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	<title>briefe Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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	<title>briefe Archive - Textfuss - Gesa Füßle</title>
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		<title>In der Versenkung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gesa Füßle]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2019 16:11:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Rückblick Manchmal sind die Dinge nicht so, wie sie einem gefallen. Eine Weile kann man das ignorieren. Aber irgendwann dann nicht mehr. Dann kann es passieren, dass man in ein Loch fällt und eine lange Leiter und viel Puste braucht, um wieder an die Oberfläche zu gelangen. 2018 habe ich zum größten Teil in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Ein Rückblick</h1>
<p>Manchmal sind die Dinge nicht so, wie sie einem gefallen. Eine Weile kann man das ignorieren. Aber irgendwann dann nicht mehr. Dann kann es passieren, dass man in ein Loch <span id="more-2196"></span>fällt und eine lange Leiter und viel Puste braucht, um wieder an die Oberfläche zu gelangen.</p>
<p>2018 habe ich zum größten Teil in so einer Senke verbracht. Das war zeitweise auch ganz entspannend, weil ich mich mangels Fenstern mit meiner persönlichen Nabelschau beschäftigen konnte. Bildlich gesprochen. Nachdem die erste Jahreshälfte sämtliche Familienmitglieder an ihre absoluten Grenzen gebracht hatte, war ich die zweite Jahreshälfte krankgeschrieben.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2754 alignleft" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Der-Hund-auf-der-Couch-300x200.jpg" alt="Der Hund auf der Couch" width="300" height="200" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Der-Hund-auf-der-Couch-300x200.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Der-Hund-auf-der-Couch-450x300.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Der-Hund-auf-der-Couch.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Mit dem Jahreswechsel kam die berufliche Umorientierung. Freizeit habe ich seit der Trennung für die Umgestaltung des Hauses genutzt. Jedes Zimmer hat eine Veränderung erfahren, was nichts zuletzt daran liegt, dass es ein neues <em>Wir</em> gibt und dadurch mehr Betten gebraucht werden.</p>
<p>Um nicht durcheinander zu kommen, haben die Zimmer mittlerweile Nummern bekommen. Zusätzlich gibt es Namensschildtafeln, damit die jeweilige Person im Zimmer identifiziert werden kann. Der Hund, der vor einem Jahr unabhängig von den anderen neuen Mitbewohnern hier eingezogen ist, schläft mondän in der Bibliothek.</p>
<h2>Und nun?</h2>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-2745" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Die-Tür-zur-Bibliothek-169x300.jpg" alt="Die Tür zur Bibliothek" width="180" height="320" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Die-Tür-zur-Bibliothek-169x300.jpg 169w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Die-Tür-zur-Bibliothek-397x705.jpg 397w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2019/05/Die-Tür-zur-Bibliothek.jpg 450w" sizes="(max-width: 180px) 100vw, 180px" />Ich arbeite wieder als freiberufliche Lektorin und Übersetzerin. Das fühlt sich gut an und macht mir Freude. Zusätzlich aber geben mein neuer Partner und ich Entzifferkurse. Weil so viele Menschen unleserliche alte Briefe und Dokumente zu Hause haben, die sie nicht lesen können. Das kann man aber lernen – und zwar relativ schnell. Und mit ganz viel Spaß.</p>
<p>Außerdem habe ich nun eine neue Website, die mir so gut gefällt, dass ich am liebsten den ganzen Tag darauf rumklicken würde, aber ich arbeite ja fleißig, wenn ich gerade nichts anderes tue.</p>
<p>Lange habe ich hier nichts geschrieben, weil ich keine Reserven dafür im Kopf hatte. Aber jetzt! Willkommen zurück, liebe Leserschaft!</p>
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		<title>Texttreff-Blogwichteln 2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2014 08:48:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[Krimskrams]]></category>
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		<category><![CDATA[weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[zweiter weltkrieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes Jahr veranstaltet der Texttreff das Blogwichteln: Jede Textine, die mitmachen möchte, wirft ihr Blog in einen Lostopf und schreibt für eine andere. Dieses Jahr schreibt meine Kollegin Sandra Schindler für mich. Ein lustiger Zufall, denn auch sie beschäftigt sich mit alten Briefen.  Aber lassen wir sie selbst zu Wort kommen: Hallo, mein Name ist [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/texttreff-blogwichteln-2014/">Texttreff-Blogwichteln 2014</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Jahr veranstaltet der <a href="http://www.texttreff.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Texttreff </a>das Blogwichteln: Jede Textine, die mitmachen möchte, wirft ihr Blog in einen Lostopf und schreibt für eine andere. Dieses Jahr schreibt meine Kollegin Sandra Schindler für mich. Ein lustiger Zufall, denn auch sie beschäftigt sich mit alten Briefen.  Aber lassen wir sie selbst zu Wort kommen:<span id="more-1200"></span></p>
<hr />
<p>Hallo, mein Name ist <a href="http://www.textmission.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sandra Schindler</a>, ich bin, wie Gesa, Lektorin – und habe das große Vergnügen, sie dieses Jahr im Rahmen der Texttreff-Wichtelaktion mit einem Blogbeitrag beschenken zu dürfen.</p>
<p>Als ich Gesa kennenlernte und einige „ihrer“ Briefe las, bearbeitete ich selbst gerade ein rührendes Zeitdokument: <a href="http://www.amazon.de/Kriegskinder-Erinnerungen-Verwandtschaft-Joachim-Schepke/dp/3941139169/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1417759107&amp;sr=8-1&amp;keywords=hans-otto+farfsing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Kriegskinder: Erinnerungen aus der Verwandtschaft von Joachim Schepke“</a> von Hans-Otto Farfsing.</p>
<p>Zum Inhalt des Buchs: Hans-Otto Farfsing hatte während des Zweiten Weltkriegs ein ganz gewöhnliches Schicksal. Er war nicht Mitglied der Weißen Rose, er hinterfragte nichts, sondern er folgte, wie so viele andere auch. Gerade dieser blinde Gehorsam und die Erklärungsversuche für das damalige Verhalten Jahrzehnte nach Ende des Hitlerregimes machen das Buch so authentisch.</p>
<p><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/12/Kriegskinder-Cover.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1201" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/12/Kriegskinder-Cover-210x300.jpg" alt="Kriegskinder-Cover" width="210" height="300" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/12/Kriegskinder-Cover-210x300.jpg 210w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/12/Kriegskinder-Cover-494x705.jpg 494w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/12/Kriegskinder-Cover-450x642.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/12/Kriegskinder-Cover.jpg 701w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /></a></p>
<p>Der zweite Teil des Buchs besteht aus einer Sammlung von Briefen aus der damaligen Zeit: Eine Mutter versucht den Kontakt mit ihrem Mann zu halten, während sie mit ihren Kindern an wechselnde Orte flüchten muss. Währenddessen bleibt der Mann in Ludwigshafen, dem alten Wohnort, und muss mit ansehen, wie alles, was er erreicht hat, immer wieder wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Die Trennung von der Familie, der ganze Schmerz, das Elend des Krieges, aber auch die kleinen Freuden des Lebens (wenn z. B. ein Brief sehnlichst erwartet und zum größten Geschenk wird, weil man den Sender bereits tot geglaubt hat), all das schildern die Farfsings, Verwandte des berühmten U-Boot-Kapitäns Joachim Schepke, in ihren lesenswerten Memoiren.</p>
<p>Ich habe mir mit der Erlaubnis der Farfsings einen Brief ausgesucht, der die damalige Lage ganz gut beschreibt. Es handelt sich um einen Weihnachtsbrief, den die auf das Land geflüchtete Frau ihrem Mann am Abend vor Weihnachten schreibt.</p>
<p>Dazu Tochter Hildegard Farfsing etliche Jahrzehnte später: „Dann kamen die traurigsten Weihnachtstage, die ich je erlebt habe. Bei wildfremden Menschen, die uns nicht mochten, ohne unseren Vater, von dem wir Kinder nur wenig wussten. Ob es Weihnachtsgeschenke gab und was es zur letzten Kriegsweihnacht zu essen gab, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur was aus den Briefen unserer Mutter hervorgeht, zeigt, welche Mühe sie sich gab, um den Kindern die Weihnachtstage einigermaßen schön zu machen.“ (S. 171)</p>
<p>Und hier nun der Brief:</p>
<p>23.12.44<br />
Mein lieber Fritz!<br />
Am Christvorabend mit großer Sehnsucht Deiner gedenkend schreibe ich diese Zeilen. Wie im Vorjahr werden wir auch dieses Jahr das Weihnachtsfest ohne unseren lieben Vati verbringen müssen. Wie hart dies ist, läßt sich nicht sagen. Bis heute hoffte ich noch im Geheimen, daß Du doch noch kommen könntest, nun glaube ich nicht mehr daran. Ein Trost, wir sind nicht die Einzigen, welche unter dem Weihnachtsbaum ihres lieben Vatis draußen in der Fremde in Liebe gedenken.</p>
<p>Hoffen wir, die nächste Weihnacht im Frieden wieder gemeinsam verbringen zu dürfen. Die Kinder freuen sich ja so auf den Beschertag, obwohl alle drei wissen, daß das Christkind in diesem Jahr besonders arm ist. Dir, mein liebster Mann, kann ich nichts schenken als meine Liebe und Treue. Wenn Du vielleicht nach Weihnachten kommst, wirst Du noch Dein Gebäck bekommen, welches ich extra für Dich aufhebe. Mein Leckermäulchen von früher muß doch heute alles entbehren.</p>
<p>So Gott will, dürfen wir nach diesen harten Kriegsjahren auch noch eine Reihe glücklicher Jahre zusammen mit den Kindern verleben. Hildegard weinte sehr, als ich ihr vorlas, daß Du von einem Tiefflieger beschossen worden bist. Wo konntest Du so rasch Deckung nehmen? Sei vorsichtig. Wenn Du nicht kommst, heben wir unseren Christbaum bis zu Deinem Kommen auf? Ich stelle denselben auf den Speicher, da wir wohnlich jetzt sehr eingeschränkt sind, wie Du ja schon weißt. Hildegard und Horst kaufen mir gerade noch in Straßkirchen ein. Helmut ist unten bei seinen Freunden (den Schweizers). Die Kinder haben Ferien bis zum 8. Januar.</p>
<p>Gestern kam der Mann von Frau Meier (evakuiert aus Zweibrücken) schon seit sie hier ist zum zweiten Mal auf Urlaub. Ich bin ja so traurig, daß Du nicht kommst auf Weihnachten. Bei uns ist es jetzt kalt geworden. Seit 8 Tagen ist die Erde steinhart gefroren. Gottlob, daß der Matsch weg ist. Morgens sind unsere Fenster mit den schönsten Eisblumen bemalt. Die Phantasie unserer Kinder ist so groß, daß sie alles Mögliche in den Eisgebilden erblicken. Fast täglich überfliegen uns die Feindflieger, in Straubing fielen über hundert Bomben, meistens ins freie Feld. Hildegard und Helmut haben nicht die geringste Angst vor den Fliegern. Nur Horst und ich sind ängstlich. Ich nehme mich zusammen. Jetzt wo die vielen Flüchtlinge auf dem Lande leben, müßte doch etwas für den Luftschutz gesorgt sein, aber dies ist nicht der Fall. Am besten wär‘s hier im freien Felde. Bedauerlich, daß überhaupt kein Wald in der Nähe ist – nichts als Flachland. Auch keine Bäume rechts und links der Landstraßen. Ich wäre viel lieber im Bayerischen Wald. Wenn Du an Weihnachten bei Deinen Kameraden weilst, bist Du nicht allein, denn Deine Kinder und ich weilen im Geiste bei Dir. Stets auf ein baldiges Wiedersehen hoffend umarmt und küßt Dich Deine ganze Familie, insbesondere Deine Dich liebende Frau.</p>
<p>Zwar hat sich der Ort des Geschehens verlagert, doch ist die Problematik bedauerlicherweise immer noch hochaktuell. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine schöne, ruhige Weihnachtszeit und hoffe, dass jeder Einzelne in diesen Tagen an diejenigen Lebewesen denkt, denen es nicht so gut geht – und seinen Teil dazu beiträgt, das diesjährige Weihnachtsfest auf seine eigene Weise ein ganz klein wenig friedlicher zu gestalten.</p>
<hr />
<p>Sandra Schindler<br />
Diplom-Übersetzerin Sandra Schindler arbeitet hauptberuflich als Lektorin. Sie hat nicht nur Hans-Otto Farfsing bei der Verlagssuche unterstützt, sondern auch anderen Autoren geholfen, einen seriösen Verlag zu finden. Im Ehrenamt lektoriert sie das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrlich_vegetarisch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VEBU-Mitgliedermagazin natürlich vegetarisch</a>. Sie fungiert außerdem für eine ihrer Kundinnen, die <a href="http://www.sandramckee.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Autorin Sandra McKee</a>, als Agentin, Marketingchefin und PR-Frau.<br />
Sandra Schindler bloggt über <a href="http://blog.textmission.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Übersetzen, Sprache, Marketing, gesunde/vegane Ernährung und Ökologie</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/texttreff-blogwichteln-2014/">Texttreff-Blogwichteln 2014</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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		<title>Recherchenostalige</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 10:22:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich dachte ja, es wäre eine prima Idee, die Briefe einfach abzuschreiben und dann würde man schon sehen, was man daraus machen kann. Die Idee erweist sich als mittelprima, weil die Briefe sich auf magische Weise verfünffacht haben &#8211; aber auch wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ihre Übermacht mich zur Strecke gebracht. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/recherchenostalgie/">Recherchenostalige</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich dachte ja, es wäre eine prima Idee, die Briefe einfach abzuschreiben und dann würde man schon sehen, was man daraus machen kann.</p>
<p>Die Idee erweist sich als mittelprima, weil die Briefe sich auf magische Weise verfünffacht haben &#8211; aber auch wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ihre Übermacht mich zur Strecke gebracht.</p>
<p>Immerhin weiß ich inzwischen, <span id="more-1165"></span>was man daraus machen kann und die ersten Seiten des Buchprojekts stehen bereits. Nun reicht es natürlich nicht, die (ohnehin rar gesäten) Fakten aus den Briefen zusammenzuklauben und in Buchform zu pressen, nein, Recherche ist gefragt. Ich lese, suche, sehe Filme und mache mir Notizen. Immer wieder finde ich unerwartete Verknüpfungspunkte.</p>
<p>Heute: &#8222;Der Hamburger Hafen 1938&#8220; auf DVD, gefilmt von Kurt Lehfeldt. Lehfeldt war seinerzeit Konditor. In dem Café gab es &#8211; jedenfalls viele Jahre später &#8211; Mittagstisch. Dort hat mein Großvater (&#8222;Friedrich&#8220; aus den Briefen) gegessen. Und kein Trinkgeld gegeben. Denn wenn man jeden Tag dort fünfzig Pfennig Trinkgeld geben würde, wären das im Jahr über hundert Mark. Und das ginge ja nun wirklich zu weit.</p>
<p>Ja, mein Großvater. Von ihm stammt auch der Rat, sich an der Ampel nie zu dicht an das vordere Auto zu stellen, denn der könnte ja liegenbleiben. Wenn nun der Hintermann auch dicht an einem steht, kann man nicht wenden bzw. sich aus der Lücke quetschen.</p>
<p>Und ja, Lehfeldt. Mein Vater war natürlich früher auch immer bei Lehfeldt. Und manchmal, ganz, ganz manchmal, hat er uns Zuckermännchen mitgebracht. Die standen dann jahrelang im Setzkasten rum, bis sie so verblasst waren, dass ihr Anblick mehr erschreckte als erfreute. Dann habe ich sie entsorgt. Nein, nicht im Müll. Ich habe sie gegessen. Hart war das. Aber süß. Und wahrscheinlich etwas staubig.</p>
<p>Ihr seht: Die Recherche macht mich entsetzlich nostalgisch. Noch dazu fahre ich nachher in meine alte Heimat und gehe dortselbst zum Chinesen. Und erzähle meinen Kindern, dass ich dort früher immer 120 (Huhn mit Mandeln) gegessen habe, bis es Probleme mit dem Mandellieferanten gab und ich auf 119 (Huhn mit Cashewkernen) ausweichen musste. Könnte auch 121 sein. Ich weiß es nie so genau.</p>
<p>Die anderen interessiert das aber gar nicht, das sind nur meine Privaterinnerungen. Wenn ich es aufschreibe, wisst Ihr es trotzdem und ich kann mich anderen Dingen widmen. Zum Beispiel der Frage: Wie ist es, wenn alles anders kommt, als man sich das vorgestellt hat? Wie kommt die Erinnerung mit einem Krieg klar?</p>
<p>Zurück zu meiner Recherche. Ich habe herausgefunden, dass man 1931 in 98 Minuten von Hamburg-Bergedorf nach Berlin reisen konnte. Laut Wikipedia wurde dieser Rekord erst 1997 wieder erreicht. <a href="http://www.gesakram.de/170229/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1929 wollte Leni ihren Bruder Rudu in Berlin besuchen</a>, da wird sie sich später geärgert haben, dass der Schienenzeppelin noch nicht fuhr!</p>
<p>Aber was rede ich, ich muss los. Es gibt Mittagstisch. Ich werde E essen. Und Leute von früher treffen.</p>
<div id="attachment_1166" style="width: 235px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1166" class="size-medium wp-image-1166" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-225x300.jpg" alt="Manches ändert sich allerdings nie" width="225" height="300" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-225x300.jpg 225w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-768x1024.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-773x1030.jpg 773w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-1125x1500.jpg 1125w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-529x705.jpg 529w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002-450x600.jpg 450w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/10/pict0002.jpg 1536w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p id="caption-attachment-1166" class="wp-caption-text">Manches ändert sich allerdings nie</p></div>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/2c41e745d5e3494182ae55ed7f090e2d" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Liebster Award vom Sprachpingel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2014 08:29:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[Krimskrams]]></category>
		<category><![CDATA[bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[fragen]]></category>
		<category><![CDATA[liebster award]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frau Sprachpingel hat mich für den Liebster Award nominiert. Der soll helfen, unbekannte Blogs bekannter zu machen. Die elf Fragen hat sie vorgegeben. 1. Ist dein Blog aus einer geplanten (strategischen) Entscheidung heraus entstanden oder eher spontan? Ich hatte diesen Riesenhaufen Briefe und wusste, ich muss sie alle mal lesen und nach Möglichkeit abtippen. Das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/liebster-award-vom-sprachpingel/">Liebster Award vom Sprachpingel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sprachpingel.de/allgemein/liebster-award" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frau Sprachpingel</a> hat mich für den Liebster Award nominiert. Der soll helfen, unbekannte Blogs bekannter zu machen. Die elf Fragen hat sie vorgegeben.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">1. Ist dein Blog aus einer geplanten (strategischen) Entscheidung heraus entstanden oder eher spontan?</span></strong></p>
<p>Ich hatte diesen Riesenhaufen <span id="more-1145"></span>Briefe und wusste, ich muss sie alle mal lesen und nach Möglichkeit abtippen. Das wusste ich schon seit Jahren, aber ich musste sie noch immer lesen und nach Möglichkeit abtippen. Irgendwann haben mir die guten Frauen vom <a href="http://texttreff.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzwerk Texttreff</a> dazu geraten, die Briefe zu bloggen, denn damit würde ich sie a) abtippen und b) hätten auch sie was davon. Das Blog war also durchaus eine strategische Entscheidung.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>2. Wie nah sind die Blog-Inhalte dem Thema, mit dem du dein Geld verdienst?</strong></span></p>
<p>Ich verdiene mein Geld mit eigenen Texten und mit dem Herummäkeln an den Texten anderer Leute (Lektorat). Das Schreiben ist also durchaus mit meinem Beruf verknüpft. Inhaltlich gibt es aber wenig Verknüpfungspunkte.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">3. Hast du über dein Blog schon Kunden gewonnen?</span></strong></p>
<p>Ja, Kunden nämlich, für die ich jetzt Blogtexte schreibe.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>4. Bloggst du mit eigenen Vorgaben (z. B. »mindestens ein Artikel pro Woche« oder »mindestens XY Zeichen pro Artikel«)?</strong></span></p>
<p>Die Zeichen sind mir egal, ich schreibe so lange, bis mir nichts mehr einfällt (oder der Brief zu Ende ist). Ein Artikel pro Woche muss sein, denn ich bin ein <a href="http://ironbuchblogger.de/wer-ist-dabei/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iron Buchblogger </a>und somit zum wöchentlichen Schreiben verpflichtet, sonst muss ich Strafe zahlen. Seit über einem Jahr halte ich das eisern durch.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">5. Hast du noch weitere Blogs außer dem, mit dem ich dich hier nominiert habe?</span></strong></p>
<p>Nein, aber ich blogge auch für den <a href="http://www.lektorenverband.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VFLL</a>.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">6. Mal unabhängig von Marketing- oder sonstigen geschäftlichen Aspekten: Was bedeutet dir dein Blog persönlich?</span></strong></p>
<p>Ursprünglich eine Form des Selbst-in-den-Arsch-Tretens, ist mein Blog nun zu einem geliebten Kind herangereift. Ich bekomme auch viel positives Feedback, das ist natürlich gut fürs Ego.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>7. Reale oder fiktive Person, tot oder lebendig – spielt alles keine Rolle: Wen würdest du gern mal als Gastautor/-in in deinem Blog schreiben lassen – und worüber?</strong></span></p>
<p>Die meisten wissen, dass ich aus den Großmutterbriefen einen Roman machen möchte. Da kommen natürlich viele Fragen zu den Hintergründen auf, denn die Briefe setzen einiges an Wissen voraus. Wissen, dass ich nicht habe. Ich hätte also gern einen Beitrag meiner Großmutter oder ihres Vaters (Papa [hinten betont]), damit meine Fragen endlich geklärt werden können.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">8. Gibt es Dinge, die du ohne dein Blog nicht erreicht oder erlebt hättest? Welche sind das?</span></strong></p>
<p>Oh ja. Die Briefe würden noch immer irgendwo lagern und darauf warten, dass sie jemand liest. Ich hätte noch nicht mit dem Buch angefangen. Ich würde nicht für andere bloggen.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">9. Wie wichtig sind dir Schreibstil und Rechtschreibung in deinem Blog?</span></strong></p>
<p>Ich bin Lektorin. Rechtschreibung ist mir wichtig. Der Schreibstil findet mich von allein, an dem kann und will ich gar nichts ändern. Bei den Briefen bin ich natürlich vom Schreibstil der Verfasser abhängig, da würde ich aber auch niemals eingreifen.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">10. Du darfst in der Neuauflage eines Filmklassikers mitspielen. Welchen Film und welche Rolle wählst du, und warum?</span></strong></p>
<p>Ich möchte die Hauptrolle in der Verfilmung meines Buches. Filmklassiker braucht man nicht neu zu verfilmen.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">11. Womit kann man dir IMMER eine Freude machen?</span></strong></p>
<p>Ich bin leicht zu erfreuen. Ich freue mich über nette Worte und über jede Form der kulinarischen Zuwendung. Ich freue mich über Besuch von freundlichen Mitmenschen.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/349667a47e9a4c9b8e1e1def03b221f9" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Rechnung (06.04.1947)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/060447/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Sep 2014 11:04:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[carepaket]]></category>
		<category><![CDATA[kippen]]></category>
		<category><![CDATA[nachkriegszeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich widme mich jetzt wieder den Briefen meiner Großmutter, immer wieder lese ich mich fest, statt konstruktiv zu arbeiten. Aber das gehört wohl dazu &#8211; so merke ich ja auch selbst, was spannend ist und was nicht. Wirklich spannend ist die folgende Rechnung. Meine Großmutter war damals starke Raucherin, der Tabak knapp und sie &#8211; [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich widme mich jetzt wieder den Briefen meiner Großmutter, immer wieder lese ich mich fest, statt konstruktiv zu arbeiten. Aber das gehört wohl dazu &#8211; so merke ich ja auch selbst, was spannend ist und was nicht.<br />
Wirklich spannend ist die folgende Rechnung. Meine Großmutter war damals starke Raucherin, der Tabak knapp und sie &#8211; ziemlich clever.</p>
<hr />
<p>Kleine Aufregungen gibt es öfters und wie schön <span id="more-1137"></span>ist es dann, eine Zigarette zu haben und damit bin ich beim Carepaket. Ach Rudu, wie freue ich mich schon wieder auf das Paket und wie finde ich es süss von Dir, dass Du gleich nach Deiner Geldzuwendung wieder an uns gedacht hast, wo Du es doch selber so nötig brauchst. Ohne Giftnudeln bin ich ja soooo unglücklich, und ich mache mir oft bittere Vorwürfe deswegen, weil ich sie so viel nützlicher anwenden könnte, aber trotz aller Versuche werde ich immer wieder schwach. Aus 12 Zigaretten mache ich 18, d. h. ich lasse lange Stummel oder Kippen, drehe aus drei Kippen eine neue, das sind bei 12 Kippen 16 Zigaretten. Aus diesen vier Zigaretten sind eine zu drehen = 17 Zigaretten. Eine Kippe Rest und eine noch von den vorigen, kommt eine geliehene Kippe dazu, gibt 18 Zigaretten. So rechnen wir, Dir wird sicher ganz schwach bei dem Exempel, freu Dich, dass Du kein Raucher mehr bist und diese Nöte nicht kennst.</p>
<hr />
<p>Habt Ihr alles verstanden? Könnte das mal jemand nachmachen und mir schicken?</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/46abe2ebea3146479cb754a99a3e1b84" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Zurück zum Alltag</title>
		<link>https://www.textfuss.de/zurueck-zum-alltag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2014 14:13:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[buchprojekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Mai hat sich viel getan in meinem Berufsalltag. Erst kam Mustafa und stellte alles ein bisschen auf den Kopf, den Rest erledigten meine Kinder in den Sommerferien. Seit dieser Woche sollte alles wieder seinen gewohnten Gang gehen, aber ich finde mich nicht so recht hinein. Beruflich hat sich einiges verändert, ich lektoriere weniger und [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Mai hat sich viel getan in meinem Berufsalltag. Erst kam Mustafa und stellte alles ein bisschen auf den Kopf, den Rest erledigten meine Kinder in den Sommerferien. Seit dieser Woche sollte alles wieder seinen gewohnten Gang gehen, aber ich finde mich nicht so recht hinein.<span id="more-1117"></span></p>
<p>Beruflich hat sich einiges verändert, ich lektoriere weniger und schreibe mehr, was mich sehr freut. Nun habe ich auch wieder Zeit für mein Buchprojekt. Das mit den Briefen. Ich habe das Konzept im Kopf, schwimme noch etwas ob der Verwirklichung und vor allen Dingen merke ich, dass es mich sehr viel mehr Kraft kosten wird, als ich gedacht hätte.</p>
<p>Außerdem muss ich dringend wieder zu dem Gut meiner Großmutter fahren, dahin, wo sich im Krieg alles abgespielt hat. Der Kurztrip im Januar hat mir viel gebracht. Die Kinder fragen auch schon, wann wir endlich mal wieder hinfahren. Dabei fanden sie den Wald doch so unheimlich!</p>
<p>Vielleicht statt Buchmesse? Hübscher ist es da ja, vor allem trifft man aber viel weniger Leute. Ist das jetzt gut oder schlecht?</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/d4f6cdefca81470c91189a44386f3fa5" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>06.01.1947: Die ganze Scheidung dauerte kaum eine Woche. (Friedrich)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/060147/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Apr 2014 08:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Brief von Friedrich, Lenis Mann, an seinen Schwager Rudolf, der in Guatemala wohnt &#8211; und folglich wenig Vorstellung hat, was das Nachkriegsleben kostet. So erfahren wir interessante Details. Der Brief ist handschriftlich, ich habe den Durchschlag, der auf herausgerissenen Heftseiten steht. Die Qualität ist sehr schlecht, daher fehlen mir ab und zu Wörter. R. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Brief von Friedrich, Lenis Mann, an seinen Schwager Rudolf, der in Guatemala wohnt &#8211; und folglich wenig Vorstellung hat, was das Nachkriegsleben kostet. So erfahren wir interessante Details. Der Brief ist handschriftlich, ich habe den Durchschlag, der auf herausgerissenen Heftseiten steht. Die Qualität ist sehr schlecht, daher fehlen mir ab und zu Wörter.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">R. den 6.1.47. [handschriftlich Leni: bestätigt mit Brief vom 6.5.47]</p>
<p>Lieber Rudolf!</p>
<p>Dein Brief vom 17.12.46 kommt heute an. Ich möchte ihn<span id="more-733"></span> gleich beantworten, denn verschieben ist nie gut. Hab zunächst einmal den herzlichsten Dank! Wir waren sehr traurig zu lesen, in welchen Schwierigkeiten Ihr Euch befindet. Geld haben wir genug, um zu kaufen, was es zu kaufen gibt, nicht genug, um die Menge zu kaufen, die es offiziell nicht zu kaufen gibt. Als Beispiele: 1 Pfund Kaffee RM 600.-, 1 Pfund Kuchen RM 85.-, 1 Pfund Mehl Rm 30.-, 1 Zigarette RM 5.- etc. Sollten es Deine Finanzen und die Post erlauben, wären wir Dir sehr dankbar, wenn Du gelegentlich etwas Kaffee direkt schicken würdest. Neuerdings sind auch für uns zwei beträchtliche Ereignisse eingetreten. 1) ist der Winter sehr schwer. Wir leben jetzt schon die zweite Kältewelle mit ca. 15° Kälte. Brennmaterial bekommen wir 2 Ztr. quietschnasses Holz im Monat. Das reicht für 2 Tage. Den Rest zu verschaffen, ist unserer „Initiative“ oder unserem Geldbeutel überlassen.</p>
<p>2) Durch die Bürgerschaftswahl vom Okt. 46 wurde Dr. Bucerius II als Bausenator durch einen SPD-Senat ersetzt. Ich möchte als seine rechte Hand ebenfalls zurücktreten. Ich habe diesen Schritt rechtzeitig freiwillig getan. Anschließend war ich mehrere Wochen verreist. U. a. besuchte ich auch Albrechts erste Frau in Murnau. Sie wohnt mit ihrer Schwester im Hause ihres Vaters, der im Ausland ist. Albrechts Sohn fand ich in bester Verfassung vor. Auch besuchte ich Mali, die einen Kunstgewerbeladen in Murnau betreibt. Sie hat vor, bald in die Schweiz zu fahren.</p>
<p>Du fragst nach Albrechts Schwager. [Als] wir in N. lebten und Albrecht in B.hat er uns manche Schwierigkeiten gemacht. Insbesondere war in der Zeit vielfach nicht angenehm, in der Albrechts erste Frau das Fortshaus von N. erbaute. Insgesamt waren das viele Monate. Sie hatte eine recht großzügige Art zu wirtschaften und saß ständig vor dem Rest. Albrecht hat ihr das Leben oft nicht leicht gemacht. Als Albrecht im Frühjahr 1946 Nina v. B. kennenlernte, ließ er sich ohne viel Vorbereitung von heute auf morgen scheiden. Die ganze Scheidung dauerte kaum eine Woche. Kaum 1 ½ Monate später wurde Nina geheiratet, die die Richtige zu sein scheint. Sie ist 22 Jahre alt, niedlich und weiß, was sie will. Beide wohnen am M’weg in Hbg. Wir sehen uns ganz oft und kommen gut miteinander aus.</p>
<p>Von Achim hörte ich <span style="text-decoration: underline;">nichts</span>. Hertha schrieb auch vor Wochen daß Achim einen Brief begonnen habe. Die Angelegenheit N. ist von großer Wichtigkeit, weil bei Verzögerung ein Kahlschlag zu befürchten ist. Die Russen unterstützen uns mit Holz. [D.h. es gibt Holzlieferungen aus dem Osten, denen der Wald um N. leicht zum Opfer fallen könnte.]</p>
<p>Ob Neger Albrechts Schwiegereltern abgeraten hat, die Ehe zu billigen, weiß ich nicht mit Sicherheit. Es ist jedoch möglich, da sich Neger nicht sehr begeistert äußerte. Albrecht und Neger sehen sich selten. Die Freundschaft scheint nicht sehr eng zu sein.</p>
<p>Du fragst nach meinem Flügel. Nachdem dieser etwa 1 Jahr beschlagnahmt war, konnte ich ihn mir wieder verschaffen. Hier im Haus kann ich ihn bis jetzt noch stellen. Bei Einweisung weiterer Flüchtlinge weiß ich nicht wohin damit. Zum Spielen ist es zur Zeit zu kalt. Als Leni mich im Oktober 45 in N. besuchte, wohnten wir eine Nacht bei den alten Sch. in Güstrow. Sie hatten eine andere gute Wohnung. Auch war er als Anwalt wieder zugelassen. Es ging ihnen damals nicht schlecht. Seitdem habe ich nichts mehr gehört.</p>
<p>Über meine beruflichen Pläne schreibe ich nächstens. Es ist jetzt derart kalt und die Verkehrsmittel derart schlecht und unzuverlässig, daß ich in R. bleibe. Abgesehen davon  daß die Züge reihenweise ausfallen, [unleserlich]</p>
<p>Eben hörte ich eine Rede des Hbg. Bürgermeisters Max Brauer, in der die ganze Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck kam.</p>
<p>Wir denken viel an Dich und die Deinen, lieber Rudolf, und hoffen nur, daß Ihr und wir bald das Schlimmste überstanden haben. Einstweilen geht es noch abwärts. Hab auch vielen Dank für Deine Mühe, uns ein Paket durch Klaus zukommen zu lassen.</p>
<p>Herzlichst Dein Friedrich.</p>
<p>Grüß Ingrid von mir sehr herzlich.</p>
<hr />
<p>Und nun wissen wir auch, wie es mit dem Flügel weiterging. :)</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/35b03d6843f847ef9a7723461542ed18" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>17.12.1946: Geheimnisvolle Nachrichten über Ehen (Rudu)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/171246/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2014 09:09:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[1946]]></category>
		<category><![CDATA[40er]]></category>
		<category><![CDATA[blogger schenken lesefreude]]></category>
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		<category><![CDATA[nachkriegszeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zunächst einmal: Die Mäh-Verlosung endete am Montag, heute ist Freitag. Ich weiß das, aber die Woche nahm keine Rücksicht auf mich. Gewonnen hat jedenfalls Eva Christian, die sehr korrekt sechs Schafe zählte. Eins sieht man nur von hinten. Heute verlose ich ein Krimipaket. Darin enthalten sind vier Krimis, allesamt Rezensionsexemplare, die einmal von mir gelesen wurden. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/171246/">17.12.1946: Geheimnisvolle Nachrichten über Ehen (Rudu)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst einmal: Die Mäh-Verlosung endete am Montag, heute ist Freitag. Ich weiß das, aber die Woche nahm keine Rücksicht auf mich. Gewonnen hat jedenfalls Eva Christian, die sehr korrekt sechs Schafe zählte. Eins sieht man nur von hinten.</p>
<div id="attachment_710" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-710" class="size-medium wp-image-710" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004.jpg?w=300" alt="Krimis" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004.jpg 2048w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/04/pict0004-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-710" class="wp-caption-text">Krimis</p></div>
<p>Heute verlose ich ein Krimipaket. Darin enthalten sind <span id="more-709"></span>vier Krimis, allesamt Rezensionsexemplare, die einmal von mir gelesen wurden. Wer das haben möchte, beantwortet mir bitte hier oder auf Facebook oder auf Twitter oder von mir aus auch per Brieftaube die Gewinnfrage, und das bitte bis nächsten Dienstag um 10 Uhr. Das ist der 15.4., übrigens der Geburtstag von Lenis Mann Friedrich, der an dem Tag 114 geworden wäre. Drum ist ihm auch die Gewinnfrage gewidmet &#8211; hier müsst Ihr raten. Rudu fragt, ob Friedrich noch seinen Flügel hat. Was glaubt Ihr? Hat der Flügel den Krieg überlebt?</p>
<p>Doch nun zum Brief. Wir kehren zur Korrespondenz zwischen Leni und ihrem Bruder Rudu zurück. Rudu wohnt in Guatemala, hat zwar die dortige Staatsbürgerschaft, aber doch finanzielle Schwierigkeiten aufgrund seiner deutschen Herkunft.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">Guatemala, 17.12.1946.</p>
<p>Liebe Leni – lieber Friedrich,</p>
<p>schon seit einigen Wochen will ich Euch Eure Briefe vom 5. und 14. Okt. bestätigen, schob es aber immer wieder auf in der Hoffnung, Euch von hier bessere Nachrichten geben zu können. Nun kam heute Eure Karte vom 31. Okt. und Lenis Brief vom 2. November. Für alles herzlichen Dank, vor allem war natürlich eine große Freude Euer Familienbild vom Jan. 1945. Ich muß Euch heute gleich, wenn auch nur kurz antworten um Euch zu sagen wie glücklich auch wir sind, daß Euch das Care-Paket erreichte! Wir hätten schon weitere abgeschickt, aber leider sind wir nicht in der Lage, da wir seit August unsere monatlichen Zuweisungen nicht mehr bekommen haben. Ich hoffe immer von Woche zu Woche, bis dahin immer vergeblich. Es ist zu scheußlich. Auch hoffe ich, daß es sich vor Weihnachten regeln läßt, sonst wird es ein trauriges Fest! Von Achim forderte ich Hilfe, aber nur äußerst zögernd kam etwas, was wie ein Tropfen auf den heißen Stein war. So schrieb ich kürzlich an Klaus mit der Bitte an Euch noch ein Care Paket abzusenden, den Betrag will ich ihm dann später zurückerstatten. –</p>
<p>Für Eure so eingehenden Nachrichten meinen herzlichen Dank, ich freue mich so über alles, was Ihr berichtet, über Freunde und Verwandten-Schicksale kann man nicht eingehend genug hören. Wenn Du z. B. schreibst, daß Anneliese + Gertrud P. im K. Z. waren, so möchte man natürlich noch weiter wissen, wie lange, wo, weshalb und wie es ihnen jetzt geht. <em>[klein eingefügt:]</em> Wie geht es Frau P.? 1000 Fragen fallen einem ein! –</p>
<p>Jedenfalls sagt Euch bei allem was Ihr durchzumachen habt, daß es auch in anderen Teilen der Welt nicht viel besser zugeht! Ich denke oft an Euch und sehe in Gedanken wie Friedrich jeden Morgen seinem Ziel zusteuern kann: eine geregelte Arbeit kann ich mir schon garnicht mehr vorstellen Und es ist hier so hoffnungslos eine zu finden. So baue ich weiter Gemüse und laufe hemmungslos zum Anwalt.</p>
<p>Nun versucht nicht ganz die Hoffnung zu verlieren. Denn der Fall hier ist einzig dastehend, die Nachbarländer sind ganz anders vorgegangen und im Vergleich zu den Verhältnissen hier kann man die Zustände dort paradiesisch nennen. Ich schulde natürlich jetzt überall, eine ganz widerliche Lage. Daher konnte ich mich auch nicht mehr um die Dokumente bekümmern die Ihr angefordert hattet. –</p>
<p>Die Nachrichten über Albrecht + seine Ehen sind stets für uns etwas geheimnisvoll. Ist Albrecht ein schwieriger Ehemann? Hat Neger seiner Verwandten von der Ehe abgeraten und weshalb? Neger ist doch weiter sicher Albrechts Freund. Hat Friedrich noch seinen Flügel? – Die Nähe von Büchen – Ratzeburg braucht Euch nach meiner Meinung einstweilen nicht zu beunruhigen. –</p>
<p>Ich hoffe Euch bald ausführlicher zu schreiben, wenn mein seelisches Gleichgewicht wieder mehr hergestellt ist. Ich schlafe so schlecht und versuche durch vieles Lesen meine Gedanken abzulenken. –</p>
<p>Traurige Briefe kommen von Anna N. an ihre Schwägerin. – Es umarmt Euch sehr innig und wünscht Euch alles Gute für 47 Euer Rudu.</p>
<hr />
<p>Wer die Personen sind, erfahrt Ihr in der Kategorie &#8222;Über die Briefe&#8220;. Albrechts Ehen sind für Euch einstweilen auch noch geheimnisvoll, der nächste Brief von Leni wird darüber aber Aufschluss geben. Mit der Nähe von Büchen und Ratzeburg bezieht sich Rudu wahrscheinlich auf die Nähe der Grenze zur Ostzone. Schön, dass er sie von Guatemala aus nicht beunruhigend findet.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/4505e21161c54a8c8cc78bfae8c882a9" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.textfuss.de/171246/">17.12.1946: Geheimnisvolle Nachrichten über Ehen (Rudu)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.textfuss.de">Textfuss - Gesa Füßle</a>.</p>
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		<title>01.11.1939: Mein geliebtes Blättchen (Leni)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[leitzordner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2014 12:39:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[1939]]></category>
		<category><![CDATA[30er]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin hin und weg: Euch scheint das Wuschelvieh ebenso gut zu gefallen wie mir. Ich werde es, Christines Vorschlag folgend, Lolo nennen. Wild hat das Monster gegen den Namen &#8222;Herr Schleimbeutel&#8220; protestiert und wurde anschließend auch nicht zum Superhelden Staticman. Obwohl ich mich wirklich gefreut hätte! Das Buch bekommt also Christine. Interessante Hinweise auf [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_687" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-687" class="size-medium wp-image-687" src="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3.jpg?w=300" alt="Schüttelmonster Lolo" width="300" height="225" srcset="https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3.jpg 2048w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3-300x225.jpg 300w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3-768x576.jpg 768w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3-1030x773.jpg 1030w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3-1500x1125.jpg 1500w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3-705x529.jpg 705w, https://www.textfuss.de/wp-content/uploads/2014/03/pict0003-3-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-687" class="wp-caption-text">Schüttelmonster Lolo</p></div>
<p>Ich bin hin und weg: Euch scheint das Wuschelvieh ebenso gut zu gefallen wie mir. Ich werde es, <strong>Christines</strong> Vorschlag folgend, Lolo nennen. Wild hat das Monster gegen den Namen &#8222;Herr Schleimbeutel&#8220; <span id="more-697"></span>protestiert und wurde anschließend auch nicht zum Superhelden Staticman. Obwohl ich mich wirklich gefreut hätte! Das Buch bekommt also Christine. Interessante Hinweise auf eine türkise Monster-Version kamen von Marina und einer weiteren <strong>Christine</strong>. Letztere sogar eins zum Kaufen gefunden und bekommt deshalb auch ein Buch (nämlich &#8222;Kein Ort für Fremde&#8220; von Ruth Rendell, gebrauchte Version).</p>
<p>Heute habe ich keine Lust auf Buchverlosung. Solltet Ihr trotzdem eins haben wollen, biete ich Euch <strong>&#8222;Horst go Home&#8220;</strong> von &#8211; darauf kommt Ihr nie! &#8211; Tine Wittler. Und sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.* Eine Frage müsst Ihr dafür nicht beantworten. Auch nicht, wie lang eine Schreibstunde ist. Echt nicht. Auch nicht bis morgen um 12.</p>
<p>Dies ist übrigens der letzte Liebesbrief. Als nächstes kommen wieder Nachkriegsberichte.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N., den 1. Nov. 39</p>
<p>Mein geliebtes Blättchen!</p>
<p>Soeben habe ich die Kinder mit Edith erstmal an die frische Luft befördert und dann kommt anschließend immer meine Schreibstunde. Allerdings besteht sie oft nur aus 10 Minuten. –</p>
<p>Unsere Perle Edith hat heute gekündigt, zum 1. Dezember. Halb dachte ich es mir schon, da es ja sehr viele Rackereien in der letzten Zeit gegeben hat. Im Moment geht es wieder etwas besser mit ihr, sie versucht, nicht alles zu vergessen, aber kopflos ist sie im Ganzen doch. Eventuell gehe ich nochmal bei der Mutter vor. –</p>
<p>Vor einigen Tagen ist Grete von Mama an die Luft gesetzt worden, da sie zu Mamsell so frech geworden ist und vorher einfach 3 oder 4 Tage fort geblieben war, ohne etwas von sich hören zu lassen. Bei Edith ist es zum Teil der Grund, daß sie mehr verdienen will, was ich im Grunde ja auch verstehen kann. –</p>
<p>Am Freitag werde ich 9<sup>03</sup> aus Krakow fahren, über Güstrow. Der Zug hat gleich Anschluß, ich hoffe, daß Du an der Bahn bist. Ich werde eine Karte mit Rückfahrt nehmen. –</p>
<p>Ob sich wohl schon jemand auf die Anzeige gemeldet hat? Ich finde es ja süß, daß Du annonziert hast, nur mit dem Gutshausstand weiß ich nicht so recht, denn es sind ja fast ausschließlich die Kinder zu bedienen, mit Zimmern etc. –</p>
<p>Von Mama soll ich Dir noch sehr danken für Deine Besorgungen, auch für die Kämme. Das Armband und Pfeife ist zwar noch nicht hier. – Morgen arbeite ich mit Dicki im Garten, was sehr gut geht. Wir haben heute Rote Beete ausgebuddelt, Dicki fährt sie in ihrer Schiebkarre und ich in der großen zu Claußen. Baby sieht zu. Sehr bedrückt es mich, daß ich noch nicht an Mutter schrieb, aber jetzt ist es fast zu spät, denn heute wird es nichts mehr und übermorgen bin ich da. –</p>
<p>Wie es wohl mit dem Auto geworden ist? Mein Moll, wie es wohl bei Euch im Geschäft ist? Heute hatte ich von Ruth einen Brief, ihr Mann ist Truppenarzt bei Celle, sie ist mit ihren 3 Kindern in Magdeburg bei ihren Eltern und hat die Wohnung in Kiel zugemacht.</p>
<p>Liebes Menschlein, wir sehen uns bald, ich freu mich sehr. Die Kinder sind süß, Baby geht schon ganz viel. Sei umarmt von Deinen Tiris.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/0e0e9749fee44e658ae592589ea08087" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>31.10.1939: Mein geliebtes Menschlein! (Leni)</title>
		<link>https://www.textfuss.de/311039/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 21 Mar 2014 13:42:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Briefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leni ist noch immer schwanger und wünscht sich das Ende des Krieges herbei. N. den 31.10.39 Mein geliebtes Menschlein! Du bist wieder ein ausgezeichneter Erlediger von allen Dingen und ein sehr guter Schreiber, hab sehr vielen Dank, mein Blättchen, für Deinen lieben Brief mit dem Kamm und Fahrplaneinlagen. Wie gräßlich benimmt sich die Krakower Bahn, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Leni ist noch immer schwanger und wünscht sich das Ende des Krieges herbei.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">N. den 31.10.39</p>
<p>Mein geliebtes Menschlein!</p>
<p>Du bist wieder ein ausgezeichneter Erlediger von allen Dingen und ein sehr guter Schreiber, hab sehr vielen Dank, mein Blättchen, <span id="more-681"></span>für Deinen lieben Brief mit dem Kamm und Fahrplaneinlagen. Wie gräßlich benimmt sich die Krakower Bahn, konntest Du am Fahrkartenschalter keinen Krach machen? Die Mecklenburger sind eine besondere Sorte Menschen. –</p>
<p>An Herta habe ich einen langen Brief geschrieben und sie gebeten, wieder zu kommen, wenn sie nicht zu Hause bleiben muß, nehme ich fast an, daß sie zu uns kommen wird. Die Kisten kannst Du gern am Montag kommen lassen.</p>
<p>Ich werde wohl Freitag kommen. Edith ist heute wieder aus, es ist schon das 3. Mal seit ich hier bin, aber ich muß es so machen, da nachher nicht viel daraus wird. So bin ich noch nicht dazu gekommen, an Mutter einige Zeilen zu schreiben. Den ganzen Vormittag bin ich mit den Kindern draußen und wir (Dicki und ich) haben die beiden letzten Tage im Garten gearbeitet, in dem wir die Wurzeln mit ausgebuddelt haben. Gleich kommt der Gärtner, ich muß eilen. –</p>
<p>Es ist sehr süß, daß Du bei Helene warst, aber ich konnte mir ihre Antwort schon denken und glaube nur ja nicht, wenn andere Ärzte hinzugezogen werden, daß die meine Sache schlimm finden. Die denken nicht daran, etwas zu tun. Mein Menschlein, im Grunde ist es ja auch eine große Freude, nur hatten wir es uns etwas anders gedacht und wird die nächste Zeit und die ersten Jahre nicht ganz leicht sein. Hoffentlich geht der Krieg nur bald zu Ende. Weißt Du schon etwas wegen der Autobenutzung? Deine Reifen haben wir wieder. Der Gärtner ist da.</p>
<p>1000 Liebes mein Blättchen, auch an Mutter Deine Tiris.</p>
<p><img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/560ca3e50ec747d683630c434987d3ab" alt="" width="1" height="1" /></p>
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