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	<title>nordirland Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>nordirland Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>&#8222;True Crime&#8220;: Interview mit Sam Millar</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2015 08:28:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Ich habe Glück.&#8220; Im Rahmen der Blogtour um  &#8222;True Crime&#8220; (rezensiert habe ich es hier) verlosen wir unter allen eingegangenen Kommentaren fünf Ausgaben des Buches. Dazu müsst Ihr nur in den Kommentaren die Frage beantworten, die am Ende des Interviews steht. Aber lassen wir zunächst Sam zu Wort kommen. Erst einmal vielen Dank fürs Lesen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/interview-mit-sam-millar/">&#8222;True Crime&#8220;: Interview mit Sam Millar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>&#8222;Ich habe Glück.&#8220;</h1>
<p>Im Rahmen der Blogtour um  &#8222;True Crime&#8220; (rezensiert habe ich es <a href="https://www.textfuss.de/eine-halbe-rezension-true-crime/">hier</a>) verlosen wir unter allen eingegangenen Kommentaren fünf Ausgaben des Buches. Dazu müsst Ihr nur in den Kommentaren die Frage beantworten, die am Ende des Interviews steht. Aber lassen wir zunächst Sam zu Wort kommen.<span id="more-1250"></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10407244_816608265066129_5172441370724114078_n.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1252 alignleft" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10407244_816608265066129_5172441370724114078_n-300x138.jpg" alt="10407244_816608265066129_5172441370724114078_n" width="300" height="138" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10407244_816608265066129_5172441370724114078_n-300x138.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10407244_816608265066129_5172441370724114078_n-450x208.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10407244_816608265066129_5172441370724114078_n.jpg 650w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Erst einmal vielen Dank fürs Lesen, Gesa, und dass du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Fragen zu stellen. Ich weiß das zu schätzen.</span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Herzlichen Glückwunsch, Sam. Das ist ein großartiges Buch. Ich finde es sehr ungerecht, dass es so lang gedauert hat, bis es die Übersetzung auf Deutsch gab &#8211; aber andererseits geht es hier ja schließlich auch um Ungerechtigkeit, oder? Ungerecht ist auch, dass es zwei Wochen dauert, um an die Originalausgabe ranzukommen. Deshalb konnte ich das Buch nicht auf Englisch lesen, bevor ich das Interview in Angriff genommen habe. </span></strong></p>
<p>Wenn ich das gewusst hätte, Gesa, hätte ich dir eine Originalausgabe in Englisch geschickt!*</p>
<p><strong>Nachdem du** die Geschichte noch im Gefängnis aufgeschrieben hattest, war es dir wichtig, sie zu veröffentlichen? Quasi um dich davon zu befreien? Oder war es eher die praktische Aussicht auf ein Einkommen?</strong></p>
<p>Ich habe die Geschichte im Gefängnis aus mehreren Gründen aufgeschrieben. Vor allem, um nicht durchzudrehen und nicht ständig an die Brutalität und den Wahnsinn denken zu müssen, aber auch für meine Familie, damit sie eines Tages verstehen würde, was mit mir und anderen jungen Iren an diesem schrecklichen Ort geschehen ist. In meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht zu hoffen gewagt, dass das Buch je veröffentlicht werden würde, und dann auch noch mit einem solchen Erfolg und mit Auszeichnungen rund um den Globus (außer in England, natürlich!).</p>
<p><strong>Wie schwierig war es, einen Verlag zu finden? Musstest du viel umschreiben oder wurde das Buch so veröffentlicht, wie es war?</strong></p>
<p>Es war sehr schwierig, den richtigen Verlag für das Buch zu finden. Niemand in England wollte das Buch veröffentlichen, wenn ich nicht alle Kapitel über die Folter als politischer Gefangener in Long Kesh streichen würde. Ich weigerte mich, somit wurden alle Verlegertüren in England vor meiner Nase zugeknallt. Schließlich fand ich einen kleinen irischen Verlag, der mein Buch ohne Zensur veröffentlichen wollte, und über Nacht wurde es zum Erfolg: Es war sechs Monate auf der Bestsellerliste und Warner Brothers kauften die Filmrechte. Ich habe nur wenig umgeschrieben, weil der Verleger die Erzählstimme unverblümt und unbearbeitet belassen wollte.</p>
<p><strong>Wie hast du dich für die Zitate entschieden? Hast du sie nebenbei gefunden oder hast du ausdrücklich nach Zitaten gesucht, die zum Text passten?</strong></p>
<p>Meistens habe ich nach einem passenden Zitat gesucht, manchmal habe ich auch ein gutes Zitat gefunden und beschlossen, es in einem Kapitel zu verwenden.</p>
<div id="attachment_1255" style="width: 210px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10933170_816178501775772_791801911_n.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1255" class="size-medium wp-image-1255" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10933170_816178501775772_791801911_n-200x300.jpg" alt="Um keine Antwort verlegen: Sam Millar (Foto: Sam Millar)" width="200" height="300" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10933170_816178501775772_791801911_n-200x300.jpg 200w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10933170_816178501775772_791801911_n-470x705.jpg 470w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10933170_816178501775772_791801911_n-450x675.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10933170_816178501775772_791801911_n.jpg 591w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><p id="caption-attachment-1255" class="wp-caption-text">Um keine Antwort verlegen: Sam Millar (Foto: Sam Millar)</p></div>
<p><strong>Zu deiner Zeit in Long Kesh. Wie bist du damit klargekommen? Wie hast du es geschafft, nicht verrückt zu werden? Ist es möglich, sich ans Protestieren zu gewöhnen?</strong></p>
<p>Wie ich nicht verrückt geworden bin? Manche sagen, ich bin total durchgeknallt! Nein, ernsthaft, einige Gefangene sind psychisch zusammengebrochen. Jeder erreicht irgendwann den Punkt, an dem er zusammenbricht, aber ich hatte das Glück, dass ich stark geblieben bin. Vielleicht hatte meine irische Sturheit etwas damit zu tun. I denke oft an diesen grässlichen Ort zurück und an die Dinge, die die Wärter mit uns angestellt haben, und ich danke dem Himmel, dass ich aus diesem Höllenloch mit ein wenig Restverstand zurückgekommen bin.</p>
<p><strong>Wie gut wussten dein Vater und deine Brüder über dein Leben im Gefängnis Bescheid? Wie haben sie das ausgehalten?</strong></p>
<p>Sie waren am Boden zerstört, weil ich der Jüngste der Familie war, und sie hörten immer wieder von der Folter in Long Kesh. Sie konnten nichts tun, um mich zu beschützen, sie fühlten sich hilflos und waren wütend. Das gilt für alle Brüder, Schwestern und Eltern in der ganzen Welt, wenn sie jahrelang hilflos zusehen müssen, wie ihre Kinder und Geschwister jeden Tag gefoltert und erniedrigt werden. Grauenhaft. Ich glaube, sie lebten nur von Tag zu Tag, immer mit der Hoffnung, dass die Gefangenschaft für mich und meine Kameraden bald enden würde. Meine Familienmitglieder waren Gefangene wie ich, ihre Leben hörten an dem Tag auf, an dem ich nach Long Kesh verschleppt wurde.</p>
<p><strong>Zum Überfall. Du scheinst selbst nicht so genau zu wissen, warum du ihn begangen hast (außer wegen des Geldes, natürlich). War es einfach nur die Möglichkeit, die sich dir offenbarte?</strong></p>
<p>Ich werde oft gefragt, ob ich es fürs Geld getan habe und die Leute sind oft überrascht, wenn ich das verneine. Ich habe es wegen der Herausforderung getan – könnte ich vor bewaffneten Wärtern so einen Überfall begehen, natürlich so, dass keiner verletzt würde? Außerdem wollte ich eine Comicladenkette eröffnen!</p>
<p><strong>Hat Tom dir wirklich nie vergeben? (Nicht, dass man ihm das übelnehmen könnte!) Glaubst du, dass er dein Buch gelesen hat?</strong></p>
<p>Oh, ich vergebe Tom. Ich hoffe nur, dass er mir auch vergeben wird, nach all dem Scheiß, den ich ihm angetan habe.</p>
<p><strong>Ich mag die Art, wie du deine Familie aus dem Buch rauslässt. Aber ich hätte gern etwas über deine Frau gewusst. Ist sie genauso stur wie du oder ist sie einfach die entspannteste Person der Welt?</strong></p>
<p>Ja, meine Frau sollte man nicht zum Narren halten. Ich musste das auf die harte Tour lernen! Sie ist ein großartiger Mensch und meine beste Freundin. Ich bin sehr froh, sie als Partnerin zu haben.</p>
<p><strong>Wie ist dein Leben im heutigen Nordirland? Bist du zufrieden mit der jetzigen Lage?</strong></p>
<p>Die Lage im Norden von Irland ist nicht großartig anders, trotz all der Propaganda in den Medien. Politische Gefangene werden noch immer ohne Gerichtsverhandlung interniert und gefoltert. Ich habe Glück. Als Schriftsteller kann ich mit der Kraft meines Stiftes protestieren.</p>
<p><strong>Als ich das Buch gelesen habe, hatte ich nicht den Eindruck, dass du irgendetwas in deiner Vergangenheit bereust. Hab ich recht? (Ich meine, immerhin taugt der Überfall für eine gute Geschichte!)</strong></p>
<p>Im Laufe des Lebens bereuen wir alle mal etwas. Ich habe den Überfall nicht bereut, außer, dass er in Amerika stattfand. Ich bereue das, weil Amerika immer gut zu mir war und ich Amerika immer geliebt habe. Meine Kinder sind Amerikaner. Ich wünschte, der Überfall hätte in England stattgefunden. Wenigstens hätte das Geld den Briten gehört. Der einzige Trost ist, dass das Geld bei der Lloyds of London versichert war. Also mussten wegen einer lustigen Laune des Schicksals die Briten das Versicherungsgeld bezahlen!</p>
<p><strong>Findest du, dass man immer für die eigene Überzeugung kämpfen sollte, egal, was passiert?</strong></p>
<p>Ich kann nicht für andere Menschen sprechen, weil jede Situation anders ist, aber ich wurde so erzogen, dass man immer für das kämpfen sollte, woran man glaubt und niemals Angst vor Widerstand haben sollte. Besser im Kampf für die Freiheit sterben, als als Sklave leben zu müssen. Deswegen wird Irland eines Tages frei von England sein, egal, wie lange es dauert.</p>
<p><strong>Gibt es etwas, das du deinen deutschen Lesern sagen möchtest?</strong></p>
<p>Ja, ich möchte meinen Lesern in Deutschland danken. Sie haben meine Karl-Kane-Bücher freundlich aufgenommen. Und jetzt endlich werden meine Memoiren in Deutschland veröffentlicht. Das ist ein besonderer Anlass für mich, auf den ich stolz bin. Das Warten hat sich gelohnt. Ich habe wunderbare und sehr nette Leute getroffen, als ich durch Deutschland gereist bin, und werde sie jetzt hoffentlich alle mit „True Crime“ wiedersehen.</p>
<p>* Das macht er jetzt tatsächlich.</p>
<p>** Sam hat mir bestätigt, dass er „a ‚du‘ person“ ist.</p>
<p><em>Und hier kommt Eure Frage, bis zum 10.2.2015 zu beantworten: <strong>Muss man stur sein, um Folter zu überleben?</strong></em></p>
<div id="attachment_1254" style="width: 234px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10959430_816608335066122_6101202888691770270_n.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1254" class="size-medium wp-image-1254" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10959430_816608335066122_6101202888691770270_n-224x300.jpg" alt="Fünf dieser Bücher werden sich bald auf den Weg zu Euch machen" width="224" height="300" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10959430_816608335066122_6101202888691770270_n-224x300.jpg 224w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/02/10959430_816608335066122_6101202888691770270_n.jpg 391w" sizes="(max-width: 224px) 100vw, 224px" /></a><p id="caption-attachment-1254" class="wp-caption-text">Fünf dieser Bücher werden sich bald auf den Weg zu Euch machen</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="line-height: 1.5;">Ausgelost wird unter allen kommentierenden Bewerbern und Bewerberinnen.</span></p>
<ul>
<li>Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis des/der Erziehungs-/Sorgeberechtigten</li>
<li>BewerberInnen erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden(Gewinnerpost) und dass ihre Adresse dem Verlag zwecks Gewinnversands übermittelt wird.</li>
<li>Keine Barauszahlung der Gewinne möglich</li>
<li>Keine Haftung für den Postversand</li>
<li>Versand der Gewinne innerhalb Deutschland &#8211; Österreich &#8211; Schweiz</li>
</ul>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/478b61bd634a49de9a6e71f883bc226a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/interview-mit-sam-millar/">&#8222;True Crime&#8220;: Interview mit Sam Millar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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		<title>Bücher im Original &#8211; eine halbe Rezension (Sam Millar: True Crime)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/eine-halbe-rezension-true-crime/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2015 10:12:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seien wir ehrlich: In meinem Romanregal gibt es mehr deutsche als fremdsprachige Bücher. Das ist ziemlich logisch, denn immerhin bin ich Deutsche und wohne in Deutschland. Knapp sechs Jahre habe ich in anderen Ländern verbracht, das spiegelt sich ziemlich genau in meinem Bücherbestand. Wenn ich es kann, lese ich Romane gern im Original. Weil ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seien wir ehrlich: In meinem Romanregal gibt es mehr deutsche als fremdsprachige Bücher. Das ist ziemlich logisch, denn immerhin bin ich Deutsche und wohne in Deutschland. Knapp sechs Jahre habe ich in anderen Ländern verbracht, das spiegelt sich ziemlich genau in meinem Bücherbestand. Wenn ich es kann, lese ich Romane gern im Original. Weil ich es kann. Ich störe mich nicht an einer guten Übersetzung, aber ich frage mich dann eben manchmal, wie etwas im Original gewesen ist. Stand da Dialekt? Wurde der Ausdruck erklärt?<span id="more-1240"></span></p>
<p><a href="http://isabelbogdan.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Isabel Bogdan</a>, die reizende Übersetzerin, hat mal irgendwo gesagt, dass sie Bücher nur noch in deutscher Übersetzung liest, weil sie sonst in Gedanken mitübersetzt. Bei mir liegt das Problem also andersrum. Bei Filmen geht es mir genauso.</p>
<p>Seit ich viel rezensiere, lese ich fast nur noch deutsche Bücher, egal ob von deutschen Autoren oder in Übersetzung. Ich finde das in Ordnung, denn sobald ich ins Ausland fahre, decke ich mich sowieso mit fremdsprachiger Literatur ein. Manchmal denke ich beim Lesen einer Übersetzung, dass ich das Buch gern mal im Original lesen würde. Habe ich es schon getan? Einmal, glaube ich.</p>
<p>Und nun lag dieses Rezensionsexemplar auf meinem Tisch. <strong>&#8222;True Crime&#8220; von Sam Millar</strong>. Ziemlich dick, gut 400 Seiten. Auf Deutsch. (Der englische Titel ist &#8222;On the Brinks&#8220;.) Eine wahre Geschichte. Sam Millar, Nordire, Mitglied der IRA, jahrelang unter widrigsten Bedingungen in den H-Blocks gefangen (allgemeine Infos dazu gibt es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blanket_Protest" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>), später in New York illegaler Casinobetreiber, Comicladenbesitzer und, äh, ja, dann hat er auch noch die Geldtransportfirma Brink&#8217;s überfallen.  Insgesamt also ein in Autorenkreisen eher ungewöhnlicherer Lebenslauf.</p>
<p>Angepriesen wird das Buch als &#8222;die unfassbare Geschichte eines der größten Raubüberfälle aller Zeiten&#8220; und das stimmt auch. Weniger der Raubüberfall, der ist erst in der zweiten Hälfte Thema. Aber &#8222;unfassbare Geschichte&#8220;, ja. Dieser Mann ist so unfassbar konsequent. Keine Rechtfertigungen, keine Angeberei. Es sind die harten Fakten, die ich um die Ohren (bzw. Augen) gehauen bekomme, und die sind härter als der Zellenboden. Die Geschichte ist brutal und ich bin geneigt, mir zu wünschen, dass Sam damals seinen Protest aufgegeben hätte, um sich die Konsequenzen zu ersparen. Aber nein, aufgeben ist nicht. Was absolut richtig ist. Und ich frage mich, wie sehr die Gefängnisproteste in Nordirland damals in den deutschen Medien erwähnt wurden. Die Schlacht von Long Kesh 1974 (da war Sam 19!) und später der Hungerstreik, der 10 Menschen das Leben kostete. Dass Partei für die IRA-Terroristen ergriffen wurde, kann ich mir kaum vorstellen.</p>
<div id="attachment_1243" style="width: 235px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1243" class="size-medium wp-image-1243" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045-225x300.jpg" alt="Sams Nemesis unter den Wärtern war &quot;Warzenschwein&quot;. Meine Leuchtsau wird dem nicht gerecht, das weiß ich." width="225" height="300" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045-225x300.jpg 225w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045-768x1024.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045-773x1030.jpg 773w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045-1125x1500.jpg 1125w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045-529x705.jpg 529w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045-450x600.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/01/PICT4045.jpg 1536w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p id="caption-attachment-1243" class="wp-caption-text">Sams Nemesis unter den Wärtern war &#8222;Warzenschwein&#8220;. Meine Leuchtsau wird dem nicht gerecht, das weiß ich.</p></div>
<p>Und ich frage mich, wie Menschen aus ihrer Überzeugung so viel Kraft schöpfen können.* Und ob ich das wohl auch könnte. Und dann fällt mir Elie Wiesel ein, der auch im Buch zitiert wird. Es wird unglaublich viel zitiert, an jedem Kapitelanfang stehen mindestens zwei Zitate, was ich sonst nicht schätze, aber in diesem Buch ist alles anders. Nach dem Buchkonsum habe ich noch einmal alle Zitate gelesen. Wie Illustrationen zur Geschichte. Jedenfalls hat Elie Wiesel etwas gesagt, das jetzt gerade zur Befreiung von Auschwitz auch wieder zitiert wurde und das nicht oft genug zitiert werden kann.</p>
<blockquote><p>Ich habe geschworen, niemals zu schweigen, wann immer und wo immer ein Mensch zu leiden hat oder gedemütigt wird. Wir müssen uns immer für eine Seite entscheiden. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Schweigen ist dem Peiniger Zuspruch, niemals dem Gepeinigten.</p></blockquote>
<p>Zurück zum Buch: Ich mochte die Art, wie Millar sein Privatleben fast komplett ausblendet. Informationen über seine Frau und Kinder gibt es nur, wenn sie fürs Verständnis des Geschehens unumgänglich sind. Sonst könnte man sich eventuell einfach mal zurücklehnen und eine kleine Liebesgeschichte genießen. Aber zurücklehnen ist nicht erwünscht, dieses Buch hat keine Lehne.</p>
<p>Fazit. Unbedingt lesen, wenn man keine schwere Kost scheut und sich wirklich beeindrucken lassen möchte.</p>
<p>Und ich werde etwas tun, das ich noch nie getan habe: Ich besorge mir die Originalversion und lese es noch einmal, und zwar umgehend. Danach folgt die zweite Rezensionshälfte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* Und ich will ihn fragen: &#8222;How the hell did you cope??&#8220;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/9e60d0c3f496415983b0735cf4669539" alt="" width="1" height="1" /></p>
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