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	<title>nostalgie Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>nostalgie Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>Nostalgiebetten &#8211; Bett 10</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gesa Füßle]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jun 2019 10:14:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bettgeschichten: Nostalgiebetten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/nostalgiebetten-bett-10/">Nostalgiebetten &#8211; Bett 10</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<section  class='av_textblock_section av-jwvvjogs-b1162ad10fb1d101a629115e9e4e7973 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h1>Das erste Bett mit Küchenzeile</h1>
<p>Wenn ich nicht einschlafen kann, stelle ich mir vor, in einem Bett meiner Vergangenheit zu liegen. Dann kommen sofort alle Erinnerungen an damals hoch: Was konnte ich sehen, wie fühlte es sich an, wie fühlte ich mich?<span id="more-2955"></span></p>
<p>Nach meinem Grundstudium in Tübingen und dem etwas unglücklichen Intermezzo in Groningen kam ich mit einem großen Koffer in Schweden an. Endlich wieder ein richtiges Auslandsjahr!</p>
<h2>Wohnung statt Zimmer</h2>
<p>Ich hatte ein Zimmer in einem Wohnheim erwartet. Stattdessen bekam ich: meine erste eigene Wohnung. Die Hochschule in der Nähe von Stockholm war noch ganz neu und lag direkt neben dem größten Krankenhaus des Landes. In den nahe gelegenen lila-orangen Hochhäusern gab es diverse Ein-Zimmer-Wohnungen, die ursprünglich für die Belegschaft des Krankenhauses gebaut worden waren. Nun standen einigen von ihnen den paar Erasmus-Student*innen zur Verfügung, die die Hochschule in diesem Semester zum ersten Mal aufnahm.</p>
<div id="attachment_2958" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2958" class="size-medium wp-image-2958" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-300x226.jpg" alt="" width="300" height="226" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-300x226.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-768x579.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-1030x776.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-1500x1131.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-705x531.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-fenster_b-450x339.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2958" class="wp-caption-text">Fenster mit Lüftungsspalt in der Mitte und umsteckbaren Fenstergriff rechts</p></div>
<p>Ich war überwältigt. Eine Küchenzeile, ein Tisch mit zwei Stühlen, ein Bett mit Bettwäsche und Überdecke, ein Schreibtisch, ein Regal, sogar ein Flickenteppich und zwei Platzsets sowie Töpfe, Geschirr und Besteck für zwei Personen. Alles brandneu von IKEA. Außerdem ein komplett mit Linoleum (oder was auch immer, irgend so ein Plastikkram) ausgekleidetes Bad ohne extra Duschkabine. Duschte man, wurde eben alles nass. Aber was macht das schon?</p>
<p>Meine Wohnung war im achten Stock. Mein Bett stand in einer Nische, die durch das Treppenhaus zustande kam. Die Fenster konnte man öffnen, es gab aber für beide nur einen Griff, den man hin und her steckte. Halte ich bis heute für eine völlig unterschätzte Sparmaßnahme.</p>
<h2>Das Bett</h2>
<p>Eine gestreifte Rollmatratze, ein Rollrost, ein Kissen, eine Decke, ein Bettwäscheset. Dunkelblau mit Blumen. Die günstige Variante der Bettwäsche, die ich heute auf meinem Bett habe.</p>
<p>An den Wänden befestigte ich Landkarten, weil ich keine Poster mitgebracht hatte. Überm Bett hing meine Hamburgflagge. Vom Bett aus sah ich meinen Schreibtisch, der gleichzeitig als mein Nachttisch fungierte. Daran klebte der Spruch „Inget är som man tror, inget är som det säger sig vara“ (Nicht ist, wie man denkt, nichts, wie es zu sein scheint), ein Zitat aus einem meiner damaligen Lieblingsbücher (note to self: dringend mal wieder lesen!) <em>De ensamma pojkarna</em> von Mats Olsson. Außerdem noch eine Postkarte mit einem weiteren schlauen Spruch, auf den ich jetzt nicht komme. Die Postkarte scheint verschollen zu sein.</p>
<div id="attachment_2956" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2956" class="size-medium wp-image-2956" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-300x207.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-768x530.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-1030x710.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-1500x1035.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-705x486.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-bett_b-450x310.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2956" class="wp-caption-text">Bett an Schreibtisch</p></div>
<p>In diesem Bett lag ich mit meiner Gürtelrose (als noch kein Ausschlag in Sicht war und somit die Ursache der echt ätzenden Schmerzen vollkommen unklar). Auf diesem Bett saß ich mangels Sofa mit den zahlreichen Menschen, die mich in Schweden besuchten. In diesem Bett lag ich, als sich mitten in der Nacht Schreie durchs Treppenhaus nach unten bewegten. Weibliche Schreie, gefolgt von männlichen.</p>
<p>Was tun? Die Tür des Treppenhauses mündete nach draußen, ich würde die beiden also acht Stockwerke weiter unten aus dem Haus laufen sehen und mir eine Meinung bilden können, was zu tun sei. Ich trat an mein Fenster und sah nach unten. Feuerwehr. Leute. Absperrungen. Mehr Feuerwehr. Richtig, richtig viel Feuerwehr.</p>
<p>Daher also die Schreie. War gar nichts Persönliches. Ich dachte mir, dass ich wohl auch besser das Haus verlassen sollte. Auch ich nahm die enge Wendeltreppe. Im vierten Stock kam mir ein Feuerwehrmann mit seinem langen Schlauch (Entschuldigung) entgegen. Er teilte mir mit, dass ich hier nun nicht weitergehen könne und die Treppe am anderen Ende des Flurs nehmen solle. Ich durchquerte den ziemlich verrauchten Flur im vierten Stock und spazierte die andere Treppe hinab. Später erfuhr ich, dass genau in dem Stockwerk das Feuer gewesen war. Interessant. Dass nie irgendein Feueralarm losgegangen war, versteht sich da fast von selbst.</p>
<h2>Erwachsen werden</h2>
<div id="attachment_2957" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2957" class="size-medium wp-image-2957" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-300x205.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-768x526.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-1030x705.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-1500x1027.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-705x482.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/06/bett-10-regal_b-450x308.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-2957" class="wp-caption-text">Man beachte mein Radio-Kassettenrecorder-Kombigerat. Das habe ich Jahre später für 5 DM an meinen Nachbarn verkauft</p></div>
<p>Ich habe sehr gern in dem Bett gelegen, auch wenn die Matratze selbst für mich ziemlich dünn war. Ich liebe die typischen schwedischen Wohnungstüren mit der eingebauten Klingel und die Küchenschränke mit dem Plastiknupsi, die sich nur mit Widerstand schließen lassen.</p>
<p>Ich habe mich wohlgefühlt, auch wenn ich kaum wirklich persönlichen Kontakt mit meinen schwedischen Kommilitoninnen bekam. Die Hochschule sorgte sich sehr um das Wohl der internationalen Studierenden. Wir wurden mit Opern- und Museumsfreikarten überschüttet und ins Stadshus zum Essen eingeladen. Ich genoss die Zeit. Weil es ohnehin nichts gab, was mir anerkannt worden wäre, studierte ich Unterwasserarchäologie, Französisch, Ideengeschichte und noch einiges mehr. Wir hatten Tag und Nacht Zugang zum Computerraum und ich konnte mich zum ersten Mal völlig ungehemmt im Internet verlieren. Ich war viel allein in Stockholm unterwegs und fand das toll. Ich glaube, ich fühlte mich erwachsen.</p>
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		<title>Recherchenostalige</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 10:22:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich dachte ja, es wäre eine prima Idee, die Briefe einfach abzuschreiben und dann würde man schon sehen, was man daraus machen kann. Die Idee erweist sich als mittelprima, weil die Briefe sich auf magische Weise verfünffacht haben &#8211; aber auch wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ihre Übermacht mich zur Strecke gebracht. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich dachte ja, es wäre eine prima Idee, die Briefe einfach abzuschreiben und dann würde man schon sehen, was man daraus machen kann.</p>
<p>Die Idee erweist sich als mittelprima, weil die Briefe sich auf magische Weise verfünffacht haben &#8211; aber auch wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ihre Übermacht mich zur Strecke gebracht.</p>
<p>Immerhin weiß ich inzwischen, <span id="more-1165"></span>was man daraus machen kann und die ersten Seiten des Buchprojekts stehen bereits. Nun reicht es natürlich nicht, die (ohnehin rar gesäten) Fakten aus den Briefen zusammenzuklauben und in Buchform zu pressen, nein, Recherche ist gefragt. Ich lese, suche, sehe Filme und mache mir Notizen. Immer wieder finde ich unerwartete Verknüpfungspunkte.</p>
<p>Heute: &#8222;Der Hamburger Hafen 1938&#8220; auf DVD, gefilmt von Kurt Lehfeldt. Lehfeldt war seinerzeit Konditor. In dem Café gab es &#8211; jedenfalls viele Jahre später &#8211; Mittagstisch. Dort hat mein Großvater (&#8222;Friedrich&#8220; aus den Briefen) gegessen. Und kein Trinkgeld gegeben. Denn wenn man jeden Tag dort fünfzig Pfennig Trinkgeld geben würde, wären das im Jahr über hundert Mark. Und das ginge ja nun wirklich zu weit.</p>
<p>Ja, mein Großvater. Von ihm stammt auch der Rat, sich an der Ampel nie zu dicht an das vordere Auto zu stellen, denn der könnte ja liegenbleiben. Wenn nun der Hintermann auch dicht an einem steht, kann man nicht wenden bzw. sich aus der Lücke quetschen.</p>
<p>Und ja, Lehfeldt. Mein Vater war natürlich früher auch immer bei Lehfeldt. Und manchmal, ganz, ganz manchmal, hat er uns Zuckermännchen mitgebracht. Die standen dann jahrelang im Setzkasten rum, bis sie so verblasst waren, dass ihr Anblick mehr erschreckte als erfreute. Dann habe ich sie entsorgt. Nein, nicht im Müll. Ich habe sie gegessen. Hart war das. Aber süß. Und wahrscheinlich etwas staubig.</p>
<p>Ihr seht: Die Recherche macht mich entsetzlich nostalgisch. Noch dazu fahre ich nachher in meine alte Heimat und gehe dortselbst zum Chinesen. Und erzähle meinen Kindern, dass ich dort früher immer 120 (Huhn mit Mandeln) gegessen habe, bis es Probleme mit dem Mandellieferanten gab und ich auf 119 (Huhn mit Cashewkernen) ausweichen musste. Könnte auch 121 sein. Ich weiß es nie so genau.</p>
<p>Die anderen interessiert das aber gar nicht, das sind nur meine Privaterinnerungen. Wenn ich es aufschreibe, wisst Ihr es trotzdem und ich kann mich anderen Dingen widmen. Zum Beispiel der Frage: Wie ist es, wenn alles anders kommt, als man sich das vorgestellt hat? Wie kommt die Erinnerung mit einem Krieg klar?</p>
<p>Zurück zu meiner Recherche. Ich habe herausgefunden, dass man 1931 in 98 Minuten von Hamburg-Bergedorf nach Berlin reisen konnte. Laut Wikipedia wurde dieser Rekord erst 1997 wieder erreicht. <a href="http://www.gesakram.de/170229/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1929 wollte Leni ihren Bruder Rudu in Berlin besuchen</a>, da wird sie sich später geärgert haben, dass der Schienenzeppelin noch nicht fuhr!</p>
<p>Aber was rede ich, ich muss los. Es gibt Mittagstisch. Ich werde E essen. Und Leute von früher treffen.</p>
<div id="attachment_1166" style="width: 235px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1166" class="size-medium wp-image-1166" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-225x300.jpg" alt="Manches ändert sich allerdings nie" width="225" height="300" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-225x300.jpg 225w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-768x1024.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-773x1030.jpg 773w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-1125x1500.jpg 1125w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-529x705.jpg 529w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-450x600.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002.jpg 1536w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p id="caption-attachment-1166" class="wp-caption-text">Manches ändert sich allerdings nie</p></div>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/2c41e745d5e3494182ae55ed7f090e2d" alt="" width="1" height="1" /></p>
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