km. hat.<br />
Meine Aufgabe wird es nun sein, das junge Paar in der Gegend umherzuführen, lieber wäre mir ja, wir könnten alles per Rad abmachen. Mein Puck, wenn Ihr Sonnabend kommt, sind sie vielleicht ja noch hier, unter Umständen kann das sehr nett werden, dann kennen sie es schon, und ich brauche mich nicht dauernd um sie zu kümmern, sodass wir unserer Zeit auch für uns haben. Haben Maria [nicht die Schwester] und Albrecht schon was von sich hören lassen? Kommt Ihr zusammen? Wenn Ihr das Gepäck dann noch verstauen könnt, wäre es ja sehr nett. Aber bitte komm nicht so spät, Du kannst Dich ja dann auch noch hier hinlegen oder in der Sonne ausruhen. Warst Du letzten Sonntag mit O’s fort? Spielst Du viel Tennis? Und wie ist es im Geschäft? Bewährt sich Deine Maschine? Oder hast Du sie wieder mitgenommen. Was macht die Grossrechnung? Und der Export, den Du unter Dir hast? Sonnabend musst Du mir über alles berichten.<br />
Puck, ich muss jetzt schliessen, sei nicht bös, aber wir sehen uns ja bald, und holen dann nach, wir wollen jetzt in den Wald, um etwas Wild zu sehen. Es liebt Dich besonders, auch wenn Du nur selten und wenig von mir hörst, Deine<br />
Lini.</p>
<p>Ich freu mich so auf Sonnabend!</p>
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