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	<title>strasbourg Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>strasbourg Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 7</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2016 14:01:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[entjungferung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schockierter Anis Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit: die Zeit nach dem Abi. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück. Einmal nur, einmal kam ich in eine neue Behausung und fand sie schrecklich. Graue Einbaumöbel an blauem Linoleumboden, an der Wand eine Art handgemachte Hardcore-Raufaser-Beschichtung, weiß lackiert und mit so [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Schockierter Anis</h1>
<p>Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit: die Zeit nach dem Abi. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück.<span id="more-1616"></span></p>
<p>Einmal nur, einmal kam ich in eine neue Behausung und fand sie schrecklich. Graue Einbaumöbel an blauem Linoleumboden, an der Wand eine Art handgemachte Hardcore-Raufaser-Beschichtung, weiß lackiert und mit so spitzen Spitzen, dass die Poster nach kurzer Zeit aussahen, als hätten sie Pickel.</p>
<div id="attachment_1617" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-4.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1617" class="size-medium wp-image-1617" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-4-168x300.jpg" alt="Graue Einbaumöbel" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1617" class="wp-caption-text">Am Kopfende vom Bett</p></div>
<p>Ich war fertig mit der Schule und wollte nicht in England studieren. Überhaupt wusste ich nicht so recht, was tun, also arbeitete ich erst einmal ein halbes Jahr und ging dann nach Straßburg, um vernünftig Französisch zu lernen. Nach einigem Hin und Her bekam ich ein Zimmer in einem Studentenwohnheim. Bei meiner Ankunft brauchte ich noch von irgendwoher eine Bescheinigung und wollte meinen Koffer im Büro vor Ort unterstellen, doch da hätte ja eine Bombe drin sein können. Das kannte ich schon aus England, wo in der Schule einst die Computerlehrerin ihren Aktenkoffer mitten in der Halle stehenließ und deswegen beinahe ein Großalarm ausgelöst wurde. Nur der regenbogenfarbige Apple-Aufkleber, der ihren Koffer identifizierbar machte, bewahrte die Schule davor.</p>
<p>Doch das sind keine Bettgeschichten.</p>
<p>Ein Bett gab es in meinem neuen Zimmer auch. Erst als mich meine beste Freundin besuchte, wurde ich darüber aufgeschlaut, dass es nur 70 cm breit war. War mir selbst nicht aufgefallen.</p>
<p>Ich wohnte in Bâtiment C, einem hässlichen, aber klassichen sandfarbenen Hochhaus mit Blick auf den Hof zwischen den insgesamt sechs Wohnkästen. Das führte dazu, dass ich viel Zeit an meinem Fenster verbrachte und den Menschen beim Vorbeigehen zusah. Und ich guckte auch meistens nicht allein runter, sondern gemeinsam mit meiner neuen Freundin, einer Amerikanerin.</p>
<div id="attachment_1627" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-51.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1627" class="size-medium wp-image-1627" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-51-300x168.jpg" alt="Zwei Mädels am Fenster" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1627" class="wp-caption-text">Runtergucken und kommentieren</p></div>
<p>Manch einer wurde auf uns aufmerksam. Wohnte er zufällig genau zwei Etagen über mir, war es ein Leichtes, meine Zimmernummer herauszufinden und uns spontan zu besuchen.  Na gut, das hat nur einer gemacht, aber er ist dafür bis heute einer meiner besten Freunde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1618" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1618" class="size-medium wp-image-1618" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-2-168x300.jpg" alt="Hof mit Tennisplatz" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1618" class="wp-caption-text">Blick in den Hof</p></div>
<div id="attachment_1619" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1619" class="size-medium wp-image-1619" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-1-300x168.jpg" alt="Blick auf den Hof" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1619" class="wp-caption-text">Noch mal Blick</p></div>
<div id="attachment_1620" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-3.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1620" class="size-medium wp-image-1620" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-3-300x168.jpg" alt="Pausenplatzblick" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1620" class="wp-caption-text">Blick nach links, wo man super Pause machen und Bier trinken konnte</p></div>
<p>Ich freundete mich mit den unterschiedlichsten Menschen noch unterschiedlicherer Nationen an, die jeder eine ganze Gruppe neue Bekanntschaften nach sich zogen.  Frei nach dem Motto: Kennste einen, kennste alle. Allerdings war es eher andersrum, die anderen kannten mich – und ich hörte schnell auf, mich darüber zu wundern.</p>
<p>Zugute kam mir meine Kennenlernfreudigkeit, als ich im Aufzug von Bâtiment A stand, um meine Freundin im obersten Stockwerk zu besuchen. Es stiegen drei junge Herren zu, die Tür schloss sich und einer zückte ein Messer.</p>
<p>Sieben Stockwerke lagen noch vor mir.</p>
<p>Sie fragten mich, ob ich wohl Angst habe.</p>
<p>Ich verneinte.</p>
<p>Das stimmte tatsächlich. Es hätte ja gar keinen Sinn gehabt, ich war nun mal eingesperrt und musste das Beste draus machen. Irgendwas hab ich noch gesagt, und weil ich einen Akzent hatte, kamen wir auf mein Herkunftsland, auf Hamburg, auf den HSV (DA kam ich dann doch ins Schwitzen) und kurz vor unserer Ankunft wollten sie wissen, ob ich wohl im obersten Stock wohnte.</p>
<p>Ich verneinte.</p>
<p>Und dann fragte ich, ob sie Milan besuchen wollten.</p>
<p>Es gab nämlich für die meisten (insbesondere zwielichtige) Gestalten nur einen Grund, in den obersten Stock von Bâtiment A zu fahren – und das war Milan und sein kleiner Handel für bewusstseinserweiternde Substanzen. Er wohnte neben meiner Freundin und natürlich kannten wir uns. Als den Jungs das klar wurde, haben sie sich sehr höflich von mir verabschiedet.</p>
<p>Das war jetzt auch keine Bettgeschichte. Zum Glück wurde es gar nicht erst zu einer kompletten Geschichte.</p>
<p>Aber ich wollte eigentlich eine Bettgeschichte haben. Damals, meine ich.</p>
<p>Die Zeit war reif, fand ich.</p>
<p>Ich hatte keine Lust, eines Tages meiner ersten großen Liebe zu begegnen und mit der dann diese ganzen Sexwirren bestehen zu müssen. Ich hielt es für viel praktischer, das Technische erst zu klären und dann zu den Gefühlen zu kommen. Ja, manchmal bin ich ein bisschen sehr rational.</p>
<p>Nun brauchte ich nur den passenden Lehrmeister. Und wer wäre besser gewesen als der nette junge Mann mit dem leckeren Namen eines Gewürzes, der dafür bekannt war, ständig Bettgeschichten zu haben? Ich dachte ein paar Tage drüber nach, fand die Idee gut und unterbreitete sie ihm.</p>
<p>Er war, gelinde gesagt, geschockt.</p>
<p><span style="line-height: 1.5;">Er musste &#8211; und das nehme ich bis heute persönlich &#8211; DARÜBER NACHDENKEN. Wir wurden uns dann aber doch einig, und ich war die wenigen verbleibenden Wochen damit beschäftigt, den Gewürzmann vor dem oben erwähnten besten Freund zu verheimlichen, denn der hätte meinen Umgang mit seinem unterbelichteten Landsmann nicht befürwortet. Nicht, dass diese Bettgeschichte in meiner eigenen Schlafstatt stattgefunden hätte. Nein, ich ziehe es vor, abhauen zu können, wenn ich möchte. Sonderlich oft war ich auch nicht bei ihm, denn SO schwierig ist der technische Teil dann ja doch nicht.</span></p>
<p>Ach, Straßburg, ich vermisse dich. So ein hässliches Zimmer, so eine fantastische Zeit.</p>
<div id="attachment_1621" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-7.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1621" class="size-medium wp-image-1621" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-7-168x300.jpg" alt="Kassettencover" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1621" class="wp-caption-text">Der Straßburg-Soundtrack</p></div>
<div id="attachment_1622" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-6.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1622" class="size-medium wp-image-1622" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2016/01/Strasbourg-6-300x168.jpg" alt="Kassettenrückseite mit Text" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1622" class="wp-caption-text">Rückseite Kassette, Zitat Mama</p></div>
<p>für die Sanften</p>
<p>für die Aggressiven</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/a29a02adf15b42f8be68adb317420dff" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Croissant, Carrefour, Carte Bleue: Blogparade Frankreich von Katja Flinzner</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jan 2014 12:05:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krimskrams]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Katja hat den Frankreichmonat ausgerufen, da juckt es mich natürlich sofort in den Fingern. Ich habe zweimal in Frankreich gewohnt: Mit 19 habe ich ein halbes Jahr lang einen Französischkurs in Straßburg besucht, am Ende meines Studiums (lassen wir das mit dem Alter, auch in einer jüngeren Version wäre ich viel älter gewesen als meine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Blogparade Frankreich" href="http://www.mehrsprachig-handeln.de/blog/2014/01/06/croissant-carrefour-carte-bleue-blogparade-frankreich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">K</a><a title="Blogparade Frankreich" href="http://www.mehrsprachig-handeln.de/blog/2014/01/06/croissant-carrefour-carte-bleue-blogparade-frankreich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">atja </a>hat den Frankreichmonat ausgerufen, da juckt es mich natürlich sofort in den Fingern.</p>
<p>Ich habe zweimal in Frankreich gewohnt: Mit 19 habe ich ein halbes Jahr lang einen Französischkurs in Straßburg besucht, am Ende meines Studiums <span id="more-593"></span>(lassen wir das mit dem Alter, auch in einer jüngeren Version wäre ich viel älter gewesen als meine Mitstudierenden) verbrachte ich zwei Jahre in Caen, wo ich auch meinen Abschluss in Deutsch (mittelgut) und Skandinavistik (gar nicht schlecht) machte.</p>
<p>In <strong>Straßburg</strong> erlebte ich zahlreiche lustige Dinge, die aber weniger mit dem Land zu tun hatten, daher kann ich darüber wenig berichten. Interessant war, dass man mit der normalen Busfahrkarte im 7er-Bus nach Kehl rüberfahren konnte. Das war auch gut so, denn die BahnCard war in französischen Reisebüros (damals war es ja noch nicht so mit Internet) zwar bekannt, konnte aber auch nach mehreren STUNDEN des Probierens nicht erfolgreich auf eine Fahrkartenbuchung angewendet werden.</p>
<p>Aus <strong>Caen</strong> hingegen kann ich mehr erzählen. Los ging es an meinem Heimatbahnhof bei Hamburg, wo ich eine Fahrkarte erstehen wollte (mit Internet war es auch damals noch nicht so). Ich erklärte dem netten Menschen hinterm Tresen mein Anliegen, er sah etwas ratlos aus, tippte, und fragte dann schließlich, wie man den Ort schreibe. Ich sprach: „C-A-E-N“ und er stieß erleichtert hervor: „Ach, Cannes!“ Ich habe die Fahrkarte mehrfach geprüft, hatte aber bis zum Schluss leichte Sorge, wo ich ankommen würde.</p>
<p>Seinerzeit trug ich meine Haare kurz. Wenn ich in Caen zum Frisör ging, musste ich um jeden Millimeter feilschen, der mir abgeschnitten werden sollte. Es ging den (übrigens fast grundsätzlich elegant schwarzgekleideten) Frisörinnen einfach nicht in den Kopf, dass eine Frau sich freiwillig der Wirkung langer Haare berauben wollte.</p>
<p>Auf die häufig gestellte Frage nach meinem Familienstand antwortete ich stets wahrheitsgemäß, dass ich einen Freund in Deutschland habe. Die Reaktion: „Ach, dann bist du also Single.“</p>
<p>Wirklich interessant war es aber an der Uni. Hier könnte ich sehr ausschweifend werden, aber ich mag Frankreich wirklich. Breiten wir also über die Tücken der Bürokratie (die die deutsche leicht in den Schatten stellen kann) den Mantel des Schweigens.</p>
<p>Ich hatte mich für meine alten Fächer Deutsch, Englisch und Schwedisch eingeschrieben und suchte mir aus den ausgehängten Kursen diejenigen aus, die für mich interessant klangen. Zwei Tage später wurde ich angesprochen, warum ich bei Kurs X nicht anwesend gewesen sei – und erst da dämmerte es mir, dass die angeschlagenen Kurse sämtlichst von mir besucht werden sollten. So war schnell klar, dass die drei Fächer nicht parallel würden laufen können. Der Abschied von Englisch fiel mir nicht schwer, ich hatte schon um den Verlust meiner Englischkenntnisse gebangt, würde ich mich weiter dem schrecklichen Akzent der AnglistInnen aussetzen.</p>
<p>Nun saß ich also in deutschen und skandinavischen Veranstaltungen, jeweils größtenteils von Deutschen bzw. Skandinaviern unterrichtet. Die Deutschen hatten sich sehr gut an das französische System angepasst: Bei Verben wurde zuallererst die Gruppe genannt, zu der sie gehörten. Da ich die Nummern eher nicht verinnerlicht hatte, waren meine deutschen Grammatiknoten entsprechend. Themen wie Landeskunde oder Literatur wurden meist als Vorlesungen abgehandelt. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Vorn saß der oder die Lehrende und las vor. Wir schrieben auf. Also Diktat. Eine einzige Professorin zog den deutschen Stil vor, was die französischen Studentinnen vollkommen überforderte. Einer der wenigen Fälle, dass sie bei mir abschrieben.</p>
<p>In der Skandinavistik sah es etwas anders aus. Der Lehrkörper bestand aus zwei Franzosen und Dozentinnen aus allen skandinavischen Ländern. Der eine Franzose zeichnete sich durch eine gewisse Verplantheit aus, die sich auch in seinen wirren Locken widerspiegelte, der andere war der Chef, sehr schlau und sehr gefestigt in seinen Ansichten.</p>
<p>In meinem ersten Jahr in Caen hatten wir (drei) bei ihm altisländische Übersetzung. Ich hatte einige Jahre mit Altisländisch hinter mir, konnte die Texte problemlos verstehen – allein, es haperte an meinem Schriftfranzösisch. Der Unterricht sah ungefähr so aus – es ging um die Übersetzung von Ragnars saga lóðbrókar. Þóra bekommt einen Lindwurm geschenkt, den sie auf einem Schatz in ihrer Laube platziert. Natürlich fängt er dort sogleich an zu wachsen – und mit ihm das Gold unter ihm. Bald hat er keinen Platz mehr.</p>
<p>Wir sind an dieser Stelle:</p>
<p><i>Nú liggr hann utan um skemmuna, svá at saman tók höfuð ok sporðr, ok illr gerist hann viðreignar, ok þorir engi maðr at koma til skemmunnar fyrir þessum ormi nema sá einn, er honum færir fæðslu, ok oxa þarf hann í mál.</i></p>
<p>Prof: „Virginie, vous pouvez traduire ?“</p>
<p>Virginie: „&#8230;“</p>
<p>Prof: „Tatiana ?“</p>
<p>Taz: „Euh, ‚Maintenant &#8230;‘“</p>
<p>Prof: „Louise ?“</p>
<p>Ich: „Maintenant il est couché autour du pavillon, alors que la tête et la queue se touchent.“</p>
<p>Prof: „Oui, c’est pas faux.“</p>
<p>Es folgen einige Ausführungen über die französische Sprache und wie schön man mit ihr Dinge ausdrücken kann. Insbesondere, dass der Lindwurm um die Laube liegt, könne man schöner sagen.</p>
<p>Prof: „Je pense à un mot qui commence avec un l.“</p>
<p>Alle: „?“</p>
<p>Virginie: „Enrouler ?“</p>
<p>Prof: „Non. Lover.“</p>
<p>Um mich herum: Augenrollen.</p>
<p>Ich: „C’est quoi ?“</p>
<p>Prof: „C’est ce que fait un serpent.“</p>
<p>Hier ist die Übersetzung in ihrer von mir notierten endgültigen Fassung: <em>Alors il est lové autour du pavillon si bien que la tête et la queue se touchaient et il était horrible d’avoir affaire à lui et personne n’osait approcher le pavillon à cause de ce serpent sauf celui qui lui apportait à manger, et il lui faillait un bœuf par repas.</em></p>
<p>Wie viel banaler klingt da doch die deutsche Übersetzung von Ulrike Strerath-Bolz: <em>Nun liegt er außen um das Haus, so daß Kopf und Schwanzspitze aneinanderstießen, und er ist so bösartig, daß niemand es wagt, sich dem Haus zu nähern wegen dieses Wurmes, außer dem Mann, der ihm Futter bringt, und dafür braucht es jedesmal einen Ochsen.</em></p>
<p>Nun begab es sich, dass wir im zweiten Jahr bei einer Isländerin Altisländisch hatten, die naturgemäß mehr Gewicht auf das Textverständnis als die Poesie der Übersetzung legte. In einer mündlichen Abschlussprüfung sollten wir Verbformen im Text bestimmen. Das konnte ich und erreichte 20/20. Bekanntermaßen eine Note, die in Frankreich eher nicht vergeben wird. Die bereits gut assimilierte schwedische Dozentin* schlug dann auch umgehend Alarm. Die Isländerin argumentierte dagegen, dass es sich um eine Note wie in Mathe handelt – alles richtig lässt keinen Spielraum nach oben – und ich durfte meine Note behalten. Somit quasi meine erste 1 in Mathe, indirekt.</p>
<div id="attachment_594" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-594" class="size-medium wp-image-594" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1.jpg?w=300" alt="Uniklausurpapier" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1.jpg 2048w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-1-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-594" class="wp-caption-text">Uniklausurpapier</p></div>
<div id="attachment_595" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-595" class="size-medium wp-image-595" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2.jpg?w=300" alt="Uniklausurpapiernamensumknickecke" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2.jpg 2048w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/01/frankreich-2-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-595" class="wp-caption-text">Uniklausurpapiernamensumknickecke</p></div>
<p>Klausuren wurden anonym auf Uni-eigenem Papier geschrieben. Oben rechts schrieb man seinen Namen auf, befeuchtete den Rand des Blattes und klebte die Ecke um, sodass der Name nicht mehr sichtbar war. Eine schöne Sache, als einzige Schwedischstudentin bzw. mit typisch deutschem Schriftbild behaftete eine von drei Studentinnen relativ überflüssig.</p>
<p>Bei meiner Abschlussarbeit stand ich plötzlich vor der Frage, in welcher Sprache sie zu verfassen sei. Die einfache Regel: Französische Studierende schreiben auf Französisch oder „ihrer“ skandinavischen Sprache (was natürlich niemand freiwillig macht), skandinavische Studierende schreiben auf Französisch. Da ich nach Professorenmeinung eher als skandinavische Studentin einzuordnen war, wollte er mir Französisch aufzwängen. Ich hielt das für Quatsch, weil a) alle meine Quellen aufgrund des Themas auf Schwedisch oder Deutsch waren und (vor allem) b) weil ich den von ihm erwarteten gehobenen Stil niemals erreicht hätte. (Ich denke an ein Wort mit i – <i>inacceptable</i>.) Ich versprach, zur Verteidigung der Arbeit einen Kuchen mitzubringen und durfte auf Schwedisch schreiben.</p>
<p>Am Tag der Prüfung kaufte ich eine große Schokoladentorte auf dem Weg zu Uni. Bei meiner Verteidigung sollten der französische Professor, der wirrhaarige französische Dozent und die schwedische Dozentin anwesend sein. Leider kam der Krauskopf nicht und so überließ ich den beiden allein die Torte. Wenige Stunden später erfuhr ich, dass sie sie allein aufgegessen hatten, ohne irgendeinem Mitglied der Fakultät auch nur einen Krümel abzugeben. Das erstaunte mich sowohl menschlich als auch körperlich über alle Maßen.</p>
<p>Abschließend könnte ich mich noch über meine Liebe zu Paris auslassen, meiner absoluten Lieblingsstadt, dem Geruch in der Metro, den Bauten, den Restaurants &#8230; aber das wird dann wieder so sentimental. Im Übrigen kommen die größten mir bekannten Metalfreaks aus Frankreich.</p>
<p>*Im Jahr zuvor war sie noch die Schwedischdozentin gewesen. Dann hatte sie erfolgreich an der Sorbonne promoviert und war fortan die schwedische Dozentin, die auch Landeskundethemen unterrichten durfte. Für den Schwedischunterricht bekamen wir eine neue Schwedin, die bedeutend entspannter war.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/193a0e9ba80146d59bcc399ab8227361" alt="" width="1" height="1" /></p>
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