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	<title>england Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>england Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 6a und 6b</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 13:45:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter der Hängematte schlafen Was bisher geschah: Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück. Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule. Auch in meinem zweiten Jahr in England besuchte ich meinen Bruder häufig. Er war ebenfalls umgezogen, wohnte jetzt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Unter der Hängematte schlafen</h1>
<p>Was bisher geschah:</p>
<p>Sinnieren über die Betten meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht einschlafen kann, träume ich mich in frühere Schlafstätten zurück.</p>
<p>Wir sind in meiner Jugend angelangt, ich ging in England zur Schule.</p>
<p><span id="more-1608"></span>Auch in meinem zweiten Jahr in England besuchte ich meinen Bruder häufig. Er war ebenfalls umgezogen, wohnte jetzt näher am &#8222;Stadtzentrum&#8220;, dafür weiter weg von seiner Ausbildungsstätte. Mit einem Kommilitonen teilter er sich einen Teil eines wundervollen roten Backsteingebäudes, ein altes Ding mit Schiebefenstern und mehr als minderwertiger Heizung. In meiner Erinnerung gehörte es zwei ältlichen Damen, die uns auch mal zwecks Aussicht aufs Dach steigen ließen.</p>
<p>Das Bad war ein großer Raum, in dem willkürlich sanitäre Einrichtungen verteilt waren. Die Badewanne stand in der Mitte, irgendwo fand man auch eine nachträglich hereingeworfene Dusche mit Elektroantrieb &#8211; jedenfalls stand sie eines Tages wohl komplett unter Strom.</p>
<div id="attachment_1609" style="width: 178px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/JP-Nirvana-e1451569219440.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1609" class="size-medium wp-image-1609" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/JP-Nirvana-e1451569219440-168x300.jpg" alt="Kennt jemand die Outcesticide-CD von Nirvana? Ganz übles Geschrammel. Ich habe sie als Kassette mit extra vom Foto erstellter Zeichnung" width="168" height="300" /></a><p id="caption-attachment-1609" class="wp-caption-text">Kennt jemand die Outcesticide-CD von Nirvana? Ganz übles Geschrammel. Ich habe sie als Kassette mit extra vom Foto erstellter Zeichnung</p></div>
<p>Mein Bruder hatte ein großes, dunkles Zimmer (kann auch am Wetter gelegen haben) und wenn ich schlief, legten wir alles auf mich, das wir nur finden konnten, um erfrorene Zehen zu vermeiden. Hängematte, Bademantel, alles fand seinen Weg auf mich drauf. Ein schweres Bett war das also, ich konnte mich kaum bewegen und ohne den Heizlüfter wären wir wahrscheinlich doch erfroren.</p>
<p>Manchmal aber, manchmal schlief ich auch woanders. Jetzt, wo ich näher an meinem Bruder wohnte, lachte ich mir natürlich jemanden an, der von der alten Schule vergleichsweise fix hätte erreicht werden könnte. Aber man kann nicht alles richtig machen und ich war ohnehin nur zweimal da. Sein Zimmer war groß und hoch und vor allem kahl, aber er hatte einen Wasserkocher, mit dessen Hilfe man Instantnudeln kochen konnte. Er hatte auch ein Bett, für das seine Schwester noch schnell schwarz-weiße Bettwäsche vorbeibrachte. Vor allem aber hatte er ein großes Erkerfenster zur Kreuzung.</p>
<p>Seitdem weiß ich, dass es keine gute Idee ist, an einer Kreuzung zu wohnen. Während ich die Straßenlaternen auf Fensterhöhe noch ignorieren konnte, haben mich die ständig haltenden und anfahrenden Autos tatsächlich um den Schlaf gebracht. So schlecht habe ich später nur einmal geschlafen.</p>
<p>Er war ein Kriegsflüchtling aus Bosnien. Ich besuchte ihn am 5. November <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_Plot" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(&#8222;Remember, remember the fifth of November&#8220;)</a> und wir gingen zu keinem Bonfire und zu keinem Feuerwerk, weil er gerade dem knallenden Krieg entkommen war.</p>
<p>Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Ich bin oft erstaunt, wie sehr sich viele aus Kriegsgebieten Geflüchtete auf Silvester freuen. Aber letztlich hat jeder eine andere Art, mit seiner Vergangenheit und Gegenwart umzugehen. Wie auch immer: Ich wünsche Euch allen über dem Kopf einen Eimer voller Glück, der, wann immer es nötig ist, eine angemessene Menge Glück auf Euch absondert.</p>
<p>Hiermit endet das erste Kapitel ausländischer Betten, es wird aber nicht das letzte gewesen sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/f107fe81fae042c7bb45a98ab9fe987a" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 5</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2015 14:35:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[bett]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[planziel]]></category>
		<category><![CDATA[schrank]]></category>
		<category><![CDATA[umzug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fernsehen und Toast Heute: mit Schwedischkalenderverlosung ohne jeden Bezug zum Thema, s. u. Wir befinden uns immer noch in dem Jahr, in dem ich in England zur Schule ging. Elfte Klasse (Lower Sixth). Ich schlief in Bett 4. Und dann kamen die Osterferien und ich flog nach Hause und das Unvorhergesehene passierte. Kurt Cobain nahm [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Fernsehen und Toast</h1>
<p>Heute: mit Schwedischkalenderverlosung ohne jeden Bezug zum Thema, s. u.</p>
<p>Wir befinden uns immer noch in dem Jahr, in dem ich in England zur Schule ging. Elfte Klasse (Lower Sixth). Ich schlief in <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-4/">Bett 4</a>.<span id="more-1545"></span></p>
<p>Und dann kamen die Osterferien und ich flog nach Hause und das Unvorhergesehene passierte. Kurt Cobain nahm sich das Leben, ich war krank und hörte den ganzen Tag Nirvana, Papa wurde 50 (das war vorhergesehen) und es kam ein Brief. Aus England.</p>
<p>Aus finanziellen Gründen würde meine Schule schließen. Da sie Teil der Woodard-Corporation war, würde man fürs gleiche Schulgeld auf eine andere Woodard-Schule gehen können. Und es wäre ja nur sinnvoll, gerade für diejenigen, die nicht direkt vor Abschlussprüfungen standen, direkt auf eine andere Schule zu wechseln.</p>
<p>Ich lag in <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-bett-3/">Bett 3</a> und wusste nur eins: Ich würde nicht sofort auf eine andere Schule gehen. Schließlich hatte ich die Mathe- und Deutschprüfungen im nächsten Term und überhaupt, keine zehn Pferde hätten mich vorzeitig aus dieser Schule bekommen. Meine Eltern akzeptierten meine Entscheidung, überlegten hin und her, ob ich nicht nach Deutschland zurückkommen sollte, auf Papas altes Internat, aber nein, nein.</p>
<p>Als ich nach Ostern zur Schule zurückkam, war alles anders.</p>
<p>An meinem Zimmer stand nicht mein Name. Mein Zimmer war jetzt am anderen Ende vom Flur, in mein altes Zimmer zogen zwei Zehntklässlerinnen.</p>
<p>Ich ging den Schrank tauschen.</p>
<p>Was war passiert?</p>
<p>Mit der Ankündigung der Schließung hatten sich viele Schülerinnen abgemeldet und auch einige Housemistresses (man kennt sie als „Hausmutter“ aus Hanni und Nanni) hatten bereits andere Anstellungen bekommen. Daher wurden die Zehntklässlerinnen, die ja vor dem GCSE-Abschluss standen und somit auf der Schule blieben, in unserem Haus einquartiert. Das, wir erinnern uns, ja doch recht viele leere Betten aufzuweisen hatte.</p>
<p>Von meinem Jahrgang waren genau zwei übrig: meine großartige japanische Freundin Kay und ich.</p>
<p>Unsere Housemistress Miss Watson war überhaupt gar nicht amused. Statt sieben (wir hatten im letzten Term noch eine Neue bekommen) bzw. zwei (die einzigen, die vom Jahrgang übrig waren) hatte sie nun um die zwanzig Schäfchen zu hüten. Was sie dazu veranlasste, uns beiden „Großen“ so viele Privilegien wie möglich zu verschaffen.</p>
<p>&#8211; Nein, ihr teilt euch den Gemeinschaftsraum nicht mit den Kleinen.</p>
<p>&#8211; Der Toaster aus der Küche gehört der Lower Sixth, den haben sich die Schülerinnen mal selber gekauft.</p>
<p>Miss Watson besorgte uns einen eigenen Fernseher. Wir stellten den Toaster und unsere Essensrationen in mein Zimmer. Es war ein kleines Zimmer: Bett, Schrank, Tisch, Kommode, voll. Aber der Fernseher passte auf den Schrank und aus Bananenkartons bauten wir eine Vorrichtung für Toaster und Wasserkocher. Der Bananenkarton hatte sogar eine Schublade für unsere Chipsrationen.</p>
<p>Kay verbrachte jede Minute bei mir, wenn wir nicht akut lernen mussten. Mein Bett diente uns als Fernsehsofa. Mein Bett war unser Lebensmittelpunkt. Da saßen wir und sahen fern und quatschten und hatten Spaß und ich fragte Kay nach links und rechts ab für ihre Fahrprüfung. (Ausgerechnet ich!) Es war ein großartiges Trimester und über ein Jahr lang dachte ich, eine schönere Zeit würde ich nie mehr erleben. Denn Unterricht allein ist zwar anstrengend, aber es gibt keinen vergeudeten Tag. In der Schule vergeudet, meine ich. All die Zeit, die ich bisher nur mit dem Warten auf das Unterrichtsende verplempert hatte.</p>
<p>Zeit, die ich mit unnötigen Diskussionen mit ebenso unnötigen Mitschülerinnen verschenkt hatte.</p>
<p>Vorbei.</p>
<p>Wenn ich am Abend in diesem Bett lag, war der Tag gut gewesen. Immer. Wenn ich morgens aufwachte, kam Kay herein und wir aßen Toast.</p>
<p>Es war eine friedliche Zeit, kein Stress – die einzigen Prüfungen, die anstanden, waren Deutsch und Mathe (aber da hatte ich die einfache Variante gewählt und das konnte sogar ich ohne Probleme), was sollte ich groß lernen, die anderen Fächer waren ja erst nächstes Jahr an der anderen Schule dran.</p>
<p>Die nächste Schule. Bereitete mir das Sorgen? Nein, ich glaube nicht. Es war klar, dass Kay und ich getrennter Wege gehen würden. Schlaflos hat mich das nicht gemacht. Ich habe gut geschlafen. Auch, als Jim nicht mehr am Wochenende kam, um mich auszuführen.</p>
<p>Und doch gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Bett 4 und 5. Bett 4 war die Verkörperung vom gemäßigten Auf-eigenen-Beinen-Stehen, das Abenteuer mit Planziel.</p>
<p>Bett 5 war die Abweichung vom Plan, die Alternativroute, der Auftakt zum Trip ins Ungewisse.</p>
<p>Ungewiss ist auch, wie ich jetzt die Überleitung von einem englischen Bett zu einem schwedischen Kalender mache.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1546" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Schwedischkalender.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1546" class="size-medium wp-image-1546" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Schwedischkalender-300x168.jpg" alt="Kalender auf Fensterbank" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1546" class="wp-caption-text">Schwedischkalender 2016, Serviervorschlag</p></div>
<p>Vielleicht lasse ich es lieber. Wenn Du einen <a href="http://sachsentorbuch.shop-asp.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=6D2376B4C2176D8428DAB75B1877FE43.www02?aUrl=90007507&amp;facetNodeId=-1&amp;searchString=schwedisch+sprachkalender&amp;mainsearchSubmit=Los%21" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwedisch-Sprachkalender</a> gewinnen möchtest, kommentiere hier bis Donnerstag, den 17.12.15 um Mitternacht rein, warum.</p>
<p>Am Freitag lose ich dann aus. Rechtsweg ausgeschlossen und so, Auszahlung auch, logisch.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 4a</title>
		<link>https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-4a/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2015 08:30:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[exeat]]></category>
		<category><![CDATA[half-term]]></category>
		<category><![CDATA[hockey]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaff-Urlaub Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, es geschah etwas Unvorhergesehenes. Das stimmt tatsächlich, passierte aber erst in den Osterferien. Nach den ersten beiden Trimestern also. In jedem Trimester hat man mittig eine Woche frei (half-term), außerdem gibt es Wochenenden, an denen alle nach Hause fahren (exeat, sprich: eks-i-ät). Ich fuhr hierhin und dahin, zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Kaff-Urlaub</h1>
<p>Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, es geschah etwas Unvorhergesehenes. <span id="more-1536"></span>Das stimmt tatsächlich, passierte aber erst in den Osterferien. Nach den ersten beiden Trimestern also. In jedem Trimester hat man mittig eine Woche frei (half-term), außerdem gibt es Wochenenden, an denen alle nach Hause fahren (exeat, sprich: eks-i-ät). Ich fuhr hierhin und dahin, zu meinen Guardians (den Verantwortlichen vor Ort) aber dann doch eher selten, sondern meistens zu meinem Bruder.</p>
<p>Er hatte in einem Kaff, das den Namen mehr als verdiente, gerade angefangen, Illustration zu studieren und bewohnte ein Zimmer im Haus einer Kommilitonin. Sein Zimmer war das Ex-Elternschlafzimmer der Vorbesitzer, daher glänzte es mit allerhand grauen Einbauschränken mit weißen Leisten. Vor allem aber mit einem großen Kleiderschrank mit getönten Spiegeltüren. Interessante Möglichkeit, das blasse Schlafgesicht für braungebrannt zu erklären.</p>
<div id="attachment_1539" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/jp.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1539" class="size-medium wp-image-1539" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/jp-300x168.jpg" alt="Jugendliche auf Bett" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1539" class="wp-caption-text">Meine Güte, wat waren wir jung</p></div>
<p>Das Bett allerdings war ein schmales, über das schräg eine Hängematte hing. Ich glaube fast, ich hab mal versucht, darin zu schlafen, war aber Quatsch. So zog ich auf ein Lager zwischen Bett und niedrigen Schränken, wir legten allerhand unter mich und anschließend die Hängematte als Decke auf mich. Das Haus war halbwegs neu und die Temperaturen erträglich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-13-37.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1542" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-13-37-168x300.png" alt="Screenshot_2015-12-11-19-13-37" width="168" height="300" /></a></p>
<p><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-14-12.png"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1543 alignleft" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/12/Screenshot_2015-12-11-19-14-12-168x300.png" alt="Screenshot_2015-12-11-19-14-12" width="168" height="300" /></a></p>
<p>Wenn ich da lag, hatte mein Bruder den Tag um die Ecke mit Malen und Zeichnen verbracht, ich war mal vorbeigekommen und hatte ansonsten mutmaßlich ferngesehen und nichts für die Schule getan, mittags gab es Nudeln mit Käsesauce. Einmal gingen wir den Hockeyplatz suchen, denn mein Bruder war ein begeisterter Hockeyspieler und suchte einen Verein. Wir nahmen das mit dem „Suchen“ etwas zu ernst und verliefen uns hingebungsvoll in einem Ort, in dem das rein aus Platzgründen eigentlich gar nicht möglich war, fanden weder Hockeyplatz, noch den Weg nach Hause, aber irgendwann dann wohl doch, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dortselbst auf der Straße genächtigt zu haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 4</title>
		<link>https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-4/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2015 09:28:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
		<category><![CDATA[A-levels]]></category>
		<category><![CDATA[bettgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[england]]></category>
		<category><![CDATA[internat]]></category>
		<category><![CDATA[mädchenschule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vertrauensselig und/oder schicksalsergeben Dies ist ein besonderes Bett, denn es war das erste in meinem neuen, eigenständigen Leben. Statt meiner Eltern war nun Miss Watson für mein Seelenheil (oder eher: meine Hausaufgaben, und auch das nur in beschränktem Maße) verantwortlich. Ich hatte mir für die 11. Klasse ein Mädcheninternat (wenn, dann richtig!) in Südengland ausgesucht. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-4/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 4</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Vertrauensselig und/oder schicksalsergeben</h1>
<p><span style="line-height: 1.5;">Dies ist ein besonderes Bett, denn es war das erste in meinem neuen, eigenständigen Leben. Statt meiner Eltern war nun Miss Watson für mein Seelenheil (oder eher: meine Hausaufgaben, und auch das nur in beschränktem Maße) verantwortlich.</span></p>
<p><span id="more-1508"></span>Ich hatte mir für die 11. Klasse ein Mädcheninternat (wenn, dann richtig!) in Südengland ausgesucht. Eine kleine Schule, die wir auf unserer Route, als es ums Aussuchen der Anstalt ging, gar nicht eingeplant hatten. Doch vom Süden bis rauf nach St. Andrew’s (meine zweite Wahl) war es diejenige, zu der es mich am meisten hinzog. Es war die kleinste und die abgelegenste. Noch wenige Jahre zuvor war es eine sehr erfolgreiche Schule gewesen, im Kleinkindalter musste man für seine Tochter einen Platz reservieren. So war es nun nicht mehr – wo früher mehrere Hundert Schülerinnen gelernt hatten, waren noch 130 übrig. Die Infrastruktur war aber noch immer auf eine wesentlich größere Menge ausgelegt, was uns zugute kam.</p>
<p>Für die Oberstufe gab es separate Häuser. Die Lower 6th (11. Klasse) wohnte im Kirk House direkt gegenüber vom Hauptgebäude, das übrigens so unglaublich verbaut war, dass mich Harry-Potter-mäßige sich bewegende Treppenhäuser nicht verwundert hätten. Aber den gabs damals ja noch nicht und man verlief sich noch ganz banal und ohne Zauberei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_1513" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-8.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1513" class="size-medium wp-image-1513" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-8-300x168.jpg" alt="Internatsgebäude" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1513" class="wp-caption-text">Kirk House. Mein Zimmer war im rechten Flügel, 1. Stock</p></div>
<p>Ich hatte mein Zimmer also in Kirk House, in dem etwa 20 Zimmer für die Schülerinnen zur Verfügung standen, jedes für mehrere Bewohnerinnen ausgelegt. Ein kompletter Trakt stand leer, denn in meinem Jahrgang waren wir zu sechst. Mir war ein recht großes Zimmer zugedacht, es standen zwei Betten und zwei Schreibtische drin und ich organisierte mir noch am Einzugstag einen besseren Schrank aus einem der leerstehenden Zimmer. Da das Zimmer einem Schlauch glich, war das gemütliche Einrichten eine Herausforderung. Die dunkelgrünen Teppichfliesen waren so rau, dass ich das Arbeiten auf dem Fußboden einschränken musste. Außerdem durften wir nur an den Pinnwänden Poster aufhängen, was sich mit den Wochen aber als allgemein egal herausstellte.</p>
<div id="attachment_1515" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-1.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1515" class="size-medium wp-image-1515" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-1-300x168.jpg" alt="Pinwand" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1515" class="wp-caption-text">Am Anfang waren die Wände noch karg &#8230;</p></div>
<div id="attachment_1514" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1514" class="size-medium wp-image-1514" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-2-300x168.jpg" alt="... nach und nach wurden sie voller ..." width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1514" class="wp-caption-text">&#8230; nach und nach wurden sie voller &#8230;</p></div>
<div id="attachment_1512" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-6.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1512" class="size-medium wp-image-1512" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirk-6-300x168.jpg" alt="volle Pinwand" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1512" class="wp-caption-text">&#8230; und schließlich war das Werk vollendet</p></div>
<p>Mit sechs Schülerinnen ist der Unterricht recht lernintensiv. Allerdings waren wir nie zu sechst, denn wir alle hatten verschiedene Fächer gewählt. In Bio waren wir zu zweit, in Deutsch und Französisch war ich allein. Nur so ist es überhaupt zu erklären, dass ich Französisch A-level machen konnte. Eigentlich hatte ich mich für Chemie entschieden, weil ich sonst in Deutschland nicht Tiermedizin hätte studieren können. (Ja, wenn man woanders Abi macht, gelten auch andere Regeln für die Unizulassung, aber das ist ein ganz anderes Kapitel.) Doch Chemie war nicht mein Freund und so schmiss ich hin, ohne so recht zu wissen, was ich stattdessen tun sollte. Auf einem der zahlreichen Flure begegnete mir die Französischlehrerin, die mir freudig mitteilte, sie habe von meinem Entschluss gehört und ob ich nicht Französisch machen wollte. Ich hatte zwei Jahre in Hamburg Französisch und somit überhaupt nichts gelernt, also sagte ich ja. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe.</p>
<p>Meine Eltern im fernen Deutschland blieben ob der Nachricht angenehm entspannt, vertrauensselig oder schicksalsergeben legten sie die Entscheidung in meine Hände.</p>
<h2>Stress oder kein Stress?</h2>
<p>Was hat das nun alles mit dem Bett zu tun? Ganz, ganz viel. Wenn ich in Kirk House abends ins Bett ging, hatte ich was gelernt. Ein völlig neues Schulgefühl. Es war interessant, die Zeit zwischen den Pausen mit etwas Sinnvollem zu verbringen, es gefiel mir sogar außerordentlich gut. Eine generelle Zufriedenheit umgarnte mich. In den Pausen spielten wir in meinem Zimmer „Stress“, ein großartiges Kartenspiel, bei dem man nur schnell sein und nicht nachdenken muss – sollte ich dringend mal wieder spielen – und ich gewöhnte mich daran, mit offener Tür zu wohnen. Wir hatten Feuertüren, die sich zwar automatisch schlossen, aber gleichzeitig nie richtig zu waren. Mir gefällt das Konzept.</p>
<p>Ich hatte meine eigene Bettwäsche mitgebracht und lag entweder in Röschen oder in blau-weißen Streifen. Neben mir die Rigipswand zum Nachbarzimmer, am Kopfende ein, ja, genau, ein kleines Sprossenfenster, durch das es zog.</p>
<div id="attachment_1511" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirkbezug.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1511" class="size-medium wp-image-1511" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/Kirkbezug-300x168.jpg" alt="Noch immer in Benutzung: Bettwäsche mit Kirk-Waschmarke und eingenähtem Namen" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1511" class="wp-caption-text">Noch immer in Benutzung: Bettwäsche mit Kirk-Waschmarke und eingenähtem Namen</p></div>
<p>Morgens gab es wenig Stress (das Kartenspiel war der einzige Stress, dem ich ausgesetzt war), ich war die Einzige, die die Dusche benutzte, die anderen zogen es vor zu baden. Wir frühstückten in unserer eigenen Küche, in der es einen Toaster, einen Kühlschrank und einen Wasserkocher gab. Wir tranken Nescafé oder Orange Squash (dieses ekelhafte Orangenzeug, das nur mit Wasser verdünnt zu ertragen ist und seinen Namen offenbar ausschließlich von der Farbe hat, der Geschmack kann unmöglich gemeint sein) und schmückten unseren Toast mit Butter, Marmelade, Chocolate Spread oder Marmite (ich nicht!). Die Milch stand ganz klassisch morgens in Flaschen vor der Tür. Wir aßen im Stehen und brachen irgendwann zum Unterricht auf, die Wege waren ja nicht weit, Vollversammlung in der Turnhalle war da noch das Weiteste. Schuluniformpflicht gab es für die Oberstufe nur an besonderen Tagen, ansonsten war Rock angesagt. (Von der Behauptung, Schuluniform würde die Klamottenkonkurrenz eindämmen, halte ich übrigens gar nichts. Freizeitklamotten bekommen nämlich mit Schuluniform einen sehr viel höheren Stellenwert.)</p>
<p>Musik gehört habe ich damals auch, und zwar nicht mehr nur die alten Platten der Eltern und Radio, sondern so richtig.</p>
<div id="attachment_1518" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/FNM-und-Soundgarden.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1518" class="size-medium wp-image-1518" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2015/11/FNM-und-Soundgarden-300x168.jpg" alt="Kassetten" width="300" height="168" /></a><p id="caption-attachment-1518" class="wp-caption-text">Kaufkassette und der Soundgarden-Schatz vom Bruderherz, inklusive ALLER Texte, handgeschrieben</p></div>
<p>Hach, mein Leben war so entspannt. Ich verbrachte zwei Trimester in diesem Bett und habe es unglaublich genossen. Dann passierte etwas Unvorhergesehenes.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Heimat &#8211; ein großes Wort (Blogparade)</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Aug 2013 09:20:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mein momentanes Zuhause liegt hier – aber ist es auch meine Heimat? Ich bin der wunderbaren Blogparadenfrage von Katja Wenk nachgegangen und habe mir darüber Gedanken gemacht, was Heimat für mich bedeutet. Wie ich hier bereits erzählt habe, bin ich häufig umgezogen seit ich 17 war, habe längere Zeit im Ausland gelebt und verbrachte nur in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein momentanes Zuhause liegt <a href="https://www.textfuss.de/kirchwerder/">hier</a> – aber ist es auch meine Heimat? Ich bin der wunderbaren <a title="Blogparade Heimat" href="http://www.katjawenk.de/2013/08/blogparade-was-ist-eure-heimat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogparadenfrage </a>von Katja Wenk nachgegangen und habe mir darüber Gedanken gemacht, was Heimat für mich bedeutet.<br />
Wie ich <a href="https://www.textfuss.de/fremdsprachenlernen/">hier</a> bereits erzählt habe, bin ich häufig umgezogen seit ich 17 war, habe längere Zeit im Ausland gelebt und verbrachte nur in zwei Fällen ganze vier Jahre an einem Ort. Mein erster Gedanke war: Heimat ist da, wo meine Familie ist. Klar, mit meinem Mann und meinen Kindern kann ich überall glücklich sein. Aber ob das dann Heimat ist?</p>
<p>Und was war denn, bevor sie mein Leben auf den Kopf stellten?</p>
<p><span id="more-295"></span></p>
<p>Vertrautes ist Heimat. Als ich neulich bei meinem Bruder war, habe ich viele Kleinigkeiten von früher zwischen seinen Sachen entdeckt und mich gefreut – und wohlgefühlt. Ein heimisches Gefühl aufgrund gemeinsamer Erinnerungen.</p>
<p>Aufgewachsen bin ich in einer kleinen Gemeinde bei Hamburg.  Als ich 10 war, zogen wir von dort 400 m weiter in eine Kleinstadt und unser eigenes Haus. Ich hatte keineswegs etwas dagegen, es änderte sich ja kaum etwas. Aber ich hatte die Idylle verlassen. Dieser kleine Ort ist für mich mit so vielen Erinnerungen verknüpft, dass mir ganz schwindelig wird, wenn ich daran denke. Noch schwindeliger wird mir, wenn ich heutzutage dorthin fahre, was ich ab und zu tue, weil eins meiner Patenkinder dort lebt. Früher fand man in bestimmten Straßen wunderschöne alte Villen, in anderen weniger wunderschöne Mehrfamilienhäuser und in ein paar Ecken Siedlungen mit Einfamilienhäusern. Eine bunte Mischung eben. Wenn ich jetzt durch die Straßen flaniere, sind auf den alten Äckern Siedlungen entstanden. Aber nicht die Art von Siedlungen, die man sich gemeinhin vorstellt, sondern Villensiedlungen. Echt schräg. Dementsprechend vervilldert kommen mir die Bewohner des Örtchens vor. So eine ganz eigene Porsche-Cayenne-Welt. Merkwürdig. Zu Hause bin ich da nicht mehr. Sicher, es gibt noch ganze Straßenzüge, die fast unverändert sind (u. a. auf meinem alten Schulweg), da zieht sich mein Herz vor Sehnsucht zusammen, so schön ist es da. Aber wohnen? Nein. Die Zeiten sind vorbei.</p>
<p>Heimat ist eine sehnsuchtsvolle Erinnerung.</p>
<p>Mit 17 zog ich hinaus in die weite Welt. England – Deutschland – Frankreich – Deutschland – Schweden – Deutschland – Frankreich – Deutschland. Ja, es lässt sich nicht leugnen, verwurzelt bin ich in Deutschland. Das wäre aber zu allgemein. Im Ausland wurde ich mir meiner Heimat bewusster. Vieles bemerkt man eben erst, wenn es plötzlich anders ist. Allein das Klopapier! In Frankreich ist es hauchdünn, duftet und leuchtet gern in Pastellfarben. In England wurde es zu einem Machtkampf zwischen uns Schülerinnen und der Putzbrigade (außer Paula*). Beim Nachfüllen der riesigen Klopapierrollen mussten Plastikstöpsel von den Rollen entfernt werden, die die innere Papprolle der Riesenrolle vorm Kollabieren bewahrten. Eines Tages war die Kanalisation unseres Hauses verstopft, was uns großen Ärger einbrachte, denn die Plastikstöpsel waren heruntergespült worden. Nicht von uns, allerdings. Ich weiß gar nicht, ob den Raumpflegerinnen jemals mitgeteilt wurde, das nicht mehr zu tun. Immerhin hatten wir ja gar keinen Zugriff auf neue Klorollen. Jedenfalls ließen sich die drei nicht beirren und warfen die Teile weiterhin ins Klo statt in den danebenstehenden Mülleimer. Ohne runterzuspülen. Das mussten wir tun, wenn wir nicht im Klo nach Plastiknupsies fischen wollten.</p>
<p>Die Schule wurde dichtgemacht**, das Haus, in dem sich diese Geschichte abspielte, steht nicht mehr. Ich werde nie wieder dorthin zurückkehren, ins Klo gucken und mich an diese Episode erinnern können. Doch, erinnern kann ich mich. Da ist sie wieder, die sehnsuchtsvolle Erinnerung. Hach, ich war so gern da.</p>
<p>Es gibt auch Orte, an denen ich weniger gern war. Ein Jahr lang hatte ich das Pech, keine wirklich richtig gute Freundin in meiner Nähe zu haben. Es gab viele Mädchen, mit denen ich mich sehr gut verstand, aber darunter ist niemand, mit dem ich jetzt noch engen Kontakt habe. Losen, ja. Die Stimmung an der Schule hat nicht positiv zu meinem Wohlbefinden beigetragen. Wirklich unglücklich war ich aber nicht, es war schon in Ordnung. Erschwerend kam hinzu, dass das Jahr zuvor (das mit den Klos) so unglaublich schön war, dass selbst „genauso schön“ schwer zu erreichen gewesen wäre.</p>
<p>Unfassbar glücklich war ich immer in Frankreich. Dort würde ich gern viel öfter hinfahren. Ein guter Indikator, wie schön ich es fand, ist die Sehnsucht, die ehemalige Wohnstätte zu besuchen. In Caen vor meiner alten Tür zu stehen, ist ein Gefühl zerschmelzender Schokolade (was an der Farbe der Tür liegen dürfte), in Berlin durch meinen „Hood“ zu streifen macht mich lächeln und zwangsweise hungrig – auch wenn der leckere Chinamann nicht mehr da ist. Essen, überhaupt. Ehemalige Lieblingsfressgelegenheiten aufsuchen ist großartig. Dieses „Hier habe ich damals immer &#8230;“-Gefühl. Da fühle ich mich sofort heimisch.</p>
<p>Heimat ist eine genussvolle Erinnerung.</p>
<p>Auch in München habe ich gut gegessen, ich fand es schön dort, aber Sehnsucht verspüre ich nicht. Ich habe lustige, freundliche und auch sehr tiefschürfende Erinnerungen an München, wie das eben so ist, wenn man mal irgendwo wohnt. Ich freue mich, wenn ich nach München fahre und das Gefühl habe, dass ich mich auskenne.***</p>
<p>Als wir noch in München wohnten, tat sich plötzlich die Möglichkeit auf, nach Hamburg zu ziehen. Nie hätte ich gedacht, dass ich eines Tages in meine Heimat zurückkehren würde. Ja, Heimat, genau das war mein Gedanke. In 17 Jahren, in denen ich natürlich immer mal wieder (auch für ein paar Monate) in Hamburg war, hatte ich mich nie nach Hamburg gesehnt. Doch plötzlich war es zum Greifen nah und ich griff zu. Zu meinem großen Glück griff mein Mann begeistert mit. Nun bin ich hier und ich kann mich zum ersten Mal damit anfreunden, nicht mehr umzuziehen. Vielleicht möchte ich irgendwann für ein paar Monate woanders sein, das glaube ich schon. Aber meine Heimat ist hier.</p>
<p>Das ist das perfekte gute Gefühl.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* Paula putzte zeitversetzt allein und war unglaublich nett.</p>
<p>** Aus anderen Gründen. Wobei auch diese Episode von der schlechten Einteilung der Unkosten zeugt.</p>
<p>*** Das Gefühl täuscht. Mein Orientierungssinn ist erbärmlich.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/66bdc15c53ef4cde9954711e2c73cf53" alt="" width="1" height="1" /></p>
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