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	<title>Bettgeschichten: Nostalgiebetten Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>Bettgeschichten: Nostalgiebetten Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 10</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gesa Füßle]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jun 2019 10:14:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-bett-10/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 10</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<section  class='av_textblock_section av-jwvvjogs-b1162ad10fb1d101a629115e9e4e7973 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h1>Das erste Bett mit Küchenzeile</h1>
<p>Wenn ich nicht einschlafen kann, stelle ich mir vor, in einem Bett meiner Vergangenheit zu liegen. Dann kommen sofort alle Erinnerungen an damals hoch: Was konnte ich sehen, wie fühlte es sich an, wie fühlte ich mich?<span id="more-2955"></span></p>
<p>Nach meinem Grundstudium in Tübingen und dem etwas unglücklichen Intermezzo in Groningen kam ich mit einem großen Koffer in Schweden an. Endlich wieder ein richtiges Auslandsjahr!</p>
<h2>Wohnung statt Zimmer</h2>
<p>Ich hatte ein Zimmer in einem Wohnheim erwartet. Stattdessen bekam ich: meine erste eigene Wohnung. Die Hochschule in der Nähe von Stockholm war noch ganz neu und lag direkt neben dem größten Krankenhaus des Landes. In den nahe gelegenen lila-orangen Hochhäusern gab es diverse Ein-Zimmer-Wohnungen, die ursprünglich für die Belegschaft des Krankenhauses gebaut worden waren. Nun standen einigen von ihnen den paar Erasmus-Student*innen zur Verfügung, die die Hochschule in diesem Semester zum ersten Mal aufnahm.</p>
<div id="attachment_2958" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2958" class="size-medium wp-image-2958" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-300x226.jpg" alt="" width="300" height="226" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-300x226.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-768x579.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-1030x776.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-1500x1131.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-705x531.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-450x339.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2958" class="wp-caption-text">Fenster mit Lüftungsspalt in der Mitte und umsteckbaren Fenstergriff rechts</p></div>
<p>Ich war überwältigt. Eine Küchenzeile, ein Tisch mit zwei Stühlen, ein Bett mit Bettwäsche und Überdecke, ein Schreibtisch, ein Regal, sogar ein Flickenteppich und zwei Platzsets sowie Töpfe, Geschirr und Besteck für zwei Personen. Alles brandneu von IKEA. Außerdem ein komplett mit Linoleum (oder was auch immer, irgend so ein Plastikkram) ausgekleidetes Bad ohne extra Duschkabine. Duschte man, wurde eben alles nass. Aber was macht das schon?</p>
<p>Meine Wohnung war im achten Stock. Mein Bett stand in einer Nische, die durch das Treppenhaus zustande kam. Die Fenster konnte man öffnen, es gab aber für beide nur einen Griff, den man hin und her steckte. Halte ich bis heute für eine völlig unterschätzte Sparmaßnahme.</p>
<h2>Das Bett</h2>
<p>Eine gestreifte Rollmatratze, ein Rollrost, ein Kissen, eine Decke, ein Bettwäscheset. Dunkelblau mit Blumen. Die günstige Variante der Bettwäsche, die ich heute auf meinem Bett habe.</p>
<p>An den Wänden befestigte ich Landkarten, weil ich keine Poster mitgebracht hatte. Überm Bett hing meine Hamburgflagge. Vom Bett aus sah ich meinen Schreibtisch, der gleichzeitig als mein Nachttisch fungierte. Daran klebte der Spruch „Inget är som man tror, inget är som det säger sig vara“ (Nicht ist, wie man denkt, nichts, wie es zu sein scheint), ein Zitat aus einem meiner damaligen Lieblingsbücher (note to self: dringend mal wieder lesen!) <em>De ensamma pojkarna</em> von Mats Olsson. Außerdem noch eine Postkarte mit einem weiteren schlauen Spruch, auf den ich jetzt nicht komme. Die Postkarte scheint verschollen zu sein.</p>
<div id="attachment_2956" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2956" class="size-medium wp-image-2956" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-300x207.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-768x530.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-1030x710.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-1500x1035.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-705x486.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-450x310.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2956" class="wp-caption-text">Bett an Schreibtisch</p></div>
<p>In diesem Bett lag ich mit meiner Gürtelrose (als noch kein Ausschlag in Sicht war und somit die Ursache der echt ätzenden Schmerzen vollkommen unklar). Auf diesem Bett saß ich mangels Sofa mit den zahlreichen Menschen, die mich in Schweden besuchten. In diesem Bett lag ich, als sich mitten in der Nacht Schreie durchs Treppenhaus nach unten bewegten. Weibliche Schreie, gefolgt von männlichen.</p>
<p>Was tun? Die Tür des Treppenhauses mündete nach draußen, ich würde die beiden also acht Stockwerke weiter unten aus dem Haus laufen sehen und mir eine Meinung bilden können, was zu tun sei. Ich trat an mein Fenster und sah nach unten. Feuerwehr. Leute. Absperrungen. Mehr Feuerwehr. Richtig, richtig viel Feuerwehr.</p>
<p>Daher also die Schreie. War gar nichts Persönliches. Ich dachte mir, dass ich wohl auch besser das Haus verlassen sollte. Auch ich nahm die enge Wendeltreppe. Im vierten Stock kam mir ein Feuerwehrmann mit seinem langen Schlauch (Entschuldigung) entgegen. Er teilte mir mit, dass ich hier nun nicht weitergehen könne und die Treppe am anderen Ende des Flurs nehmen solle. Ich durchquerte den ziemlich verrauchten Flur im vierten Stock und spazierte die andere Treppe hinab. Später erfuhr ich, dass genau in dem Stockwerk das Feuer gewesen war. Interessant. Dass nie irgendein Feueralarm losgegangen war, versteht sich da fast von selbst.</p>
<h2>Erwachsen werden</h2>
<div id="attachment_2957" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2957" class="size-medium wp-image-2957" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-300x205.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-768x526.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-1030x705.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-1500x1027.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-705x482.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-450x308.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2957" class="wp-caption-text">Man beachte mein Radio-Kassettenrecorder-Kombigerat. Das habe ich Jahre später für 5 DM an meinen Nachbarn verkauft</p></div>
<p>Ich habe sehr gern in dem Bett gelegen, auch wenn die Matratze selbst für mich ziemlich dünn war. Ich liebe die typischen schwedischen Wohnungstüren mit der eingebauten Klingel und die Küchenschränke mit dem Plastiknupsi, die sich nur mit Widerstand schließen lassen.</p>
<p>Ich habe mich wohlgefühlt, auch wenn ich kaum wirklich persönlichen Kontakt mit meinen schwedischen Kommilitoninnen bekam. Die Hochschule sorgte sich sehr um das Wohl der internationalen Studierenden. Wir wurden mit Opern- und Museumsfreikarten überschüttet und ins Stadshus zum Essen eingeladen. Ich genoss die Zeit. Weil es ohnehin nichts gab, was mir anerkannt worden wäre, studierte ich Unterwasserarchäologie, Französisch, Ideengeschichte und noch einiges mehr. Wir hatten Tag und Nacht Zugang zum Computerraum und ich konnte mich zum ersten Mal völlig ungehemmt im Internet verlieren. Ich war viel allein in Stockholm unterwegs und fand das toll. Ich glaube, ich fühlte mich erwachsen.</p>
</div></section>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 8a und 9a</title>
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		<pubDate>Mon, 22 May 2017 06:04:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die zahlreichen Betten meiner Vergangenheit Erinnerungen haben eine große Macht in mir. Und ich merke, dass es mich befreit, wenn ich sie niederschreibe, dann ist mein Kopf damit nicht mehr so blockiert und ich kann ihn mit neuem Kram vollstopfen. Ich kam auf die Idee, diese Serie zu schreiben, weil ich, wenn ich nicht einschlafen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Die zahlreichen Betten meiner Vergangenheit</h1>
<p>Erinnerungen haben eine große Macht in mir. Und ich merke, dass es mich befreit, wenn ich sie niederschreibe, dann ist mein Kopf damit nicht mehr so blockiert und ich kann ihn mit neuem Kram vollstopfen. <span id="more-1816"></span>Ich kam auf die Idee, diese Serie zu schreiben, weil ich, wenn ich nicht einschlafen konnte, mich in die Betten meiner Vergangenheit zurückträumte. Das tue ich momentan überhaupt nicht mehr. Vielleicht kommt das wieder, vielleicht habe ich die Erinnerung jetzt auch einfach outgesourct. Vielleicht schlafe ich auch einfach zu schnell ein.</p>
<p>Während meinem Grundstudium in Tübingen (<a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-8-und-9/">Bett 8 und 9</a>) absolvierte ich ein sechswöchiges Praktikum am Nordfriesischen Institut in Bredstedt. Dort wohnte ich bei der Witwe eines ehemaligen Mitarbeiters im Gästezimmer. Es handelte sich dabei um ein kleines Zimmerchen, in dem all die Romane verstaut waren, mit denen man Gäste gern beschäftigt. Seitdem kenne ich alle bis dahin verfügbaren Hera-Lind-Romane und sonstige Seichtliteratur mit Veronica-Ferres-Verfilmungs-Potenzial. Am Institut machte ich eine Erhebung der nordfriesischen Straßennamen und betreute die Veröffentlichung der föhrfriesischen Version von <em>Momme Müs</em> mit. Dabei handelte es sich um ein Friesisch-Lehrbuch für die Grundschule, das bereits in diversen anderen friesischen Sprachen erschienen war. Dabei waren die Bilder ziemlich kaputtkopiert worden, was sich mit dem großzügigen Einsatz von Tipp-Ex allerdings gut beheben ließ.</p>
<div id="attachment_1822" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2017/05/Bett-8a-Momme-Müs-e1495432738327.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1822" class="size-medium wp-image-1822" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2017/05/Bett-8a-Momme-Müs-e1495432738327-168x300.jpg" alt="Paase üüb! " width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1822" class="wp-caption-text">Paase üüb!</p></div>
<p>Meine Freizeit verbrachte ich am Strand (einmal fuhr ich zur Hamburger Hallig und war entsetzt, als man mir 5 DM Parkgebühr abnahm) und auf dem Markt in Husum, wo es unglaublich leckere Schillerlocken gab.</p>
<p>Was mir jedoch am präsentesten in Erinnerung ist: Ich lag am Abend im Bett und hatte gerade das Licht ausgemacht. Über mir der gebogene Arm der Stehlampe, die mein Leselicht war.</p>
<p>Da lag ich nun, vielleicht dachte ich über die Betten meiner Vergangenheit nach, vielleicht schlief ich auch schon fast, jedenfalls sprang plötzlich etwas offenbar von der Lampe aus in mein Gesicht. Ich erschrak und knipste die Lampe an, um gerade noch zu sehen, wie eine riesenhafte Spinne unter meinem Bett verschwand.</p>
<p>Ich habe sie nie wiedergesehen. Manchmal werde ich deswegen noch immer etwas nervös.</p>
<p>Bett 9a fand ein Jahr später statt und stand in einem internationalen Wohnheim in Groningen. Ich hatte meine Zeit in Tübingen nun hinter mir und wollte mir vor meinem Aufbruch zu Bett 10 noch ein weiteres Friesisch-Praktikum einverleiben, nämlich am Friesischen Institut der Groniger Universität. Es war alles abgesprochen, logisch, ich hatte mit dem dortigen Professor kommuniziert und trat Anfang August meinen Dienst an.</p>
<p>Oder vielmehr &#8211; ich versuchte es. Die Sekretärin sah mich erstaunt an und teilte mir freundlich mit, dass der Herr Professor dann im September wieder da sei. Tja, schade aber auch.</p>
<div id="attachment_1821" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2017/05/Bett-9a-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1821" class="size-medium wp-image-1821" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2017/05/Bett-9a-1-300x168.jpg" alt="ungemütliches Zimmer" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1821" class="wp-caption-text">Immerhin hatte ich meine Flagge als Deko dabei. Hat aber auch nicht viel geholfen.</p></div>
<p>Ich war ohnehin nicht übermäßig gut drauf und mein Zimmer zwang mich, viel Zeit außerhalb von ihm zu verbringen. Denn es war zwar groß, aber unglaublich ungemütlich. Ein Metallspind, ein Stuhl, ein Bett, ach nö, das war echt unschön. Nach etwa drei Wochen hatte ich genug und brach meine Zelte ab. Bett 10 wartete ja schon.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/df019e8e9ee14877a04ad1aa62e7d162" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 8 und 9</title>
		<link>https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-8-und-9/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2016 15:14:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[brecht-bau]]></category>
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		<category><![CDATA[liegewiese]]></category>
		<category><![CDATA[nordistik]]></category>
		<category><![CDATA[tübingen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Das ist mein Ex!&#8220; Als ich aus Straßburg zurückkam, stand fest: Sprachen will ich studieren. Warum es ausgerechnet Tübingen wurde und warum ausgerechnet Russisch, Englisch und Deutsch – ich glaube, die Sprachen habe ich am Ende ausgelost. Tübingen wurde mir empfohlen. Ich war da recht leidenschaftslos, glaube ich, vielleicht hatte ich auch einfach keine Lust, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>&#8222;Das ist mein Ex!&#8220;</h1>
<p>Als ich aus Straßburg zurückkam, stand fest: Sprachen will ich studieren. Warum es ausgerechnet Tübingen wurde und warum ausgerechnet Russisch, Englisch und Deutsch – ich glaube, die Sprachen habe ich am Ende ausgelost. <span id="more-1677"></span>Tübingen wurde mir empfohlen. Ich war da recht leidenschaftslos, glaube ich, vielleicht hatte ich auch einfach keine Lust, mir Gedanken über Orte zu machen, die ich ohnehin nicht kannte. Es gibt eine gewisse In-Tübingen-studieren-Familientradition, die noch aus der Zeit von vor zwei Generationen stammt, Fußstapfen und so, lassen wir das.</p>
<p>Ich suchte mir ein Zimmer. Oder vielmehr: Ich versuchte es. Es gab eine Karteikartenbörse an der Uni, ich besichtigte Zimmer, bei denen die allgemeine Kühlschrankbenutzung im Vermieterhaushalt inklusive war („so lang es ned mehr wie ein Stückle Butter isch“), Zimmer in Frauenwohnheimen und irgendwann das Zimmer bei Frau von E. Das war toll, allerdings noch bewohnt. Das würde sich aber in den Semesterferien ändern. Das Zimmer war wirklich schön und wurde dann noch leider ein Semester lang fremdbewohnt. Ich besprach mit der ortsansässigen Verwandtschaft, dass ich die Wartezeit bei ihr überbrücken könnte.</p>
<p>Dort hatte ich ein gelb gestrichenes Zimmer im Souterrain, das einst einer der Söhne bewohnt hatte. Ich las mich auf meinem Bett durch die Bücher im Regal (Isabel Allende, Amos Os) und verlebte mein erstes Semester weitestgehend unspektakulär. Leute kennenlernen, mehr Leute kennenlernen und durchaus auch was lernen, das ging ganz gut. Als zum Ende des Semesters das neue Vorlesungsverzeichnis erschien, stellte ich, auf meinem Bett sitzend, fest, dass die Nordisten spannendere Dinge lernen durften als die Slawisten – und wechselte kurzerhand. Mein Russischdozent war nachhaltig sauer auf mich, bereut habe ich die Entscheidung nie. Und dann konnte ich auch endlich mein eigentliches Zimmer beziehen.</p>
<p>Oh, war das fein. Meine Vermieterin war 85 und geschieden, ihr Ex-Mann kam an den Wochenenden immer zum Kaffeetrinken („Das ist mein Ex!“), im Haus wohnten außerdem ein weiterer Student und eine Familie mit zwei Kindern, alle ein bisschen überall verteilt. Mein Zimmer war im ersten Stock, die Toilette im Erdgeschoss, der Studentenbereich (zwei Herdplatten, Kühlschrank, Telefon, Sofa, Tisch und auch die Dusche im Nebenraum) im Keller.</p>
<div id="attachment_1680" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/06/Bett-9-3.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1680" class="size-medium wp-image-1680" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/06/Bett-9-3-300x168.jpg" alt="Grünzeug" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1680" class="wp-caption-text">Blick in den Garten</p></div>
<p>Ich konnte zu Fuß zum Brecht-Bau runtergehen, dem Tempel der Neuphilologen, oh holder Betonbunker mit der grün-orangen, unbequemen Liegewiese, immer geradeaus auf verschlungenen Fußwegen, von denen einer noch so ein tolles Schild hatte, auf dem statt der Frau mit Kind ein Mann mit Hut mit Kind abgebildet ist. Ich habe es leider nie fotografiert. Wer in Tübingen ist, darf gern nach den Koordinaten fragen und ein Bild für mich machen.</p>
<p>Aber kommen wir zum Bett.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1678" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/06/Bett-9-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1678" class="size-medium wp-image-1678" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/06/Bett-9-2-300x168.jpg" alt="Studentenzimmer" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1678" class="wp-caption-text">So gemütlich! Die Bettwäsche kennt ihr von Bett 4</p></div>
<p>Eine Matratze auf Lattenrost, am Kopfende ein Regal, auf dem meine Musikmaschine stand, die morgens mit 7-Tage-Zeitschaltuhr meinem Schlummer ein Ende bereitete. An der Decke überm Bett die Hamburgflagge. An der Wandseite ein Streifen Schaumstoff zum Anlehnen. Gemütlich wars in meinem Bett, überhaupt im ganzen Zimmer mit der superen Tastaturablage auf der ausgezogenen Schublade des Schreibtisches, der sonst nämlich arg klein gewesen wäre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1681" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/06/Bett-9-4.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1681" class="size-medium wp-image-1681" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/06/Bett-9-4-300x168.jpg" alt="Schreibtisch mit ausgezogener Schublade für Tastatur" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1681" class="wp-caption-text">Der Schreibtisch</p></div>
<p>In diesem Bett habe ich Entscheidungen getroffen.</p>
<p>Ich war ganz allein für meinen Stundenplan verantwortlich, Vorgaben waren vorhanden, aber überschaubar, ich musste entscheiden, was ich wann mache – ihr kennt das.</p>
<p>In diesem Bett schrieb ich lange Tagebucheinträge über wiedergefundene Grundschulfreunde, über dramatische Geschehnisse mit und ohne Alkoholeinfluss, über spannende Partys und langweilige Wochenenden. Nach dem zweiten Semester war mir endgültig klar, dass ich hier wieder wegmüsste, dringend. Hatte ich ohnehin geplant, aber die Decke fiel mir schneller auf den Kopf als ich erwartet hatte, ich kannte jeden Pflasterstein, ohne dass ich drum gebeten hatte, ihn kennenzulernen. Ich meine nicht fliegende Pflastersteine. Nein, die, die da liegen, schon immer da lagen und immer da liegen werden.</p>
<p>Tübingen war für mich ein Ort des Stillstands, der Regionalstudenten, die am Wochenende nach Hause fuhren, ich bin mit dem Städtchen nicht warm geworden. Trotzdem war es für den Studienbeginn richtig, behütet und so. Wäre ich gleich in Berlin gelandet &#8230; aber dazu kommen wir später.</p>
<p>Mein Zimmer war wie der ganze Ort: klein, hübsch, gemütlich – aber auch klein, eng, eingeschränkt. Das Bett allerdings war eins meiner gemütlichsten. Und ich habe es nie mit jemandem geteilt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/baf7584f5181499f948089158f32f074" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-8-und-9/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 8 und 9</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 7</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2016 14:01:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[entjungferung]]></category>
		<category><![CDATA[hsv]]></category>
		<category><![CDATA[strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[straßburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schockierter Anis Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit: die Zeit nach dem Abi. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück. Einmal nur, einmal kam ich in eine neue Behausung und fand sie schrecklich. Graue Einbaumöbel an blauem Linoleumboden, an der Wand eine Art handgemachte Hardcore-Raufaser-Beschichtung, weiß lackiert und mit so [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Schockierter Anis</h1>
<p>Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit: die Zeit nach dem Abi. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück.<span id="more-1616"></span></p>
<p>Einmal nur, einmal kam ich in eine neue Behausung und fand sie schrecklich. Graue Einbaumöbel an blauem Linoleumboden, an der Wand eine Art handgemachte Hardcore-Raufaser-Beschichtung, weiß lackiert und mit so spitzen Spitzen, dass die Poster nach kurzer Zeit aussahen, als hätten sie Pickel.</p>
<div id="attachment_1617" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-4.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1617" class="size-medium wp-image-1617" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-4-168x300.jpg" alt="Graue Einbaumöbel" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1617" class="wp-caption-text">Am Kopfende vom Bett</p></div>
<p>Ich war fertig mit der Schule und wollte nicht in England studieren. Überhaupt wusste ich nicht so recht, was tun, also arbeitete ich erst einmal ein halbes Jahr und ging dann nach Straßburg, um vernünftig Französisch zu lernen. Nach einigem Hin und Her bekam ich ein Zimmer in einem Studentenwohnheim. Bei meiner Ankunft brauchte ich noch von irgendwoher eine Bescheinigung und wollte meinen Koffer im Büro vor Ort unterstellen, doch da hätte ja eine Bombe drin sein können. Das kannte ich schon aus England, wo in der Schule einst die Computerlehrerin ihren Aktenkoffer mitten in der Halle stehenließ und deswegen beinahe ein Großalarm ausgelöst wurde. Nur der regenbogenfarbige Apple-Aufkleber, der ihren Koffer identifizierbar machte, bewahrte die Schule davor.</p>
<p>Doch das sind keine Bettgeschichten.</p>
<p>Ein Bett gab es in meinem neuen Zimmer auch. Erst als mich meine beste Freundin besuchte, wurde ich darüber aufgeschlaut, dass es nur 70 cm breit war. War mir selbst nicht aufgefallen.</p>
<p>Ich wohnte in Bâtiment C, einem hässlichen, aber klassichen sandfarbenen Hochhaus mit Blick auf den Hof zwischen den insgesamt sechs Wohnkästen. Das führte dazu, dass ich viel Zeit an meinem Fenster verbrachte und den Menschen beim Vorbeigehen zusah. Und ich guckte auch meistens nicht allein runter, sondern gemeinsam mit meiner neuen Freundin, einer Amerikanerin.</p>
<div id="attachment_1627" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-51.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1627" class="size-medium wp-image-1627" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-51-300x168.jpg" alt="Zwei Mädels am Fenster" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1627" class="wp-caption-text">Runtergucken und kommentieren</p></div>
<p>Manch einer wurde auf uns aufmerksam. Wohnte er zufällig genau zwei Etagen über mir, war es ein Leichtes, meine Zimmernummer herauszufinden und uns spontan zu besuchen.  Na gut, das hat nur einer gemacht, aber er ist dafür bis heute einer meiner besten Freunde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1618" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1618" class="size-medium wp-image-1618" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-2-168x300.jpg" alt="Hof mit Tennisplatz" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1618" class="wp-caption-text">Blick in den Hof</p></div>
<div id="attachment_1619" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1619" class="size-medium wp-image-1619" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-1-300x168.jpg" alt="Blick auf den Hof" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1619" class="wp-caption-text">Noch mal Blick</p></div>
<div id="attachment_1620" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-3.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1620" class="size-medium wp-image-1620" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-3-300x168.jpg" alt="Pausenplatzblick" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1620" class="wp-caption-text">Blick nach links, wo man super Pause machen und Bier trinken konnte</p></div>
<p>Ich freundete mich mit den unterschiedlichsten Menschen noch unterschiedlicherer Nationen an, die jeder eine ganze Gruppe neue Bekanntschaften nach sich zogen.  Frei nach dem Motto: Kennste einen, kennste alle. Allerdings war es eher andersrum, die anderen kannten mich – und ich hörte schnell auf, mich darüber zu wundern.</p>
<p>Zugute kam mir meine Kennenlernfreudigkeit, als ich im Aufzug von Bâtiment A stand, um meine Freundin im obersten Stockwerk zu besuchen. Es stiegen drei junge Herren zu, die Tür schloss sich und einer zückte ein Messer.</p>
<p>Sieben Stockwerke lagen noch vor mir.</p>
<p>Sie fragten mich, ob ich wohl Angst habe.</p>
<p>Ich verneinte.</p>
<p>Das stimmte tatsächlich. Es hätte ja gar keinen Sinn gehabt, ich war nun mal eingesperrt und musste das Beste draus machen. Irgendwas hab ich noch gesagt, und weil ich einen Akzent hatte, kamen wir auf mein Herkunftsland, auf Hamburg, auf den HSV (DA kam ich dann doch ins Schwitzen) und kurz vor unserer Ankunft wollten sie wissen, ob ich wohl im obersten Stock wohnte.</p>
<p>Ich verneinte.</p>
<p>Und dann fragte ich, ob sie Milan besuchen wollten.</p>
<p>Es gab nämlich für die meisten (insbesondere zwielichtige) Gestalten nur einen Grund, in den obersten Stock von Bâtiment A zu fahren – und das war Milan und sein kleiner Handel für bewusstseinserweiternde Substanzen. Er wohnte neben meiner Freundin und natürlich kannten wir uns. Als den Jungs das klar wurde, haben sie sich sehr höflich von mir verabschiedet.</p>
<p>Das war jetzt auch keine Bettgeschichte. Zum Glück wurde es gar nicht erst zu einer kompletten Geschichte.</p>
<p>Aber ich wollte eigentlich eine Bettgeschichte haben. Damals, meine ich.</p>
<p>Die Zeit war reif, fand ich.</p>
<p>Ich hatte keine Lust, eines Tages meiner ersten großen Liebe zu begegnen und mit der dann diese ganzen Sexwirren bestehen zu müssen. Ich hielt es für viel praktischer, das Technische erst zu klären und dann zu den Gefühlen zu kommen. Ja, manchmal bin ich ein bisschen sehr rational.</p>
<p>Nun brauchte ich nur den passenden Lehrmeister. Und wer wäre besser gewesen als der nette junge Mann mit dem leckeren Namen eines Gewürzes, der dafür bekannt war, ständig Bettgeschichten zu haben? Ich dachte ein paar Tage drüber nach, fand die Idee gut und unterbreitete sie ihm.</p>
<p>Er war, gelinde gesagt, geschockt.</p>
<p><span style="line-height: 1.5;">Er musste &#8211; und das nehme ich bis heute persönlich &#8211; DARÜBER NACHDENKEN. Wir wurden uns dann aber doch einig, und ich war die wenigen verbleibenden Wochen damit beschäftigt, den Gewürzmann vor dem oben erwähnten besten Freund zu verheimlichen, denn der hätte meinen Umgang mit seinem unterbelichteten Landsmann nicht befürwortet. Nicht, dass diese Bettgeschichte in meiner eigenen Schlafstatt stattgefunden hätte. Nein, ich ziehe es vor, abhauen zu können, wenn ich möchte. Sonderlich oft war ich auch nicht bei ihm, denn SO schwierig ist der technische Teil dann ja doch nicht.</span></p>
<p>Ach, Straßburg, ich vermisse dich. So ein hässliches Zimmer, so eine fantastische Zeit.</p>
<div id="attachment_1621" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-7.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1621" class="size-medium wp-image-1621" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-7-168x300.jpg" alt="Kassettencover" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1621" class="wp-caption-text">Der Straßburg-Soundtrack</p></div>
<div id="attachment_1622" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-6.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1622" class="size-medium wp-image-1622" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-6-300x168.jpg" alt="Kassettenrückseite mit Text" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1622" class="wp-caption-text">Rückseite Kassette, Zitat Mama</p></div>
<p>für die Sanften</p>
<p>für die Aggressiven</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/a29a02adf15b42f8be68adb317420dff" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 6a und 6b</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 13:45:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
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		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[feuerwerk]]></category>
		<category><![CDATA[guy fawkes day]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter der Hängematte schlafen Was bisher geschah: Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück. Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule. Auch in meinem zweiten Jahr in England besuchte ich meinen Bruder häufig. Er war ebenfalls umgezogen, wohnte jetzt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Unter der Hängematte schlafen</h1>
<p>Was bisher geschah:</p>
<p>Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück.</p>
<p>Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule.</p>
<p><span id="more-1608"></span>Auch in meinem zweiten Jahr in England besuchte ich meinen Bruder häufig. Er war ebenfalls umgezogen, wohnte jetzt näher am &#8222;Stadtzentrum&#8220;, dafür weiter weg von seiner Ausbildungsstätte. Mit einem Kommilitonen teilter er sich einen Teil eines wundervollen roten Backsteingebäudes, ein altes Ding mit Schiebefenstern und mehr als minderwertiger Heizung. In meiner Erinnerung gehörte es zwei ältlichen Damen, die uns auch mal zwecks Aussicht aufs Dach steigen ließen.</p>
<p>Das Bad war ein großer Raum, in dem willkürlich sanitäre Einrichtungen verteilt waren. Die Badewanne stand in der Mitte, irgendwo fand man auch eine nachträglich hereingeworfene Dusche mit Elektroantrieb &#8211; jedenfalls stand sie eines Tages wohl komplett unter Strom.</p>
<div id="attachment_1609" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/JP-Nirvana-e1451569219440.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1609" class="size-medium wp-image-1609" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/JP-Nirvana-e1451569219440-168x300.jpg" alt="Kennt jemand die Outcesticide-CD von Nirvana? Ganz übles Geschrammel. Ich habe sie als Kassette mit extra vom Foto erstellter Zeichnung" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1609" class="wp-caption-text">Kennt jemand die Outcesticide-CD von Nirvana? Ganz übles Geschrammel. Ich habe sie als Kassette mit extra vom Foto erstellter Zeichnung</p></div>
<p>Mein Bruder hatte ein großes, dunkles Zimmer (kann auch am Wetter gelegen haben) und wenn ich schlief, legten wir alles auf mich, das wir nur finden konnten, um erfrorene Zehen zu vermeiden. Hängematte, Bademantel, alles fand seinen Weg auf mich drauf. Ein schweres Bett war das also, ich konnte mich kaum bewegen und ohne den Heizlüfter wären wir wahrscheinlich doch erfroren.</p>
<p>Manchmal aber, manchmal schlief ich auch woanders. Jetzt, wo ich näher an meinem Bruder wohnte, lachte ich mir natürlich jemanden an, der von der alten Schule vergleichsweise fix hätte erreicht werden könnte. Aber man kann nicht alles richtig machen und ich war ohnehin nur zweimal da. Sein Zimmer war groß und hoch und vor allem kahl, aber er hatte einen Wasserkocher, mit dessen Hilfe man Instantnudeln kochen konnte. Er hatte auch ein Bett, für das seine Schwester noch schnell schwarz-weiße Bettwäsche vorbeibrachte. Vor allem aber hatte er ein großes Erkerfenster zur Kreuzung.</p>
<p>Seitdem weiß ich, dass es keine gute Idee ist, an einer Kreuzung zu wohnen. Während ich die Straßenlaternen auf Fensterhöhe noch ignorieren konnte, haben mich die ständig haltenden und anfahrenden Autos tatsächlich um den Schlaf gebracht. So schlecht habe ich später nur einmal geschlafen.</p>
<p>Er war ein Kriegsflüchtling aus Bosnien. Ich besuchte ihn am 5. November <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_Plot" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(&#8222;Remember, remember the fifth of November&#8220;)</a> und wir gingen zu keinem Bonfire und zu keinem Feuerwerk, weil er gerade dem knallenden Krieg entkommen war.</p>
<p>Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Ich bin oft erstaunt, wie sehr sich viele aus Kriegsgebieten Geflüchtete auf Silvester freuen. Aber letztlich hat jeder eine andere Art, mit seiner Vergangenheit und Gegenwart umzugehen. Wie auch immer: Ich wünsche Euch allen über dem Kopf einen Eimer voller Glück, der, wann immer es nötig ist, eine angemessene Menge Glück auf Euch absondert.</p>
<p>Hiermit endet das erste Kapitel ausländischer Betten, es wird aber nicht das letzte gewesen sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/f107fe81fae042c7bb45a98ab9fe987a" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 6</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2015 14:32:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[poster]]></category>
		<category><![CDATA[prüfung]]></category>
		<category><![CDATA[türen]]></category>
		<category><![CDATA[waschbecken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Bett fürs Leben lernen Was bisher geschah: Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück. Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule, doch meine Bildungsstätte zog es vor, die Pforten für immer zu schließen. Es war nicht so einfach, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-6/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 6</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Im Bett fürs Leben lernen</h1>
<p>Was bisher geschah:</p>
<p>Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück.</p>
<p>Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule, doch meine Bildungsstätte zog es vor, die Pforten für immer zu schließen.<span id="more-1569"></span></p>
<p>Es war nicht so einfach, eine neue Schule zu finden, an der meine etwas ungewöhnliche Fächerkombination – so ungewöhnlich war sie gar nicht: Französisch und Bio – durchführbar war. Doch ich fand eine und zog im September in meine neuen vier Wände ein.</p>
<p>Das vorletzte Zimmer eines U-förmigen Bungalowbaus. Danach kam nur noch ein unbenutztes Zimmer und der Gemeinschaftsraum.</p>
<p>Ein sehr kleines Zimmer, aber mit Waschbecken und direktem Zugang zum unbenutzten Nebenraum. Von dort holte ich mir gleich mal die geräumigere Kommode. Nun galt es, Schreibtisch, Kommode, Schrank und Bett möglichst geschickt um Waschbecken, Fenster und Türen zu drapieren. Es gab noch eine zusätzliche Tür, hinter der sich der Heizungskessel befand. Netterweise war darüber ein Fach angebracht, und so konnte ich gewaschene, aber noch feuchte Jeans einfach zum Trocknen hineinlegen und hatte auf die Weise eine warme Schrank-Außenstelle. Mit dem eigentlichen Schrank stellte ich die Verbindungstür zu und zack!, war das Zimmer auch schon voll. Noch ein paar Bildchen aufgehängt und fertig war mein Zuhause für das kommende Schuljahr.</p>
<p>Hätte ich am Anfang des Schuljahrs gewusst, wie unglaublich niederschmetternd die Briefe der Schule an meine Eltern waren, hätte ich eventuell die ein oder andere schlaflose Nacht gehabt. Vielleicht aber auch nicht, so schnell schlafe ich nicht schlecht.</p>
<p>Tatsache ist, dass meine Eltern mit Briefen über meine schlechten Leistungen bombardiert wurden. Das mag zugegebenermaßen gerechtfertigt gewesen sein, aber was sollten sie denn tun? Für die Abinote zählen würden nur die Abschlussprüfungen, es gab also keinerlei Grund, sich über Zwischennoten aufzuregen. Es sei denn, natürlich, die Schule fürchtet um ihr Ranking. Da waren wir nun etwas in Konflikt, denn ich zog es aus Freizeitoptmierungsgründen dann doch vor, nicht für die Probeprüfungen zu lernen, um auf diese Weise genau eruieren zu können, was ich noch würde lernen müssen und wo mein Wissen auch so ausreichte.</p>
<p>Zugeben konnte ich das schlecht und so beruhigte ich meine Eltern am Telefon, während mutmaßlich bereits der nächste und übernächste Brief an sie unterwegs war. Mit mir zu sprechen (die ich ja immerhin volljährig war) fand die Schulleitung nicht notwendig, ich bestand zwar mal auf einer Klärung, die klärte aber nichts und so beließ ich es bei meiner Taktik.</p>
<p>Ich lag oft augenrollend im Bett.</p>
<p>Kurz vor den Abschlussprüfungen lag ich lernend im Bett. Zur Motivationssteigerung riss ich jede Seite, die ich für Bio gelernt hatte, aus dem Lernheft heraus. Nein, es bestand keine Chance, dass ich das Heft später noch brauchen würde, ich lernte ja erst am Morgen der jeweiligen Bioprüfung. So konnte ich sichergehen, dass ich in den nächsten vier Stunden nichts vergessen würde. Dass ich bestehen würde, bezweifelte ich nicht, war ich doch in den Probeprüfungen – ohne zu lernen – nur ganz knapp durchgefallen. Für Französisch lernte ich nur die benötigten Zitate auswendig, denn die Chancen, dass man prophylaktisch die richtigen Vokabeln büffelt, sind viel zu gering.</p>
<p>Mein Bett also.</p>
<div id="attachment_1571" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Heathfield1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1571" class="size-medium wp-image-1571" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Heathfield1-300x168.jpg" alt="Waschbecken, Bett, Poster" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1571" class="wp-caption-text">Witzigerweise habe ich nie ausprobiert, mir im Liegen die Füße zu waschen</p></div>
<p>Wenn ich in dem Bett lag, konnte ich mit den Füßen das Waschbecken berühren. Das Zimmer hatte papierleichte Holztüren, die klapperten, nein, ich fand es dort nicht übermäßig gemütlich, der Aufenthalt glich eher einer Notwendigkeit, die nicht ganz schlecht, aber auch kein Highlight war. Wir waren 19 in meinem Jahrgang, tiefgehende Freundschaften sind nicht entstanden. Die Mädchen kamen aus einer anderen Welt und ich wollte die Brücke dorthin nicht überqueren. Vielleicht ist meine Erinnerung aber tatsächlich negativ verklärt, ich war nicht unglücklich an dieser Schule. Allerdings entschied ich mich dagegen, in England zu studieren und blieb dem Land anschließend 18 Jahre lang fern. Dann war es aber schön, vorübergehend zurückzukehren.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/dd2d8cd37a8240daa8fce50ca873c3f6" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 5</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2015 14:35:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bett]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[planziel]]></category>
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		<category><![CDATA[umzug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fernsehen und Toast Heute: mit Schwedischkalenderverlosung ohne jeden Bezug zum Thema, s. u. Wir befinden uns immer noch in dem Jahr, in dem ich in England zur Schule ging. Elfte Klasse (Lower Sixth). Ich schlief in Bett 4. Und dann kamen die Osterferien und ich flog nach Hause und das Unvorhergesehene passierte. Kurt Cobain nahm [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-5/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 5</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Fernsehen und Toast</h1>
<p>Heute: mit Schwedischkalenderverlosung ohne jeden Bezug zum Thema, s. u.</p>
<p>Wir befinden uns immer noch in dem Jahr, in dem ich in England zur Schule ging. Elfte Klasse (Lower Sixth). Ich schlief in <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-4/">Bett 4</a>.<span id="more-1545"></span></p>
<p>Und dann kamen die Osterferien und ich flog nach Hause und das Unvorhergesehene passierte. Kurt Cobain nahm sich das Leben, ich war krank und hörte den ganzen Tag Nirvana, Papa wurde 50 (das war vorhergesehen) und es kam ein Brief. Aus England.</p>
<p>Aus finanziellen Gründen würde meine Schule schließen. Da sie Teil der Woodard-Corporation war, würde man fürs gleiche Schulgeld auf eine andere Woodard-Schule gehen können. Und es wäre ja nur sinnvoll, gerade für diejenigen, die nicht direkt vor Abschlussprüfungen standen, direkt auf eine andere Schule zu wechseln.</p>
<p>Ich lag in <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-bett-3/">Bett 3</a> und wusste nur eins: Ich würde nicht sofort auf eine andere Schule gehen. Schließlich hatte ich die Mathe- und Deutschprüfungen im nächsten Term und überhaupt, keine zehn Pferde hätten mich vorzeitig aus dieser Schule bekommen. Meine Eltern akzeptierten meine Entscheidung, überlegten hin und her, ob ich nicht nach Deutschland zurückkommen sollte, auf Papas altes Internat, aber nein, nein.</p>
<p>Als ich nach Ostern zur Schule zurückkam, war alles anders.</p>
<p>An meinem Zimmer stand nicht mein Name. Mein Zimmer war jetzt am anderen Ende vom Flur, in mein altes Zimmer zogen zwei Zehntklässlerinnen.</p>
<p>Ich ging den Schrank tauschen.</p>
<p>Was war passiert?</p>
<p>Mit der Ankündigung der Schließung hatten sich viele Schülerinnen abgemeldet und auch einige Housemistresses (man kennt sie als „Hausmutter“ aus Hanni und Nanni) hatten bereits andere Anstellungen bekommen. Daher wurden die Zehntklässlerinnen, die ja vor dem GCSE-Abschluss standen und somit auf der Schule blieben, in unserem Haus einquartiert. Das, wir erinnern uns, ja doch recht viele leere Betten aufzuweisen hatte.</p>
<p>Von meinem Jahrgang waren genau zwei übrig: meine großartige japanische Freundin Kay und ich.</p>
<p>Unsere Housemistress Miss Watson war überhaupt gar nicht amused. Statt sieben (wir hatten im letzten Term noch eine Neue bekommen) bzw. zwei (die einzigen, die vom Jahrgang übrig waren) hatte sie nun um die zwanzig Schäfchen zu hüten. Was sie dazu veranlasste, uns beiden „Großen“ so viele Privilegien wie möglich zu verschaffen.</p>
<p>&#8211; Nein, ihr teilt euch den Gemeinschaftsraum nicht mit den Kleinen.</p>
<p>&#8211; Der Toaster aus der Küche gehört der Lower Sixth, den haben sich die Schülerinnen mal selber gekauft.</p>
<p>Miss Watson besorgte uns einen eigenen Fernseher. Wir stellten den Toaster und unsere Essensrationen in mein Zimmer. Es war ein kleines Zimmer: Bett, Schrank, Tisch, Kommode, voll. Aber der Fernseher passte auf den Schrank und aus Bananenkartons bauten wir eine Vorrichtung für Toaster und Wasserkocher. Der Bananenkarton hatte sogar eine Schublade für unsere Chipsrationen.</p>
<p>Kay verbrachte jede Minute bei mir, wenn wir nicht akut lernen mussten. Mein Bett diente uns als Fernsehsofa. Mein Bett war unser Lebensmittelpunkt. Da saßen wir und sahen fern und quatschten und hatten Spaß und ich fragte Kay nach links und rechts ab für ihre Fahrprüfung. (Ausgerechnet ich!) Es war ein großartiges Trimester und über ein Jahr lang dachte ich, eine schönere Zeit würde ich nie mehr erleben. Denn Unterricht allein ist zwar anstrengend, aber es gibt keinen vergeudeten Tag. In der Schule vergeudet, meine ich. All die Zeit, die ich bisher nur mit dem Warten auf das Unterrichtsende verplempert hatte.</p>
<p>Zeit, die ich mit unnötigen Diskussionen mit ebenso unnötigen Mitschülerinnen verschenkt hatte.</p>
<p>Vorbei.</p>
<p>Wenn ich am Abend in diesem Bett lag, war der Tag gut gewesen. Immer. Wenn ich morgens aufwachte, kam Kay herein und wir aßen Toast.</p>
<p>Es war eine friedliche Zeit, kein Stress – die einzigen Prüfungen, die anstanden, waren Deutsch und Mathe (aber da hatte ich die einfache Variante gewählt und das konnte sogar ich ohne Probleme), was sollte ich groß lernen, die anderen Fächer waren ja erst nächstes Jahr an der anderen Schule dran.</p>
<p>Die nächste Schule. Bereitete mir das Sorgen? Nein, ich glaube nicht. Es war klar, dass Kay und ich getrennter Wege gehen würden. Schlaflos hat mich das nicht gemacht. Ich habe gut geschlafen. Auch, als Jim nicht mehr am Wochenende kam, um mich auszuführen.</p>
<p>Und doch gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Bett 4 und 5. Bett 4 war die Verkörperung vom gemäßigten Auf-eigenen-Beinen-Stehen, das Abenteuer mit Planziel.</p>
<p>Bett 5 war die Abweichung vom Plan, die Alternativroute, der Auftakt zum Trip ins Ungewisse.</p>
<p>Ungewiss ist auch, wie ich jetzt die Überleitung von einem englischen Bett zu einem schwedischen Kalender mache.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1546" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Schwedischkalender.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1546" class="size-medium wp-image-1546" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Schwedischkalender-300x168.jpg" alt="Kalender auf Fensterbank" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1546" class="wp-caption-text">Schwedischkalender 2016, Serviervorschlag</p></div>
<p>Vielleicht lasse ich es lieber. Wenn Du einen <a href="http://sachsentorbuch.shop-asp.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=6D2376B4C2176D8428DAB75B1877FE43.www02?aUrl=90007507&amp;facetNodeId=-1&amp;searchString=schwedisch+sprachkalender&amp;mainsearchSubmit=Los%21" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwedisch-Sprachkalender</a> gewinnen möchtest, kommentiere hier bis Donnerstag, den 17.12.15 um Mitternacht rein, warum.</p>
<p>Am Freitag lose ich dann aus. Rechtsweg ausgeschlossen und so, Auszahlung auch, logisch.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 4a</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2015 08:30:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[exeat]]></category>
		<category><![CDATA[half-term]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaff-Urlaub Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, es geschah etwas Unvorhergesehenes. Das stimmt tatsächlich, passierte aber erst in den Osterferien. Nach den ersten beiden Trimestern also. In jedem Trimester hat man mittig eine Woche frei (half-term), außerdem gibt es Wochenenden, an denen alle nach Hause fahren (exeat, sprich: eks-i-ät). Ich fuhr hierhin und dahin, zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Kaff-Urlaub</h1>
<p>Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, es geschah etwas Unvorhergesehenes. <span id="more-1536"></span>Das stimmt tatsächlich, passierte aber erst in den Osterferien. Nach den ersten beiden Trimestern also. In jedem Trimester hat man mittig eine Woche frei (half-term), außerdem gibt es Wochenenden, an denen alle nach Hause fahren (exeat, sprich: eks-i-ät). Ich fuhr hierhin und dahin, zu meinen Guardians (den Verantwortlichen vor Ort) aber dann doch eher selten, sondern meistens zu meinem Bruder.</p>
<p>Er hatte in einem Kaff, das den Namen mehr als verdiente, gerade angefangen, Illustration zu studieren und bewohnte ein Zimmer im Haus einer Kommilitonin. Sein Zimmer war das Ex-Elternschlafzimmer der Vorbesitzer, daher glänzte es mit allerhand grauen Einbauschränken mit weißen Leisten. Vor allem aber mit einem großen Kleiderschrank mit getönten Spiegeltüren. Interessante Möglichkeit, das blasse Schlafgesicht für braungebrannt zu erklären.</p>
<div id="attachment_1539" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/jp.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1539" class="size-medium wp-image-1539" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/jp-300x168.jpg" alt="Jugendliche auf Bett" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1539" class="wp-caption-text">Meine Güte, wat waren wir jung</p></div>
<p>Das Bett allerdings war ein schmales, über das schräg eine Hängematte hing. Ich glaube fast, ich hab mal versucht, darin zu schlafen, war aber Quatsch. So zog ich auf ein Lager zwischen Bett und niedrigen Schränken, wir legten allerhand unter mich und anschließend die Hängematte als Decke auf mich. Das Haus war halbwegs neu und die Temperaturen erträglich.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-13-37.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1542" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-13-37-168x300.png" alt="Screenshot_2015-12-11-19-13-37" width="168" height="300" /></a></p>
<p><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-14-12.png"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1543 alignleft" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-14-12-168x300.png" alt="Screenshot_2015-12-11-19-14-12" width="168" height="300" /></a></p>
<p>Wenn ich da lag, hatte mein Bruder den Tag um die Ecke mit Malen und Zeichnen verbracht, ich war mal vorbeigekommen und hatte ansonsten mutmaßlich ferngesehen und nichts für die Schule getan, mittags gab es Nudeln mit Käsesauce. Einmal gingen wir den Hockeyplatz suchen, denn mein Bruder war ein begeisterter Hockeyspieler und suchte einen Verein. Wir nahmen das mit dem „Suchen“ etwas zu ernst und verliefen uns hingebungsvoll in einem Ort, in dem das rein aus Platzgründen eigentlich gar nicht möglich war, fanden weder Hockeyplatz, noch den Weg nach Hause, aber irgendwann dann wohl doch, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dortselbst auf der Straße genächtigt zu haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 4</title>
		<link>https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-4/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2015 09:28:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[A-levels]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[internat]]></category>
		<category><![CDATA[mädchenschule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vertrauensselig und/oder schicksalsergeben Dies ist ein besonderes Bett, denn es war das erste in meinem neuen, eigenständigen Leben. Statt meiner Eltern war nun Miss Watson für mein Seelenheil (oder eher: meine Hausaufgaben, und auch das nur in beschränktem Maße) verantwortlich. Ich hatte mir für die 11. Klasse ein Mädcheninternat (wenn, dann richtig!) in Südengland ausgesucht. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Vertrauensselig und/oder schicksalsergeben</h1>
<p><span style="line-height: 1.5;">Dies ist ein besonderes Bett, denn es war das erste in meinem neuen, eigenständigen Leben. Statt meiner Eltern war nun Miss Watson für mein Seelenheil (oder eher: meine Hausaufgaben, und auch das nur in beschränktem Maße) verantwortlich.</span></p>
<p><span id="more-1508"></span>Ich hatte mir für die 11. Klasse ein Mädcheninternat (wenn, dann richtig!) in Südengland ausgesucht. Eine kleine Schule, die wir auf unserer Route, als es ums Aussuchen der Anstalt ging, gar nicht eingeplant hatten. Doch vom Süden bis rauf nach St. Andrew’s (meine zweite Wahl) war es diejenige, zu der es mich am meisten hinzog. Es war die kleinste und die abgelegenste. Noch wenige Jahre zuvor war es eine sehr erfolgreiche Schule gewesen, im Kleinkindalter musste man für seine Tochter einen Platz reservieren. So war es nun nicht mehr – wo früher mehrere Hundert Schülerinnen gelernt hatten, waren noch 130 übrig. Die Infrastruktur war aber noch immer auf eine wesentlich größere Menge ausgelegt, was uns zugute kam.</p>
<p>Für die Oberstufe gab es separate Häuser. Die Lower 6th (11. Klasse) wohnte im Kirk House direkt gegenüber vom Hauptgebäude, das übrigens so unglaublich verbaut war, dass mich Harry-Potter-mäßige sich bewegende Treppenhäuser nicht verwundert hätten. Aber den gabs damals ja noch nicht und man verlief sich noch ganz banal und ohne Zauberei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1513" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-8.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1513" class="size-medium wp-image-1513" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-8-300x168.jpg" alt="Internatsgebäude" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1513" class="wp-caption-text">Kirk House. Mein Zimmer war im rechten Flügel, 1. Stock</p></div>
<p>Ich hatte mein Zimmer also in Kirk House, in dem etwa 20 Zimmer für die Schülerinnen zur Verfügung standen, jedes für mehrere Bewohnerinnen ausgelegt. Ein kompletter Trakt stand leer, denn in meinem Jahrgang waren wir zu sechst. Mir war ein recht großes Zimmer zugedacht, es standen zwei Betten und zwei Schreibtische drin und ich organisierte mir noch am Einzugstag einen besseren Schrank aus einem der leerstehenden Zimmer. Da das Zimmer einem Schlauch glich, war das gemütliche Einrichten eine Herausforderung. Die dunkelgrünen Teppichfliesen waren so rau, dass ich das Arbeiten auf dem Fußboden einschränken musste. Außerdem durften wir nur an den Pinnwänden Poster aufhängen, was sich mit den Wochen aber als allgemein egal herausstellte.</p>
<div id="attachment_1515" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1515" class="size-medium wp-image-1515" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-1-300x168.jpg" alt="Pinwand" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1515" class="wp-caption-text">Am Anfang waren die Wände noch karg &#8230;</p></div>
<div id="attachment_1514" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1514" class="size-medium wp-image-1514" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-2-300x168.jpg" alt="... nach und nach wurden sie voller ..." width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1514" class="wp-caption-text">&#8230; nach und nach wurden sie voller &#8230;</p></div>
<div id="attachment_1512" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-6.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1512" class="size-medium wp-image-1512" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-6-300x168.jpg" alt="volle Pinwand" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1512" class="wp-caption-text">&#8230; und schließlich war das Werk vollendet</p></div>
<p>Mit sechs Schülerinnen ist der Unterricht recht lernintensiv. Allerdings waren wir nie zu sechst, denn wir alle hatten verschiedene Fächer gewählt. In Bio waren wir zu zweit, in Deutsch und Französisch war ich allein. Nur so ist es überhaupt zu erklären, dass ich Französisch A-level machen konnte. Eigentlich hatte ich mich für Chemie entschieden, weil ich sonst in Deutschland nicht Tiermedizin hätte studieren können. (Ja, wenn man woanders Abi macht, gelten auch andere Regeln für die Unizulassung, aber das ist ein ganz anderes Kapitel.) Doch Chemie war nicht mein Freund und so schmiss ich hin, ohne so recht zu wissen, was ich stattdessen tun sollte. Auf einem der zahlreichen Flure begegnete mir die Französischlehrerin, die mir freudig mitteilte, sie habe von meinem Entschluss gehört und ob ich nicht Französisch machen wollte. Ich hatte zwei Jahre in Hamburg Französisch und somit überhaupt nichts gelernt, also sagte ich ja. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe.</p>
<p>Meine Eltern im fernen Deutschland blieben ob der Nachricht angenehm entspannt, vertrauensselig oder schicksalsergeben legten sie die Entscheidung in meine Hände.</p>
<h2>Stress oder kein Stress?</h2>
<p>Was hat das nun alles mit dem Bett zu tun? Ganz, ganz viel. Wenn ich in Kirk House abends ins Bett ging, hatte ich was gelernt. Ein völlig neues Schulgefühl. Es war interessant, die Zeit zwischen den Pausen mit etwas Sinnvollem zu verbringen, es gefiel mir sogar außerordentlich gut. Eine generelle Zufriedenheit umgarnte mich. In den Pausen spielten wir in meinem Zimmer „Stress“, ein großartiges Kartenspiel, bei dem man nur schnell sein und nicht nachdenken muss – sollte ich dringend mal wieder spielen – und ich gewöhnte mich daran, mit offener Tür zu wohnen. Wir hatten Feuertüren, die sich zwar automatisch schlossen, aber gleichzeitig nie richtig zu waren. Mir gefällt das Konzept.</p>
<p>Ich hatte meine eigene Bettwäsche mitgebracht und lag entweder in Röschen oder in blau-weißen Streifen. Neben mir die Rigipswand zum Nachbarzimmer, am Kopfende ein, ja, genau, ein kleines Sprossenfenster, durch das es zog.</p>
<div id="attachment_1511" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirkbezug.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1511" class="size-medium wp-image-1511" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirkbezug-300x168.jpg" alt="Noch immer in Benutzung: Bettwäsche mit Kirk-Waschmarke und eingenähtem Namen" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1511" class="wp-caption-text">Noch immer in Benutzung: Bettwäsche mit Kirk-Waschmarke und eingenähtem Namen</p></div>
<p>Morgens gab es wenig Stress (das Kartenspiel war der einzige Stress, dem ich ausgesetzt war), ich war die Einzige, die die Dusche benutzte, die anderen zogen es vor zu baden. Wir frühstückten in unserer eigenen Küche, in der es einen Toaster, einen Kühlschrank und einen Wasserkocher gab. Wir tranken Nescafé oder Orange Squash (dieses ekelhafte Orangenzeug, das nur mit Wasser verdünnt zu ertragen ist und seinen Namen offenbar ausschließlich von der Farbe hat, der Geschmack kann unmöglich gemeint sein) und schmückten unseren Toast mit Butter, Marmelade, Chocolate Spread oder Marmite (ich nicht!). Die Milch stand ganz klassisch morgens in Flaschen vor der Tür. Wir aßen im Stehen und brachen irgendwann zum Unterricht auf, die Wege waren ja nicht weit, Vollversammlung in der Turnhalle war da noch das Weiteste. Schuluniformpflicht gab es für die Oberstufe nur an besonderen Tagen, ansonsten war Rock angesagt. (Von der Behauptung, Schuluniform würde die Klamottenkonkurrenz eindämmen, halte ich übrigens gar nichts. Freizeitklamotten bekommen nämlich mit Schuluniform einen sehr viel höheren Stellenwert.)</p>
<p>Musik gehört habe ich damals auch, und zwar nicht mehr nur die alten Platten der Eltern und Radio, sondern so richtig.</p>
<div id="attachment_1518" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/FNM-und-Soundgarden.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1518" class="size-medium wp-image-1518" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/FNM-und-Soundgarden-300x168.jpg" alt="Kassetten" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1518" class="wp-caption-text">Kaufkassette und der Soundgarden-Schatz vom Bruderherz, inklusive ALLER Texte, handgeschrieben</p></div>
<p>Hach, mein Leben war so entspannt. Ich verbrachte zwei Trimester in diesem Bett und habe es unglaublich genossen. Dann passierte etwas Unvorhergesehenes.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 3a</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2015 14:38:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[geruch]]></category>
		<category><![CDATA[ikea-bettwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[rauch]]></category>
		<category><![CDATA[woanders übernachten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bettwäschennostalgie Ich weiß nicht, wie oft ich bei ihr übernachtet habe. Meine beste Freundin war eine Klasse über mir, wir kannten uns aus dem Kindergarten, hatten uns in der Grundschule kurzzeitig aus den Augen verloren und fanden uns dann beim Schwimmen wieder, als wir gewisse gemeinsame Nicht-Begabungen feststellten, was die hohe Schwimmkunst angeht – den [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-3a/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 3a</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Bettwäschennostalgie</h1>
<p>Ich weiß nicht, wie oft ich bei ihr übernachtet habe. Meine beste Freundin war eine Klasse über mir, wir kannten uns aus dem Kindergarten, hatten uns in der Grundschule kurzzeitig aus den Augen verloren und fanden uns dann beim Schwimmen wieder, als <span id="more-1498"></span>wir gewisse gemeinsame Nicht-Begabungen feststellten, was die hohe Schwimmkunst angeht – den eleganten Sprung vom Drei-Meter-Brett, nämlich.</p>
<p>Ich habe in ihrem kleinen Kinderzimmer im ersten Stock übernachtet. Ich habe im Ex-Zimmer ihrer großen Schwester übernachtet, als die ausgezogen war. Ich habe in ihrem neuen Zuhause übernachtet.</p>
<p>Geschlafen habe ich auf einer zusammenklappbaren Gartenliege neben dem grünen Holzbett mit dem Papageienaufkleber am Fußende. Oder war es gar ein Wellensittich? In meiner Erinnerung lag ich meistens in der IKEA-Bettwäsche, die ich nun immer freudig in Paris begrüße (dazu kommen wir bei 13a). Wir haben lange gequatscht, wir haben lange geschlafen und dann die Reste des Frühstückstisches geplündert. Bei ihr gab es am Wochenende keine Anwesenheitspflicht beim Frühstück.</p>
<p>Manchmal hat ihr Hund auf meinen Füßen geschlafen. Der Hund, vor dem ich am Anfang so wahnsinnig Angst gehabt hatte.</p>
<h2>Waschmittel und Rauch</h2>
<p>Man kümmerte sich angenehm wenig um uns, wie sich überhaupt in meiner Erinnerung angenehm wenig um die Kinder gekümmert wurde. Und so klein waren wir dann irgendwann ja auch gar nicht mehr. Wir waren sogar so groß, dass wir gemeinsam für eine Woche die Wohnung bewohnten, wenn die Freundinmutter oder meine Eltern verreist waren. Auch damals pflegte ich schon Freundschaften mit kochbegeisterten Menschen. Vielleicht ist diese Freundin überhaupt der Auslöser dafür gewesen.</p>
<p>Bei meiner besten Freundin zu übernachten war aufgrund der Häufigkeit eigentlich nur mittelaufregend, aber eine Übernachtung ist ein hoher Freundschaftsbeweis. Das macht man nicht bei jedem. Ganz deutlich ist mir der Geruch in der Nase. Die Mischung aus Waschmittel und Rauch. Vielleicht ein Grund, warum ich Rauchgeruch bis heute nicht so schlimm finde wie manch anderer. Ich muss dabei immer an IKEA-Bettwäsche denken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.gesakram.de/nostalgiebetten-3a/"> </a></p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/640ccfea8acd47f5be9061ce69259588" alt="" width="1" height="1" /></p>
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