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	<title>bettgeschichten Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>bettgeschichten Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 6a und 6b</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 13:45:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
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		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[feuerwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter der Hängematte schlafen Was bisher geschah: Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück. Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule. Auch in meinem zweiten Jahr in England besuchte ich meinen Bruder häufig. Er war ebenfalls umgezogen, wohnte jetzt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Unter der Hängematte schlafen</h1>
<p>Was bisher geschah:</p>
<p>Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück.</p>
<p>Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule.</p>
<p><span id="more-1608"></span>Auch in meinem zweiten Jahr in England besuchte ich meinen Bruder häufig. Er war ebenfalls umgezogen, wohnte jetzt näher am &#8222;Stadtzentrum&#8220;, dafür weiter weg von seiner Ausbildungsstätte. Mit einem Kommilitonen teilter er sich einen Teil eines wundervollen roten Backsteingebäudes, ein altes Ding mit Schiebefenstern und mehr als minderwertiger Heizung. In meiner Erinnerung gehörte es zwei ältlichen Damen, die uns auch mal zwecks Aussicht aufs Dach steigen ließen.</p>
<p>Das Bad war ein großer Raum, in dem willkürlich sanitäre Einrichtungen verteilt waren. Die Badewanne stand in der Mitte, irgendwo fand man auch eine nachträglich hereingeworfene Dusche mit Elektroantrieb &#8211; jedenfalls stand sie eines Tages wohl komplett unter Strom.</p>
<div id="attachment_1609" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/JP-Nirvana-e1451569219440.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1609" class="size-medium wp-image-1609" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/JP-Nirvana-e1451569219440-168x300.jpg" alt="Kennt jemand die Outcesticide-CD von Nirvana? Ganz übles Geschrammel. Ich habe sie als Kassette mit extra vom Foto erstellter Zeichnung" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1609" class="wp-caption-text">Kennt jemand die Outcesticide-CD von Nirvana? Ganz übles Geschrammel. Ich habe sie als Kassette mit extra vom Foto erstellter Zeichnung</p></div>
<p>Mein Bruder hatte ein großes, dunkles Zimmer (kann auch am Wetter gelegen haben) und wenn ich schlief, legten wir alles auf mich, das wir nur finden konnten, um erfrorene Zehen zu vermeiden. Hängematte, Bademantel, alles fand seinen Weg auf mich drauf. Ein schweres Bett war das also, ich konnte mich kaum bewegen und ohne den Heizlüfter wären wir wahrscheinlich doch erfroren.</p>
<p>Manchmal aber, manchmal schlief ich auch woanders. Jetzt, wo ich näher an meinem Bruder wohnte, lachte ich mir natürlich jemanden an, der von der alten Schule vergleichsweise fix hätte erreicht werden könnte. Aber man kann nicht alles richtig machen und ich war ohnehin nur zweimal da. Sein Zimmer war groß und hoch und vor allem kahl, aber er hatte einen Wasserkocher, mit dessen Hilfe man Instantnudeln kochen konnte. Er hatte auch ein Bett, für das seine Schwester noch schnell schwarz-weiße Bettwäsche vorbeibrachte. Vor allem aber hatte er ein großes Erkerfenster zur Kreuzung.</p>
<p>Seitdem weiß ich, dass es keine gute Idee ist, an einer Kreuzung zu wohnen. Während ich die Straßenlaternen auf Fensterhöhe noch ignorieren konnte, haben mich die ständig haltenden und anfahrenden Autos tatsächlich um den Schlaf gebracht. So schlecht habe ich später nur einmal geschlafen.</p>
<p>Er war ein Kriegsflüchtling aus Bosnien. Ich besuchte ihn am 5. November <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_Plot" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(&#8222;Remember, remember the fifth of November&#8220;)</a> und wir gingen zu keinem Bonfire und zu keinem Feuerwerk, weil er gerade dem knallenden Krieg entkommen war.</p>
<p>Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Ich bin oft erstaunt, wie sehr sich viele aus Kriegsgebieten Geflüchtete auf Silvester freuen. Aber letztlich hat jeder eine andere Art, mit seiner Vergangenheit und Gegenwart umzugehen. Wie auch immer: Ich wünsche Euch allen über dem Kopf einen Eimer voller Glück, der, wann immer es nötig ist, eine angemessene Menge Glück auf Euch absondert.</p>
<p>Hiermit endet das erste Kapitel ausländischer Betten, es wird aber nicht das letzte gewesen sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/f107fe81fae042c7bb45a98ab9fe987a" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 4</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2015 09:28:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[A-levels]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[internat]]></category>
		<category><![CDATA[mädchenschule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vertrauensselig und/oder schicksalsergeben Dies ist ein besonderes Bett, denn es war das erste in meinem neuen, eigenständigen Leben. Statt meiner Eltern war nun Miss Watson für mein Seelenheil (oder eher: meine Hausaufgaben, und auch das nur in beschränktem Maße) verantwortlich. Ich hatte mir für die 11. Klasse ein Mädcheninternat (wenn, dann richtig!) in Südengland ausgesucht. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Vertrauensselig und/oder schicksalsergeben</h1>
<p><span style="line-height: 1.5;">Dies ist ein besonderes Bett, denn es war das erste in meinem neuen, eigenständigen Leben. Statt meiner Eltern war nun Miss Watson für mein Seelenheil (oder eher: meine Hausaufgaben, und auch das nur in beschränktem Maße) verantwortlich.</span></p>
<p><span id="more-1508"></span>Ich hatte mir für die 11. Klasse ein Mädcheninternat (wenn, dann richtig!) in Südengland ausgesucht. Eine kleine Schule, die wir auf unserer Route, als es ums Aussuchen der Anstalt ging, gar nicht eingeplant hatten. Doch vom Süden bis rauf nach St. Andrew’s (meine zweite Wahl) war es diejenige, zu der es mich am meisten hinzog. Es war die kleinste und die abgelegenste. Noch wenige Jahre zuvor war es eine sehr erfolgreiche Schule gewesen, im Kleinkindalter musste man für seine Tochter einen Platz reservieren. So war es nun nicht mehr – wo früher mehrere Hundert Schülerinnen gelernt hatten, waren noch 130 übrig. Die Infrastruktur war aber noch immer auf eine wesentlich größere Menge ausgelegt, was uns zugute kam.</p>
<p>Für die Oberstufe gab es separate Häuser. Die Lower 6th (11. Klasse) wohnte im Kirk House direkt gegenüber vom Hauptgebäude, das übrigens so unglaublich verbaut war, dass mich Harry-Potter-mäßige sich bewegende Treppenhäuser nicht verwundert hätten. Aber den gabs damals ja noch nicht und man verlief sich noch ganz banal und ohne Zauberei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1513" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-8.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1513" class="size-medium wp-image-1513" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-8-300x168.jpg" alt="Internatsgebäude" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1513" class="wp-caption-text">Kirk House. Mein Zimmer war im rechten Flügel, 1. Stock</p></div>
<p>Ich hatte mein Zimmer also in Kirk House, in dem etwa 20 Zimmer für die Schülerinnen zur Verfügung standen, jedes für mehrere Bewohnerinnen ausgelegt. Ein kompletter Trakt stand leer, denn in meinem Jahrgang waren wir zu sechst. Mir war ein recht großes Zimmer zugedacht, es standen zwei Betten und zwei Schreibtische drin und ich organisierte mir noch am Einzugstag einen besseren Schrank aus einem der leerstehenden Zimmer. Da das Zimmer einem Schlauch glich, war das gemütliche Einrichten eine Herausforderung. Die dunkelgrünen Teppichfliesen waren so rau, dass ich das Arbeiten auf dem Fußboden einschränken musste. Außerdem durften wir nur an den Pinnwänden Poster aufhängen, was sich mit den Wochen aber als allgemein egal herausstellte.</p>
<div id="attachment_1515" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1515" class="size-medium wp-image-1515" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-1-300x168.jpg" alt="Pinwand" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1515" class="wp-caption-text">Am Anfang waren die Wände noch karg &#8230;</p></div>
<div id="attachment_1514" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1514" class="size-medium wp-image-1514" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-2-300x168.jpg" alt="... nach und nach wurden sie voller ..." width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1514" class="wp-caption-text">&#8230; nach und nach wurden sie voller &#8230;</p></div>
<div id="attachment_1512" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-6.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1512" class="size-medium wp-image-1512" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-6-300x168.jpg" alt="volle Pinwand" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1512" class="wp-caption-text">&#8230; und schließlich war das Werk vollendet</p></div>
<p>Mit sechs Schülerinnen ist der Unterricht recht lernintensiv. Allerdings waren wir nie zu sechst, denn wir alle hatten verschiedene Fächer gewählt. In Bio waren wir zu zweit, in Deutsch und Französisch war ich allein. Nur so ist es überhaupt zu erklären, dass ich Französisch A-level machen konnte. Eigentlich hatte ich mich für Chemie entschieden, weil ich sonst in Deutschland nicht Tiermedizin hätte studieren können. (Ja, wenn man woanders Abi macht, gelten auch andere Regeln für die Unizulassung, aber das ist ein ganz anderes Kapitel.) Doch Chemie war nicht mein Freund und so schmiss ich hin, ohne so recht zu wissen, was ich stattdessen tun sollte. Auf einem der zahlreichen Flure begegnete mir die Französischlehrerin, die mir freudig mitteilte, sie habe von meinem Entschluss gehört und ob ich nicht Französisch machen wollte. Ich hatte zwei Jahre in Hamburg Französisch und somit überhaupt nichts gelernt, also sagte ich ja. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe.</p>
<p>Meine Eltern im fernen Deutschland blieben ob der Nachricht angenehm entspannt, vertrauensselig oder schicksalsergeben legten sie die Entscheidung in meine Hände.</p>
<h2>Stress oder kein Stress?</h2>
<p>Was hat das nun alles mit dem Bett zu tun? Ganz, ganz viel. Wenn ich in Kirk House abends ins Bett ging, hatte ich was gelernt. Ein völlig neues Schulgefühl. Es war interessant, die Zeit zwischen den Pausen mit etwas Sinnvollem zu verbringen, es gefiel mir sogar außerordentlich gut. Eine generelle Zufriedenheit umgarnte mich. In den Pausen spielten wir in meinem Zimmer „Stress“, ein großartiges Kartenspiel, bei dem man nur schnell sein und nicht nachdenken muss – sollte ich dringend mal wieder spielen – und ich gewöhnte mich daran, mit offener Tür zu wohnen. Wir hatten Feuertüren, die sich zwar automatisch schlossen, aber gleichzeitig nie richtig zu waren. Mir gefällt das Konzept.</p>
<p>Ich hatte meine eigene Bettwäsche mitgebracht und lag entweder in Röschen oder in blau-weißen Streifen. Neben mir die Rigipswand zum Nachbarzimmer, am Kopfende ein, ja, genau, ein kleines Sprossenfenster, durch das es zog.</p>
<div id="attachment_1511" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirkbezug.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1511" class="size-medium wp-image-1511" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirkbezug-300x168.jpg" alt="Noch immer in Benutzung: Bettwäsche mit Kirk-Waschmarke und eingenähtem Namen" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1511" class="wp-caption-text">Noch immer in Benutzung: Bettwäsche mit Kirk-Waschmarke und eingenähtem Namen</p></div>
<p>Morgens gab es wenig Stress (das Kartenspiel war der einzige Stress, dem ich ausgesetzt war), ich war die Einzige, die die Dusche benutzte, die anderen zogen es vor zu baden. Wir frühstückten in unserer eigenen Küche, in der es einen Toaster, einen Kühlschrank und einen Wasserkocher gab. Wir tranken Nescafé oder Orange Squash (dieses ekelhafte Orangenzeug, das nur mit Wasser verdünnt zu ertragen ist und seinen Namen offenbar ausschließlich von der Farbe hat, der Geschmack kann unmöglich gemeint sein) und schmückten unseren Toast mit Butter, Marmelade, Chocolate Spread oder Marmite (ich nicht!). Die Milch stand ganz klassisch morgens in Flaschen vor der Tür. Wir aßen im Stehen und brachen irgendwann zum Unterricht auf, die Wege waren ja nicht weit, Vollversammlung in der Turnhalle war da noch das Weiteste. Schuluniformpflicht gab es für die Oberstufe nur an besonderen Tagen, ansonsten war Rock angesagt. (Von der Behauptung, Schuluniform würde die Klamottenkonkurrenz eindämmen, halte ich übrigens gar nichts. Freizeitklamotten bekommen nämlich mit Schuluniform einen sehr viel höheren Stellenwert.)</p>
<p>Musik gehört habe ich damals auch, und zwar nicht mehr nur die alten Platten der Eltern und Radio, sondern so richtig.</p>
<div id="attachment_1518" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/FNM-und-Soundgarden.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1518" class="size-medium wp-image-1518" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/FNM-und-Soundgarden-300x168.jpg" alt="Kassetten" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1518" class="wp-caption-text">Kaufkassette und der Soundgarden-Schatz vom Bruderherz, inklusive ALLER Texte, handgeschrieben</p></div>
<p>Hach, mein Leben war so entspannt. Ich verbrachte zwei Trimester in diesem Bett und habe es unglaublich genossen. Dann passierte etwas Unvorhergesehenes.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 3a</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2015 14:38:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[geruch]]></category>
		<category><![CDATA[ikea-bettwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[kindheit]]></category>
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		<category><![CDATA[woanders übernachten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bettwäschennostalgie Ich weiß nicht, wie oft ich bei ihr übernachtet habe. Meine beste Freundin war eine Klasse über mir, wir kannten uns aus dem Kindergarten, hatten uns in der Grundschule kurzzeitig aus den Augen verloren und fanden uns dann beim Schwimmen wieder, als wir gewisse gemeinsame Nicht-Begabungen feststellten, was die hohe Schwimmkunst angeht – den [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-3a/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 3a</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Bettwäschennostalgie</h1>
<p>Ich weiß nicht, wie oft ich bei ihr übernachtet habe. Meine beste Freundin war eine Klasse über mir, wir kannten uns aus dem Kindergarten, hatten uns in der Grundschule kurzzeitig aus den Augen verloren und fanden uns dann beim Schwimmen wieder, als <span id="more-1498"></span>wir gewisse gemeinsame Nicht-Begabungen feststellten, was die hohe Schwimmkunst angeht – den eleganten Sprung vom Drei-Meter-Brett, nämlich.</p>
<p>Ich habe in ihrem kleinen Kinderzimmer im ersten Stock übernachtet. Ich habe im Ex-Zimmer ihrer großen Schwester übernachtet, als die ausgezogen war. Ich habe in ihrem neuen Zuhause übernachtet.</p>
<p>Geschlafen habe ich auf einer zusammenklappbaren Gartenliege neben dem grünen Holzbett mit dem Papageienaufkleber am Fußende. Oder war es gar ein Wellensittich? In meiner Erinnerung lag ich meistens in der IKEA-Bettwäsche, die ich nun immer freudig in Paris begrüße (dazu kommen wir bei 13a). Wir haben lange gequatscht, wir haben lange geschlafen und dann die Reste des Frühstückstisches geplündert. Bei ihr gab es am Wochenende keine Anwesenheitspflicht beim Frühstück.</p>
<p>Manchmal hat ihr Hund auf meinen Füßen geschlafen. Der Hund, vor dem ich am Anfang so wahnsinnig Angst gehabt hatte.</p>
<h2>Waschmittel und Rauch</h2>
<p>Man kümmerte sich angenehm wenig um uns, wie sich überhaupt in meiner Erinnerung angenehm wenig um die Kinder gekümmert wurde. Und so klein waren wir dann irgendwann ja auch gar nicht mehr. Wir waren sogar so groß, dass wir gemeinsam für eine Woche die Wohnung bewohnten, wenn die Freundinmutter oder meine Eltern verreist waren. Auch damals pflegte ich schon Freundschaften mit kochbegeisterten Menschen. Vielleicht ist diese Freundin überhaupt der Auslöser dafür gewesen.</p>
<p>Bei meiner besten Freundin zu übernachten war aufgrund der Häufigkeit eigentlich nur mittelaufregend, aber eine Übernachtung ist ein hoher Freundschaftsbeweis. Das macht man nicht bei jedem. Ganz deutlich ist mir der Geruch in der Nase. Die Mischung aus Waschmittel und Rauch. Vielleicht ein Grund, warum ich Rauchgeruch bis heute nicht so schlimm finde wie manch anderer. Ich muss dabei immer an IKEA-Bettwäsche denken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.gesakram.de/nostalgiebetten-3a/"> </a></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 3</title>
		<link>https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-bett-3/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2015 13:07:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[hund]]></category>
		<category><![CDATA[jugend]]></category>
		<category><![CDATA[poster]]></category>
		<category><![CDATA[spitzboden]]></category>
		<category><![CDATA[wind]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gedruckte und echte Tiere Als ich 10 war, zogen wir knapp 300 Meter weiter in unser eigenes Haus. Mit dem Umzug wechselten wir nicht nur den Ort, sondern auch gleich noch den Landkreis und somit das Autokennzeichen. Ich mochte das Haus, aber es war das Haus meiner Eltern, sie verwirklichten ihre Träume von dem perfekten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-bett-3/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 3</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Gedruckte und echte Tiere</h1>
<p>Als ich 10 war, zogen wir knapp 300 Meter weiter in unser eigenes Haus. Mit dem Umzug wechselten wir nicht nur den Ort, sondern auch gleich noch den Landkreis und somit das Autokennzeichen. Ich mochte das Haus, aber es war das Haus meiner Eltern, sie verwirklichten ihre Träume von dem perfekten Zuhause, nahmen <span id="more-1488"></span>kleinere Schönheits-OPs in Angriff und mit der Zeit auch die ein oder andere Ausbuchtung nach unten und nach vorn. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich Veränderungen in meinem Zuhause zwiegespalten gegenüberstehe – und so bleiben Haus und Garten in meiner Erinnerung primär in ihrer Erstfassung erhalten. Von den Veränderungen so gut wie nicht betroffen war allerdings mein Bett.</p>
<p>Mein Bruder und ich bekamen Zimmer nebeneinander, in denen jeweils ein Zugang zum Spitzboden geschaffen wurde. Wir hatten also jeder ein zweistöckiges Zimmer mit Leiter.</p>
<p>Der Spitzboden war so hoch, dass ein Erwachsener in der Mitte stehen konnte. Ich mutmaße, dass dieser Erwachsene meine Mutter war.</p>
<h2>Kontakt zur Außenwelt</h2>
<p>In der rechten Ecke befand sich mein Bett – das Stapelbett, ein anderes hätte auch nicht hingepasst. Die hingelegten Eckpfosten des Etagen-/Hochbetts bildeten den Abschluss am Kopf- und Fußende. Das Bett stand an der Außenwand, um mich herum war also auf drei Seiten „draußen“. Neben dem Fußende war ein Dachfenster, durch das ich, auf dem Rücken liegend, den Himmel sehen konnte. Anfangs machte ich das Rollo noch runter, denn schließlich dachte ich, ich brauche Dunkelheit zum Schlafen. Dann stellte ich fest, dass dem nicht so ist, weil es viel schöner ist, wenn man aufwacht und rausgucken kann. Den Himmel als solchen erkennen kann man auch mit kurzsichtigen Augen. Seitdem schlafe ich ohne Verdunklung.</p>
<div id="attachment_1489" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/schlümpfe.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1489" class="size-medium wp-image-1489" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/schlümpfe-300x168.jpg" alt="Terriermischling mit Frauchen" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1489" class="wp-caption-text">Der Hund und ich</p></div>
<p>An der Außenwand neben mir befand sich mein Bücherregal, an den schrägen Wänden brachte ich Poster an. Viele, viele Poster. Bis alles voll war. Ich war damals noch jung und unschuldig, dementsprechend handelte es sich um Tierposter aus der Apotheke, Postkarten und andere augenfreundliche, aber wenig anregende Motive. Auf dem Boden lag der Teppich aus meinem alten Kinderzimmer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1490" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/asta.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1490" class="size-medium wp-image-1490" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/asta-300x168.jpg" alt="Schlumpflandschaft" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1490" class="wp-caption-text">Unter den Schlümpfen: der besagte Teppich, neben den Schlümpfen: das besagte Stapelbett, hinter den Schlümpfen: der weißlackierte Bettpfosten</p></div>
<p>Ich liebe es, wenn mein Bett mir akustisch den Kontakt zur Außenwelt ermöglicht. An der Außenwand stand eine Kiefer. Windete es, schlug sie direkt neben mir gegen die Außenwand. Regen prasselte auf das Dachfenster und die Dachpfannen über mir. Im Sommer ließ ich das Fenster offen und konnte in meinem Ex-Heimatort die Schranke mit ihrem anmutigen Pling-pling heruntergehen hören.</p>
<p>Sieben Jahre lang habe ich die Nächte in diesem Bett verbracht. Manchmal frage ich mich, warum ich bei dem Gedanken nicht wehmütiger werde. Aber letztlich ist die Jugend eine Zeit des inneren Aufbruchs, vielleicht hatte ich einfach keine Nerven, gemütlich im Bett zu liegen und die Zeit zu genießen. Ich hörte Radio und die alten Beatles- und Neil-Young-Platten meiner Mutter, ich ging aufs Gymnasium und lernte erstaunlich wenig, ich las die Agatha-Christie-Bücher meines Englischlehrers, ich war gut in Deutsch, solange ich Aufsätze schreiben durfte. Ich hatte Rennmäuse und einen Hund – den besten Hund der Welt, übrigens, wie jeder bestätigen wollen wird.</p>
<div id="attachment_1491" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1491" class="size-medium wp-image-1491" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing-300x249.jpg" alt="Zeichnung von Terriermischling" width="300" height="249" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing-300x249.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing-768x639.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing-1030x856.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing-1500x1247.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing-705x586.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/03_drawing-450x374.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-1491" class="wp-caption-text">Der beste Hund der Welt.<br />Zeichnung von Jan Philipp Schwarz</p></div>
<p>Aber all das ist nicht mit dem Bett verknüpft, denn das war oben und mein Alltagsleben spielte sich unten im Zimmer ab. Mein Leben blieb unten, wenn ich abends ins Bett ging.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/1e742a20e5d44cdc965021df4deb6c27" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 2a, ein Fremdbett</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 16:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teppichtiere Ein Einbauschrank mit weißlackierten Türen, an denen Tiere aus rauem Teppich kleben, das Auge in einer anderen Farbe als den Körper (Bär, Krokodil &#8230; was gab es noch? Wer aus der Familie erinnert sich? Irgendein blaues Tier war da noch.) Harter Boden, aber ein weißer Flokati vor dem Bett, das in eine Aussparung am [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Teppichtiere</h1>
<p>Ein Einbauschrank mit weißlackierten Türen, an denen Tiere aus rauem Teppich kleben, das Auge in einer anderen Farbe als den Körper (Bär, Krokodil &#8230; was gab es noch? Wer aus der Familie erinnert sich? Irgendein blaues Tier war da noch.)</p>
<p><span id="more-1483"></span>Harter Boden, aber ein weißer Flokati vor dem Bett, das in eine Aussparung am Ende des Einbauschrankes gekuschelt ist. Früher stand hier ein Etagenbett, sagt Mama, die es wissen muss, denn sie hat hier jahrelang gewohnt. Mutmaßlich gab es damals den faszinierenden elektrischen Rollladen noch nicht, wohl aber vielleicht die Gardinen aus grobem, gelben Stoff.</p>
<p>Es spielt keine Rolle, denn ich liege in der schönsten Wendebettwäsche, die das Reihenendhaus herzugeben hat: blau mit weißen Sternchen auf der einen Seite, weiß mit blauen Sternchen auf der anderen. Ich bin zu Besuch bei meiner Großmutter, es ist Sommer und wir haben eine Woche nur für uns. Wir werden in Museen gehen, im Garten Kirschen und/oder Himbeeren (mit Wurm oder ohne) und/oder Walderdbeeren essen. Ableger dieser Walderdbeeren tragen mittlerweile in meinem eigenen Garten Früchte. In meinem Garten blühen auch die pinken Nelken mit den flauschigen Blättern.</p>
<p>Im Raum neben dem Bett war das Badezimmer mit der lustigen Klospülung zum Drücken und dem Doppelwaschbecken mit den mir bis dahin unbekannten Ein-Hebel-Mischern. Es gab eine große Auswahl verschiedentlich gestreifter Zahnputzbecher und einen Vorhang mit Fischen drauf.</p>
<p>Im anderen Nebenraum hatte meine Großmutter ihr Schlafzimmer mit azurblauem Linoleum, ebenfalls mit Flokati.</p>
<h2>Friedliche Abenteuer</h2>
<p>Morgens gab es in der Küche am Ausziehtisch Frühstück, manchmal aß ich Honig, weil es für ihn so einen lustigen wassermühlenähnlichen Rausmacher gab. Aus kleinen, dickwandigen Gläsern trank ich „becker‘s besten“ Apfelsaft, den man aus dem Kellerraum mit der Bunkertür holte. Weiter hinten im Keller befand sich die Waschküche mit der Wäscheleine, an der aufblasbare Kleiderbügel hingen. Die Gerüche sind heute so vertraut wie damals, das Gefühl der Treppe an meinem Fuß ebenso wie der Lagerplatz der Plastikschälchen im Schrank – und der „Noch eine“-Eiswaffeln.</p>
<div id="attachment_1484" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Schälchen-Gromu.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1484" class="size-medium wp-image-1484" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Schälchen-Gromu-300x168.jpg" alt="Schälchen und Glas" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1484" class="wp-caption-text">Stapelbare Plastikschälchen, prädestiniert für Eis mit Waffel. Oder Schokocreme mit Waffel.</p></div>
<p>Das Bett ist der Inbegriff des friedlichen Abenteuers, denn meine Großmutter war unternehmungs- und abenteuerlustig, wenn ein Enkelkind zu Besuch war, aber nie hektisch. Wir gingen spazieren, tranken Sherry (da war ich schon älter) bei ihrer Freundin Eckchen, besuchten Ausstellungen und saßen in den grünen Drehsesseln und lasen. Für meine Großmutter war es so selbstverständlich, sich zum Essen umzuziehen, wie es für mich selbstverständlich war, das nicht zu tun.</p>
<p>Mit etwa 16 Jahren habe ich das letzte Mal eine Woche bei ihr verbracht. Mein Bruder war kurz vorher bei ihr gewesen, was ungewöhnlich war, denn normalerweise verbrachte nur einer von uns pro Jahr eine Woche bei ihr.</p>
<p>Großmutter und ich fuhren nach Hildesheim und bekamen irgendwann Hunger. „Sollen wir uns irgendwo ne Pizza reinziehen?“, fragte die 83-Jährige und wir gingen ins Limerick, wo – nicht übermäßig überraschend – Limericks auf der Speisekarte standen. Wir zitierten uns bekannte Limericks und ersannen neue.</p>
<p>Am Abend werde ich müde über den Flokati geschlurft und ins Bett gefallen sein, die Sternchenbettwäsche bis zur Nase hochgezogen und voller Vorfreude auf den nächsten Tag.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/1ad1a9a386ce4032a5b2c92cc71cd3db" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 2</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2015 07:49:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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		<category><![CDATA[eigenes reich]]></category>
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		<category><![CDATA[kinderzimmer]]></category>
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		<category><![CDATA[puppenstube]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist noch Restbuch da? Als mein Bruder schon eine Weile in der Schule war, wurden wir räumlich getrennt. Ich zog in die Küche – die den Raum allerdings vorher verlassen hatte. Sie stand jetzt da, wo sich vorher das Ehebett der Eltern befunden hatte, das wiederum ins alte Kinderzimmer gezogen war. Unser Etagenbett zog als [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Ist noch Restbuch da?</h1>
<p>Als mein Bruder schon eine Weile in der Schule war, wurden wir räumlich getrennt. Ich zog in die Küche – die den Raum allerdings vorher verlassen hatte. Sie stand jetzt da, wo sich vorher das <span id="more-1470"></span>Ehebett der Eltern befunden hatte, das wiederum ins alte Kinderzimmer gezogen war. Unser Etagenbett zog als Hochbett mit mir um. Mein Bruder zog in die Praxis meiner Mutter. Die Praxis wurde in die riesige Halle verlegt. Das Wohnzimmer behielt seinen alten Platz.<br />
Am Kopfende meines Bettes hatte ich nun ein ehemaliges Klofenster, durch das es zog. Vielleicht rührt daher meine Zuneigung zu quadratischen Fenstern, durch die es zieht. Zum Verdunkeln hatte ich ein Stück dunkelblauen Cord, denn ich an drei Schrauben aufhängte. Die mittlere Schraube war ein bisschen niedriger als die anderen. Links neben dem Bett hing ein Engel, den meine Großeltern mir aus Italien mitgebracht hatten.<br />
Die Wand neben dem Bett war mit Holz verkleidet, denn wir befanden und in den 80ern und das war noch immer in oder meine Eltern nicht darüber informiert, dass es nicht mehr in war. So genau weiß ich das nicht. Ich habe immer gern die Maserung angeguckt. Heutzutage muss ja immer auf den Boden starren, wenn es einen nach Maserung gelüstet. Und dann heißt es, die Smartphones würden zu schlechter Haltung führen. Dabei ist es nur die Abwesenheit von Maserung auf Augenhöhe.</p>
<div id="attachment_1472" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2.1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1472" class="size-medium wp-image-1472" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2.1-300x168.jpg" alt="Engel" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1472" class="wp-caption-text">Engel, mittelhübsch</p></div>
<p>In diesem Bett habe ich angefangen, Bücher zu lesen. Ich lese nämlich am liebsten im Bett. Auf dem Bauch liegend. Dass ich gelesen habe, lag daran, dass ich es nun endlich konnte, weniger am Bett. Wobei man sich jetzt natürlich fragen könnte, ob sich mein Leseverhalten in einem anderen Bett anders entwickelt hätte. Tagsüber las ich nämlich auch damals kaum, das Bett war schließlich „oben“, da geht man ja nicht mal eben so hin. Dann lieber auf dem Boden sitzen und malen. Heutzutage arbeite ich am Schreibtisch, weil der Computer da ist, das widerstrebt mir auffallend. Meine Hausaufgaben habe ich Zeit meines Lebens auf dem Fußboden gemacht, wenn es denn lohnenswert schien, das Heft aufzuschlagen. Ihr werdet mir sicher zustimmen, dass das viel besser geht.</p>
<p>Das Bett war Zentrum meines ersten eigenen Reichs. Ich durfte den Teppich aussuchen (9 DM/qm) und die blaue Farbe für die Wände. Die Deckenhöhe betrug etwa vier Meter, ich hatte ein großes Fenster zur Straße, das, anders als die anderen Fenster, denn es war ja schließlich eigentlich das Ex-Küchenfenster, keinen Rollladen hatte. Ich bekam ein dunkelgrünes Stoffrollo. Damals schlief ich in absoluter Dunkelheit und hätte sicher behauptet, nicht anders schlafen zu können.</p>
<h2>Kinderzimmer oder Küche</h2>
<div id="attachment_1471" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1471" class="size-medium wp-image-1471" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2-300x168.jpg" alt="Hochbett" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1471" class="wp-caption-text">Unterm Bett die Puppen</p></div>
<p>Das Gefühl zu diesem Bett ist stark ambivalent. Denn, man mag es kaum glauben, ich mag keine Veränderungen. Wenn sich etwas verändert, überfällt mich sofort die Sorge, dass ich vergessen könnte, wie es vorher war. Ich habe das Gefühl, meine eigene Vergangenheit zu verraten – und sei es nur, dass das Zimmer umgestellt wird. Was, wenn ich vergesse, wie es vorher war?<br />
Ja, was eigentlich?<br />
Man könnte das auch deutlich entspannter angehen. Inzwischen weiß ich, dass ich mir so gut wie alles merke, jedenfalls fühlt es sich so an. Ich weiß aber, dass ich auch Dinge vergessen habe. Dazu kommen wir bei Bett 17.<br />
Ich mutmaße, dass ich mir schon damals vorstellte, wie es in meinem alten Bett war.<br />
Wenn ich heute vor dem Haus stehe und das Fenster sehe, sage ich weise zu meinen Kindern: „Das da war mal mein Kinderzimmer“ und stelle mir gleichzeitig die alte Küche vor.</p>
<p>Mit diesem Bett kam also die größere Verantwortung. Es gehörte nie zu meinen Eigenschaften, Probleme mit ins Bett zu nehmen. Das mache ich auch heute noch nicht. Wenn ich ins Bett gehe, wartet mein Buch auf mich und ich mache es mir unter der Decke gemütlich.<br />
Mein größtes Prä-Bett-Problem war ergo damals wie heute: Was lese ich? Ist noch Restbuch da? Ich langte nach dem Buch auf der Fensterbank und alle akuten Probleme waren gelöst. Über den Rest kann man schlafen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2015 10:59:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keimzelle meines Wohlfühlfaktors Ich habe ein Exemplar von „Mein Leben in Häusern“ bekommen und es fürs Buch-Magazin rezensiert (erscheint im November). Ich stehe auf Nostalgie, sie darf ruhig triefen und mich zum Weinen bringen. Margaret Forster hat mich nicht be- oder gerührt, das fand ich schade, denn das Buch ist an sich wirklich schön. Vielleicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Keimzelle meines Wohlfühlfaktors</h1>
<p>Ich habe ein Exemplar von „Mein Leben in Häusern“ bekommen und es fürs Buch-Magazin rezensiert (erscheint im November). Ich stehe auf Nostalgie, sie darf ruhig triefen und mich zum Weinen bringen. Margaret Forster hat mich nicht be- oder gerührt, das fand ich schade, denn das Buch ist an sich wirklich schön. Vielleicht liegt es aber auch an mir und ich bin einfach besonders <span id="more-1434"></span>emotional, was die Bleiben meiner Vergangenheit angeht.</p>
<div id="attachment_1435" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Forster-Häuser.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1435" class="size-medium wp-image-1435" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Forster-Häuser-300x168.jpg" alt="Buch im Bett" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1435" class="wp-caption-text">&#8222;Mein Leben in Häusern&#8220; von Margaret Forster</p></div>
<p>Ich habe mich bereits über das Thema <a href="https://www.textfuss.de/heimat/">„Heimat“</a> ausgelassen, meine Zeit in <a href="https://www.textfuss.de/blogparade-frankreich/">Frankreich</a> analysiert und von meinem <a href="https://www.textfuss.de/kirchwerder/">jetzigen Wohnort </a>geschwärmt. <a href="http://www.gesakram.de/kirchwerder/"><br />
</a></p>
<p>Ich habe sogar darüber philosophiert, warum ich <a href="http://www.ferngeweht.de/reisen-oder-direkt-wegziehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lieber umziehe als reise</a>.</p>
<p>Allein über meine Unterkünfte habe ich noch nicht genug gesagt. Anfangs waren es Zimmer, eines Tages Wohnungen und inzwischen ist es ein Haus. Der ausschlaggebende Ort meiner Bleibe ist aber das Bett. Und nein, ich rede hier nicht von der Qualität der zwischenmenschlichen Aventüren, die mein Bett bereicherten oder auch nicht. Ich rede davon, wie es ist, im Bett zu liegen und es gemütlich zu finden.</p>
<p>Das Bett als Keimzelle meines Wohlfühlfaktors. Ich liebe mein Bett. Ich könnte da immer sein. Und lesen.</p>
<p>Manchmal kann ich nicht schlafen, manchmal will ich auch einfach noch nicht schlafen. Um wirr umherkreisende Gedanken einzufangen, konzentriere ich mich auf die Betten, in denen ich einst meine Nächte verbrachte. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, ich läge in einem früheren Bett. Wenn ich besonders viele wuselige Gedanken habe, gehe ich alle Betten meiner Vergangenheit in chronologischer Reihenfolge durch.</p>
<p>Es sind viele Betten. Und damit meine ich nur die in meinen ehemaligen Wohnstätten. Wenn ich mich besonders intensiv ablenken möchte, gehe ich alle anderen Betten durch. Damit meine ich gar nicht unbedingt nur die ausgelagerten Austragungsorte sexueller Aktivitäten, sondern vielmehr auch das Bett bei meiner Großmutter, die Liege, auf der ich bei meiner besten Freundin nächtigte, überhaupt – Besuchsbetten.</p>
<p>Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlte, in diesem Bett zu liegen. Wie fühlte sich die Matratze an, gab es einen Luftzug &#8211; und von wo kam er? Was befand sich neben mir, wo war die Wand? In welcher Richtung lag der Rest vom Zimmer? Je genauer ich mir die Details ins Gedächtnis rufe, desto intensiver merke ich, wie es mir damals ging, was mich beschäftigte, wie ich mich fühlte. Damals, als ich jeden Abend in jenes Bett ging.</p>
<p>Aber von vorn.</p>
<h2>Unten im Etagenbett</h2>
<p><strong>Bett 1</strong> – natürlich ist das nicht mein allererstes Bett. Es ist das erste, an das ich mich erinnere. Eine Zeitlang schliefen mein Bruder und ich in Stapelbetten, das sind ganz flache Betten, die man – so man denn will und wie der Name schon sagt – übereinanderstellen kann, wenn man eins mal nicht braucht. Aus diesen Betten baute unser Vater ein Etagenbett.</p>
<p>Ich hatte die untere Schlafstatt und mit Glück hatte ich die dunkelgrün karierte Bettwäsche in Benutzung (das ist nicht die auf dem Bild), die immer so schön kühl war. Am Rand entlang lagen diverse Kuscheltiere, am Kopfende ein grünes Kissen mit Gesicht und rotkarierten Schlappohren und Kügelchenfüllung. Am Fußende stand die Goldkiste – ein Mucki-Eiskarton mit silberner Beschichtung zur Aufbewahrung persönlicher Schätze. Die Wand neben dem Bett war mit Holz verkleidet, denn wir befanden uns in den 1970er-Jahren und da war schließlich so viel wie möglich mit Holz verkleidet.</p>
<div id="attachment_1436" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1436" class="size-medium wp-image-1436" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-1-300x224.jpg" alt="Etagenbett im Kinderzimmer" width="300" height="224" /></a><p id="caption-attachment-1436" class="wp-caption-text">Gemütlich und mit Adventskalendersäckchen</p></div>
<p>Unser Kinderzimmer war riesig, hatte<span style="line-height: 1.5;"> </span><span style="line-height: 1.5;">einen halbrunden Erker und</span><span style="line-height: 1.5;"> mutmaßlich Stuck an der Decke. Das große Fenster zum Garten war doppelt verglast und eines Tages entdeckten wir Bakterien im Zwischenraum. Oder das, was wir dafür hielten. Es waren wohl Fliegeneier, damit war unsere Einschätzung ja nicht weit von der Realität entfernt. Es gab im Zimmer eine Malwand, das war irgendeine weiße Platte, auf der man mit Buntstiften malen konnte. Unser Schrank war erst mattrot, dann gelb-weiß gestreift. Später sollte er als weißer Schrank im Carport stehen und schlussendlich – nach Öl müffelnd – in meiner Berliner Wohnung stranden.</span></p>
<p>Wenn ich auf dem Rücken im Bett lag, konnte ich durch den Rolllattenrost die Schaumstoffmatratze meines Bruders sehen. Sie hatte einen dunkelbraunen Bezug mit orangenen und gelben Blümchen (sehr ähnlich übrigens wie die Tapete in dem kleinen Badezimmer, nur, dass da noch weiße Blümchen und grüne Blättchen drauf waren).</p>
<p>Ich trug damals Frottee-Schlafanzüge und nuckelte am Daumen. Wenn ich an dieses erste Bett denke, spüre ich die etwas steife Schafwolldecke auf meinem Rücken, denn ich lag auf dem Bauch, meinen Kopf auf die verschränkten Arme gelegt. Und ja, dabei kann man nuckeln. Wenn ich daran denke, sehe ich meine eigenen Kinder vor mir, wie sie schlafen. Niemand sieht so gemütlich aus wie ein schlafendes Kind. Das mag der Grund sein, warum ich dieses Bett als besonders gemütlich in Erinnerung habe.</p>
<p>Wenn ich mich in dieses Bett träume, kommt mir die Kindheit in all ihrer Schönheit entgegen. Der riesige Garten, die Billewiesen und der Wald in Sichtweite vom Kinderzimmerfenster. Ich erinnere mich an den Geruch der Kopkis, der mit Dachpappe beschlagenen Holzkisten. In der großen lagerten Gartengeräte, in der kleinen Sandspielzeuge und Kindergartengeräte. Sie standen am Rhododendron, der so riesig war, dass man innen auf ihm rumklettern konnte.</p>
<p>Ich drifte ab zum Kindergarten, zu meinen Freunden &#8230; aber nein, ich wollte ja ans Bett denken. Abends nach einem aufregenden Tag ins Bett gehen. Jeden Abend. Denn damals waren die Tage immer aufregend.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/f9ae8c241ec6453da13e7a6329f0a9c9" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Und Ihr? Wie sieht Eure Erinnerung an Euer Bett im Kinderzimmer aus?</p>
<p>&nbsp;</p>
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