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	<title>bett Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>bett Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Unordnung ist gefährlich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gesa Füßle]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 17:44:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Überschrift, die aus meiner Feder eher unglaubwürdig klingt. Wer mich kennt, weiß, dass Unordnung nur ein von der Gesellschaft aufgezwungenes Konzept ist, das man spielend leicht umgehen kann. Indem man sich einfach merkt, wo die Dinge sind, die man da hat fallen lassen, wo man gerade stand. Easy. Woher also dieser Sinneswandel? Keine Sorge, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Überschrift, die aus meiner Feder eher unglaubwürdig klingt. Wer mich kennt, weiß, dass Unordnung nur ein von der Gesellschaft aufgezwungenes Konzept ist, <span id="more-2997"></span>das man spielend leicht umgehen kann. Indem man sich einfach merkt, wo die Dinge sind, die man da hat fallen lassen, wo man gerade stand. Easy.</p>
<p>Woher also dieser Sinneswandel? Keine Sorge, es gibt gar keinen. Die Überschrift läutet nur einen Tatsachenbericht ein, der mich jedoch nicht auf Dauer bekehren wird. Seit Barbara Perfahl dereinst <a href="http://www.die-wohnpsychologin.de/2015/04/erfahrungsbericht-wohnpsychologische-beratung-home-office/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mein Arbeitszimmer mit mir neu gestaltet hat</a>, ist viel passiert. Tatsächlich habe ich ein besseres Sortiersystem (gleiche Dinge an den gleichen Platz – klingt so, als würde man das eh so machen, es ist aber erstaunlich, wie oft das nicht der Fall ist), aber meine Tendenz zur Unordnung bleibt und wird von mir auch nicht aktiv bekämpft. Das wochenendliche Erscheinen von AirBnB-Gästen fördert zumindest das regelmäßige Aufräumen der Gästezimmereinflugschneise.</p>
<h2>Restholzstapel</h2>
<p>Wie auch immer. Als mein Fachwerk fertig renoviert war, wollten die Zimmermänner die alten Balken und das Holz vom Gerüst wieder mitnehmen. Ich schritt ein, schließlich war das Gerüst bezahlt worden und aus dem Holz könnte man sicher was Tolles bauen. Gartenmöbel zum Beispiel.</p>
<div id="attachment_3000" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3000" class="size-medium wp-image-3000" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb-450x338.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbaubettweb.jpg 2016w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-3000" class="wp-caption-text">Pfosten aus Gerüstbrettern, Rest aus Dachlatten</p></div>
<p>So lag das Holz nun also fast zwei Jahre in meinem Garten.</p>
<p>Im Februar fing ich an, Pläne für ein neues Bett zu machen, das fix umgesetzt wurde.</p>
<p>Im Juni hatte ich endlich eine gute Idee für eine Bank.</p>
<p>Der Holzstapel war nun so weit reduziert, dass er in den Keller wandern konnte. War aber trotzdem immer noch recht groß. Also zeichnete ich Baupläne für eine weitere Bank. Dafür holte ich zwecks Ausmessen und Schnittoptimierung diverse Bretter und Dachlatten wieder aus dem Keller hoch. Dann überkam mich akute Unlust und ein Eilauftrag, und da lagen sie nun. Als ich nur wenige Tage später im Dunkeln aus dem Badezimmer kam, stieß ich mir den mittleren Zeh des linken Fußes an einer der zugegebenermaßen nicht besonders geschickt platzierten Dachlatten. Salbe draufgeschmiert, ins Bett gegangen, am nächsten Tag Schmerzen, Krankenhaus, Zeh gebrochen, humpelhumpel. Folge: Am nächsten Tag den Freund die Bretter zusägen lassen, am Tag darauf die Bank gebaut. Währenddessen kam mir noch die Idee, ein Gartentor zu bauen. Nun werde ich also nachher ein paar Dachlatten hochholen und in die Diele legen, um dann in den nächsten Tagen … Ich weiß ja jetzt, wie man einen Dachziegelverband anlegt.</p>
<div id="attachment_2998" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2998" class="size-medium wp-image-2998" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/SelbstbauBeachClubBankweb-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/SelbstbauBeachClubBankweb-300x169.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/SelbstbauBeachClubBankweb-768x432.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/SelbstbauBeachClubBankweb-1030x579.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/SelbstbauBeachClubBankweb-1500x844.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/SelbstbauBeachClubBankweb-705x397.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/SelbstbauBeachClubBankweb-450x253.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2998" class="wp-caption-text">Fachwerkständer als Füße, Gerüstbrett als Sitzfläche</p></div>
<h2>Bauen <del>ohne Sinn und Verstand</del> nur mit Zollstock und defektem Geodreieck</h2>
<p>Sachen aus Holz zu bauen, macht mir jedenfalls unglaublich Spaß, wenn ich nicht allzu sehr auf rechte Winkel und exakte Schnitte achten muss. Präzisionsarbeit mag ich nur am Text. Baut mehr Sachen! Denn, wie sagte ein nicht besonders weiser Mann neulich in seiner nicht besonders guten Rede: „Wenn ein Baum gefällt werden muss, kann man sogar das Holz verwenden!“ Die Tatsache, dass er sich bei der Holzverwendung auf Rumstehbaumscheiben beschränkt, zeigt, wie vielseitig man Holz einsetzen kann. Nämlich praktisch und dekorativ. Oder unpraktisch und doof. So viele Möglichkeiten!</p>
<div id="attachment_2999" style="width: 179px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2999" class="size-medium wp-image-2999" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb-169x300.jpg" alt="" width="169" height="300" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb-169x300.jpg 169w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb-768x1365.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb-579x1030.jpg 579w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb-844x1500.jpg 844w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb-397x705.jpg 397w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb-450x800.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Selbstbauterrassenbankweb.jpg 1836w" sizes="(max-width: 169px) 100vw, 169px" /><p id="caption-attachment-2999" class="wp-caption-text">Dachlatten und ein paar breitere Bretter</p></div>
<p>Nun werde ich immer, wenn ich mein Gesäß auf die Bank niederlasse, an meinen gebrochenen Zeh denken müssen. Und an die lustige Dame am Krankenhausempfang, die mich fragte, welcher Zeh es sei.</p>
<p>Ich: „Der mittlere.“</p>
<p>Sie: „Der zweite oder der dritte?“</p>
<p>Ich: „Der dritte. Ich habe fünf Zehen.“</p>
<p>Sie, lachend: „Ach ja, stimmt. Ich habe um sechs Uhr angefangen. Das ist echt nicht meine Zeit.“</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 10</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gesa Füßle]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jun 2019 10:14:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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		<category><![CDATA[unterwasserarchäologie]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<section  class='av_textblock_section av-jwvvjogs-b1162ad10fb1d101a629115e9e4e7973 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h1>Das erste Bett mit Küchenzeile</h1>
<p>Wenn ich nicht einschlafen kann, stelle ich mir vor, in einem Bett meiner Vergangenheit zu liegen. Dann kommen sofort alle Erinnerungen an damals hoch: Was konnte ich sehen, wie fühlte es sich an, wie fühlte ich mich?<span id="more-2955"></span></p>
<p>Nach meinem Grundstudium in Tübingen und dem etwas unglücklichen Intermezzo in Groningen kam ich mit einem großen Koffer in Schweden an. Endlich wieder ein richtiges Auslandsjahr!</p>
<h2>Wohnung statt Zimmer</h2>
<p>Ich hatte ein Zimmer in einem Wohnheim erwartet. Stattdessen bekam ich: meine erste eigene Wohnung. Die Hochschule in der Nähe von Stockholm war noch ganz neu und lag direkt neben dem größten Krankenhaus des Landes. In den nahe gelegenen lila-orangen Hochhäusern gab es diverse Ein-Zimmer-Wohnungen, die ursprünglich für die Belegschaft des Krankenhauses gebaut worden waren. Nun standen einigen von ihnen den paar Erasmus-Student*innen zur Verfügung, die die Hochschule in diesem Semester zum ersten Mal aufnahm.</p>
<div id="attachment_2958" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2958" class="size-medium wp-image-2958" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-300x226.jpg" alt="" width="300" height="226" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-300x226.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-768x579.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-1030x776.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-1500x1131.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-705x531.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-450x339.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2958" class="wp-caption-text">Fenster mit Lüftungsspalt in der Mitte und umsteckbaren Fenstergriff rechts</p></div>
<p>Ich war überwältigt. Eine Küchenzeile, ein Tisch mit zwei Stühlen, ein Bett mit Bettwäsche und Überdecke, ein Schreibtisch, ein Regal, sogar ein Flickenteppich und zwei Platzsets sowie Töpfe, Geschirr und Besteck für zwei Personen. Alles brandneu von IKEA. Außerdem ein komplett mit Linoleum (oder was auch immer, irgend so ein Plastikkram) ausgekleidetes Bad ohne extra Duschkabine. Duschte man, wurde eben alles nass. Aber was macht das schon?</p>
<p>Meine Wohnung war im achten Stock. Mein Bett stand in einer Nische, die durch das Treppenhaus zustande kam. Die Fenster konnte man öffnen, es gab aber für beide nur einen Griff, den man hin und her steckte. Halte ich bis heute für eine völlig unterschätzte Sparmaßnahme.</p>
<h2>Das Bett</h2>
<p>Eine gestreifte Rollmatratze, ein Rollrost, ein Kissen, eine Decke, ein Bettwäscheset. Dunkelblau mit Blumen. Die günstige Variante der Bettwäsche, die ich heute auf meinem Bett habe.</p>
<p>An den Wänden befestigte ich Landkarten, weil ich keine Poster mitgebracht hatte. Überm Bett hing meine Hamburgflagge. Vom Bett aus sah ich meinen Schreibtisch, der gleichzeitig als mein Nachttisch fungierte. Daran klebte der Spruch „Inget är som man tror, inget är som det säger sig vara“ (Nicht ist, wie man denkt, nichts, wie es zu sein scheint), ein Zitat aus einem meiner damaligen Lieblingsbücher (note to self: dringend mal wieder lesen!) <em>De ensamma pojkarna</em> von Mats Olsson. Außerdem noch eine Postkarte mit einem weiteren schlauen Spruch, auf den ich jetzt nicht komme. Die Postkarte scheint verschollen zu sein.</p>
<div id="attachment_2956" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2956" class="size-medium wp-image-2956" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-300x207.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-768x530.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-1030x710.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-1500x1035.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-705x486.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-450x310.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2956" class="wp-caption-text">Bett an Schreibtisch</p></div>
<p>In diesem Bett lag ich mit meiner Gürtelrose (als noch kein Ausschlag in Sicht war und somit die Ursache der echt ätzenden Schmerzen vollkommen unklar). Auf diesem Bett saß ich mangels Sofa mit den zahlreichen Menschen, die mich in Schweden besuchten. In diesem Bett lag ich, als sich mitten in der Nacht Schreie durchs Treppenhaus nach unten bewegten. Weibliche Schreie, gefolgt von männlichen.</p>
<p>Was tun? Die Tür des Treppenhauses mündete nach draußen, ich würde die beiden also acht Stockwerke weiter unten aus dem Haus laufen sehen und mir eine Meinung bilden können, was zu tun sei. Ich trat an mein Fenster und sah nach unten. Feuerwehr. Leute. Absperrungen. Mehr Feuerwehr. Richtig, richtig viel Feuerwehr.</p>
<p>Daher also die Schreie. War gar nichts Persönliches. Ich dachte mir, dass ich wohl auch besser das Haus verlassen sollte. Auch ich nahm die enge Wendeltreppe. Im vierten Stock kam mir ein Feuerwehrmann mit seinem langen Schlauch (Entschuldigung) entgegen. Er teilte mir mit, dass ich hier nun nicht weitergehen könne und die Treppe am anderen Ende des Flurs nehmen solle. Ich durchquerte den ziemlich verrauchten Flur im vierten Stock und spazierte die andere Treppe hinab. Später erfuhr ich, dass genau in dem Stockwerk das Feuer gewesen war. Interessant. Dass nie irgendein Feueralarm losgegangen war, versteht sich da fast von selbst.</p>
<h2>Erwachsen werden</h2>
<div id="attachment_2957" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2957" class="size-medium wp-image-2957" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-300x205.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-768x526.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-1030x705.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-1500x1027.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-705x482.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-450x308.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2957" class="wp-caption-text">Man beachte mein Radio-Kassettenrecorder-Kombigerat. Das habe ich Jahre später für 5 DM an meinen Nachbarn verkauft</p></div>
<p>Ich habe sehr gern in dem Bett gelegen, auch wenn die Matratze selbst für mich ziemlich dünn war. Ich liebe die typischen schwedischen Wohnungstüren mit der eingebauten Klingel und die Küchenschränke mit dem Plastiknupsi, die sich nur mit Widerstand schließen lassen.</p>
<p>Ich habe mich wohlgefühlt, auch wenn ich kaum wirklich persönlichen Kontakt mit meinen schwedischen Kommilitoninnen bekam. Die Hochschule sorgte sich sehr um das Wohl der internationalen Studierenden. Wir wurden mit Opern- und Museumsfreikarten überschüttet und ins Stadshus zum Essen eingeladen. Ich genoss die Zeit. Weil es ohnehin nichts gab, was mir anerkannt worden wäre, studierte ich Unterwasserarchäologie, Französisch, Ideengeschichte und noch einiges mehr. Wir hatten Tag und Nacht Zugang zum Computerraum und ich konnte mich zum ersten Mal völlig ungehemmt im Internet verlieren. Ich war viel allein in Stockholm unterwegs und fand das toll. Ich glaube, ich fühlte mich erwachsen.</p>
</div></section>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 5</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2015 14:35:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bett]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fernsehen und Toast Heute: mit Schwedischkalenderverlosung ohne jeden Bezug zum Thema, s. u. Wir befinden uns immer noch in dem Jahr, in dem ich in England zur Schule ging. Elfte Klasse (Lower Sixth). Ich schlief in Bett 4. Und dann kamen die Osterferien und ich flog nach Hause und das Unvorhergesehene passierte. Kurt Cobain nahm [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Fernsehen und Toast</h1>
<p>Heute: mit Schwedischkalenderverlosung ohne jeden Bezug zum Thema, s. u.</p>
<p>Wir befinden uns immer noch in dem Jahr, in dem ich in England zur Schule ging. Elfte Klasse (Lower Sixth). Ich schlief in <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-4/">Bett 4</a>.<span id="more-1545"></span></p>
<p>Und dann kamen die Osterferien und ich flog nach Hause und das Unvorhergesehene passierte. Kurt Cobain nahm sich das Leben, ich war krank und hörte den ganzen Tag Nirvana, Papa wurde 50 (das war vorhergesehen) und es kam ein Brief. Aus England.</p>
<p>Aus finanziellen Gründen würde meine Schule schließen. Da sie Teil der Woodard-Corporation war, würde man fürs gleiche Schulgeld auf eine andere Woodard-Schule gehen können. Und es wäre ja nur sinnvoll, gerade für diejenigen, die nicht direkt vor Abschlussprüfungen standen, direkt auf eine andere Schule zu wechseln.</p>
<p>Ich lag in <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-bett-3/">Bett 3</a> und wusste nur eins: Ich würde nicht sofort auf eine andere Schule gehen. Schließlich hatte ich die Mathe- und Deutschprüfungen im nächsten Term und überhaupt, keine zehn Pferde hätten mich vorzeitig aus dieser Schule bekommen. Meine Eltern akzeptierten meine Entscheidung, überlegten hin und her, ob ich nicht nach Deutschland zurückkommen sollte, auf Papas altes Internat, aber nein, nein.</p>
<p>Als ich nach Ostern zur Schule zurückkam, war alles anders.</p>
<p>An meinem Zimmer stand nicht mein Name. Mein Zimmer war jetzt am anderen Ende vom Flur, in mein altes Zimmer zogen zwei Zehntklässlerinnen.</p>
<p>Ich ging den Schrank tauschen.</p>
<p>Was war passiert?</p>
<p>Mit der Ankündigung der Schließung hatten sich viele Schülerinnen abgemeldet und auch einige Housemistresses (man kennt sie als „Hausmutter“ aus Hanni und Nanni) hatten bereits andere Anstellungen bekommen. Daher wurden die Zehntklässlerinnen, die ja vor dem GCSE-Abschluss standen und somit auf der Schule blieben, in unserem Haus einquartiert. Das, wir erinnern uns, ja doch recht viele leere Betten aufzuweisen hatte.</p>
<p>Von meinem Jahrgang waren genau zwei übrig: meine großartige japanische Freundin Kay und ich.</p>
<p>Unsere Housemistress Miss Watson war überhaupt gar nicht amused. Statt sieben (wir hatten im letzten Term noch eine Neue bekommen) bzw. zwei (die einzigen, die vom Jahrgang übrig waren) hatte sie nun um die zwanzig Schäfchen zu hüten. Was sie dazu veranlasste, uns beiden „Großen“ so viele Privilegien wie möglich zu verschaffen.</p>
<p>&#8211; Nein, ihr teilt euch den Gemeinschaftsraum nicht mit den Kleinen.</p>
<p>&#8211; Der Toaster aus der Küche gehört der Lower Sixth, den haben sich die Schülerinnen mal selber gekauft.</p>
<p>Miss Watson besorgte uns einen eigenen Fernseher. Wir stellten den Toaster und unsere Essensrationen in mein Zimmer. Es war ein kleines Zimmer: Bett, Schrank, Tisch, Kommode, voll. Aber der Fernseher passte auf den Schrank und aus Bananenkartons bauten wir eine Vorrichtung für Toaster und Wasserkocher. Der Bananenkarton hatte sogar eine Schublade für unsere Chipsrationen.</p>
<p>Kay verbrachte jede Minute bei mir, wenn wir nicht akut lernen mussten. Mein Bett diente uns als Fernsehsofa. Mein Bett war unser Lebensmittelpunkt. Da saßen wir und sahen fern und quatschten und hatten Spaß und ich fragte Kay nach links und rechts ab für ihre Fahrprüfung. (Ausgerechnet ich!) Es war ein großartiges Trimester und über ein Jahr lang dachte ich, eine schönere Zeit würde ich nie mehr erleben. Denn Unterricht allein ist zwar anstrengend, aber es gibt keinen vergeudeten Tag. In der Schule vergeudet, meine ich. All die Zeit, die ich bisher nur mit dem Warten auf das Unterrichtsende verplempert hatte.</p>
<p>Zeit, die ich mit unnötigen Diskussionen mit ebenso unnötigen Mitschülerinnen verschenkt hatte.</p>
<p>Vorbei.</p>
<p>Wenn ich am Abend in diesem Bett lag, war der Tag gut gewesen. Immer. Wenn ich morgens aufwachte, kam Kay herein und wir aßen Toast.</p>
<p>Es war eine friedliche Zeit, kein Stress – die einzigen Prüfungen, die anstanden, waren Deutsch und Mathe (aber da hatte ich die einfache Variante gewählt und das konnte sogar ich ohne Probleme), was sollte ich groß lernen, die anderen Fächer waren ja erst nächstes Jahr an der anderen Schule dran.</p>
<p>Die nächste Schule. Bereitete mir das Sorgen? Nein, ich glaube nicht. Es war klar, dass Kay und ich getrennter Wege gehen würden. Schlaflos hat mich das nicht gemacht. Ich habe gut geschlafen. Auch, als Jim nicht mehr am Wochenende kam, um mich auszuführen.</p>
<p>Und doch gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Bett 4 und 5. Bett 4 war die Verkörperung vom gemäßigten Auf-eigenen-Beinen-Stehen, das Abenteuer mit Planziel.</p>
<p>Bett 5 war die Abweichung vom Plan, die Alternativroute, der Auftakt zum Trip ins Ungewisse.</p>
<p>Ungewiss ist auch, wie ich jetzt die Überleitung von einem englischen Bett zu einem schwedischen Kalender mache.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1546" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Schwedischkalender.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1546" class="size-medium wp-image-1546" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Schwedischkalender-300x168.jpg" alt="Kalender auf Fensterbank" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1546" class="wp-caption-text">Schwedischkalender 2016, Serviervorschlag</p></div>
<p>Vielleicht lasse ich es lieber. Wenn Du einen <a href="http://sachsentorbuch.shop-asp.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=6D2376B4C2176D8428DAB75B1877FE43.www02?aUrl=90007507&amp;facetNodeId=-1&amp;searchString=schwedisch+sprachkalender&amp;mainsearchSubmit=Los%21" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwedisch-Sprachkalender</a> gewinnen möchtest, kommentiere hier bis Donnerstag, den 17.12.15 um Mitternacht rein, warum.</p>
<p>Am Freitag lose ich dann aus. Rechtsweg ausgeschlossen und so, Auszahlung auch, logisch.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 2a, ein Fremdbett</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 16:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bett]]></category>
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		<category><![CDATA[flokati]]></category>
		<category><![CDATA[großmutter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teppichtiere Ein Einbauschrank mit weißlackierten Türen, an denen Tiere aus rauem Teppich kleben, das Auge in einer anderen Farbe als den Körper (Bär, Krokodil &#8230; was gab es noch? Wer aus der Familie erinnert sich? Irgendein blaues Tier war da noch.) Harter Boden, aber ein weißer Flokati vor dem Bett, das in eine Aussparung am [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Teppichtiere</h1>
<p>Ein Einbauschrank mit weißlackierten Türen, an denen Tiere aus rauem Teppich kleben, das Auge in einer anderen Farbe als den Körper (Bär, Krokodil &#8230; was gab es noch? Wer aus der Familie erinnert sich? Irgendein blaues Tier war da noch.)</p>
<p><span id="more-1483"></span>Harter Boden, aber ein weißer Flokati vor dem Bett, das in eine Aussparung am Ende des Einbauschrankes gekuschelt ist. Früher stand hier ein Etagenbett, sagt Mama, die es wissen muss, denn sie hat hier jahrelang gewohnt. Mutmaßlich gab es damals den faszinierenden elektrischen Rollladen noch nicht, wohl aber vielleicht die Gardinen aus grobem, gelben Stoff.</p>
<p>Es spielt keine Rolle, denn ich liege in der schönsten Wendebettwäsche, die das Reihenendhaus herzugeben hat: blau mit weißen Sternchen auf der einen Seite, weiß mit blauen Sternchen auf der anderen. Ich bin zu Besuch bei meiner Großmutter, es ist Sommer und wir haben eine Woche nur für uns. Wir werden in Museen gehen, im Garten Kirschen und/oder Himbeeren (mit Wurm oder ohne) und/oder Walderdbeeren essen. Ableger dieser Walderdbeeren tragen mittlerweile in meinem eigenen Garten Früchte. In meinem Garten blühen auch die pinken Nelken mit den flauschigen Blättern.</p>
<p>Im Raum neben dem Bett war das Badezimmer mit der lustigen Klospülung zum Drücken und dem Doppelwaschbecken mit den mir bis dahin unbekannten Ein-Hebel-Mischern. Es gab eine große Auswahl verschiedentlich gestreifter Zahnputzbecher und einen Vorhang mit Fischen drauf.</p>
<p>Im anderen Nebenraum hatte meine Großmutter ihr Schlafzimmer mit azurblauem Linoleum, ebenfalls mit Flokati.</p>
<h2>Friedliche Abenteuer</h2>
<p>Morgens gab es in der Küche am Ausziehtisch Frühstück, manchmal aß ich Honig, weil es für ihn so einen lustigen wassermühlenähnlichen Rausmacher gab. Aus kleinen, dickwandigen Gläsern trank ich „becker‘s besten“ Apfelsaft, den man aus dem Kellerraum mit der Bunkertür holte. Weiter hinten im Keller befand sich die Waschküche mit der Wäscheleine, an der aufblasbare Kleiderbügel hingen. Die Gerüche sind heute so vertraut wie damals, das Gefühl der Treppe an meinem Fuß ebenso wie der Lagerplatz der Plastikschälchen im Schrank – und der „Noch eine“-Eiswaffeln.</p>
<div id="attachment_1484" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Schälchen-Gromu.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1484" class="size-medium wp-image-1484" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Schälchen-Gromu-300x168.jpg" alt="Schälchen und Glas" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1484" class="wp-caption-text">Stapelbare Plastikschälchen, prädestiniert für Eis mit Waffel. Oder Schokocreme mit Waffel.</p></div>
<p>Das Bett ist der Inbegriff des friedlichen Abenteuers, denn meine Großmutter war unternehmungs- und abenteuerlustig, wenn ein Enkelkind zu Besuch war, aber nie hektisch. Wir gingen spazieren, tranken Sherry (da war ich schon älter) bei ihrer Freundin Eckchen, besuchten Ausstellungen und saßen in den grünen Drehsesseln und lasen. Für meine Großmutter war es so selbstverständlich, sich zum Essen umzuziehen, wie es für mich selbstverständlich war, das nicht zu tun.</p>
<p>Mit etwa 16 Jahren habe ich das letzte Mal eine Woche bei ihr verbracht. Mein Bruder war kurz vorher bei ihr gewesen, was ungewöhnlich war, denn normalerweise verbrachte nur einer von uns pro Jahr eine Woche bei ihr.</p>
<p>Großmutter und ich fuhren nach Hildesheim und bekamen irgendwann Hunger. „Sollen wir uns irgendwo ne Pizza reinziehen?“, fragte die 83-Jährige und wir gingen ins Limerick, wo – nicht übermäßig überraschend – Limericks auf der Speisekarte standen. Wir zitierten uns bekannte Limericks und ersannen neue.</p>
<p>Am Abend werde ich müde über den Flokati geschlurft und ins Bett gefallen sein, die Sternchenbettwäsche bis zur Nase hochgezogen und voller Vorfreude auf den nächsten Tag.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/1ad1a9a386ce4032a5b2c92cc71cd3db" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2015 07:49:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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		<category><![CDATA[eigenes reich]]></category>
		<category><![CDATA[hausaufgaben]]></category>
		<category><![CDATA[kinderzimmer]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[puppenstube]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist noch Restbuch da? Als mein Bruder schon eine Weile in der Schule war, wurden wir räumlich getrennt. Ich zog in die Küche – die den Raum allerdings vorher verlassen hatte. Sie stand jetzt da, wo sich vorher das Ehebett der Eltern befunden hatte, das wiederum ins alte Kinderzimmer gezogen war. Unser Etagenbett zog als [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Ist noch Restbuch da?</h1>
<p>Als mein Bruder schon eine Weile in der Schule war, wurden wir räumlich getrennt. Ich zog in die Küche – die den Raum allerdings vorher verlassen hatte. Sie stand jetzt da, wo sich vorher das <span id="more-1470"></span>Ehebett der Eltern befunden hatte, das wiederum ins alte Kinderzimmer gezogen war. Unser Etagenbett zog als Hochbett mit mir um. Mein Bruder zog in die Praxis meiner Mutter. Die Praxis wurde in die riesige Halle verlegt. Das Wohnzimmer behielt seinen alten Platz.<br />
Am Kopfende meines Bettes hatte ich nun ein ehemaliges Klofenster, durch das es zog. Vielleicht rührt daher meine Zuneigung zu quadratischen Fenstern, durch die es zieht. Zum Verdunkeln hatte ich ein Stück dunkelblauen Cord, denn ich an drei Schrauben aufhängte. Die mittlere Schraube war ein bisschen niedriger als die anderen. Links neben dem Bett hing ein Engel, den meine Großeltern mir aus Italien mitgebracht hatten.<br />
Die Wand neben dem Bett war mit Holz verkleidet, denn wir befanden und in den 80ern und das war noch immer in oder meine Eltern nicht darüber informiert, dass es nicht mehr in war. So genau weiß ich das nicht. Ich habe immer gern die Maserung angeguckt. Heutzutage muss ja immer auf den Boden starren, wenn es einen nach Maserung gelüstet. Und dann heißt es, die Smartphones würden zu schlechter Haltung führen. Dabei ist es nur die Abwesenheit von Maserung auf Augenhöhe.</p>
<div id="attachment_1472" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2.1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1472" class="size-medium wp-image-1472" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2.1-300x168.jpg" alt="Engel" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1472" class="wp-caption-text">Engel, mittelhübsch</p></div>
<p>In diesem Bett habe ich angefangen, Bücher zu lesen. Ich lese nämlich am liebsten im Bett. Auf dem Bauch liegend. Dass ich gelesen habe, lag daran, dass ich es nun endlich konnte, weniger am Bett. Wobei man sich jetzt natürlich fragen könnte, ob sich mein Leseverhalten in einem anderen Bett anders entwickelt hätte. Tagsüber las ich nämlich auch damals kaum, das Bett war schließlich „oben“, da geht man ja nicht mal eben so hin. Dann lieber auf dem Boden sitzen und malen. Heutzutage arbeite ich am Schreibtisch, weil der Computer da ist, das widerstrebt mir auffallend. Meine Hausaufgaben habe ich Zeit meines Lebens auf dem Fußboden gemacht, wenn es denn lohnenswert schien, das Heft aufzuschlagen. Ihr werdet mir sicher zustimmen, dass das viel besser geht.</p>
<p>Das Bett war Zentrum meines ersten eigenen Reichs. Ich durfte den Teppich aussuchen (9 DM/qm) und die blaue Farbe für die Wände. Die Deckenhöhe betrug etwa vier Meter, ich hatte ein großes Fenster zur Straße, das, anders als die anderen Fenster, denn es war ja schließlich eigentlich das Ex-Küchenfenster, keinen Rollladen hatte. Ich bekam ein dunkelgrünes Stoffrollo. Damals schlief ich in absoluter Dunkelheit und hätte sicher behauptet, nicht anders schlafen zu können.</p>
<h2>Kinderzimmer oder Küche</h2>
<div id="attachment_1471" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1471" class="size-medium wp-image-1471" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-2-300x168.jpg" alt="Hochbett" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1471" class="wp-caption-text">Unterm Bett die Puppen</p></div>
<p>Das Gefühl zu diesem Bett ist stark ambivalent. Denn, man mag es kaum glauben, ich mag keine Veränderungen. Wenn sich etwas verändert, überfällt mich sofort die Sorge, dass ich vergessen könnte, wie es vorher war. Ich habe das Gefühl, meine eigene Vergangenheit zu verraten – und sei es nur, dass das Zimmer umgestellt wird. Was, wenn ich vergesse, wie es vorher war?<br />
Ja, was eigentlich?<br />
Man könnte das auch deutlich entspannter angehen. Inzwischen weiß ich, dass ich mir so gut wie alles merke, jedenfalls fühlt es sich so an. Ich weiß aber, dass ich auch Dinge vergessen habe. Dazu kommen wir bei Bett 17.<br />
Ich mutmaße, dass ich mir schon damals vorstellte, wie es in meinem alten Bett war.<br />
Wenn ich heute vor dem Haus stehe und das Fenster sehe, sage ich weise zu meinen Kindern: „Das da war mal mein Kinderzimmer“ und stelle mir gleichzeitig die alte Küche vor.</p>
<p>Mit diesem Bett kam also die größere Verantwortung. Es gehörte nie zu meinen Eigenschaften, Probleme mit ins Bett zu nehmen. Das mache ich auch heute noch nicht. Wenn ich ins Bett gehe, wartet mein Buch auf mich und ich mache es mir unter der Decke gemütlich.<br />
Mein größtes Prä-Bett-Problem war ergo damals wie heute: Was lese ich? Ist noch Restbuch da? Ich langte nach dem Buch auf der Fensterbank und alle akuten Probleme waren gelöst. Über den Rest kann man schlafen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2015 10:59:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keimzelle meines Wohlfühlfaktors Ich habe ein Exemplar von „Mein Leben in Häusern“ bekommen und es fürs Buch-Magazin rezensiert (erscheint im November). Ich stehe auf Nostalgie, sie darf ruhig triefen und mich zum Weinen bringen. Margaret Forster hat mich nicht be- oder gerührt, das fand ich schade, denn das Buch ist an sich wirklich schön. Vielleicht [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Keimzelle meines Wohlfühlfaktors</h1>
<p>Ich habe ein Exemplar von „Mein Leben in Häusern“ bekommen und es fürs Buch-Magazin rezensiert (erscheint im November). Ich stehe auf Nostalgie, sie darf ruhig triefen und mich zum Weinen bringen. Margaret Forster hat mich nicht be- oder gerührt, das fand ich schade, denn das Buch ist an sich wirklich schön. Vielleicht liegt es aber auch an mir und ich bin einfach besonders <span id="more-1434"></span>emotional, was die Bleiben meiner Vergangenheit angeht.</p>
<div id="attachment_1435" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Forster-Häuser.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1435" class="size-medium wp-image-1435" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Forster-Häuser-300x168.jpg" alt="Buch im Bett" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1435" class="wp-caption-text">&#8222;Mein Leben in Häusern&#8220; von Margaret Forster</p></div>
<p>Ich habe mich bereits über das Thema <a href="https://www.textfuss.de/heimat/">„Heimat“</a> ausgelassen, meine Zeit in <a href="https://www.textfuss.de/blogparade-frankreich/">Frankreich</a> analysiert und von meinem <a href="https://www.textfuss.de/kirchwerder/">jetzigen Wohnort </a>geschwärmt. <a href="http://www.gesakram.de/kirchwerder/"><br />
</a></p>
<p>Ich habe sogar darüber philosophiert, warum ich <a href="http://www.ferngeweht.de/reisen-oder-direkt-wegziehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lieber umziehe als reise</a>.</p>
<p>Allein über meine Unterkünfte habe ich noch nicht genug gesagt. Anfangs waren es Zimmer, eines Tages Wohnungen und inzwischen ist es ein Haus. Der ausschlaggebende Ort meiner Bleibe ist aber das Bett. Und nein, ich rede hier nicht von der Qualität der zwischenmenschlichen Aventüren, die mein Bett bereicherten oder auch nicht. Ich rede davon, wie es ist, im Bett zu liegen und es gemütlich zu finden.</p>
<p>Das Bett als Keimzelle meines Wohlfühlfaktors. Ich liebe mein Bett. Ich könnte da immer sein. Und lesen.</p>
<p>Manchmal kann ich nicht schlafen, manchmal will ich auch einfach noch nicht schlafen. Um wirr umherkreisende Gedanken einzufangen, konzentriere ich mich auf die Betten, in denen ich einst meine Nächte verbrachte. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, ich läge in einem früheren Bett. Wenn ich besonders viele wuselige Gedanken habe, gehe ich alle Betten meiner Vergangenheit in chronologischer Reihenfolge durch.</p>
<p>Es sind viele Betten. Und damit meine ich nur die in meinen ehemaligen Wohnstätten. Wenn ich mich besonders intensiv ablenken möchte, gehe ich alle anderen Betten durch. Damit meine ich gar nicht unbedingt nur die ausgelagerten Austragungsorte sexueller Aktivitäten, sondern vielmehr auch das Bett bei meiner Großmutter, die Liege, auf der ich bei meiner besten Freundin nächtigte, überhaupt – Besuchsbetten.</p>
<p>Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlte, in diesem Bett zu liegen. Wie fühlte sich die Matratze an, gab es einen Luftzug &#8211; und von wo kam er? Was befand sich neben mir, wo war die Wand? In welcher Richtung lag der Rest vom Zimmer? Je genauer ich mir die Details ins Gedächtnis rufe, desto intensiver merke ich, wie es mir damals ging, was mich beschäftigte, wie ich mich fühlte. Damals, als ich jeden Abend in jenes Bett ging.</p>
<p>Aber von vorn.</p>
<h2>Unten im Etagenbett</h2>
<p><strong>Bett 1</strong> – natürlich ist das nicht mein allererstes Bett. Es ist das erste, an das ich mich erinnere. Eine Zeitlang schliefen mein Bruder und ich in Stapelbetten, das sind ganz flache Betten, die man – so man denn will und wie der Name schon sagt – übereinanderstellen kann, wenn man eins mal nicht braucht. Aus diesen Betten baute unser Vater ein Etagenbett.</p>
<p>Ich hatte die untere Schlafstatt und mit Glück hatte ich die dunkelgrün karierte Bettwäsche in Benutzung (das ist nicht die auf dem Bild), die immer so schön kühl war. Am Rand entlang lagen diverse Kuscheltiere, am Kopfende ein grünes Kissen mit Gesicht und rotkarierten Schlappohren und Kügelchenfüllung. Am Fußende stand die Goldkiste – ein Mucki-Eiskarton mit silberner Beschichtung zur Aufbewahrung persönlicher Schätze. Die Wand neben dem Bett war mit Holz verkleidet, denn wir befanden uns in den 1970er-Jahren und da war schließlich so viel wie möglich mit Holz verkleidet.</p>
<div id="attachment_1436" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1436" class="size-medium wp-image-1436" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Bett-1-300x224.jpg" alt="Etagenbett im Kinderzimmer" width="300" height="224" /></a><p id="caption-attachment-1436" class="wp-caption-text">Gemütlich und mit Adventskalendersäckchen</p></div>
<p>Unser Kinderzimmer war riesig, hatte<span style="line-height: 1.5;"> </span><span style="line-height: 1.5;">einen halbrunden Erker und</span><span style="line-height: 1.5;"> mutmaßlich Stuck an der Decke. Das große Fenster zum Garten war doppelt verglast und eines Tages entdeckten wir Bakterien im Zwischenraum. Oder das, was wir dafür hielten. Es waren wohl Fliegeneier, damit war unsere Einschätzung ja nicht weit von der Realität entfernt. Es gab im Zimmer eine Malwand, das war irgendeine weiße Platte, auf der man mit Buntstiften malen konnte. Unser Schrank war erst mattrot, dann gelb-weiß gestreift. Später sollte er als weißer Schrank im Carport stehen und schlussendlich – nach Öl müffelnd – in meiner Berliner Wohnung stranden.</span></p>
<p>Wenn ich auf dem Rücken im Bett lag, konnte ich durch den Rolllattenrost die Schaumstoffmatratze meines Bruders sehen. Sie hatte einen dunkelbraunen Bezug mit orangenen und gelben Blümchen (sehr ähnlich übrigens wie die Tapete in dem kleinen Badezimmer, nur, dass da noch weiße Blümchen und grüne Blättchen drauf waren).</p>
<p>Ich trug damals Frottee-Schlafanzüge und nuckelte am Daumen. Wenn ich an dieses erste Bett denke, spüre ich die etwas steife Schafwolldecke auf meinem Rücken, denn ich lag auf dem Bauch, meinen Kopf auf die verschränkten Arme gelegt. Und ja, dabei kann man nuckeln. Wenn ich daran denke, sehe ich meine eigenen Kinder vor mir, wie sie schlafen. Niemand sieht so gemütlich aus wie ein schlafendes Kind. Das mag der Grund sein, warum ich dieses Bett als besonders gemütlich in Erinnerung habe.</p>
<p>Wenn ich mich in dieses Bett träume, kommt mir die Kindheit in all ihrer Schönheit entgegen. Der riesige Garten, die Billewiesen und der Wald in Sichtweite vom Kinderzimmerfenster. Ich erinnere mich an den Geruch der Kopkis, der mit Dachpappe beschlagenen Holzkisten. In der großen lagerten Gartengeräte, in der kleinen Sandspielzeuge und Kindergartengeräte. Sie standen am Rhododendron, der so riesig war, dass man innen auf ihm rumklettern konnte.</p>
<p>Ich drifte ab zum Kindergarten, zu meinen Freunden &#8230; aber nein, ich wollte ja ans Bett denken. Abends nach einem aufregenden Tag ins Bett gehen. Jeden Abend. Denn damals waren die Tage immer aufregend.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/f9ae8c241ec6453da13e7a6329f0a9c9" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Und Ihr? Wie sieht Eure Erinnerung an Euer Bett im Kinderzimmer aus?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-1/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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