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	<title>zahnarzt Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>zahnarzt Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Handkram oder Ich war beim Quacksalber</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Feb 2015 09:27:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Schön ist, dass man so viel beachtet wird, wenn man immerzu Schmerzen hat. Oh ja, ich habe darüber nachgedacht, ob ich mir das Aua nur einbilde. Aber auch das habe ich, genau wie übermäßigen Stress, ausgeschlossen. Alles andere hatten ja schon die Ärzte verneint. Die Menschen, die mich so reichlich beachten, hatten natürlich auch viele [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schön ist, dass man so viel beachtet wird, wenn man immerzu Schmerzen hat. Oh ja, ich habe darüber nachgedacht, ob ich mir das Aua nur einbilde. Aber auch das habe ich, genau wie übermäßigen Stress, ausgeschlossen. Alles andere hatten ja schon die Ärzte verneint.</p>
<p><span id="more-1267"></span>Die Menschen, die mich so reichlich beachten, hatten natürlich auch viele Tipps parat. Und Adressen von Ärzten. Es ist sehr faszinierend, wie viele großartige Ärzte es zu geben scheint. Im Krankenhaus war mir am Ende geraten worden, zum TCM-Zentrum des UKE zu gehen. So richtig Lust hatte ich nicht darauf, immerhin hatte die Akupunktur gar nichts bewirkt. Ja, man muss das öfter ausprobieren. Aber da ich nun mit dieser langen Ärzteliste ausgestattet war und mich ohnehin mit der Selbstzahleridee <del>anfreunden</del> abfinden musste, ging ich die aufgelisteten Superdiagnostiker der Reihe nach durch.</p>
<p>Während ich noch mit Nachdenken beschäftigt war, machte ich einen Termin zur Reiki-Behandlung aus. Mich hatte mal eine Reiki-Freundin betatscht und sofort festgestellt, dass an meinen Armen was nicht stimmt. Dem wollte ich genauer nachgehen. Auf der Liege war es extrem entspannend, ich war die ganze Zeit im Halbschlaf und habe ein wenig geschnarcht. Das war mir dann ein bisschen peinlich und die Entspannung war so lange nicht mehr komplett entspannt, bis ich wieder im Halbschlaf war und wieder geschnarcht hab. Eine interessante Erfahrung, die mir aber leider ansonsten nicht weiterhalf.</p>
<p>Wohin also nun? Just als ich noch zweifelnd den Kopf wiegte, rief Dirk an. Dirk ist der Mann von Brigitte, die uns Mustafa verschafft hat. Und Dirk ist auch unser Hausmeister, d. h. er verschafft uns die Handwerker, die wir ab und zu brauchen. Nun rief er also an und sagte, er würde gerade die Praxis von einem Zahnarzt a. D. renovieren. Und der hätte von jemandem mit Schmerzen in der Hand erzählt, den er geheilt habe. Weil alles von den Zähnen kommt.</p>
<p>Hm.</p>
<p>Das mit den Zähnen habe ich schon öfter gehört und finde es als Ansatz einigermaßen plausibel. Dirk selbst war unschlüssig, ob er den Mann für einen Quacksalber oder einen Helden halten soll und das war wahrscheinlich auch der Grund, warum er mich so drängte, ihn mal anzurufen: Er wollte einfach mal wissen, wie er arbeitet.</p>
<p>Ich fand es in Ordnung, dass mir die Entscheidung so quasi abgenommen wurde und rief an.</p>
<p>Ja, da sei er genau der Richtige, freute sich der Scharlatan in mein Telefonohr. Wenn die Ärzte nichts finden, sind es die Zähne. Ich soll unbedingt mal kommen und vorher sämtliche Materialien recherchieren, die ich so in den Plomben und Kronen habe. Er würde dann Elektro-Akupunktur nach Dr. Voll machen.</p>
<p>Ich beschränkte mich bei meiner Recherche auf die letzten drei Zahnärzte, schickte Röntgenbilder weiter und wartete gespannt auf den Termin.</p>
<p>Ich habe kein Amalgam im Mund und meine zwei Kronen sind aus einer keramikbeschichteten Silberligatur.</p>
<p>Meine Zähne sehen gut aus, findet der Medizinmann. Hammer und Meißel, die neben dem Zahnarztstuhl liegen, räumt er verstohlen weg. Die habe Dirk da liegenlassen. Ich hoffe sehr, dass das stimmt.</p>
<p>&#8222;Na, dann testen wir mal. Setzen Sie sich mal da drüben hin.&#8220; Weg vom Hammer, das finde ich gut.</p>
<p>Meine silbernen Ohrstecker muss ich rausnehmen und dann bekomme ich ein Metallröhrchen in die rechte Hand, das mit einem Kabel an einem Apparat hängt. An die linke Hand drückt der Medicus eine Art Kugelschreiber am Kabel. Der Zeiger am Apparat schlägt aus. Neben mir steht noch ein Kasten mit Skala, da schlägt der Zeiger ebenfalls aus. Nur, dass er gar nicht mit dem Gerät verbunden ist.</p>
<p>&#8222;Beim Handy können wir ja auch akzeptieren, dass es ohne Kabel funktioniert&#8220;, sagt der Mann in Weiß.</p>
<p>Der Zeiger schnellt auf 80 hoch und geht bei stärkerem Druck wieder etwas zurück. Das sei ein typisches Zeichen für chronische Schmerzen, wird mir erklärt. Und dass der Normalwert bei 50 liege.</p>
<p>Ich freue mich ein bisschen. Offenbar &#8222;habe&#8220; ich was.</p>
<p>Der Mann drückt weiter, die Arzthelferin notiert. Er hält den Kuli an den toten Zahn, an die Krone, an den anderen toten Zahn, an dessen Krone und testet zwischendurch immer wieder an der Hand. Die Ausschläge verändern sich. Er öffnet eine Schublade mit etwa 500 winzigen Fläschchen, die ordentlich in einem Holzgestell liegen. Er nimmt einen Metallwürfel mit abgerundeten Ecken und eingravierten Kreisen und einem eckigen Fuß und stellt ihn auf ein paar Fläschchen. Die Ausschläge verändern sich. Dann nimmt er ein bestimmtes Fläschchen hinaus und steckt es in ein Metallgestell. Schon klar, das steht da nur so rum. Ohne Kabel.</p>
<p>Der Zeiger zeigt das Gleiche wie eben. Quecksilber ist es nicht. Aha. Anderes Fläschchen. Silber. Silber isses. Die Silberkronen müssen weg und die toten Zähne im Mund tun mir auch nicht gut. Das ist ja gut und schön, aber die Kronen sind viel jünger als meine Schmerzen. Die zweite ist von Dezember, da waren die Schmerzen schon an der Obergrenze.</p>
<p>&#8222;Lass uns doch mal die Ohrringe ausprobieren&#8220;, sagt da die Arzthelferin. Der Wunderheiler findet das offenbar einigermaßen überflüssig, tippt sie mit dem Kuli an, testet. Leider weiß ich nicht mehr, was die Nadel gemacht hat, aber man war sich einig: Silber geht bei mir gar nicht.</p>
<p>Ich soll mir die Zähne ziehen lassen (auch, wenn mein Zahnarzt das bestimmt nicht will) und die Ohrringe nachts rausnehmen. Jetzt könne ich sie wieder reinmachen.</p>
<p>Ich sehe die Füßlestecker an und habe überhaupt keine Lust, sie in mein Ohr zu stecken.</p>
<p>Als ich nach Hause gehe, fühle ich mich zufrieden. Das mit dem Zähneziehen muss ich noch überdenken. Zunächst einmal räume ich meinen kompletten Silberschmuck weg. Also meinen kompletten Schmuck. Ein bisschen was in Gold habe ich, bin aber kein Fan davon. Und auch in Gold ist Silber drin. Was für ein Schmu! Edelstahlschmuck soll ich mir anschaffen, sagt mein Netzwerk. Aber jetzt will ich erst mal gar keinen.</p>
<p>Ich habe mir mit 16 Ohrlöcher machen lassen. Ich habe meine Ohrstecker immer drin, tagsüber, nachts, im Schwimmbad, immer. Mit 20 gingen die Schmerzen los. Da könnte man einen Zusammenhang erkennen &#8211; was immerhin der erste Zusammenhang wäre, bisher habe ich nie irgendeinen Hinweis in meinem Leben gefunden, der mit den Schmerzen in Zusammenhang stehen könnte.</p>
<p>Keine Ohrringe, kein Schmuck. Sechs Tage nach der Untersuchung &#8222;vergesse&#8220; ich meine Tablette. Das mache ich ab und zu, um zu überprüfen, ob ich sie wirklich brauche. Am nächsten Morgen habe ich dann mehr Schmerzen als sonst, aber mit Einnahme der nächsten Tablette verschwinden sie wieder. Soll man nicht machen. Aber ich hasse das Gefühl, eventuell vielleicht unter Umständen Medikamente zu nehmen, obwohl es nicht nötig wäre.</p>
<p>Ich lasse also die Tablette weg, wache am nächsten Morgen auf und da ist &#8230; nichts. Keine Schmerzen.</p>
<p>Ich fange an zu arbeiten. Nichts. Ich lasse meine Hände absichtlich kalt werden. Nichts. Gegen Mittag fange ich an zu jubeln.</p>
<p>Eine Woche später teste ich Alkohol. Den hatte ich wochenlang weggelassen, weil er die offenbar schlecht gelaunten Nerven noch genervter machte. Ja, mit Alkohol kommen die Schmerzen wieder, jedenfalls ein bisschen. Aber sie gehen dann auch von allein. Lieber also erst mal weiterhin weglassen.</p>
<p>Das ist der aktuelle Stand. Und soeben habe ich festgestellt, dass der oben erwähnte Dr. Voll aus Plochingen kam. Wie die Füßles. So schließt sich der Kreis.</p>
<p><img decoding="async" alt="" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/ae4b697f32a64772b8c89132a6019ead" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Mama war weg</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jun 2014 07:03:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mustafa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über Himmelfahrt habe ich mich für fünf Nächte mit meiner Nachbarin nach Paris verdrückt. Die Reise hatten wir im Januar gebucht, als wir noch nichts von einem Mustafa wussten. Darüber bin ich sehr froh, sonst wären wir wahrscheinlich nicht gefahren. Wir ließen also meinen Mann mit drei Kindern zurück, doch bei denen lief alles ganz [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über Himmelfahrt habe ich mich für fünf Nächte mit meiner Nachbarin nach Paris verdrückt. Die Reise hatten wir im Januar gebucht, als wir noch nichts von einem Mustafa wussten. Darüber bin ich sehr froh, sonst wären wir wahrscheinlich nicht gefahren. Wir ließen also meinen Mann mit drei Kindern zurück, doch bei denen lief alles ganz prima, wie mir von allen Seiten berichtet wurde. &#8222;Beim Einkaufen war Papa stressig&#8220;, sprach die Tochter, aber das kann man ja auch verstehen.<span id="more-1001"></span></p>
<div id="attachment_1003" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/Paris-6.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1003" class="size-medium wp-image-1003 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/Paris-6-300x199.jpg" alt="Auf dem Dach des Printemps" width="300" height="199" /></a><p id="caption-attachment-1003" class="wp-caption-text">Auf dem Dach des Printemps (Foto: Nachbarin)</p></div>
<p>Paris war selbstverständlich so wunderschön, wie es immer ist. Für mich war es eine ganz neue Erkenntnis, dass ich diese Stadt besser kenne als jede andere. Ich habe normalerweise null Orientierungssinn, aber hier konnte ich eigentlich immer spüren, wo es langging. Jeden Morgen telefonierte ich mit den Kindern, auch Mustafa sagte &#8222;Hallo Mama&#8220; und &#8222;ja, Mama&#8220;.</p>
<p>Am Dienstag kamen wir gegen Mittag wieder zu Hause an, die Kinder waren angemessen erfreut. Mustafa spricht natürlich inzwischen noch mehr, er spielt hauptsächlich mit Anton und die beiden diskutieren viel miteinander, wie man beispielsweise die Autos am besten aufbaut. Wenn Anton hinfällt, sagt Mustafa &#8222;Entschuldigung&#8220; &#8211; Anton: &#8222;Nein, Mustafa, das warst du nicht!&#8220; &#8211; Mustafa: &#8222;Entschuldigung!&#8220; usw. Kleine Missverständnisse im Kinderalltag. Ansonsten hört man: &#8222;Anton! Komma mit!&#8220; oder auch &#8222;Anton! Gehma weg!&#8220;</p>
<p>Mustafa erzählte mir, dass er mit Papa und Alma Fähre gefahren ist und dass er beim Zahnarzt war, bei dem es einen Fernseher an der Decke gibt. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die <a href="http://www.grosseundkleinezaehne.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zahnarztpraxis</a>, besonders natürlich an Dr. Steffi, die Mustafa umsonst behandelt. Dienstag wurden am Bauch die Fäden gezogen und nun ist er wieder ganz heil und zufrieden.</p>
<div id="attachment_1004" style="width: 209px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/Paris-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1004" class="size-medium wp-image-1004 " src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/06/Paris-1-199x300.jpg" alt="Ich hatte mich in Paris auch schnell wieder eingelebt" width="199" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1004" class="wp-caption-text">Ich hatte mich in Paris auch schnell wieder eingelebt (Foto: Nachbarin)</p></div>
<p>Eigentlich war der Plan, Mustafa mit Alma in die Vorschule zu schicken. Nun wurde die Vorschullehrerin im letzten Moment zögerlich und da die Jungs so gut zusammen spielen, ist er heute zum Schnuppern in den Kindergarten gegangen. Auch dahin ein dickes Dankeschön!</p>
<p>Mustafa hat sich wirklich toll eingelebt. Und wenn er nun vormittags im Kindergarten ist, müssen wir die Fernsehkabel auch nicht mehr aus- und umstecken, damit er nicht den ganzen Vormittag vor der Glotze sitzt. Hat eh nicht geholfen. Technik ist keine Herausforderung für ihn.</p>
<hr />
<p>Eure Spenden sind willkommen, vor allem natürlich direkt bei der <a href="http://www.albertinen.de/ueber_uns/albertinen_stiftung/projekte2/herzbruecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herzbrücke</a>. Von der Höhe der eingegangenen Spendengelder hängt es ab, wie viele herzkranke Kinder aus Afghanistan in Deutschland operiert werden können. Alles, was bei uns an Spenden ankommt und nicht direkt für Mustafa verwendet wird, überweisen wir später an die Herzbrücke.<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/8ad7c28bfed548489d41b9a55b76581c" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/62d6d3ca984b41939396329b7606ee8b" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/mama-war-weg/">Mama war weg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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