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	<title>40er Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>40er Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Rechnung (06.04.1947)</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2014 11:04:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ich widme mich jetzt wieder den Briefen meiner Großmutter, immer wieder lese ich mich fest, statt konstruktiv zu arbeiten. Aber das gehört wohl dazu &#8211; so merke ich ja auch selbst, was spannend ist und was nicht. Wirklich spannend ist die folgende Rechnung. Meine Großmutter war damals starke Raucherin, der Tabak knapp und sie &#8211; [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/060447/">Rechnung (06.04.1947)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich widme mich jetzt wieder den Briefen meiner Großmutter, immer wieder lese ich mich fest, statt konstruktiv zu arbeiten. Aber das gehört wohl dazu &#8211; so merke ich ja auch selbst, was spannend ist und was nicht.<br />
Wirklich spannend ist die folgende Rechnung. Meine Großmutter war damals starke Raucherin, der Tabak knapp und sie &#8211; ziemlich clever.</p>
<hr />
<p>Kleine Aufregungen gibt es öfters und wie schön <span id="more-1137"></span>ist es dann, eine Zigarette zu haben und damit bin ich beim Carepaket. Ach Rudu, wie freue ich mich schon wieder auf das Paket und wie finde ich es süss von Dir, dass Du gleich nach Deiner Geldzuwendung wieder an uns gedacht hast, wo Du es doch selber so nötig brauchst. Ohne Giftnudeln bin ich ja soooo unglücklich, und ich mache mir oft bittere Vorwürfe deswegen, weil ich sie so viel nützlicher anwenden könnte, aber trotz aller Versuche werde ich immer wieder schwach. Aus 12 Zigaretten mache ich 18, d. h. ich lasse lange Stummel oder Kippen, drehe aus drei Kippen eine neue, das sind bei 12 Kippen 16 Zigaretten. Aus diesen vier Zigaretten sind eine zu drehen = 17 Zigaretten. Eine Kippe Rest und eine noch von den vorigen, kommt eine geliehene Kippe dazu, gibt 18 Zigaretten. So rechnen wir, Dir wird sicher ganz schwach bei dem Exempel, freu Dich, dass Du kein Raucher mehr bist und diese Nöte nicht kennst.</p>
<hr />
<p>Habt Ihr alles verstanden? Könnte das mal jemand nachmachen und mir schicken?</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/46abe2ebea3146479cb754a99a3e1b84" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>06.01.1947: Die ganze Scheidung dauerte kaum eine Woche. (Friedrich)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/060147/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Apr 2014 08:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Brief von Friedrich, Lenis Mann, an seinen Schwager Rudolf, der in Guatemala wohnt &#8211; und folglich wenig Vorstellung hat, was das Nachkriegsleben kostet. So erfahren wir interessante Details. Der Brief ist handschriftlich, ich habe den Durchschlag, der auf herausgerissenen Heftseiten steht. Die Qualität ist sehr schlecht, daher fehlen mir ab und zu Wörter. R. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/060147/">06.01.1947: Die ganze Scheidung dauerte kaum eine Woche. (Friedrich)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Brief von Friedrich, Lenis Mann, an seinen Schwager Rudolf, der in Guatemala wohnt &#8211; und folglich wenig Vorstellung hat, was das Nachkriegsleben kostet. So erfahren wir interessante Details. Der Brief ist handschriftlich, ich habe den Durchschlag, der auf herausgerissenen Heftseiten steht. Die Qualität ist sehr schlecht, daher fehlen mir ab und zu Wörter.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">R. den 6.1.47. [handschriftlich Leni: bestätigt mit Brief vom 6.5.47]</p>
<p>Lieber Rudolf!</p>
<p>Dein Brief vom 17.12.46 kommt heute an. Ich möchte ihn<span id="more-733"></span> gleich beantworten, denn verschieben ist nie gut. Hab zunächst einmal den herzlichsten Dank! Wir waren sehr traurig zu lesen, in welchen Schwierigkeiten Ihr Euch befindet. Geld haben wir genug, um zu kaufen, was es zu kaufen gibt, nicht genug, um die Menge zu kaufen, die es offiziell nicht zu kaufen gibt. Als Beispiele: 1 Pfund Kaffee RM 600.-, 1 Pfund Kuchen RM 85.-, 1 Pfund Mehl Rm 30.-, 1 Zigarette RM 5.- etc. Sollten es Deine Finanzen und die Post erlauben, wären wir Dir sehr dankbar, wenn Du gelegentlich etwas Kaffee direkt schicken würdest. Neuerdings sind auch für uns zwei beträchtliche Ereignisse eingetreten. 1) ist der Winter sehr schwer. Wir leben jetzt schon die zweite Kältewelle mit ca. 15° Kälte. Brennmaterial bekommen wir 2 Ztr. quietschnasses Holz im Monat. Das reicht für 2 Tage. Den Rest zu verschaffen, ist unserer „Initiative“ oder unserem Geldbeutel überlassen.</p>
<p>2) Durch die Bürgerschaftswahl vom Okt. 46 wurde Dr. Bucerius II als Bausenator durch einen SPD-Senat ersetzt. Ich möchte als seine rechte Hand ebenfalls zurücktreten. Ich habe diesen Schritt rechtzeitig freiwillig getan. Anschließend war ich mehrere Wochen verreist. U. a. besuchte ich auch Albrechts erste Frau in Murnau. Sie wohnt mit ihrer Schwester im Hause ihres Vaters, der im Ausland ist. Albrechts Sohn fand ich in bester Verfassung vor. Auch besuchte ich Mali, die einen Kunstgewerbeladen in Murnau betreibt. Sie hat vor, bald in die Schweiz zu fahren.</p>
<p>Du fragst nach Albrechts Schwager. [Als] wir in N. lebten und Albrecht in B.hat er uns manche Schwierigkeiten gemacht. Insbesondere war in der Zeit vielfach nicht angenehm, in der Albrechts erste Frau das Fortshaus von N. erbaute. Insgesamt waren das viele Monate. Sie hatte eine recht großzügige Art zu wirtschaften und saß ständig vor dem Rest. Albrecht hat ihr das Leben oft nicht leicht gemacht. Als Albrecht im Frühjahr 1946 Nina v. B. kennenlernte, ließ er sich ohne viel Vorbereitung von heute auf morgen scheiden. Die ganze Scheidung dauerte kaum eine Woche. Kaum 1 ½ Monate später wurde Nina geheiratet, die die Richtige zu sein scheint. Sie ist 22 Jahre alt, niedlich und weiß, was sie will. Beide wohnen am M’weg in Hbg. Wir sehen uns ganz oft und kommen gut miteinander aus.</p>
<p>Von Achim hörte ich <span style="text-decoration: underline;">nichts</span>. Hertha schrieb auch vor Wochen daß Achim einen Brief begonnen habe. Die Angelegenheit N. ist von großer Wichtigkeit, weil bei Verzögerung ein Kahlschlag zu befürchten ist. Die Russen unterstützen uns mit Holz. [D.h. es gibt Holzlieferungen aus dem Osten, denen der Wald um N. leicht zum Opfer fallen könnte.]</p>
<p>Ob Neger Albrechts Schwiegereltern abgeraten hat, die Ehe zu billigen, weiß ich nicht mit Sicherheit. Es ist jedoch möglich, da sich Neger nicht sehr begeistert äußerte. Albrecht und Neger sehen sich selten. Die Freundschaft scheint nicht sehr eng zu sein.</p>
<p>Du fragst nach meinem Flügel. Nachdem dieser etwa 1 Jahr beschlagnahmt war, konnte ich ihn mir wieder verschaffen. Hier im Haus kann ich ihn bis jetzt noch stellen. Bei Einweisung weiterer Flüchtlinge weiß ich nicht wohin damit. Zum Spielen ist es zur Zeit zu kalt. Als Leni mich im Oktober 45 in N. besuchte, wohnten wir eine Nacht bei den alten Sch. in Güstrow. Sie hatten eine andere gute Wohnung. Auch war er als Anwalt wieder zugelassen. Es ging ihnen damals nicht schlecht. Seitdem habe ich nichts mehr gehört.</p>
<p>Über meine beruflichen Pläne schreibe ich nächstens. Es ist jetzt derart kalt und die Verkehrsmittel derart schlecht und unzuverlässig, daß ich in R. bleibe. Abgesehen davon  daß die Züge reihenweise ausfallen, [unleserlich]</p>
<p>Eben hörte ich eine Rede des Hbg. Bürgermeisters Max Brauer, in der die ganze Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck kam.</p>
<p>Wir denken viel an Dich und die Deinen, lieber Rudolf, und hoffen nur, daß Ihr und wir bald das Schlimmste überstanden haben. Einstweilen geht es noch abwärts. Hab auch vielen Dank für Deine Mühe, uns ein Paket durch Klaus zukommen zu lassen.</p>
<p>Herzlichst Dein Friedrich.</p>
<p>Grüß Ingrid von mir sehr herzlich.</p>
<hr />
<p>Und nun wissen wir auch, wie es mit dem Flügel weiterging. :)</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/35b03d6843f847ef9a7723461542ed18" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>17.12.1946: Geheimnisvolle Nachrichten über Ehen (Rudu)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/171246/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2014 09:09:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[1946]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[blogger schenken lesefreude]]></category>
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		<category><![CDATA[nachkriegszeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zunächst einmal: Die Mäh-Verlosung endete am Montag, heute ist Freitag. Ich weiß das, aber die Woche nahm keine Rücksicht auf mich. Gewonnen hat jedenfalls Eva Christian, die sehr korrekt sechs Schafe zählte. Eins sieht man nur von hinten. Heute verlose ich ein Krimipaket. Darin enthalten sind vier Krimis, allesamt Rezensionsexemplare, die einmal von mir gelesen wurden. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst einmal: Die Mäh-Verlosung endete am Montag, heute ist Freitag. Ich weiß das, aber die Woche nahm keine Rücksicht auf mich. Gewonnen hat jedenfalls Eva Christian, die sehr korrekt sechs Schafe zählte. Eins sieht man nur von hinten.</p>
<div id="attachment_710" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-710" class="size-medium wp-image-710" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004.jpg?w=300" alt="Krimis" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004.jpg 2048w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-710" class="wp-caption-text">Krimis</p></div>
<p>Heute verlose ich ein Krimipaket. Darin enthalten sind <span id="more-709"></span>vier Krimis, allesamt Rezensionsexemplare, die einmal von mir gelesen wurden. Wer das haben möchte, beantwortet mir bitte hier oder auf Facebook oder auf Twitter oder von mir aus auch per Brieftaube die Gewinnfrage, und das bitte bis nächsten Dienstag um 10 Uhr. Das ist der 15.4., übrigens der Geburtstag von Lenis Mann Friedrich, der an dem Tag 114 geworden wäre. Drum ist ihm auch die Gewinnfrage gewidmet &#8211; hier müsst Ihr raten. Rudu fragt, ob Friedrich noch seinen Flügel hat. Was glaubt Ihr? Hat der Flügel den Krieg überlebt?</p>
<p>Doch nun zum Brief. Wir kehren zur Korrespondenz zwischen Leni und ihrem Bruder Rudu zurück. Rudu wohnt in Guatemala, hat zwar die dortige Staatsbürgerschaft, aber doch finanzielle Schwierigkeiten aufgrund seiner deutschen Herkunft.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">Guatemala, 17.12.1946.</p>
<p>Liebe Leni – lieber Friedrich,</p>
<p>schon seit einigen Wochen will ich Euch Eure Briefe vom 5. und 14. Okt. bestätigen, schob es aber immer wieder auf in der Hoffnung, Euch von hier bessere Nachrichten geben zu können. Nun kam heute Eure Karte vom 31. Okt. und Lenis Brief vom 2. November. Für alles herzlichen Dank, vor allem war natürlich eine große Freude Euer Familienbild vom Jan. 1945. Ich muß Euch heute gleich, wenn auch nur kurz antworten um Euch zu sagen wie glücklich auch wir sind, daß Euch das Care-Paket erreichte! Wir hätten schon weitere abgeschickt, aber leider sind wir nicht in der Lage, da wir seit August unsere monatlichen Zuweisungen nicht mehr bekommen haben. Ich hoffe immer von Woche zu Woche, bis dahin immer vergeblich. Es ist zu scheußlich. Auch hoffe ich, daß es sich vor Weihnachten regeln läßt, sonst wird es ein trauriges Fest! Von Achim forderte ich Hilfe, aber nur äußerst zögernd kam etwas, was wie ein Tropfen auf den heißen Stein war. So schrieb ich kürzlich an Klaus mit der Bitte an Euch noch ein Care Paket abzusenden, den Betrag will ich ihm dann später zurückerstatten. –</p>
<p>Für Eure so eingehenden Nachrichten meinen herzlichen Dank, ich freue mich so über alles, was Ihr berichtet, über Freunde und Verwandten-Schicksale kann man nicht eingehend genug hören. Wenn Du z. B. schreibst, daß Anneliese + Gertrud P. im K. Z. waren, so möchte man natürlich noch weiter wissen, wie lange, wo, weshalb und wie es ihnen jetzt geht. <em>[klein eingefügt:]</em> Wie geht es Frau P.? 1000 Fragen fallen einem ein! –</p>
<p>Jedenfalls sagt Euch bei allem was Ihr durchzumachen habt, daß es auch in anderen Teilen der Welt nicht viel besser zugeht! Ich denke oft an Euch und sehe in Gedanken wie Friedrich jeden Morgen seinem Ziel zusteuern kann: eine geregelte Arbeit kann ich mir schon garnicht mehr vorstellen Und es ist hier so hoffnungslos eine zu finden. So baue ich weiter Gemüse und laufe hemmungslos zum Anwalt.</p>
<p>Nun versucht nicht ganz die Hoffnung zu verlieren. Denn der Fall hier ist einzig dastehend, die Nachbarländer sind ganz anders vorgegangen und im Vergleich zu den Verhältnissen hier kann man die Zustände dort paradiesisch nennen. Ich schulde natürlich jetzt überall, eine ganz widerliche Lage. Daher konnte ich mich auch nicht mehr um die Dokumente bekümmern die Ihr angefordert hattet. –</p>
<p>Die Nachrichten über Albrecht + seine Ehen sind stets für uns etwas geheimnisvoll. Ist Albrecht ein schwieriger Ehemann? Hat Neger seiner Verwandten von der Ehe abgeraten und weshalb? Neger ist doch weiter sicher Albrechts Freund. Hat Friedrich noch seinen Flügel? – Die Nähe von Büchen – Ratzeburg braucht Euch nach meiner Meinung einstweilen nicht zu beunruhigen. –</p>
<p>Ich hoffe Euch bald ausführlicher zu schreiben, wenn mein seelisches Gleichgewicht wieder mehr hergestellt ist. Ich schlafe so schlecht und versuche durch vieles Lesen meine Gedanken abzulenken. –</p>
<p>Traurige Briefe kommen von Anna N. an ihre Schwägerin. – Es umarmt Euch sehr innig und wünscht Euch alles Gute für 47 Euer Rudu.</p>
<hr />
<p>Wer die Personen sind, erfahrt Ihr in der Kategorie &#8222;Über die Briefe&#8220;. Albrechts Ehen sind für Euch einstweilen auch noch geheimnisvoll, der nächste Brief von Leni wird darüber aber Aufschluss geben. Mit der Nähe von Büchen und Ratzeburg bezieht sich Rudu wahrscheinlich auf die Nähe der Grenze zur Ostzone. Schön, dass er sie von Guatemala aus nicht beunruhigend findet.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/171246/">17.12.1946: Geheimnisvolle Nachrichten über Ehen (Rudu)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>13.08.1946: Ansichten über Aussichten (Kurt)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/130846/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2014 11:45:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[italien]]></category>
		<category><![CDATA[kriegsgefangenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[nazis]]></category>
		<category><![CDATA[religionslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Friedrichs Bruder Kurt hat wieder aus der Kriegsgefangenschaft in Italien geschrieben. 13. August 1946 Lieber Friedrich. Mit Interesse habe ich Deine Ansichten über die Aussichten, &#8222;Geld&#8220; zu verdienen oder besser den Mangel an solchen, gelesen. Absolut hieb und stichfeste Übersetzungen in Fremdsprachen könnte ich einstweilen nicht machen, werde auch immer älter. [Er war 40.] Aus [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Friedrichs Bruder Kurt hat wieder aus der Kriegsgefangenschaft in Italien geschrieben.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">13. August 1946</p>
<p>Lieber Friedrich.</p>
<p>Mit Interesse habe ich Deine Ansichten über die Aussichten, &#8222;Geld&#8220; <span id="more-663"></span>zu verdienen oder besser den Mangel an solchen, gelesen. Absolut hieb und stichfeste Übersetzungen in Fremdsprachen könnte ich einstweilen nicht machen, werde auch immer älter. <em>[Er war 40.]</em> Aus denselben aber wohl mit einiger Übung aus ziemlich sämtlichen bedeutenderen Europäischen. Das ist viel leichter. Ich glaube, die Nazis wird man bald wider zulassen, jedenfalls die Kleinen; wer früher meistens mit dem Maule gearbeitet hat, kann jetzt schlecht nur mit der Hand.</p>
<p>Die neue Generation wird wohl mit Englisch aufwachsen, der Rest von Deutschland kann die Hilfe fremder Truppen bei den Ernährungsverhältnissen, der Liebe zum Kriege der politischen Einsichtslosigkeit, der eingerissenen und vielleicht noch mehr um sich greifenden Religionslosigkeit kaum entbehren. Hoffentlich lernen wir von den politisch so viel reiferen Völkern etwas!</p>
<p>Mir geht es sehr gut. Gute Arbeitsverhältnisse, korrekte Behandlung, sehr gutes Essen. Sorge mich aber um Euch. Grüße alle K.<br />
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/130846/">13.08.1946: Ansichten über Aussichten (Kurt)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>02.07.1946 II: Stellte sich die Staaten wohl als Handelsdampfer vor. (Kurt)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/0207462/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2014 10:22:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1946]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[italien]]></category>
		<category><![CDATA[kapitän]]></category>
		<category><![CDATA[kriegsgefangenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Brief hat das gleiche Datum wie der vorherige &#8211; diesen hier schrieb Kurt, Friedrichs Bruder, beim Nachtdienst. Man muss manchmal etwas genauer hinlesen, um seinen Humor zu verstehen. 2. Juli 1946 Lieber Friedrich. Gelegentlich Nachtdienstes fallen mir alle meine Sünden ein, hauptsächlich, daß ich versäumte, Dir zu antworten. Dein Brief vom 23.6., der mich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/0207462/">02.07.1946 II: Stellte sich die Staaten wohl als Handelsdampfer vor. (Kurt)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Brief hat das gleiche Datum wie der vorherige &#8211; diesen hier schrieb Kurt, Friedrichs Bruder, beim Nachtdienst. Man muss manchmal etwas genauer hinlesen, um seinen Humor zu verstehen.</p>
<hr />
<p>2. Juli 1946</p>
<p>Lieber Friedrich.</p>
<p>Gelegentlich Nachtdienstes fallen mir alle meine <span id="more-638"></span>Sünden ein, hauptsächlich, daß ich versäumte, Dir zu antworten. Dein Brief vom 23.6., der mich sehr erfreute, trifft ganz meine geschätzte Meinung. Ich bin außerordentlich pessimistisch, sowohl im allgemeinen, als was mich angeht, bleibe deshalb so lange ich kann. Ich könnte für jeden Juden &#8211; abgesehen von allem anderen &#8211; einen Nazi aufhängen, weniger wegen ihrer Schlechtigkeit als wegen ihrer Dummheit. Habe in Italien einen Kapitän getroffen, im Range eines Obersten!, der sagte, wenn der Krieg noch wenig länger gedauert hätte, so hätten wir die Vereinigten Staaten mittels V-Waffen in den Grund bohren können. Stellte sich die Staaten wohl als Handelsdampfer vor. Bei aller Tüchtigkeit und unbezweifelbarer Tapferkeit ein großer Idiot. Bei uns die Regel, werden es nie zu etwas bringen.</p>
<p>Es geht mir gut, kriege weiße Haare. Stehe vorm Spiegel und reiße sie aus. Sorge mich um Mutter. Ku.</p>
<hr />
<p>Ich kannte Kurt kaum, seine Art von Humor ist mir aber sehr vertraut.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/87d378d18a6a4285a75507898aa80a31" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/0207462/">02.07.1946 II: Stellte sich die Staaten wohl als Handelsdampfer vor. (Kurt)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>02.07.1946: &#8230; vielleicht hätte sie mich geheiratet (Kurt)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/020746/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2014 09:36:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1946]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
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		<category><![CDATA[italien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich möchte Euch nicht langweilen &#8211; und es ist bei der Menge der Briefe absehbar, dass ich nicht alle werde abschreiben können. Ab und zu fällt mir jedoch einer in die Hände, den ich Euch nicht vorenthalten kann. Dies ist so ein Fall. Er stammt von Kurt, dem Bruder von Friedrich. Er schreibt auf Kriegsgefangenenpapier [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte Euch nicht langweilen &#8211; und es ist bei der Menge der Briefe absehbar, dass ich nicht alle werde abschreiben können. Ab und zu fällt mir jedoch einer in die Hände, den ich Euch nicht vorenthalten kann. Dies ist so ein Fall. Er stammt von Kurt, dem Bruder von Friedrich. Er schreibt auf Kriegsgefangenenpapier und befindet sich in <span id="more-636"></span>Italien, wo es ihm offenbar recht gut geht. Er erwähnt immer wieder, dass er nach Hause kommen könnte, es ihm hier aber besser geht. Sonderlich gefangen scheint er also nicht zu sein. Eine Gefangenennummer hat er aber.</p>
<hr />
<p>Lieber Friedrich.</p>
<p>Diesen Brief will ich damit beginnen, womit mein letzter aufhören sollte, nämlich alle Mollis und die kleine Retz<em> [also Friedrichs Kinder]</em> herzlichst zu grüßen. Ich hoffe, es geht Euch allen gut. Wenn ich landwirtschaftliche Talente hätte, so würde ich nach Hause zu kommen trachten, so hat das kaum Zweck.</p>
<p>Schreibt mir mal alle wichtigen Geburtstage, Leni, Klaus und so weiter. Habe alle ein wenig vergessen. Mein Notizbuch mit allen Daten und Adressen, unter anderem der einer sehr fähigen und netten Schwester, die ich in Warschau kennen lernte, liess ich im zerschossenen Wagen in Italien und nahm nur noch schnell den Inhalt meiner auf dem Kutschbock stehenden Wein-Korbflasche zu mir, von der der Hals abgeschossen war. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie das Mädchen heißt und wo sie wohnt, vielleicht hätte sie mich geheiratet, denn sie war nicht mehr jung. Wunderbare Bewahrung! Ku. (San. O. Gefr.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/e26b3c62630f4bfcb094562fa49c0abd" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
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		<title>20.08.1946: Meinen Wagen habe ich längst verzehrt. (Rudu)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/200846/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2013 14:47:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1946]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[brief]]></category>
		<category><![CDATA[gemüseanbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein ausführlicher Brief von Rudu, der in Guatemala vom Gemüseanbau (und dem Verzehr von Autos) lebt. [handschriftlich von Leni: bea[ntwortet] im Okt. 46] Guatemala, 20. August 1946 Liebe Leni, lieber Friedrich, kürzlich erreichten mich Deine Zeilen vom 23.6., lieber Friedrich, und Du glaubst nicht wie sehnlich wir darauf gewartet hatten, Eure Erlebnisse im Zusammenhang zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein ausführlicher Brief von Rudu, der in Guatemala vom Gemüseanbau (und dem Verzehr von Autos) lebt.</p>
<p>[handschriftlich von Leni: bea[ntwortet] im Okt. 46]</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">Guatemala, 20. August 1946</p>
<p>Liebe Leni, lieber Friedrich,</p>
<p>kürzlich erreichten mich Deine Zeilen vom 23.6., lieber Friedrich, und Du glaubst nicht wie sehnlich <span id="more-541"></span>wir darauf gewartet hatten, Eure Erlebnisse im Zusammenhang zu hören. Bis dahin waren es immer nur Bruchstücke, die uns hier in Guatemala erreicht hatten, die sich zum Teil widersprachen. Man möchte noch so unendlich viel fragen! Trotz aller Berichte, die von drüben jetzt eintreffen, ein Bild von Eurem Leben kann man sich doch nicht machen.</p>
<p>Unser sehnlicher Wunsch ist, Euch irgendwie zu helfen, soweit es in unseren Kräften steht. Wir haben Pakete aus der Schweiz in Auftrag gegeben, es heisst jedoch, dass nur ein ganz geringer Teil dieser Pakete ihren Bestimmungsort erreichen. Als neuestes ist uns empfohlen: Cooperative for American Remittances to Europe, abgekürzt CARE, durch die man 49 lbs. Pakete enthaltend 30 lbs. Esswaren, an Euch schicken kann. (40.000 calories). Per Flugpost geht morgen der Auftrag nach New-York, Euch und Maria B. je eins von diesen Paketen auszuhändigen. Ich hoffe von Herzen, dass sie Euch gut und schnell erreichen und bitte um umgehende Bestätigung nach Erhalt. Ich will mich mit Hertha noch in Verbindung setzen, damit das Absenden von Paketen in geregelter Weise vor sich geht.</p>
<p>Ehe ich auf Deine Zeilen eingehe, möchte ich Dir kurz von hier einiges berichten. Gemessen an den Schwierigkeiten, die Ihr zu überwinden habt, sind wir hier natürlich in Abrahams Schoss. Jedoch alles ist relativ und wenn ich Dir erzähle, dass ich seit langem nicht mehr weiss, was ruhiger Schlaf ist, so wirst Du vielleicht lächeln. Denn trotz vorzüglichen Gewissens fehlt dieser ganz, verscheucht durch die Sorgen, was die nächsten Ereignisse bringen. Erinnerst Du Dr. Edgar W.‘s Besuch in Mecklenburg im Jahre 1938? So wie er damals fühlen wir uns heute mit genau derselben Perspektive: dies Auf und Ab zwischen Hoffnung und Verzweiflung dauert seit 41. Man hat das Gefühl, momentan dem Endspurt beizuwohnen und es ist wenig Hoffnung auf ein gutes Ende. Auf dem Eckchen neben Lisi B. können wir uns alle zusammenfinden und beraten, soweit noch etwas zu beraten ist. Unsere Mittel sind sehr beschränkt und die Teuerung ist beträchtlich. Ich gebe z. B. für Milch über $ 20.- im Monat aus. Bei Achim und Hertha soll das noch schlimmer sein, nur dass ich glaube, dass er mit sehr viel grösseren Reserven anfing, denn er hat noch seinen Wagen, den ich schon vor Jahren verkaufte und längst verzehrte.</p>
<p>Gesehen habe ich Achim nicht seit der Taufe meines Jungen Okt. 41 und korrespondiert haben wir höchstens alle halbe Jahre mal, wenn sich zufällig mal eine Gelegenheit bot. Auch jetzt noch höre ich von den Vorgängen dort meistens nur durch Hörensagen, genaues weiss ich nicht. Wenn Du übrigens Gelegenheit haben solltest mit dem Bruder von Carl-Ludwig, nämlich Johannes, zu sprechen, so wird der Dir übrigens sicher noch manches von hier erzählen können.</p>
<p>Meiner Familie geht es gut. Bea ist schon ein grosses Mädchen, die sehr gut in der Schule voran kommt und alles spielend erledigt. Sie wird, denke ich mir stets sehr ihren eigenen Weg gehen und alles unangenehme wie damals auf dem Gut mit den Worten „nein heute abend“ von sich weisen. Der Junge, den wir jetzt englisch ausgesprochen Michael nennen (in der englisch geleiteten Schule nannte man ihn so) lernt die Anfangsgründe im Schreiben und Lesen und ist im allgemeinen sehr viel mehr anlehnungsbedürftig als seine Schwester und damit der Verzug seiner Eltern. „Consentido“ (Verwöhnter) sagt die Bea sehr oft verächtlich, da die beiden unter sich meistens spanisch sprechen. Michael beendet jeden abend sein Gebet mit: „und schenk mir bald ein kleines Baby“, einen Wunsch von dessen Erfüllung wir den lieben Gotte gebeten haben einstweilen abzusehen ehe er nicht weiss, wo er uns wieder einsetzen will.</p>
<p>Gemüsebau ist ganz erfreulich, ich hoffe jedoch, es wird nicht zu lange noch meine einzige vernünftige Beschäftigung bleiben. Auf einem Nachbargrundstück wohnt ein alter Herr aus Güstrow, Herr B., der viel bebaubares unbenutztes Land hatte. Nach meiner Krankheit fing ich an das umzugraben und jetzt ist jedes Eckchen bepflanzt. Wir im Hause essen fast ausschliesslich dort gebautes Gemüse und das übrige wird verkauft, die Einnahmen gehen an Herrn B., der über Geldmittel kaum verfügt. Er ist 74 Jahre und hatte vor einiger Zeit von seinem Enkel einen Bericht über den Einzug der Russen in Güstrow. Sein Schwiegersohn, Oberst, ist eine Art Komissar für den Güstrower Bezirk.</p>
<p>Seit Monaten will ich Achim besuchen, freundlichst eingeladen von Hertha, die mir die Reise aus den Verkaufserlösen ihrer Ölbilder schenken will, doch immer wieder muss ich es aufgeben und fürs erste verschieben.</p>
<p>Gestern kam ein Brief von Hertha mit einer Copie des Briefes von Albrecht vom 21. Febr., so verspätet ist der eingetroffen! Er schreibt: „ich plane im Herbst rüber zu kommen nach Mex, Gtla oder USA“, „rechne auf Eure Hilfe“, ebenso gut könnte er schreiben, er plane eine Reise zum Mond.</p>
<p>Du schreibst in Deinem Brief, Friedrich, nichts über Deine Mutter, wo sie wohnt etc., ich hoffe es geht ihr wie auch Deinen Brüdern gut. Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr mir über das Ergehen folgender Personen, soweit möglich, berichtet: [es folgt eine auführliche Personenliste] Von Klaus U. hörte ich aus Chicago kürzlich, wir mussten den Briefverkehr während des Krieges abbrechen und haben erst jetzt wieder voneinander gehört.</p>
<p>Achim und Hertha werden Euch sicher berichten. Ingrid und ich sind in Gedanken so oft bei Euch und Euren Kindern, nehmen innigen Anteil an Eurem Kummer und Euren Erlebnissen. Wir hoffen sehr, dass sich [Brief bricht ab]</p>
<hr />
<p>Was es mit Edgar W. und seinem Schicksal auf sich hat, weiß ich leider nicht. Um Euch die Weihnachtsstimmung nicht zu versauern, werde ich vor Weihnachten noch ein paar schöne Briefe einstellen. Freut Euch drauf!</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/fbe4ec7fc88f4833b6eb6e74b7e034c5" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>11.05.1946: Euer Schicksal ist uns nicht bekannt. (Rudu)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/110546/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Dec 2013 08:51:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1946]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[enteignung]]></category>
		<category><![CDATA[guatemala]]></category>
		<category><![CDATA[guatemaly city]]></category>
		<category><![CDATA[schicksal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr nach Kriegsende erhält Leni das erste Lebenszeichen ihres Bruders in Guatemala. Da er die Staatsbürgerschaft von Guatemala angenommen hatte, ist er der Internierung entgangen. Nichtsdestotrotz wurde die Finca enteignet und so fehlte es auch Rudus Familie an Einkommen. Achim in Mexiko ging es ähnlich &#8211; und auch zwischen den Brüdern war jahrelang kein [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Jahr nach Kriegsende erhält Leni das erste Lebenszeichen ihres Bruders in Guatemala. Da er die Staatsbürgerschaft von Guatemala angenommen hatte, ist er der Internierung entgangen. Nichtsdestotrotz <span id="more-538"></span>wurde die Finca enteignet und so fehlte es auch Rudus Familie an Einkommen. Achim in Mexiko ging es ähnlich &#8211; und auch zwischen den Brüdern war jahrelang kein Kontakt möglich.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">Guatemala Capital, 11.5.46</p>
<p>Liebe gute Leni – ein kurzer Gruß der Euch sagen soll, daß es uns gut geht und daß wir mit unseren Gedanken täglich und stündlich bei Euch sind. Spärliche Nachrichten erreichten uns über die Schweiz, es fehlen jedoch noch Einzelheiten, ehe wir uns ein ungefähres Bild Eurer so traurigen Erlebnisse machen können. Könnten wir Euch doch nur erst helfen! Nichts hörten wir von Albrecht’s Familie, auch Euer Schicksal ist uns nicht bekannt. Wenn Dir möglich, schick mir bitte die Adresse von Ulle! Seit meiner Krankheit im vorigen Jahre bin ich froh wieder körperlich, d.h. als Gärtner und Tischler tätig sein zu können, vorher hatte ich mich vor allem damit befaßt englische Lektüre zu verschlingen. Im nächsten Monat hoffe ich endlich Achim besuchen zu können, den ich seit 41 nicht mehr gesehen habe. Ob und wann ich wohl meinen Geburtsort wiedersehe? Unsere Adresse: Gtla City, [&#8230;] – Grüß alle, vor allem Friedrich und sei umarmt in Liebe von Rudu und Ingeborg.</p>
<p>Innige Geburtstagswünsche!</p>
<p>Rudu</p>
<hr />
<p>Beachtet wissen möchte ich aber die Tatsache, dass der Brief eventuell pünktlich zu Lenis Geburtstag am 21.6. eintraf. Das war in früheren Jahren ja meistens nicht der Fall.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/15e786c5af514f7a92678bb6b62e4622" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<item>
		<title>04.11.1945: Hans geht es 2- (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/041145/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2013 14:50:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1945]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[flüchtlingskost]]></category>
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		<category><![CDATA[lebensmittelkarten]]></category>
		<category><![CDATA[mecklenburg]]></category>
		<category><![CDATA[transport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leni ist in Berlin bei Hans und hat nun auch Friedrich wieder. Sie warten noch immer auf einen Transport zurück nach Hamburg. den 4.11.45 Liebe Mutter! Leni [bis hier Friedrichs Schrift, dann Lenis] Wir sitzen hier noch immer und warten auf den regulären Transport, der angeblich am 1?.[an der Stelle gelocht]11. direkt nach Hamburg gehen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/041145/">04.11.1945: Hans geht es 2- (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leni ist in Berlin bei Hans und hat nun auch Friedrich wieder. Sie warten noch immer auf einen Transport zurück nach Hamburg.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">den 4.11.45</p>
<p>Liebe Mutter! <span style="text-decoration: line-through;">Leni</span> [bis hier Friedrichs Schrift, dann Lenis] Wir sitzen hier noch immer und warten auf den regulären Transport, <span id="more-535"></span>der angeblich am 1?.[an der Stelle gelocht]11. direkt nach Hamburg gehen soll. Das Warten ist gräßlich, zumal Friedrich und ich keine Lebensmittelkarten haben, wir bekommen sogenannte Flüchtlingskost für die wir täglich lange anstehen müssen, weil es so prima organisiert ist.</p>
<p>Hans geht es 2-, er hatte Brechdurchfall und bekam Tagelang nur Tee, jetzt ißt er um so mehr aber Gemüse ist fast garnicht zu beschaffen. Sein eines Ohr eitert wieder, aber er hat keine Schmerzen dabei. Im Ganzen ist er sehr süß, ich habe nur große Not mit seiner Bekleidung, da ich einmal fast nichts hier habe und das Wenige trocknet sehr langsam, denn an Heizen ist garnicht zu denken. Die Fenster sind nur verpappt und somit weht stets ein kalter Wind. Wir kommen alle von einer Erkältung in die andere. Friedrich wollte morgen nochmal in die Nähe vom Gut nach Mecklenburg fahren, um das Nötigste an Essen zu organisieren, doch sind die Zugverbindungen derartig miserabel, daß er bis Freitag nicht zurück sein kann. Wir schaffen es auch noch so bis dahin, wenn nur der Transport nicht wieder verschoben wird. Der Weg meiner Herfahrt ist unmöglich mit Hans zu machen, ohne ihn wären wir längst dort.</p>
<p>Das Gut war ein trauriges Bild. Tante Olga lebt und ist munter. Meine Gedanken sind viel bei Euch. Ob Paulina noch da ist und wie es vor allem den Kindern geht. Haben wir unser Holz bekommen? Konntest Du à persona 2 Zentner Kartoffeln bekommen?</p>
<p>Jetzt müssen wir für Hans und Friedrich auch noch je zwei haben. Ist es bei uns im Keller sehr feucht? Evtl. sind wir nächsten Sonntag dort. Friedrich muß nach seiner Gefangenschaft furchtbar ausgesehen haben, jetzt geht es schon wieder, er wurde entlassen, da er dicke Beine hatte, sein Herz war nicht in Ordnung.</p>
<p>Wenn ich nochmal zum Gut könnte, ist es möglich von Deinen Sachen was zu retten, denn <span style="text-decoration: line-through;">alles</span> vieles findet man bei unseren Leuten wieder. Als ich am 15.10. dort eintraf, wurden gerade alle Gutsbesitzer ausgewiesen und es war wie ein Wunder, daß man mich nicht auch irgendwo nach 30 km auf der Straße absetzte. Vorsichtshalber zog ich in den nächstgrößeren Ort. Wir sind sehr froh, daß wir bei Irmgard H. hier wohnen können, die Arme hat auch viel durchgemacht. Frau H. [wohl die Mutter] ist in Mönchen Gladbach, als ich kam war sie noch hier. Alle Nachbarn müssen fort.</p>
<p>Ob bei Euch schon Schule ist? Wie geht es bei O’s und hast Du von Kurt gehört? Hoffentlich sehen wir uns nächsten Sonntag, sonst frieren wir hier wohlmöglich noch ein.</p>
<p>Herzliche Grüße von uns dreien</p>
<p>Deine Leni.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/5f086455847f4ee580ec008567f234d7" alt="" width="1" height="1" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>10.10.1945: Inge sorgt für mich genau so rührend wie für den Jungen (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/101045/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2013 12:48:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1945]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[hamburg]]></category>
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		<category><![CDATA[transport]]></category>
		<category><![CDATA[winter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leni hat es geschafft, sich nach Berlin durchzuschlagen. Sie hat den kleinen Hans wiedergefunden. Nun muss sie jedoch noch einmal nach Mecklenburg, um dort Friedrich zu treffen und zu versuchen, noch ein paar Dinge vom Gut zu retten. Der Rückweg muss über Berlin gehen, da sie mit Hans einen regulären Transport nehmen will. Sie lässt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/101045/">10.10.1945: Inge sorgt für mich genau so rührend wie für den Jungen (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leni hat es geschafft, sich nach Berlin durchzuschlagen. Sie hat den kleinen Hans wiedergefunden. Nun muss sie jedoch noch einmal nach Mecklenburg, um dort Friedrich zu treffen und zu versuchen, noch ein paar Dinge vom Gut zu retten. Der Rückweg muss über Berlin gehen, da sie mit Hans einen regulären Transport nehmen will. Sie lässt ihren Sohn also noch einmal <span id="more-530"></span>für ein paar Tage zurück &#8211; wie schwer muss ihr das gefallen sein, aber wie froh wird sie auch gewesen sein, Friedrich wiederzusehen!</p>
<p>[Auf Papier „République Française, Paris, le &#8230;.. 193&#8230;.“]</p>
<hr />
<p style="text-align: right;"> Berlin 10. Okt. 45</p>
<p>Liebe Mutter! [Friedrichs Mutter]</p>
<p>Frau H. fährt heute mit einem Transport nach Köln und wird dieses hoffentlich befördern können. Ich hoffe nächste Woche mit Frau S. auf reguläre Weise fortzukommen oder mit einem Transport, der aber meistens von Woche zu Woche verschoben wird. Ich kann natürlich auch auf dieselbe Weise fahren wie mein Herweg war, doch ist dieses für Hans zu strapazierend, wir wären Tage unterwegs und die Züge sind so unbeschreiblich voll, wie man es sich bei Euch nicht vorstellen kann. – Inge P. hat unbeschreiblich rührend für Hans gesorgt. Er war so herunter, daß er von allen aufgegeben wurde und ich möchte nun nicht, da sie ihn jetzt wieder so weit hat, [ihn] einer stark strapaziösen Fahrt aussetzen. Andererseits möchte und muß ich schnell zurück, da ich keine Lebensmittelkarten habe und bekomme und meine mitgenommenen Vorräte zu Ende gehen. Inge sorgt für mich genau so rührend wie für den Jungen. – Ich will heute nach Mecklenburg fahren, jedoch weiß man nie wieviele Tage solche Fahrt dauert. Im nächsten Ort beim Gut hoffe ich Friedrich zu sehen, vielleicht ist es ja möglich daß er mit mir kommt. Frau H. hat mir ausführlich vom Gut erzählt, schriftlich kann ich das nicht wiedergeben. Martha S. will auch per Auto fahren, wenn ich an der Grenze abgesetzt werde, so wird sie jedenfalls das Kind mitnehmen. Schon wegen der Kälte müssen wir uns eilen, auch daß Hans aus Berlin kommt, denn Fensterscheiben gibt es in Inges Wohnung nicht.</p>
<p>Ich hoffe Du hast meine verschiedenen Postkarten erhalten , sodaß du über meine Reise orientiert warst. Wie sind die Kinder, kommt Ihr zurecht? Ist Paulina noch da, mir wäre lieb wenn sie bliebe bis wir zurück sind.</p>
<p>Ich hoffe am 15 oder 16. dort zu sein, jedenfalls braucht Ihr Euch nicht sorgen wenn es später ist, dann ist es nur um einen bequemen Weg zu haben. Konntest Du mir Winterkartoffeln besorgen? Und ist die Sendung aus Lübeck da?</p>
<p>Herzliche Grüße an alle</p>
<p>Deine Leni</p>
<hr />
<p>In Inges Wohnung muss es verdammt kalt gewesen sein ohne Fensterscheiben. Nach den Erzählungen war die Wohnung verwüstet und Hans spielte in den Trümmern. Leider gibt es keinerlei Angaben, wie er auf das Wiedersehen mit seiner Mutter reagiert hat.</p>
<p>Edit: Doch gibt es &#8211; Hans saß auf dem Topf und hat seine Mutter zu deren großen Entsetzen nicht erkannt.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/fd30a47dd56f41f1abb9ad51f4679a38" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/101045/">10.10.1945: Inge sorgt für mich genau so rührend wie für den Jungen (Leni)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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